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Full text of "Hans Salat, ein schweizerischer Chronist und Dichter aus der ersten Hälfte ..."

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Sans Salat. 




S -»ALAT 

ein 

Schweizerischer Chronist und Dichter 

aus 

Itr irten lillte les IVI, JHmM. 

Sein Leben und seine Schriften. 

Herausgegeben 
von 

D'- Jacob Baechtold. 



Sasel. 

Bahnmaier's Verlag (C. Detloff). 
1876. 



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SOHAFFHAUSEN. 



1 



Vorwort. 



Was über das Leben des Luzerners Hans Salat bis jetzt be- 
kannt gewesen, beschränkte sich auf zwei oder drei mangelhafte 
Notizen, die im Archiv für Schweiz. Reform.-Geschichte I, p. xvn 
zusammengestellt sind; die Schriften vollends blieben mit Ausnahme 
der neulich herausgegebenen Reformationschronik, des Memorials über 
den Haslizug, der von R. v. Liliencron aufgefrischten historischen 
Lieder und der Legende vom Bruder Claus zum Theil Manuscript, 
zum Theil waren die ungemein selten gewordenen alten Drucke ganz 
der Vergessenheit zugefallen. Hier wird nun zum ersten Male Auf- 
schluss über das Leben des bedeutenden Mannes und eine Sammlung 
seiner Schriften, soweit diese zu erreichen waren, geboten. 

Im Winter 1872 kam mir beim Durchgehen der deutschen Hand- 
schriften auf der Nationalbibliothek in Pa/iris ein Manuscript in die 
Hände^ das, laut Eatalog, nebst einigen Translationen des Niclas von 
Wyle auch dessen Tagebuch enthalten soUte. Ich überzeugte mich, 
dass hier Aufzeichnungen eines Luzerners vorlagen und wandte mich 
an den Einsiedler Gelehrten P. Gall Morel mit der Bitte um nähere 
Auskunft. Dieser — ich danke es einem Todten — wies mich mit 
den beigelegten Auszügen an Herrn Staatsarchivar Theodor v. Liehmau 
in huaem, der mir sogleich meldete, dass die fragliche Handschrift 

Tagebuch von Hans Salat sei. Herr v. Liebenau hatte soeben 



vm 

nach den vorhandenen Acten im Luzerner Staatsarchiv eine Biogra- 
phie Salat 's vollendet, in der Absicht, eine Sammlung der prosaischen 
und poetischen Schriften desselben zu veranstalten, verlor aber nach 
genauerer Einsicht in die im Ganzen unerbauliche Geschichte den 
Geschmack daran und stellte mir sein gesammtes, reiches Material 
zur Verfügung. 

Herr v. Liebenau's Geftllligkeit und unerschöpfliches Wissen sind 
bei uns bekannt genug. Wer von unsern schweizerischen Geschichts- 
forschern hätte sich nicht schon an den immer bereiten Archivar in 
Luzem gewandt? Ich nun stehe schwer in seiner Schuld: nicht nur 
rühren die Abschriften der Salat'schen Briefe, des Tanngrotz und der 
beiden Lieder, des Triumphus und der umfangreichen Vorworte von 
Herrn y, Liebenau her; nicht nur hat er mir meine Gopie des Tage- 
buches umgeschrieben, gar manche Stelle commentirt und verbessert 
und das umständliche Geschäft der Datenreduction daran vorgenom- 
men^, sondern seit bald drßi Jahren theilte er mir Alles auf Salat Be- 
zügliche in einem reichen Briefwechsel mit und hat selbst während 
de^ Druckes meinem Buch seine Aufmerksamkeit in ergiebigem Maße 
geschenkt — nicht zu vergessen, was ich Liebenau's Salat-Biographie 
verdanke, — so dass mir schliesslich bei der ganzen Sache ein klei- 
nes Vei^dienst bleibt; namentlich, wenn ich gleich die andern ver- 
ehrten Herren und Freunde nenne, denen ich verpflichtet bin, . an 
^ren Spitze Herr Professor Dr. Konrad Hofmann in München steht, 
dessen kritische Meisterhand sich in dßn Texten vielfach bemerklich 
pmcUen wixd. Ferner sind mir bei HerbeischaflFungp de^ zerstreuten 
Matierials Jaehüflich gewesen die Herren: Staatsschreiber J. J. Amiet 
\n Solothurjoi und Minister Dr. Kern in Paris^ die mir Salat's Tage- 
J)uch von der äußseri^t liberalen Direction der Bibliotheque n^-tioiw^^ 
in Paris z\xr npchmalig;en Benutzung bei der Gorrectur hieher aus* 
wirken konnten; Prof, Dr. Dierauer in St. Gallen, St^atsarchiyar 



IX 

Schnewly in Freiburg, Dr, L. Sieber, Oberbibliothekar in Basel, J. M. 
Wagner in Wien und Professor Dr. Georg v. Wyss in Zürich. 
Herrn Dompropst Fiala in Solothum und den Herren Redactoren des 
Schweiz. Idioticons, Dr. Staub und Professor Dr. Tobler, habe ich 
für die Beantwortung mancher Frage ebenfalls meinen besten Dank 
zu sagen. 

Es ist eine schöne Aufgabe, verkannte Persönlichkeiten, die über 
ihre Zeit hinausgewirkt haben, in ihre Rechte einzusetzen und «Ret- 
tungen » sind seit Lessing's Zeiten oft versucht worden; nicht minder 
beliebt ist heut zu Tage das öegentheil: Leuten, die mit strahlendem 
Nimbus in die Gegenwart hineinragten, denselben herunter zu machen 
und sie in ihren Blößen der bestürzten Nachwelt vorzustellen, unser 
Fall ist ein besonderer : es handelt sich um einen Mann, der uns ein 
bedeutendes chronistisches Werk hinterlassen, dessen Lebensumstände 
aber vergessen sind. Man hatte also keinen genügenden Grund, dem 
Manne etwas Böses nachzureden; sein Werk aber gefiel namentlich 
der Partei, für welche er schrieb — ergo musste der Verfasser des- 
selben mit allen Attributen der Pietät genannt werden! Vide Hugo, 
Nicolai de rupe vitsB 1656 p. 256: « Joannes Salatus, vir integntaie 
ac prudentia eximius », übergegangen in die Acta Sanctorum tom. IX, 
sub xxu Martii ; Ming, der sei. Eremite Nioolaus von Flüe in, 309 : 
«Der edle Salat«, Jahrbuch für die Literatur der Schweiz. Gesch. 
n, 92 : « Der charaktervolle Salat > u. s. w. Nun sehe man aber die 
eigenhändigen Aufzeichnungen Salat's und die gleichzeitigen Actenstücke 
an und selbst diejenigen, die mit der schönsten Brille zu sehen ver- 
mögen, werden kaum etwas anders, als das Gegentheil von all' diesen 
ürtheilen bestätigen müssen. Es ist diess ein betrübender Umstand 
für den Biographen, der die Rolle des Vertheidigers übernehmen 
wird bis zu einem gewissen Punct — magis amica veritasi Vor- 
sicht im Gebrauch ihres Gewährsmannes Salat wird jedenfalls eine 



Partei uosrer vaterländischen Oeschiebtsschroibuog sich von selbst 
empfehlen. 

Das Tagebuch Salat's wird als eine Quelle für Kulturgeschichte nksht 
uner^^ünscht sein, wenn auch der Werth desselben ungleich ist und zu- 
mal der Schluss mit seinen Wetterbetrachtungen mit andrem Klatsch 
in den Kauf genommen werden muss. üeber Salat's Ende konnte ich 
trotz vielfacher Bemühung nichts aufflaiden. Solche Leser, die in der 
Einleitung vielleicht eine Darstellung des allgemeinen Literatur*Zü* 
Standes im damaligen Luzern vermissen werden, glaubt der Verfasser 
schon jetzt auf eine Arbiöit aufmerksam machen zu dürfen, die er in 
nicht allzuferner Zeit seinen Landsleutm vorlegen kann, eine GescMehtB 
der deutschen Literatur in der Schweiz vorläufig bis zum XVni. Jate^ 
hundert. Es scheint doch mehr als blosse Phrase zu sein, ^äi soldses 
Werk wirklich 6in Bedtirfniss zu nennen. Weoige • Länder werd^ 
sich rühmen können, treulicher als die Schweiz ihre V^rgangenäieit 
durchforscht zu haben. Seit neuerer Zeit fteuen wir uns sogar einer 
Schweizerfeeben Kunstgeschichte, Musi%esöhl{*itö etc Wo abedr bleiW 
uns^e überftus reiche deutsche Literaturl Hoflfentliöli «mag dor LmöF 
bald einen öang durch die erschlossenen Halles uüs^rß* vaterlSEfifdi^ 
sehen Schriften thums mit mir wagen! . 

In seinen HterarJscben Produkten zeigt sich Sailät iate ein höfc'vor- 
rag^des ^atirisoh^rfaetoriscbes Talent. BdlAnordriung derselben wurd^ 
die chronologische Folge angenommm und ünseibstständiges, wie die 
Vorworte zur Reformationschronik, in den 'Anhang verwiesöo; Was die* 
Wiedergabe der Salat'sdien Schriften betrifft, glaube ich betonen 
zu dürfen, dass hier kritisch bearbeitete Texte vorliegen; der Yarian- 
t^n-Apparat gibt d^s Mittel. zur Gontrolliruqg. Ueberhaupt bin ich 
hierii^. den » GrundsWz^ gefolgt^ die ühland, Schade, ..v^ Liliencrpn 
unji And^e ^aufgestellt haben. Dass zur ürkundlichkeit eines Textes 
nicht dessen äussere Verwilderung gehört, hat man längst eingesehen; 



XI 

zwar in der Schweiz noch nicht genugsam, wo derartige Schriftstücke 
noch vielfach mit Haut und Haar publicirt werden. Vor Allem 
wurde hier Interpunction eingeführt und geregelt, die Abkürzungen 
aufgelöst, die üppige, verwahrloste Schreibweise gereinigt^ Httufüng 
der Gonsonanten und Yocale vereinfacht, die Majuskeln, ausgenommen 
in Eigennamen, beseitigt ; y fai deutschen Wörtern durch i (auch ü) er- 
setzt; V und w vocalisch durch u; j vocalisch durch i; u consonan- 
tisch durch v gegeben; ft und sein Umlaut ü wurde nicht aufge- 
löst, wiewohl man nach schweizerischer Aussprache genau uo und üe 
hätte setzen können. Die Umlaute von a und o wurden einfach durch 
ä und ö bezeichnet, ohne auf organische Länge oder Kürze, die in 
dieser Zeit nicht mehr rein erhalten sind, zu achten. Nhd. Diph- 
ttionge, als au (für d, ou, aw), ei (für 1), eu (ittr iu, öu), die sich 
durch jtlngere Drucke in die Schriften eingeschlichen haben, was 
z. Q. um Tanngrotz diu*chgehend der Fall gewesen, wurden durch 
die ursprünglichen Laute ersetzt. — Weniger streng bin ich in der 
Reglung der Orthographie des Tagebuches verfahren, die Briefe 
vollends m^m in diesem Punkt als abschreckendes Exempel dastehen I 
Salat unterscheidet nidbLt zwischen nun und nuMr, das letztere wurde 
60 oft gesetzt, als es der Sinn erforderte. 

Die sprachlichen und sachlichen Erläuterungen werden Nieman- 
dem beschwerlich fkllen. ISn ausführliches Personen- und Sachen- 
verzeiehniss sobiw lannöthtg; dafür wurde der reiche Wortbestand 
tim so sorgfältiger registrirt. 

Strenge Objectivität wird man dem Buche nicht absprechen; 
wenigstens war der Verfasser bemtiht, dem Leser nicht aufzudrängen, 
auf welche Confession er getauft worden ist. Müsste er aber auf 
eine Seite der hier sich gegenüberstehenden Parteien treten, würde 
er sich nicht erst besinnen, ob er bei den gröblichen Gesellen des 
damaligen Luzern^ oder aber zu den Anhängern der weit über jene 



xn 

erhabenen Zürcher Reformatoren stehen wollte. Uebertriebenen Reac- 
tionären sei der Vers in's Bedenken gegeben: 

tWenn du von Allem dem, was diese Blätter füllt, 
Mein Leser, nichts des Dankes werth gefunden: 
So sei mir wenigstens für das verbunden, 
Was ich zurückbehielt ! » 

Hoffentlich wird aber Niemand meinen Salat versalzen noch ver- 
säuert finden: nach der bewährten Vorschrift habe ich mehr mil- 
derndes Oel zugesetzt, um ihn wenigstens einigermaßen geniessbar 
zu machen! 

Solothurn, zu Ostern 1876. 

Jacob Baeghtold. 



Inhalt. 



Seite 

Hans Salat • • • 8 

Salats Tagebuch ^ 25 

Salats Briefe "^O 

Der Tanngrotz (1581) 89 

Das Lied vom Krieg (1581) 110 

Das Lied vom Zwingli (1681) Ii4 

Triumphus Herculis Helvetici (1582) 121 

Die Legende vom Bruder Claus (1587) 187 

Ein nützliches Büchlein in Warnungsweise (1587) 178 

Das Lied vom Zug in die Picardie (1548) 218 

Heinrich BulHngers Salz zum Salat (1582) 225 

Vorworte zu Salats Chronik (1586) 259 

Verbesserungen und Zusätze 297 

Wortregister 804 



I. 



Leben, Tagebuch und Briefe. 



Baechtold, Hans Salat. 



An das Luzerner Städtchen Sureee knüpfen sieh die Namen 
eier Mänaei* von lüorarischem Interesse, derjenig^e des Cb-onisten 
d Dichters Hans Salat, und der des lateinischen Poeten Barzseus 
500 — 1660).' Während das Leben des leUteren genugsam be- 
valitet ist, lag über Salat bis jetzt ein ihm günstiges Dunkel, in 
s nur spärliche Strahlen gedrungen sind. In den folgenden Blät- 
■th fällt nun auf den Lebenslauf des Mannes grelles Licht genug, 
is wir umsonst zu mildern versuchen möchten, denn es kommt aus 
>alats eigenen Aufeeichnungen und zeitgenössischen Acten. Gerne 
iber laden wir einen Theil aus diesem Schuldbuche auf die Zeit ab, 
deren Kind er war. 

Johannes Salat' wurde nach seineu eigenen Angaben im ^vsxc 



^ Audi die Kiel BUmmen ursprünglich aus Sureee; dieser FaraUie w ^^ 
Humanist Ludwig Kiel, genannt Cariiius (+ 1S69), der Freund desÄeV&n 
fltfia, Spslatm, Bucer, Beatus Rhenanua entsprossen. visia«* 

' Et sclireibt aich Boiifolil Salatt ala Salat. Dieser Ge.schleeUtsn»"'^^ V«W" 
seit dem XIV. Jahrhundert in yerai:hiedenen Gemeinden des K:»"l?^»i\o «*'^ 
'">r- Ol) die Basler und Solothurner Familien der Salathe un* r'^ ^fi»'*'^ 
äenen Ton LoMrn in Beziehung stehen, ist unermiltell. — In ^«^Ye^ ■**''!^'|^ 
R'Hlienbnrj,Ras^| Willisau und Münster iehten Salats Vet**^^ "O"^^* .«» 



4*iien er die luzemerischen fiathsfrsunde Hana Habermacher «^'V» 
'f füs Reir,e Yetlern und ehrliche Leute hervorhebt. (Salate S«^*^ 



,*^* 



*6S0" 



y^eittthrfithtegprochenc, aus der Mitte des XVI. lahrii»»"^ ^^^«^»*'-^ 
"*"'* SleUe im JihrMitenhuch der Pfarrkirche Suraee Cabgedt. i*^, ^ *■= 

^4' »ttWongen des hialor. Vereins der V Orte , Bd. 18, t»*^*^''*^ *- » 
^ J?**«*«»^ rt Margreto uxor ejua cooBlituQnt pro anü*', ^ ., ^ 
^^"*'« P'iittsnTL sororis predicti Conrad! Ol Johannia B»\-^' 
"wpclffi ij ^1^ ^ig ^„„ dpn Heravisgebem des Aw** 



WwUrt» H 



4 

1498 geboren zu Sursee. Sein Vater starb 1633 daselbst im Alia* 
von vieruadaobtzig Jahren, die ebenfalls hocbbetagte Mutter elf Jahre 
später. Salats Grossvater \vurde 1533 ermordet. Unter vier Brüdern, 
von denen der eine, Joachim, ISIS auf dem Zuge nach Pavia zum 
Priester geweiht, im folgenden Jahr der Sohlacht von Novarra bei* 
wohnte, ein andrer, Gabriel^ ISIS in der Schlacht von Marignano 
fiel, der dritte, Lux, IS 19 an der Pest starb, ist Hans Salat wahr- 
scheinlich der jüngste gewesen. Ausyerdem führt er in seinem Tage- 
buch vier Schwestern an, deren einer, Anna, er mit besonderer Liebe 
gedenkt.^ Er erlernte den Beruf eines Seilers, den wohl auch der 
Vater betrieb ; und so kommt es, dass er später in Luzerner Raths^ 
Protokollen und sonstigen Actenstücken oft unter d^n Namen Hans 
Salat, genannt Seiler, oder schlechtweg als Hans Seiler erscheint.* 



Schweiz. Reformationsgesch. Bd. I, p. XYIl und von Schiffmaim im Geschichts- 
freund Bd. 23, p. 115, Note 7 auf den Chronisten und Dichter Hans Salat 
bezogen wird, hat keine Beziehung auf ihn, da Salats Tochter Margaretha als 
vieijähriges Kind gestorben ist: ebensowenig kann die Stelle auf Salats Valw 
geben, dessen Kinder unten angeführt werden. In Sursee sind noch an* 
dere Familien dieses Namens: 1463 wird ein Hans Saliti von Münster als Fi- 
scher der Stadt Sursee auf dem Sempachersee genannt, der gleiche in einer 
Kundschaft von Schultheiss und Rath von Sursec von 1497 als Bürger von 
Sarsee bezeichnet. (Staatsarch. Luzern.) 1468 lebte in Sursee eine weitere 
Familie, genannt Zschörtschele : Hans Salate, sein Sohn Jlans und sein Klein^ 
sobn Hans, alle drei Fischer, die im Eaofstreit des Ulrich Taechli von Sem- 
pach Kundschaft ablegten. (Akten des Luz. Staatsardiivs.) 1545 wird in einer 
Kundschaft Dionys Salat von Sursee genannt (Staatsarch. Luzern), Andere die- 
ses Namens erscheinen mehrfach in den Rathsprotokollen. — 

1 Salats Geschwister: Joachim, Gabriel, Lux; Agnes, verehlicht sieh 1523 
mit Jörg Ziegler, nach dessen Tod (1527) mit Ghristoffel Tschapp, sie erscheint 
noch urkundlich in einer Kundschaft von 1571 ; Etistbeth f 1050; Annai* 1^^^' 
Martha f 15^^ an der Pest in Sursee. 

^ Auch das Wort werchen (1519 fieng i^h für mich selbej; an werchen) 
möchte ich nicht aligemein als arbeiten verstehen, sondern nehme es für; 
werch (Werg) verarbeiten. Zu dieser Auffassung berechtigen auch andere 
Stellen des Tagebuches^ z. B. zum Jahr li^40 erwäbut Salat speciell des We;rg'fl> 
Wie käme er dazu , dieses Produkt in seinen Aufzeichnungen anzuführen , wena 
es ihn nicht an seinen alten Beruf erinnert hätte 1 15^0 verkauft er seinem 
Schwager Werg. — Auch Salats Zeitgenosse , Thomas Platter, betrieb n^ 
ben seinen Studien auf eine Zeil, das Handwerk eines. Seilers ; Fe4^hter, Th. 
Platter p. 51, und zwar erlernte er es von einem Landsmann Salats, dem^ei* 
nen Humanisten Rudolf Ambühl (Collinus), geh. 1499 in. der Nähe von 
Sempach, später Professor der griechischen Sprache in Zürich..— Ich ersehe- 



zweiten Vermfthlung siedelte Salat nach Luzern über; 1521 befindet 
er sieb, wie aus den Aufzeicbnungen zu diesem Jahre unzweideutig 
hervorgeht, sehon daselbst und hinterlässt um diese Zeit im Luzemer 
Strafbuch bereits die ersten Spuren seines liederlichen Lebens. * 

Luzern war von jeher der Sitz des Söidnerwesens, und Salat, 
dem es längst im Frieden zu eng geworden war, nahm, den Tradi- 
tionen seiner Familie getreu, Handgeld als Reisläufer: er verzeiclmet 
von 1522—27 sechs Züge, an denen er Theil genommen. Im An- 
fang des Jahres 1532 zogen schweieerisehe Hilfstruppen unter Äl- 
brecht v. Stein und Arnold Winkelried über die Alpen, um dem 
König von Frankreich, Franz L, Mailand wieder zu erobern, das der 
alte Frundsberg inne hatte. In demselben Zug befand sich auch 
Niclaus Manuel.* Ünsw Salat marschierte im Februar als Feld- 
sohreiber, wir würden sagen Quartiermöister, mit. Da« Foldschneiber- 
amt war kein untergeordnetes, man brauchte dazu einön Mann mit 
gewandter Feder und ausgedehnter Sprachkenntniss.^ Mit dem un- 
glücklichen Treffen von Bieocca (27. April) gaben die Frttaoseti den 
Feldzug verloren und Salat kehrte mit den abijehenden äe^vdzem 
im Mai wieder heim. Am 28. October des fblgetiden Jahren zog er 
abermals nach Malland unt^ VogtHug. üAer sieben Wochen lag man 
vor der Stadt, ohne etwas auszuriehten. 1824 im April machte er 
den Zug nadi Gafetellaro am Po mit,' ah Schreiber 4es Vogts am 
Ort. Nach elendem Abzug war er im Mai wieder ^ti' Hause. Inder 
entscheidenden Scbkcht von Pavia flS25) befaad- sich Salat nicht: 
zwar war er mit seinem Fähnlein, das deni «chwer'becirängteiü König 



1S24, erhält 1829 mit Vater und dem Sticfhrad^ Jacob« l8ö»(%el dofe Bürger- 
recht in Luzern, läuft dem Vntefr dÄTOfi, kömmt nach Breisaeh nnd später 
auf die 6ohe SoTinle 2tt Paris, f *S44 eu Ba^fel. ö. ltfargai*et-hä geb. d»26 f 
15S0i «. 1597 ein todtgebomes SöhAlein. 7. Beat geb.' 1529 «f im sdlrigen 
Jahr. 8. Dorothea II. geb. 1B30 f ^^31. 9, Elisabeth lU gfeb. 4531 f *534. 
10. Marie geb. 1583 f im gleichen Jahre. 11. Martha geb. 1534. 

* Ih dei» liUzemer Seekelamtereclraung von 4Ö21 : Ingdktömmenifl Ib. büss 
vom seller an dei* pfißtergaösen , hat gegcheftt ink frowenhas*--* - imd 1523: 
Ingenommen V Ib. bÄsö ton dfem seyler an der mAlT^ftSfien. 'Da«s' Salat in 
dieser Gasse gfew(yhnt, heeeugt er' im Tagebuch.* ' > ' . 

' Ebenso Heinrfeh SchönbrnnH^ von Zug, als öbergt«r Fwiricr, der uns 
eki' äfanUeÜes Tagebueh Urie Salat hinterlassen. Geseb. Fr; X Vlir, 90» U; ff. 

» L. Glute-Harlmann , der Sölothurttische' F^ldistfcreTber' Hans Jiatob fom 
Staal. p. 79. . - s . r 



von Prankreich zuziehen irollte, schon bis nach Uri gelangt, als die 
Nachricht von der gänzlichen Niederlage der Franzosen über die Alpen 
drang. Mit dem genannten Vogt am Ort zog er im August 1526 
(Müsseiinleg) ins Engadin und Veltlin ; hier rückte Salat zum ober- 
sten Feldsdirdber vor, kam aber im December krank in die Heimat 
zurück. Trotzdem, dass er lange darnieder gelegen hatte, rückte er 
doch im nächsten Jahre wieder zu Felde. Von Alessandria ritt er 
krank heim. 

Dort waren inzwischen düstere Zeiten gekommen : der Qlaubens- 
eifer hatte die Eidgenossen in zwei feindliche Lager geschieden und 
Salat, der unverwüstliche Reisläufer, stand schon desshalb zu den 
Gegnern der Reformirten, well Zwingli und seine Anhänger vor 
AHem dem schmählichen Bßldnerdienst ein Ziel zu setzen suchten. 
In Luzern, wo er zwar nach Geständnissen im Tagebuch bereits zwei 
Mal in Untersuchung gesessen hatte — leichterer Vergehen halber 
(oder gar unschuldig!) — wurde der routinirte Feldschreiber nach 
and nadi In der Staatskanztei beschäftigt. 1S28 fhiden wir ihn unter 
der Mannsehaft:, die auf erfolgte Mahnung des Standes Obwalden 
zum Zug!e nach Hasle ausgehoben wurde. Im folgenden Jahr machte 
« iien ersten Kappeler-Krieg mit und in demselben Jahre 1529 er- 
hielt Salat in dankbarer Anerkennung seiner Dienste sammt Sohn 
und Stiefsoihn djäs Btirgerrechl zu Luxem, ^ und auf Martin Schryber, 
der von 1809—1631 das Amt eines öerichtschreibers versehen 
hatte, ^ wurdö SaJtat für diese ehrmvolle Stelle ausersehen : am 6. 
October 1S81 fand die Wahl statt; Dienstags darnach ftingirte er 



. ^ Diese Attfnabine in die Bürgerschaft ist das erste und faat einzige Do- 
euBieut , das man bis jetut über Salat besass. Erstes Bürgerbuch im Stadt- 
ardhiv.'ZH Lcitiwm (IM. 15): Hans Salat Ton Sarsee mit sampt siro Sun Gabriel 
mdmit^sampt idnem Stie&tin . Jacob Isenegel, die band min Herren Bat vnd 
Hundert • t^ Burger ufg^tnen cta Datum yf Mentag; vor Bartplomei, anno 
d529. 

^Majrtin Seihrjber, de!n man scbon iS^7 sterben lässt (Gescb. Fr. XXHI, 
tOS)^ starb na«b SaJat$ Taigebueh erst am 22. Ajugust i5$^6. Urkundlich er- 
sdiekit^er 'nochim Jahr 1531 im Arehivfur Schweiz. Beformatix^xusgeschicbte 
n, 332, Note 5 und p. 444. — Am 21. Jan. 1584 hatte er einen Forderungs- 
streit mit Wyssgerwer i ymb «in artzet Ion » (Batjhaprot. XJV , 23 , a). Es 
könnte auch! ein" Vertrag zwischen Sehryi)er und Salat über die Besorgung der 
Gedehtechreiberei existirt haben, wie in späterer Zeit zwischen Stadtschreiber 
Hans Kraft und dessen Substitut Gysat. 



8 

zum ersten Mal als Fürsprecher vor dem Rath.^ Von Martin Sohryber, 
der zugleich Chirurg war, hatte Salat die wundärztliche Praxis er- 
lernt. Dass er sie schon damals betrieb, gebt aus einer Aufiseicb- 
nung zum Jahre 1534 hervor und so konnten BuUinger u. A. Salat 
einen « Scherer » nennen. 

Seine Vorgänger im Amte waren die Chronisten Fründ, Russ 
und Peterraann Etterlin gewesen. Stand, sowie Tradition brachten 
also die literarische Thätigkeit mit sich, eine Anforderung, der Salat 
im vollsten Mafze genügte, bald zum Wohlgefallen seiner gnädigen 
Herren, bald zu ihrem Aerger. Anregung hatte er in dem litö:ti- 
risch regsamen Luzern, wo eben die schöne Periode des historischen 
Volkslieds abgeblüht hatte, genug: agitirte doch 1526 — 29 der be- 
rühmte Francjscaner Thomas Murner daselbst, der ohne Zweifel auf 
Salats i:eligiöse und literarische Richtung Einfluss ausübte und den 
Salat an Derbheit um Kopfslänge überragt ; auch waren Männer wie 
Schradin und Hans Bircher fast gleichzeitig dichtend thätig. Bei wem 
aber ist der wackere Prosaist Salat in dia Schule gegangen? Auch 
über diese Frage belehrt uns sein Tagebuch. Dort sehen wir ihn 
die hochberühmten. Translation^ des Niolas von Wyte als fördernde 
Sprachmuster emsig abschreiben, so dass sieb Salat nach und nach den 
Stil seines grossen Vorbildes aneignete. Sprachliehe Eigenthümli<d>- 
keiten, namentlich die bei Niclas von Wyle so häufige Gonstruotion 
des Accusativ cum infinitivo sind in auffalleiader Wei^e in Salats 
Schriften übergegangen. Ja sogar die Lehre von den Punkten, di« 
er in elftem Vorwort zu seiner Chronik a»feteUt, ist offenbar Wyte s 
Interpunktionsregeln zu den Translationen, naobgeblldet. * Die ersten 
uns ebenfalls in seinem Tagebuche überlieferten Prodxlkte Salats sind 



< Ein Verzeiclmia? der Gericlitschreiber {im Luzerner StftatsarchiY) fiUirt 
Salat schon lo27 auf, darnach auch in den Gesch, Fr., a. a. 0. übergegan^pn, 
wahrscheinlich wurde er damals als Substitut verwendet. Felix Balthasar, in 
einer handschriftlichen Notiz zu Schallers Regimentsbuch der Stadt Luzern 
(Mser. der Luz. BürgerMbi. fol. 312) setzt das Factum gar schon in das Jahr 
1520. - ' 

* Ausg. von A. V. Keller (57. Publ. des lit. Vereins in Stuüjgsart) b, i§, t^. 
u. ff. Erspriesslich wäre 'es füf Salat gewesen, wenn er auch die Äegeln 
über Orthographie , die, sein Landsmann, der Dichter Johann Kolr.osa im 
Encheridion d. i, hantbuchlitt teütsQher Of thographi (Nürnberg, ,1534) ibirte ^ 
berücksichtigt hätte. . (Diqee Rßgeln zum.Theil. bei Uhlaad, Alte h.- u»drnd. 
Volkslieder p. 986.) 



Unmittelbar an dieses Ereigniss schliesst sich sein erstes Ge- 
dicht der Tanngrotz, ein schöner Spruch von dem 
Krieg zwischen den V Orten etc., angeblich ohne Wissen 
des Dichters im Jahre 155 1 im Druck erschienen, eine ingriiumige 
Satire, welche — einem glühend hassenden, verwilderten Gtemüth 
entsprungen — die Entstehung des Krieges, den Verlauf desselben, 
die Schlacht und den Fall Zwingli's schildert. Das ist kein feiner, 
bloss stechender Spott, sondern es sind die todtlichen Waffen der 
Verleumdung, mit denen der Dichter hier kämpft. Da der Spruch, 
dem zwei Lieder., eines vom Krieg, das andere, mildere vom 
Z w i n g 1 i , beigegeben sind, die gröbsten Beschimpfungen der Re- 
formirten enthält, waren diese nach Artikel 6 des Landfriedens zur 
Klage berechtigt. Sobald denn auch den Bernern der Tanngrotz zu 
Gesicht gekommen war, sandten si^^ am 21. März 1332 eiBe Copie 
desselben nach Luzem, mit dem Begehren, dem Pamphletfeten nach 
Verdienst den Lohn zu geben. Hiw tibereilte man die'Äache be- 
greiflich nicht : man begehrte erst zu wissen, wo die Schrift ge- 
druckt worden sei ; Bern tiberschickte den Druck und bemerkte, man 
möchte sich doch zur nähern Erkundigung an den Dichter selbst 
wenden und als Luzem noch zögerte, wurde das Begehren um 
Bestrafung Salats erneuert.* Endlich auf der Tagsatzuög zu Baden 
am 8. April kam die Sache zum Austrag. Auf die Vorstellungen der 
Gesandten von Zürich und Bern erklärte SchuUheiss Golder: der 
Rath von' Luzem habe den Dichter vor sich besehieden, aliein Salat 



•^7 Z. 20 Vw 0. deshalb, an uns. -^ Nro. d02 p, 288. Z. -9 v, u fröUch tröst- 
lich, p. 259 Z. 10 T, 11. und den übrigen. •-- Nro. laS p. 259 Z. 3 v, u. 
iinfeem. -^ Nro. 108 p. 261 Z. 1 v. u. besch e eben, p. 263 Z/ 4 v.* o* San- 
ders unser,;«. 9 z.arogg, Z. 10 tag. old nariht — Nro: 411 ^^ 264 Z* 7 v- 
11. dassy nach viii uff hüt abend, Z". 6 dar siöd kon. —t- flfro. :llßp-265 
Z. 1*9 V.' Oi aagoeeigU ^ Nro. 113 p. 266 Z. 1 v- n. frodoliea :fütrnemen. 
-^ Nro .118 p. 268 Z: S v. u. jez yerßampt. -- Nro. 121 p. 269, Z* 2 v, u. 
dayamie (abs talaac mfi). -- Nro. ISA p. 270 Z. 2 Ti u/uf die^! p. 27i Z. 1 
vi o.jr II« man,'^— * Nro 137 p. 278 Z. 6 v. n. dalärne> 2. 4 »erkennen. 
-^ Nro. 188 p* 27« Z. 28 y. o. Syns. — Nro. 147 p. 288 Zi !2'Vi,n; rindt 
vcTBampt J- Nro* 2SB :p. 348 Z. 6 v. u, willig dienst. -^ Datnttls schrieb 
S^llut aueh einen Theii des lozernisühen MaiUifie]iafli)ro(kiid' (BUHtsarchiv Lu> 
zerii, Acten: Militiirwesßil). ..,,,:...- .%, 

« Die' 8 Schreiben Bern» sind gedr.- im Arch. f. söhw; RoforjiK -Gieficliw lyp. 
xxn u. ff. ■ . . ' _V , j^j 



11 

habe nach eigener Aussage den Druck, in dem sich sogar noch an- 
derweitige Zusätze befilnden, nicht selbst angeordnet.^ Doch habe 
der Bath beschlossen, den Dichter streng zu bestrafen.* Trotz der 
Fürbitte der katholischen Gesandten wurde Salat wirklich am 19. 
April in den Wasserthurm gesetzt. Im Reich draussen wäre er nicht 
so gelind davongekommen. • Salat behandelte die ganze xVngelegen- 
h^it später bei verschiedenen Anlässen mit Laune.* «Als ein armer, 
einfalter Lucemer ein schlechts gedieht gemacht von anfang des 
kriegs bis zft usgang, und das in ein spruch gestellt, genennt der 
arm, verachtet tangrotz, darin ganz niemand tratzet noch gescbmecht, 
nur allein die luter warheit begriffen (mit dero dann bös scbimpfen 
fist) und dan ouch darby zwei liedli, eins von Zwingli's verbrennen 



-r^i. 



' ^ Salat wftHe in dfeseiti Fall zur Klage g«geii den Dracfcer berechtigt ge- 

' \w?6eni Im lahro 1664 wurde iö Laaem ein Bux^hfähi^r eingesperrt, der ein 
^lit.?ivl^tkJze^,;verschenes. Gedicht von Hans Kraft feilbok. Auf die Klage des 
Käthes von Lyzern wurde wirklich Buchdrucker Apiarius aus der Stadt Bern 
"wegg:e wiesen^ (Luz. Rathsprot. ;?tXVlI, 22.) — Üebngens ergibt eine Verglei- 
'f?h\mg'deSöredruckien TanngröU'mitLtizemer Handschriften nur vier interpolirtc 

• Terse.- ■'•''' '■ * . ! 

,?. Staatsarchiv Lu;|Qrn, Abeekiede. Bd. J. 2, p. 391. 

.,. ,,. .j^ If^^^l Y- Verord^ui^gen gegen Pasquille bei Voigt a. a. 0. p. Soi u, ff. 
7- Auch scheinen die Lujsenier gegen ihre Schniähredner strenger verfahren 
zusetn.' Als im' Jähre :lo63 Jadoh Fürröi* tu Schwarzenbach mit Yincenz Ri- 

' ^hint^r'" Übfe^ d^A'Köp'pöter'krieg redete imd' sagte: «die Bernerhaben keine 
töten ' niö ; tan,- dan « tien • naären jsiä/ Muri erßthtagen » (Xa»figrotÄ V» 295 u. f.) , 
worauf Ri45hiner erwiederte, «hetten die Lucemer zu Meyland ein narren er- 
schlagen und werent abzogen, hcttens mangen ercnmann erspart», wurde 
dieBerrt fär 'solche Tn|tirie eiq Nagel durch die Znnge geschlagen. -^ Wie Lu- 
zefn scÄoA' im Jahr'loSS/gegent den Basler Bmchdr ucker Adain Petri,, der eine 
Schrift verlojicl^liatte, in ivelcher Llizcrn^esehmiäht war, auf /Leib nnd Leben 
klag'te ', • ^riMiW Salat -'ausführlich iri der Chronilc p. 64 d. fP. VgL «ach Stock- 
feel-dri nndiReber^! Beiträge pj 14Ö. .^ < 

*' Im» Ta^gefcnch , im ersteh Vww-Qrt xur Chronik', in dieser selbst p. 84S 
u.^SO (hai^k'^er At»j^. im Archiv). --» Irrig schreiben Haller, i^heneo Balthasar (Ka- 
ikkld^' dec BthigferfiibK' 1840 i^. 4ffS) Salat' folgendes Piroduki zu (das das Archiv 

■ ty'Xix sogar ^mü deni'TdnTigrotz ftir identisch hsTttl) : «Ein Spmdi von den Ber- 
: *m&m mid'Ij^alt iretf 3>iteii| andi vonr Anfting ireS'^HaVböiidmen^'.bi» uf disse 

Zyt'fcy^tfflrt'^tÄmmt anv Salat ad i.dessw«gen öing^ker^ert ivordeto. Diflspr Spruch 

■ lieidht Um ' Iaht * 18©2> • hFüaW nwd' iit ror» Beat- ^R i p p el verifasst > wordfenw . Bi ppel 
1368 — 71 Schulmeister in Luzern dichtete allerdings auch '^ in Salats .öeist, 

r; siehl ^ahcfr tief unter' ihm, er wltrcinUetssiger SamiWler. Seine Thätigkeit be- 
ginnt um 1560. Vgl. Gesch. Fr. VI, 143. 



12 

und hinscheiden, das ander erst gemacht nach der usgangnen orate 
der Zürcher, da gemelter spruch und Zwinglis lied, ee dann der 
friden beschlossen, usgmacht gsyn : aber da diser sprueh und lieder 
den Bernem ftirkänaend, was der schimpf us, schicktend ein boten 
über den andern gen Luzern : «strafend den dichter, tünd in abw^, 
so nüt denn crützgend, crütegend den tanngrotzen !» Und wiewol diss 
alle warheit und vor dem friden gemacht, niemand schmutzt noch 
schmäeht, und obglych dis alles gsyn, doch nach lut des VI. ar- 
tickeis in dem nüvv. ufgericbten la«dsfipidm, hättend si den armen 
man berechten sollen, nit glyeh also räch sehryen und mit der paner 
an in wellen. Damit dann der V orten vor- und nachgen gnüg ge* 
spürt, und dass by inen niemand keinen unglimpf ui*zwack«i und 
zuträohen könd, und dass dann diser dichter vor dem baren und 
sinen bystendern sicher war, beschlussend sin herm zu Lucern in 
in wassertum, vergassend sin 70 gloggenstuiKl darin, damit sott der 
arm man gebüsst han. Tröste in gott, half der tüfel dem hären!» 
Nicht übel klingt die folgende Stelle : «Wenn man die gross gnad, 
hilf, trost und bystand, so gott den V orten zu erhaltuug des waren 
alten cristengloubens tan, under'nbank Hesse schuhen und zwingen, 
solche unentliche gottesgüte zu verschwigen müssen, und gott nit 
offenlich loben mit r&men, dichten, singen, sagen, und mit aller 
macht usspreiten sin unussprecheiüiche gute, so wurd unser gütiger, 
bistender*ewlg vatter bald fragen: Wo sind die V ort,, dass mir 
niemand dankt ? Allein einer kund unter üch, spracb er zö den us- 
setzigen, han ich nit üwer x gsund gmacht, wo sind die ix?« 

Salat sollte noch eine andere Zurechtweisung erfahren, die ihn 
mehr wurmen musste, als die siebenzig Glpckenstunden. Berthold 
Haller aus Bern ermunterte hiezu den Zürcher Antistes Heinrich 
Bullinger, so in einem Brief vom 20. April 1582: «Libelli illi plane 
mendaces, utinam uno et eo tarn brevi quam veraci a vobis dilüe- 
rentur, ne tot mendaciis toti orbi traducereraur! si daretur vel 
semel tecum ad saturitatem confabulari.^» So gab denn Bullinger 
1S32 sein Salz zum Salat, eine Abfertigung des Tanngrotz in 
Lapidarschrift, aber massvoll gehalten, von einem sehöften Zorn durch- 
glüht, durchaus sachlich Punkt für Punkt erörternd, widerlegend, 
strafend. Bullinger verschmähte es, seine Antwort im Druck ver- 



Staatsarchiv Zürich, Kirchenarch. Epistol. Tom. XXXI, fil ; ib. 29. MftrsJ 1S32. 



IS 

breiten zu lassen, auch geht er in der Reformationsehronik kui'z 
darüber hinweg;* im Anhang unserer Schrift findet man dieselbe zum 
ersten Mal gedruckt. 

Durch air das steigerte sich Salat's Hass gegen die Reformirten 
und deröi Führer immer mehr und machte sich weitem gewaltsamen 
Ausdruck in einer wüthenden, oft unflftthigen Satire von 1532» be- 
titelt Triumpbus Herculis helvetici. Dieses grobe Pasquill, 
dem ein genialischer Zug nicht abgesprochen werden kann, das aber 
das Unglaubliche in dieser Manier leistet, wurde bis jetzt noch nie 
veröffentlicht und auch wir geben es nur zögernd an den Tag. Der 
kecke Spötter vergleicht hier die Reformation mit einem Hexensabbat 
uad wagt es am Schtuss des Triumphs, über den Automamen barm- 
los zu s(^raen, (Der Herkules ist Zwingli.) Aus der gleichen Zeit 
datiren Salats freche Gebets-Parodien, diejenige des Vater unser, 
Ave und Credo.* Audb solche Auswüchse stehen nicht vereinzelt 



1 Bullinger*s Ref. Gesch. ül, 160: Einer von Luzem, der sich Salat ge- 
nempt, man sagt, es sye ein Scherer gsin, hat von disera krieg ein sprach 
und zwey litedcr gemacht und durch den truck uageben, in welchem er viel 
tratzes, lichtfertigs, schmächlichs geschwätzes usgeslossen hat, ouch under- 
wylen nit gesagt, wie aber die sach an iren selbs ist. Dcrley ouch das ist, 
dass er 1500 man zallt, die zÄ Cappel an der Schlacht umkummen syend. Disem 
hat geantwortet Heinrich BuUinger mit einer Verlegung, welche disen titel 
hat : cüff die schonen boppen » etc. Doch ist das bilchli nit getruckt worden. 
Vgl. auch Hess-: Heinrieh Bulhnger I, 121 u. ff. ; G. Pestalozzi: Heinr. Bullin- 
ger p. 84 u, ff. — Auf Bullinger t des blinden pfaffen sun von ßremgurten » 
macht Salat spater in seiner Chronik heftige Ausfalle, u. a. : Ich möcht im 
gunnen, er war by sim br&der, der ist ein naclirichter under den landsknech- 
ten, der ander brÄder ist ein predicant zä Ottenbach. Under diser zudit acht 
ich den beiiker für den ft'ötniyten I » 

» Elia Gebött von gedachtem sehärer, geoampt der Salatt 
von LuQern, gemacht: 

Zwingli unser figend der tüfel, verbreni, viertheilt werd din schantlicher 
nam, zerstört din tüfelisch rieh, din wil nit mer beschech weder im himel 
nöeh uf erden! (iib wider das g'stölen kilchengüt, damit wir bCÄalind unser 
schuld, und 'füi^ unß nit- in die kälzery, sonder erlös uns, o Gott, vor allen 
schantljchen secten! Amen. 

Verflächt sigist du, aller kätzer ätti , Zwingli I du bist vol tüfeliacher 1er, 
der tufei ist mit dir ; verdarapt ob allen creaturen und verflucht din seel , 
verbfeiiht* diu Hb sampt allen predicanten und usgeloffnen münchen , nunnen 
und pfaffen ! 

ijch giaub nit in den gottlosen verbrennten vater aller kätzer-predicanten, 



14 

da; auf protestantischer Seite finden sich äbaUche MissgeJburten in 
dem gewaltig bewegten BeformationszeltaUer.^ 



den Zwingli, der ein schdpfer ist aller zmtraislLJ; und Idtsseryeu; onch. nit in 
sin tüfeliaehen uneelichen eingebomen son, der empfangen iat von desi ent- 
Christ, geboren us einer usgeloftenen nunnen, gelitten under dem naclirichter 
von liucern, gekrülziget von dem keiben-schinder ; verbrennt, gestorben und 
vergraben, aber vorhin abgefahren in die heel, wirt wlderumb nferstan mit' 
andern verdampten am jüngsten Tag, da wirt er gsetzt nir rechten Qa&d m- 
nes göttet) Lueifers. leb gloub, der Zwingli sige der tüfeliselLgeiBt« dawaatie. 
tüfelische kilchen vol kätzem , welche ein geraeinsame aller vorzwületen und. 
verleugneten münchen, nunnen und pfalTen ist ; uferstantnuss semlicher Schel- 
men und bÄben und nach irem leben wolle gott ein grofzes für geben ! — 
Damit erfüllt werde der Spruch Christi, Matlhey am 15.: Gend hin ir verma- 
ledeiten predicanlen mit sampt tiwerm ätti Zwingli in das ewig für, das da 
ist zügerüst dem tüfel « das ist dem Zwingli und sihea verdampten ^ foglentea 
predicanlen. — MDXXXIL (Aus der Handsehr. des Conrad RoUenboz auf der 
Kantonsbibl. in Aarau p. 61S ; findet sich auch vielfach im IV. Theil der Bul- 
lingerschen Chronik.) 

Eine Copie von Gilg Tschudy's Kappeler-Krieg (Msc. im Staatsarehiv Lu- 
zcrn) enthält eine andere Version. 

Der Zwinglisehen fürnembste gebett: 

Zwingli, ein vater aller ketzer, der du bist ein yerfürer alles volks, ver-» 
flucht sey dein schantlicher namen , dein will nimmer gescbech auj erden, als. 
auch nit geschach in dem hiinmcl; gib uns wider das gestolen kilchengüt, 
damit da bezalest dein schuld. herr ! lafz uns nit verfÄrt worden in kein 
Zwinglische oder ketzerische «lehr , sonder erlös ans von allem ubell Amen. 

Verftiächt seiest Zwingli, der du hist voll tettfliseher lehr, der teufel .ist mit 
dir , du bist verfl&cht ob allen creatnren und verfläoht ist die fru|cht deines 
leibs. gott, der reinen Marie söhn, wir bittend dich, dass sein nam ge- 
schendt werd in alle ewigkeiti Amen. 

Ich gloub nit an den verfiäc^hten Zwingli., der ein s^häpfer ist. alles zwi- 
trachts, der empfangen ist von dem entchrist«. geboren von elmt a^gelolfnen 
closternunnen ; der .gelitten hat ander dem nachrichter von Lacem, geüartheilt 
und verbrennt ward, der abfftr In die hell; do sitzt er zur gereohten seines 
hellischeA vaters Lacifers, von daanen er keimen wird z& gericht werden 
mit allen seinen predicanten> lebendige und todteu. Ick gloub an den hei- 
ligen geisty dem er nit erkeal hat, und eine heilige chcistltohe kirohen, -dki 
er schantlich gelesteret und beraubt hat und dass er gemeiaschafi .hal mit iod* 
len teaflen; auch nit den abiaTz seiner Sünden; «ferstentnufz. s^es fleisch's 
zur ewigen verdamnuiz und eia feuriges , sckw^beliges leben in def hellen I 

* Voigt a. a, 0, über Pasquille , Spottlieder etc. p. 379. — Schade, Sati- 
ren und Pasquille aus de«* lief. Zeit I, 44 bringt ein solches Te Daum. — 
Aehnliohe Parodien des patei noster, ave, puer natns, der X Gebote im 
Münchner cg. 484S iJS^Yli Jh.), Spottgedichte auf den, Wi»terkön%. , 



15 

In seinem Amt scheint Salat damals grosse Thätigkeit entwickelt 
zu haben ; 1533 fertigte er eine Gopie des Luzemer Stadtrecdits an, 
dem er auch Abschriften aller eidgenössischen Bundesbriefe, der 
Landfrieden und Vereinigungen mit auswärtigen Staaten beifügte;^ 
und 1584 vollendete er eine grössere historische Schrift, einen um- 
fassenden Bericht über die Veranlassung und den Hergang des Zuges 
über den Brünig zur Rechtfertigung Obwaldens.* Nach Ein- 
führung der Reformation im Berner-Oberlaud (1528) erhob sich be- 
kanntlieh daselbst bald ein grosser Missmuth gegen die Neuerung 
und es kam zu einem Aufstand gegen Bern; die Landsgemeinde von 
Interlacken schwur wieder zum alten Glauben und vom Brünig her 
zogen die Ünterwaldner zu Hilfe. Als Bern vorrückte, stoben die 
Aufständischen auseinander. (Man hat jfrüher dem Niciaus Jlanuel, 
der eine vorragende Rolle in diesem Handel spielte, den Salat aber 
nicht zu kennen scheint, ein Lied auf dieses Ereigniss zugeschrieben.) 
Der Inhalt des Salat'schen Memorials berührt vielfach denjenigen der 
Chronik, auf die hingewiesen wird. Dabei konnte er auch aus eigener 
Anschauung berichten. 

Im Jahre IS 36 war die Chronik vollendet und vTurde den ka- 
tholischen Orten zugesandt. Ob der Sarner Codex wirklich schon 
1533 geschrieben war, wie das Titelblatt desselben anzeigt, bleibt 
zweifelhaft, da Salat im Tagebuch den Schluss des Werkes auf IS 36 
setzt und auch die übrigen Handschriften diese Jahrzahl tragen. 
Der Rath von Luzem überreichte dem Verfasser ein Honorar von 
20 Kronen.' Salat's Chronik lässt sich in gewissem Sinn als eine 



* Im- Besitze des Herrn v. Liobenau in Luzern. — In R€nwart Cysat's Col- 
lectaneen R (Msc. IIS der Luzemer Stadtbibl.) fo). 1S6 — 144, b iindet sich von 
Salats Hand eine Gopie der Vereinigang mit dem Köni|c von Frankreich, dem 
Dogen von Venedig und dem Herzog von Mailand von 1B26 ; ib. foh 14B Voiv 
trag des frbuzöa. Gresandten auf der zu Auffahrt 1528 in Luzem gehaltenen 
Tagsatzung; M, 160 Abschied der Tagsateung von Samstag nach Pfingsten 
1529, und fol. 161 die Instruction für Schultheis Golder zur Tagsatznng in 
Baden , Maurizen Tag 1S^29. 

^ Das Original ist im Staatsarchiv Sarnen. Abgedruckt im Ari^h. für die 
schweif. Ref. Gesch. ir, 103 -^ 151. Nach den beigegebenen Federzeichnungen 
zu uttheiien, wäre Salat auch ein geschickter Zeichner gewesen. 

' Dieses Original Salats , das Haller und Balthasar gekannt haben , befand 
sich schon fräber( 1592) nicht mehr auf der Lu^erner Staatskanzlei. Gysat schreibt 
in seinem Memoriale B, 78: «Man sol demb&ch, so Johans Salat grichtschry- 



16 

Fortsetzung derjenigen des Peterraann Etterlin auffassen und scbliesst 
sich nahezu an die Zeit an, wo dieser abbrach. Freilich war sie nicht 
für die Oeffentllchkeit bestimmt, sondern sollte in den Archiven der 
katholischen Orte niedergelegt werden und wurde daher auch erst in 
unserer Zeit als die bedeutendste Quelle katholischerseits gedruckt.* 
Auf der andern Seite konnte Salat's Reformationschronik nicht ein 
Öemeingut des Schweizervolkes werden, weil sie eben ein einseitig 
katholisches Gepräge trägt ; die Reformation als ein göttliches Straf- 
gericht auffasst, zu dessen Vollziehung sich die Vorsehung etlicher 
verzweifelter Mönche und Pfaffen wie Luther, Wykleflf und Zwingli 
als Zuchtruthen bedient habe. Die Chronik, der eine Einleitung über 
die Geschichte der allgemeinen Reformation vorausgeht, worin das 
Auftreten Luthers und der Wiedertäufer erzählt wird, verzeichnet die 
Ereignisse des grossen Kirchenstreites in der Schweiz chronologisch 
vom «Tahre 1817 bis 1334. Als Quellen benutzte Salat zunächst die 
im Staatsarchiv liegenden Acten, zahlreiche Flugschriften, mQndliche 
und schriftliche Mittheilungen von Zeitgenossen und endlich konnte 
er aus eigener Anschauung berichten, wozu ihm seine amtliche 
Stellung, die sich nicht nur auf die Gerichtsstube beschränkte — er 



ber zu Lucorn vom Gappelerkrieg anno 1834 gschriben und m. g. h'erren ghört, 
nachfragen und es ufifs rathus ihtn, > Im XVIIL Jh. scheint es wieder vor- 
handen gewesen zu sein. (Archiv I, xii Note 2), ist abßr seitdem verschwanden» 

^ Im Archiv für die Schweiz. Ref. Gesch. herausgcg, auf Veranstaltung de» 
Schweiz Piusvereins. I. Bd. 1868. Ausser den dort p. IX u. ff. verzeichneten 
Handschriften finden sich weitere im k. k. Haus-, Hot- und Staatsarchiv Wien, 
vielleicht ist es die für König Ferdinand verfertigte Abschrift (bei C. v. Böhm, 
die Handschriften etc. JSfro. 7S9); Copien in Luzera, 8t. Galten, Stiftsbibl. Nro. 
1208, Abschrift von 1689; Nro. 1206, H p. 265 (Vgl. Scherrers Verzeichniss der 
Handschriften der Stiftsbibl.) ; Stadtbibl. Solothurn, vom J. 1622, geschrieben 
V. Justus vom Staal ; Aarau im Besitz des bist. Vereins (mit willkürlichen Zu- 
sätzen). Auch im Kloster Rheinau hat Zapf, Reisen in einige Klöster Schwa- 
bens etc. 1786 p. 15S ein Exemplar Salats gesehen nnd macht dazu folgende 
Bemerkung : t Ist eine Arbeit, die aus andern, wie z. B. aus Schindlers Chro- 
niken, abgeschrieben worden. » Zufällig lebte Schindler 1684 -—1741 und ver- 
fasste allerdings ein Diarium v. 1516 — 1741 ! 

Herr Professor PI. Segesser in Luzern besitzt den ersten Theil einer Hand- 
schrift, die bis 1526 geht und meist eigenhändig von Salat geschrieben wurde. 
Die Herausgeber der Chronik hätten wohl gethan, solche Handschriften zu be- 
rücksichtigen. — Modernisirte Bruchstücke aus Salat gab schon im vorigen 
Jahrhundert Füsslin im II. u. III. Bd. seiner Beiträge zur Erläuterung der 
Kirchenref. Gesch. — 



17 

fuügirte auch zuweilen als Schreiber auf Tagsatzungen — wohl zu 
statten kam. Er verschmähte aber auch unter Umständen das schlechte 
Mittel flngirter Briefe nicht.* Die umfangreichen Vorworte zur 
Chronik hat der Herausgeber des Archivs als Vorparaden und 
Ziergebüsche übergehen zu dürfen geglaubt. Wir können diese An- 
sicht unmöglich theilen und geben daher diesen nicht unwesentlichen 
Theil des Werkes im Anhang. Es ist nicht unsre Aufgabe, den 
historischen Werth der Salat 'sehen Chronik zu erörtern; eins aber ist 
sicher: das endgiltige ürtheil ist ihr noch nicht gesprochen, und 
dieses wird •— wir müssen es befürchten — nicht zu ihren Gunsten 
ausfallen und kaum mit dem übereinstimmen, was in der Einleitung 
zum Archiv oder im Jahrbuch für die Lit. der Schweiz. Gesch. 11, 
p. 92 ihr nachgesagt ist. Was hingegen die formelle Seite anbetrifft, 
muss Salats überaus kräftige, klare Prosa den besten derartigen 
schweizerischen Erzeugnissen des Jahrhunderts an die Seite gestellt 
werden. 

Üeber die Anfertigung der nöthigen Abschriften gerieth Salat 
mit den Schreibern seiner Kanzlei in Streit, der am 2S. Juni 1535 
von Käthen und Hundert dahin entschieden wurde: der Gerichts- 
schreiber («Hans Seyler») solle nach Amtseid von allen Emolumenten 
von Gült-, Kauf-, Testament-, Ehe-, Lehen- und Kundschaftsbriefen, die 
mit dem Stadtsiegel versehen sind, den Schreibern, die dafür das 
Pergament zu liefern haben, die Hälfte verabfolgen; dagegen «aber 
in Croniken und bücher, manungen, quitanzen, beyelzedel (Kauf- 
briefe) und ander cleinfügig ding und missiven, usgenommen die, 
so under unserm Siegel usgand, sollend die schriber in der cantzly 
dem gerichtschriber nüt zureden, noch er inen zu antwurten haben.»* 
Eine beabsichtigte Portsetzung der Chronik, wozu schon Material 
zusammengetragen war, unterblieb. 

" Zu Salat's äusserem Leben bringt das Tagebuch aus dieser Zeit 
wenig erhebliches: 1534 will er, nachdem er schon früher «Paris 
troum» gespielt, die «Judith» aufführen, aber es wird ihm verwehrt. 
Weder von dieser noch von der spätem dramatischen Wirksamkeit 
Salat's haben sich Spuren finden lassen. 1535 schwört er den Ge- 



^ üeber den gefälschten Brief Zwingli's an Franz Kolb vgl. Schuler et 
Scbulthess, Zwinglii opera VII, 388; Kirchhofer, Berchtold Hallerp« 284 u. ff. 
2 Rathsprot. XIV, 140, b. 
Baechtold, Hans Salat. 2 



18 

riobtschreibercid , und nach einem Schreiben ron Landammann und 
Rath von Obwalden an Schultheiss und Rath von Luzern, vom 
10. Januar 1836 (in den Luz. Missiven), ergibt sich, dass er, um 
diese Zeit auf einer Reise durch Berner Gebiet begriffen , die Ob- 
waldner von den Eriegsrüstungen der Berner zur Eroberung der 
Waadt benachrichtigte: «Uns zwyfflet nit, Ir syend durch d«n tiwern 
schriber Seiler genzlich berichi, wie dann die von Bern mit den iren 
allenthalben pratieiert, iren mitburgern ze Jenflf hilff zä bewysen, als 
wir dan bericht sind.» 

Das Jahr 1537 verzeichnet zwei friedliche Arbeiten Salats. Das 
schöne, nach Lupulus bearbeitete Volksbuch von Niciaus von der 
Flüe, das er in der Chronik versprochen hatte, erschien, sowie sein 
versöhnendes Büchlein in Warnungsweise an die XIII Orte, 
das, nachdem es schon für verloren gehalten, uns von einem gün- 
stigen Geschick erhalten geblieben ist. Mit ^inem Mal hören wir 
verwundert — fast fehlt uns der Glaube — ebendenselben Mann, der 
noch kurz vorher die feindseligsten Gesinnungen gegen seine anders- 
glaubenden Landsleute an den Tag gelegt hatte, die Segnungen des 
Friedens preisen, eindringlichst vor dem Bruch gesohworner Eide 
warnen und die Vereinigung aller Eidgenossen zur gemeinsamen Er- 
haltung des Vaterlandes herbeiwünschen. Die Stimmung war eine 
vorübergehende. Am Kriege, der zwischen Kaiser Karl und Franz I. 
geführt wurde und zu dem die Schweiz wieder Söldner hergab, scheint 
auch Salat sich betheiligt zu haben, entweder als Schreiber oder nur 
in einer Mission nach Frankreich. Wir finden ihn im April 1538 in 
Lyon. Zu Ostern regierte er die Passion in Luzern. 

Von jetzt an beginnt sein Stemlein rasch zu staken. Ein wüstes 
Leben, unsaubere Händel, in die er verwickelt war, ^ stürzten ihn, 
der von Haus aus unvermöglieh war, in tiefe Schulden, und am 31. 
Mai kam die missliche Finanzlage Salats zum ersten Mal im Rath 
zur Sprache bei Anlass eines Schuldstreites, der dahin entschieden 
wurde, Hans Seiler solle «by tagszit» s^ine Gläubiger befriedigen. 
Der Schultheiss erhielt den Befohl, den Fähndrich von Meg^gen (Sa- 
lats Widerpart) zu bitten, «dass er im (Salat) nööh acht tag das 
beste thftge und im stillstände» ; mit Seiler sollte man reden, dass 
dieser sich beeile, tsin hushab anders zuschicken.* Diese Warnung 

* Staatsarchiv Luzern, Personalia: Hans Haas. 
« Rathsprot. XV, 55 b. 



19 

Vk^m sich der Gerichtschreiber nicht zu Herzen, sondern lebte lie- 
derlich, wie zuvor upd endlich, aufs Ae^sserste gedrängt, griflf er 
zu einem verzweifelten Mittel: er gab einen Schuldbriet der wegjen 
Abzahlung hätte entkräftet werden. sollen, einem seiner Gläubiger an 
Zahlungsstatt Der Betrug kam an den Tag und Salat war ruinirt; 
er wurdei eing^erkert und am 24. Januar 1539 ergieng folgendes 
Urtheil tiber ihn : «Hans Seylers halb, des gerichtschribers, so für 
und fiir liederlich mit mätzen ist, auch pra^sen^ sine gelten nit zalt, 
vilfaltig eyd tibersäohen hat, sine schulden zil vernügen, deshalb er 
in thurn komen ist, haben min g. herrn in uf ein urfechde usgelas- 
i^en und mit im lassen reden, daßs us grossen gnaden min .herrn 
in noch mer versuchen und sin selbs angesetzt zil verwilligen wollen» 
doch dass er dazwüschen sine gelten abstellen und mit inen abkom- 
men solle indert V wochen, wie er begert. Dann, so er das nit 
thün und minen herrn nach den V wochen clägd kommen wurden, 
dann soll er us miner herrn slat und land gan, und niemer darin 
komeq, bis er die schulden zalt hat^ ouch sines ampts soll er dann 
i)0roubt sin ; ouch dann sin gut den gelten erloubt werden, dasselb 
z& vorganten. Er sol oucb des unnützen lebens müssig gan, sin 
frowen rüwig lassen und sy, ouch sine kind bedenken.»^ Der Ter- 
min verstrich^ ohne doBB Salat mit seinen Gläubigern sich abfinden 
konnte; aber erst zu Ende 1540 war der Langmuth des Kä- 
thes erschöpft und Salat, gezwungen, Hab und Gut zu verlassen. 
Der S^athsheschluss vom 13. December heisst: «Als Hans Seyler in 
thurn kommen ist von wegen, dass er ein gültbrief, den er ertödt 
sollt haben, dem Küfifer zfl. Wynikon an sin schuld geben, da jetz 
der.Kuffer nit anheimisch, ist uf ein urfehd usgelassen; solle wer- 
den und schweren in die statt und nit darus bis zu end und ustrag 
des handeJs, unz der KtSßv kompt und sol darby niemand nit mer 
weder von gerichts nooh andrer Sachen wegen, das min g. herrn 
oder Ire vögt beträfiEen möcht, schriben.» Am 20. December wurde 
Salat seines Amtes entsetzt: «Zwüschen Hans Küflfer von Triengen, 
sodann Ha^s Seyler ist erkant, dass nach dffln hochzyt ein tag. allen 
galten und so anspräcbig an Seyler sind, gesetzt werden . und solle 
dann er: oder sin gut iedermann antwurt geben. Er sol ouch des 
Äiaptes 'entsetzt sin.» Salat, der im Tagebuch diese Vorgänge nicht 



1 Rathsprol. XV, 110 a. 

2' 



20 

verschweig*; konnte von Glück reden, dass er mit dieser Strafe da^ 
von kam, denn auf derartige . Vergehen war sonst die Todesstrafe ge- 
setKt^ wenn sie audx selten ansgespiroahen wurde. Avich die letzte 
Hoffnniig sofaeiterte; Auf der! am IB. Oct. 1B41 in Briünnen gebai^' 
tenen Tagsatisudg der bathoHschen Stiüide, die er um Hilfe anrief, 
baten die Ab^eordEueten der vier katholisehenOrteLuoem, fibrenSatatf 
wieder au hegnadigeorAmd ihm g^gen seioe^ Gläubige beizw^tebea.; 
aUeki das Begeiurea wurd^ abgesohlagen.^ Ais fteriobtasabraiber zu* 
gleioh Stellvertreter de« Stadtscbreibers, hatte Salat es ohne Z>veifel 
nur seioen föübem Verdiensten und dem damaligem RcigimiSQt m 
danheQ9.dass er inieht längst von seiner Stelle eatfernt worden war; 
Gysat gibt «uns. eine leirgötflli/ebe Schilderung von <dem Ausaebfn der 
damaligen Staat^kanjilei** ..'».•! ci 

-FamQiengtüak, das Salat auch nie g^suobt hatte» j^bUjiht^ ibm 
nicht; sein Schla 'Gabriel, den wir 154fO auf deir hohem Scbiula \r 
Paris finden, der «her schon im folgenden Jahre .^tarb,;. ^ntl^ dfins 
emtehrten Vater, bei dem sich zur Schande wa vMlaeh !£rankhepj( 
einstdltö-; seine Frau zog : siob: . gate von ihm zurück. . Aue ,Ai*seF 

■ i I .. ! ,.■ ■ i , , "*.' . ' I ' • ' ; ' * ' ' , • ' \ , > * 

^ Sammlung eidgen. Absciliede im Luzerner Staatsarchiv und Staatsarchiv 
SchWyz, Tagsatzong&äbschied vom 18. Oct. 1S41. — WW aiif Safat «tim Öe- 
richWchröiber 'ei»wftMt wurde, ist ünbökaoat. AAi '». Fftbrtttti^ 1548 ma^ 
Meklüor'Krelisiiigae gewählt '(HathsprDt..'XVIi, 60^9«.}, tiem' in)(^ mi gleichen 
JähVi Zae^jurias Ble^^i,- der auch als Dichter. li^^J^afinte ;Fnei)nd{ .^e^,. Aegid^vu» 
Tschudy., aachfoljgte^ .. ., - . . ...... 

2 «Vorher (frül^er) w^ren Stadt- und unterschreiber müssiggäriger, sind 
tag lind nacht byni zechen und spielen geAvesenV liäbeh die substiluteii cfikiefe, 
sorgen, laufen und' au Ararten lassen , also wenä tnan^ ^t wollea rathi hakeü', 
HHiii die ^hiriber iiti bett^- borfl) kalatzioieriiui' den ftrinkstoi)^ ihnlb.sAehe«. 
ipuBsexk , Den , vorfahr^a hat maos ^b^rs^^, nit jog^redt «^od war ^y ihu^^ 
immer kilbi etc. Man hat keine, weder lateinische noch italienische brief le- 
sen können, sondern alles an die priester und Schulmeister im hoof schicken 
m^seii) auch an gemeine. ))örg^r-, wi^ es o^r g^chehen ,, 4a ich.npc;]i/in der 
apothBk war etc., Pi<^.,$chriber haben alles^t g;nn$t; gßfun4^> 4ie;.|>l^upter. 
durch die finger gesehen und gesagt: es sind gut gesellen und von ehrJU^jiAr 
frenjindsehalt, bab^ kuaAfr, ipaa awüsee Vmm doc^ b^fenl.;^ , J»,./\^i:^ii polit. 
DenJtw^.dos MX8,,Ui2ßm i3i7 pw.Q3 u.,,ff,. rDje.J^tgte, 3Wle.rhepp^^«scb^i#t: 
auf unsexai SalaV g^m^pzi äu ^sein, ^^^a/Vi^ti^m,^ JJai?|9r^ftcj^Qf, W4,,}ios«i4^ 
im Rathe.sasßen. T»- Cysat nahm ülDrigeos yersohiedenp t.ou jßaJiat. yj^i^fas^ff. 
Acten aus den Jahren 15S7-— 39 als Musterstücke in sein do71 angel^gjt^^FjQj^rt 
melbuch auf. • , > 



A^tifzeiebmo^tJ des Mchtf^^^^ 
^r Auftchrei des belasteten ®^ ^^v^at« 



gl 

Zfett tönt dureb dfe Aufeeiöhnuo^^ *» ^^'^*^SS^««^*" 
dtirch eifr ergröiffeiMfer Auftchrei d^ ielastetei^ ®^ eebßVÄo» l^^^^ 
Naöh seiner Abseteimgr töhrte S»lMein "^^*^*^e danti a^ßf 

ei- sfoh nach seiner Heimat ö^u^ MtetiWfeg ^^ ^ 

t 

I 

4 

im April taucht er m Seiripöeh, a?^) Ihm Verwandte 

■'^ * ?.--a IPr-anÄosen ven der eiiie*. TÄgSÄto^tVg 



g^ 



Zunächst Wandte ei- sfoh nach seiner Heimat S^^^^ Mietihfeg ^^ ^ 
€^ im- greidÄscfben XWegr wieder als frangösiscö^^ ^ffig ofttoai 
^^2J naeb Perpf^ao C^arpföia), zu Fuss, ra&^^ ^^ ^VörloreTi geg 

I 
I 

J'icardie. Sein Lied liierüber blieb uns glüokl iol3. 



t7i IUI- greiarisonen J^Ln^s^ wiener 

i&^S'naeb Perpfgriari C^^^P^öia), zu russ, mw*^- 

I* dtehiete ein lifed abei* den FeHzug, dasselbe *•-— ^ es BOh 

Im Januar Iö4f3 er-öffiiete e^ »m«. »nVmi^ itt Stxrse , 
ihm aber Bier mit de^i^ JPÄdagrogik 



in 



lebra, 



im August, nachdem die Franzosen ven der eidg", TÄgsatoißS 
mals Hilfe gegen Jtarl V- g-öbettelt, macht sieh Seil a-t auf oac 
fieardie. Sein hied. liier Über blieb uns glüofcl iol:»- • erhatteo- 
Hrfnigekehrt siedelt« «r sieb Im Deeember dessö-X2>eii J^^' 
Saanm' fei üööhUand aü , * "*" *^°*'* ^®*° ^^'^'^^ als S, " 
ffials ztti suchen und iö» üf«^« ^®*t "^'1.^ ®" ^«m J 
Ate deufecher Löhfer ang-^t«"'» «»^ ««»»«n im Juü j 
ta Prankt^ch fCalate), «is Keidscbreiber ^i^^^^ ^^^ 

tiuzern, auf dem Feldzug", «^^^ *-^* ^!^®° *e Praaz« 

"«d d^r Hiit dem Frieden zu Grespy endete. Wir bat» 
«wes Liedes >iuch über diesea Zug: zu oetiagen. Aus 

^«riobtete, Salat, «emli«^ ^******^-^iwL**"!f" «*«*^n 
Ltaerifc die Erlebnisse d«r soll ^«»»«»"«ehen. Söidoersck« 
«nn ef^entfieh dabei zxx tfelio ist , g-eßt ««s dem Schluss 

h?rvor:,er will Gnadß und I^^^^th^-"" Tt "°^ ^'^ 
«ioht^ auf Erden wäre ' ibm ^»^äs^^V n^" ^'' 
«r Wieder iaPreiburff vro • ^ *f*^ "'* ^&" ei« 
?»«i8t ab«. m«s8 es iL do^t "5f ' Jf "^ ^' "^«^^ 
^Bi-es öftönt eitt rahrendei- JSTötbrurdes «armen vertf. 



./ Nacli'dein Gesch. Fr. ^ ▼ » 



,^ 3^o«e 6 Iraf Stilafc iUS ii^ 
^n^^*^^^^» schrieb dort aiici^ 




> T ^,. »irtt^r Saan^n auch bloss (Ja« 

Ich W<i>ss' Wohl, dass rnart 2]^ (Xilien krön, die hl^f 



^**^j:a»^''Freibttrg überhaupt 






41^' '^" — *-w*u^ui,5 uueniawK- rCnouau, die Schweiz, hist. vV»» , 

AWr"'-'' "nd€^ero!d Meyer ^^"LJ^^idfch h^^fvor, dass' SaJat ^*/ 
f *^ iös dem Tagebuch geht att^^''^^*^ ^^ 

' Beilagen, Brief I. 



22 

an die Väter in Luzern:* Die Herren wüssten, wie er aus eigener 
Ungeschicklichkeit in Lnzem habe abtreten müssen; seitdem wolle 
sich, ihm nirgends mehr ein Glück zutragen, mit dem Schulhalten 
gehe es wegen eingetretener Theurung schlecht. Kr beschwöre sie 
um Gottes und aller Heiligen ^villen, sie möchten ihm Alles verzeihen 
in Ansehen seiner kleinfögigen Vernunft, groben Verstandes und' an- 
geborner Unwissenheit und ihm irgend ein Oertlein in Luzern an- 
weisen. Er versucht es sogar, eine drohende Miene anzunehmen : 
wenn man ihn nicht höre, sei er am Ende gezwungen, zu den Wider- 
parten des kathblisohen Glaubens überzugehen, von wo ihm Anerbie- 
tungea zugekommen ; aber lieber wollte er beim Türk in Gefangen- 
schaft schmachten, als je aufhören, ein handfester wahrer Christ und 
Luzemer.zu s^in. Er möchte lieber heule als morgen heim: fünft- 
halb Jahre im Elend sei eine harte Busse! Eine Antwort möge man 
so tibfassen, dass die Preiburger sehen » dasß er nicht ganz verlassen 
sei.. Schliesslich bittet er um Mittheilung aflfailiger geheimer Haths- 
verhapdlungeji , die er aus angeborner Vaterlandsliebe treu bewahren 



*M. ü 



werde. Der Rath aber würdigte seinen frühern Schreiber ' kemer 
AntiVYort. 

1 546 wollten die Preiburger mit den Bernem einen Zug nach Neuen- 
bürg und Gfenf unternehmen und Salat sollte sich als Freiflder Haus- und 
Stubenrecbt in Preiburg, Harnasch und Wehr erWerbeh. Da er '§ich 
unter der Leitung des^ Doktor Adam aufs Neue der /Medicin ergeben 
upd mit. ejuigeii Ersparnissen in die langenlbehrte Heijiiam" zur &ck- 
;5ukejbren hoffte, bat er den Rath von Luzern am lÖ; Januar iolß 
um einen . Mannreehtsbrief sammt Empfehlungexi,' die' ihn der zu- 
gemutheten Verpflichtung ti)3erheben werden.' Der Ralhi , liess ihn 
wjsseo, dass er iji dieser Sache nichts thun könnte, weilTP'e'tent kein 
geborner Luzemer wäre, und wies ihn an Sursee. Dort aper wollte 
man erst Aufschluss haben,. über gewisse. Yorgfti^gie^,, die ^^lat von 
Luzern weggebracht bfttteih Btoer (gab^ daher.iin .euifi^i weitern 
Schreiben vom 19. Mai^ dem Luzerner Rath die • nMbige^ NsetiriehteD 

' '" '•' '''' ■' ' ''' • '-' '■•• • < ■■ ' . -"; "..■■. • li i h\"'\;->' •' , !f'>'s.l,i[ t\'A\ 'II. 

1 Brief n. * ' •-■ i ' ■ ■ U ;. .: ;;: ...11. .f'i JNHJ lHj^ j tJi;/l 

"'* "Brief in' ' '^ ' ' ■ '"" ■■ ' ' ' ''-^ '■-'"'' -"^-'^ ,"3;»"(. fnT«j tlft'.A 

"['\. «Brief IV. -^ -Ete'ist also einef hlcent, Wertn »f^h SkM' iii''ilfe!Wie*> fchronik 
eiiieri € erT)Ohrnen Luzem6r * neirif. ' Fn firi^f Vtl i^rtiVefbt'i^f'sit!W-g^r:'*Bflr* 
ger zÄ Lücern , Surgee' und Prybiirg. » ' 



' ■' • . • tt .M*-- "\Ui.üi\ \: r:^ 



1 



33 

Ober seine Familienverhältnisse und wiederholte — aber auch diess- 
Djal vergebens — seine frQher gestellte Bitte. 

Durch ein Fastnachtsspiel, das Salat mit seinen Schülern im 
folgenden Jahre aufführte, gab er neues Aergerniss in Preiburg, wo 
man dem losen Maul sonst nicht grün war ; er wurde eingesperrt 
und sollte des Landes verwiesen werden. «Dem Schulmeister Salat 
soll der eid von Stadt und land geben werden von wegen des üp^ngen 
und unlydenlichen spils, so er den knaben hat ufgeben zu spilen» — lau- 
tete 4äs ürtheil vom 31. Januar 1547, das aber nach einigen Tagen 
wieder. zurückgenommen wurde mit dem Beschluss : «Hans Salat ist mit 
nachlassi^ng des eids, so er von statt und land sines unerbeTlichen 
spils halb thftn sollt und der gefangenschaft begnadet mit dem an- 
baU;^,' dass er den Jünglingen ihr gelt, so Sie umb ir sprüch geben, 
wider kere, und fürbais hin sich dermassen halte, dass irae nacher 
nütz, meer zu verwysen sye.» Die Lehrerstelle musste er aufgeben.* 
',Zu Freiburg im' ICIend sass Salat bis zum Jahr 1851 als 
bescnäftigter Ärzt.^ 'findlicb kam die Gnade. Er raffte sein Plün- 
derlein und seine Bücher zusammen und eredachte in die ersehnte 
'Heimat' ZU kehren, wurde aber von seiner Praxis bis zu Ende des 
Jahres zurückgehalten;' vorher sollte ihm noch ein verdriesslicher 
. öandeljbe^egnen. ; vor langen Jahren, als er an der Reformations- 
,ciirpmk arbeitete,' hatte sich Salat zuweilen des Kaspar Meyer, Schul- 
^,'ldbrer des ;Stiftes, als * i^sjchreiber bedient. Nach dem Tode Irfeyers 
* , hei Athene 'die' ."Wittwe .desselben den Johann EOnzii (oder Künzig) von 
..Ißj^'gnaiL'P^ später Schullehrer in Samen.* im Juli 

^iSSlVrecji^ nun''diese8AYeib' in einem groben, drohenden Scfarei- 
'Mn'au Ss^lat'eine und es entwickelte sich 



ni^JiovirtjiRMöb. Maa Ö6; 26u/0ctJ iM€ erflckaiU) ein fiftUfl^Buffii^^ir als 

• Eingang zu Brief VI. — 1851 am 28. Febr. schrieb Salat aus Freiburg 
ffir den Luzemer Rathsherm Ulrich ToUiker einen Bericht an Schulthelss und 
Räthe von Lnzem über den Schuldstreit des Grafen Ghamb^ mit Bastian 
Knab und Joder Rächenberger von Luzem. (Abschiede im Siäatearchlir.) 
>ifir<.fj1 dfiWlin, KQ?irAd.)S)ilheiab.^ II|. J89 i^nd Sarner Scb^lprogragim von 1869, 
•^iN f3. rl^m^^br^^b FjtQi^s G^sfihichtsbuch^^ Salats Chronik und^ den Tann- 
grotz zusammen. Hs. in der Stiftsbibl. Ejnsiedeln«. Vgl. Kaumajins^^^rapeum f, 861. 



stücke , mittheilen. ^ Dieser bestritt nämlich die Schuld, und aner- 
bot sich, in Luzern selbst gerichtlich Rede stehen zu wollen, wo- 
rauf ihm das Ehepaar abermals zwei infame offene Briefe zustellen 
liess. Salat , aufs heftigste empört — da man oflfene Briefe nur an 
Bösewichter und maleflzische Leute richte — begehrte vom Rath in 
Luzern ernstliche Bestrafung der Ktinzi, den Provisor selbst aber und 
dessen « unfläthiges Zennerli » tackelte er in einer Weise ab, die an 
göttlicher Grobheit ihresgleichen sucht. Die Sache wurde erst am 
28. Jan. 1552 ausgetragen und Salat scheint sie unterdessen milder 
aufgefasst zu haben ; 4enn^4bwoW .-ihSi voji '^ijefi ; J^feönergericht in 
Luzern das Recht ettheflt würdö, -denTrozess vor den Rath zu ziehen, 
liess er es bei dem Spruch bewenden : beide Parteien sollen an Eides 
Statt reden, dass sie von einander nichts, als alle Ehre, Liebes.. und 
Gutes wissen, die Kosten unter sich tragQp und dem, Gericht § Ib. . ? 
Busse erlegen.* / .... . - - ^! ■ . . . :' 

Das ist die. letzte sichere Kunde, ' die wir-übet^ Salat beizübrini^eii' 
vermögen. Im Tagebuch selber ist eine bedauerliche "Lübke (Von ' 
zehn Blältem) seit 15-50 und fiuf detoMchöten, dem. letzte^ Blatte^, 
endet ^ ganz, räit einem Lisiderisruf^ Ob.c^qr g'.e§c]tieij:fiijte., iä.afin in 
Sursee— wohin er jedenfalls um 1552 jHirückb^Jtate.-rr.Sßinß . Tage 
beschlossen,, odejf.Qb Qr spip, liuaern, wieder hat schauen' dürfen : vwer 
möchte «s wissw.?'. -^ -••>■• -' - . • ■ ••' • '"'• ' ^' '^ '''-^ • 

Damit schliesst die Skizze eines vielfach von tÖhän'^leck.kn Ver- 
unstatteteti Lebens', dössen ' unglücklicher Ausgang n^t y^^ söi^j^^iid zu 
stimmen Vermag. iEs ,ist wenigstens . ein Yoi^reQht ,. . ^es. , Eiei?ds> ^ ^dass 
es ein unerblttlicl?,^s Gmfhi ,^i\i^t ..Ate .tUe^atraber.nimfiifc Salat 
eine viel zu bedeutende Stelle unter seinen schweizerisöh^n Zelffge- 
nossea Äin^als- dass<wi? die hur »och mit'gtosSet* lÄfühe 'fel^j:eicliiiareh 
Schrifteö gan« der htoWe^öpülöhden ^elle preisgeb^ dürfteiiij .\i'.enn 
wir anöh inihnen mehr culturhistorlsch^n als ;po^tis.^ep,.,Wier.t)a fiiwlen 
werden! Ihr überwiegend leidenschaftlicher Ton Jat eia:fif bthÄH der^Zeit," 

> Brief V und das yorJiergß.l^^nc^e ,^chr^eia ;l)i^ .y]|. ., ^ h n m u .i ' * i ir\ 

* Keuner-0enc)^tsptpt.,.i552 Dq^^^ 

^ Die meisten Luzerner/ To^lenb^icliei^r^l^^ rw^^: bis, ipM4i^.,i?.V5fiAJe]^len 
Decennien ,de§ XVL JfalirL', zurucky^ jJyHph-.4J[e,.4^^(^^gjfn , Qrjflr;iiv}^qQR toyier 
Jahrzeitsti tf uni^ Salats. In Mannschaf tsrödeln von 15f^ß iTr-ßQ^'f W^ i^^ el^ß^lls 
nicht genannj. Die Erneuefiing dec ^giei^d^J Jm^. Bf.j ISJa^^s '^«iwh ij^JfjiwyJeg .^f 
zeugt dayo'n, dass, d 5711 'ßalaSKlän^s}. ?if^rg^s|en,,,\Kar. ;., , .. >, , ; > m, .ko»^ .ij 



Salats Tagebuch. 



ifanuscr. allemand 238, Bibliotheq^ue nationale in Ptiris. 
68 pagrnirte Blfftter in Quart (Perg. Einband) mit dem Wasserzeichen der 
Traube, Bl. 68—78 fehlen, Schluss auf BU 79. Alles von Salats Hand ge- 
schfiej^ßj), Jm Pariser Handschriflen Catalog irrig als Tagebuch des Kicks ron 
Wyle bezeichnet. 

Inhalt: Bl. 1 — 3, Tractatus de varii» modis scribendl (Ueber Geheim-» 

Schrift); einiges über Schriftwesen: Scriptura nisi in jLenehris legenda^ 

6in geschrift ab berment tun, mit stahel schryben, ein linde fader han 

-'etc. Eine kurze Lautlehre: die Ö rfiffer oder slimmer a e i o v, zamen- 

gesotele. stinnner ä oi ie d^ d v^ ä f fi au eu ou, heimliche stimmen 

eh seh bsch etc. mitstimmer 1 m n r w, stummen b c d f etc. Regeln 

für. d?n S^hjceiber. .. . 

Bl. 4. Niclaus von wyl von Bremgarten. Äs ist schwär vnd niU wol 

müglic^ , das ettwrf^ mog von gebürlichen tittlen vnd vbergeschrifften ge- 

«ezt werden, gwüsses, bliplichs vnd jederman gfclligs etc. (Aus dem 

.^ngtttganr ifiLTi-ÄAslatlon des Niclas von Wyle, bei A. v. Keller p. 

sSöO; 18 u. (L) 

Bl. 5 — IjOi .Yon heden Ständen, das sind dör reistUch Vnd wätl- 

ijch. In dem geistlichen sind {gegriffen: der babst elo. (Fortsetsfipg 

dör gleichen Translation,' bei A, v. Keller p. 868, ii — 863, is. Ganz, 

tM Ausnahme des Epilog^.) Geschriben uff den 16. tag des manatz 

Bl. 11 — 22. Epistola Enee Siluii. Eneas Siluius Rattet hierinn 

z'ü lernung der fcächrift etc. Dem durchlüchtigen furateii us key- 

BÄ^helÄ' i)lötl'ettte{»rolssen Hei^i-en Sfgmunäeft etc. (Die 10. Translat J)ei 

" Ar V.fKfellel'*499', 8-^220,3. Vollständig mit Ausnahme des Eingangs 

^UÄÄ SöBliÄöes.) Geschrielfen uff dfen 14. tag Appj:ellen jm 1826 jare. 

- HS1>. Lau« deö" noslf-ö. '^ » 

Bl. 2a-:-''i9(/a. 'Ob ein Wirt gefit ladende danck gag.eii soll sinen 

gesten, das sy zä jm komen sind etc. Zu zytten als babst Nico- 

ians der 5*« jn sinem ersten jar von Rom gen Fabia floch etc. (Die 5. 



1 

l 



26 

Transh bei A* v. Kellet 114. b^j <- i21 YoilßtdjQdJg mit Ausnalmie des 
Eingangs.) Geaohriben uff den 8. tag mertzen anno 1529. JS. Laus 
omnipotenti. 

Bl. 29b —4S. Erstes Stock des Tagebuchs. ' ' 
BK 46— 49;b. Ein& Epiafel Efasmf et«. ' 

Bl. S0--57. Ein Epistel Saut Iheronimi: 
Bl;^8— 79-. Zweites SJ;uck des Tage^buehs. 

Salats Tagebuch (der Ausdruck ist zwar ^ieht ganz zutreffend}. ist. im 
Anfang zierlich geschrieben, später ungemein nachlasaig und kannte nur anter 
vieler Mühe entziffert werden. Der leere Raum auf einzelnen Blättern' ist von 
einem spätem Besitzer zu Schi^efbübuiigen benutzt wdt»den!* Auf Bl. 86^ steM 
v6n ehiißr J^iftgdrn^ tdheb Hand: '« Hansb Bumen ron^ mfl^ter. soi mn: fgiäd- 
hriff SOQQ gl luc^iiaer werung auf znkuaifige (1} nueb^n far ^ini^ht bi^zalgen. 
Ilem bau ich geirechtnodt uf> micbel grodt». Daß Tagebuch wurde jedenfalls 
erst gegen 1536 angefangen und zwar schrieb Sajat — nach der gleicjhmaasi- 
gen Schrift der' ersten 8 Bfaiter zu urtheilen — fein' giites Stück in ^löe m 
Zuge iterfer ; spater 'erfoFgt<ifi dfe'EinIrragtrngen'nüT hoch flüchtig von 2rit xa 
Zeit. Salat verweist auch auf andre, abhanden gekommene Aufzeichäiingf^n 
über ,sein 'LebQn. sin auf einen c.Cedel A. S»? unp^j eidqn' cpeTegjjin-gp^^l», den 
er währeuMfiJ^^r iVerljanpung ge^tUirt M^^ ^,,,, ,, ,',.<.. . .. .. ..^. 

.;r Sant Ql^llel|^lp^ieg ist. gpypaiMiijp; 14^90»; ^ -i/ r m ! ^v 

,; Sohlaebjt^aui, dep Ij€^i .a^öQ 1443. ; ( .{ ^ 

9. jui'-. ,1. ^jpÄio, 139,^ uff OirilU; fer^r^^^ ., ^. f^ ;. 

. , <, , 1,46 1 ^uff S.,^ppoljQparfe . jtag^.an? moargea (iv:^^ g^^up^^.|) jf9;-h?;*n 

23. Juli. ..-.,. , .Sii^^e-V.-'v , .,i,j r, .;■ r.v .;,j -Kj^ -ih hi: ^h^■:r^' ^„ [ , hj.;^!. 

28. Sept., :,,. 4591^. flfl?,W'^jcv5e}^a^ ,;r ■ 



• '.' ''•ii:iü> liV 



Hic inveniuntur duedam acta preteVita de me et aius rebus, tempore 
. Dieq acta et facta. . 



' Vgl. Attenhofer, Denkwürdigkeiten der Stadt Sarsee p. 50. 
' statt Torregum. . "" ' ""''* 

• »-Randi^io'sffeiaiÜ'oktfernieAtag:'' '•■ " ••' "'■'■"■ -'• '''• '^ ■'"' " •' 



87 

tfe poÄt dito 8t. J«eob! ftnnö prsediofo 18. conflrmatüm ^t- matri-2«.Jii". 
monium nöstrura in ecclesia et amic'us meus Habennachet duoebat 
Spani a Torrego in Sursee et ibi Dupcias babuimus. 

Anno domini ISIS bschacb die sehlaobt zft Nawenvi vvider kUng 
Ludowicum uss Franckrich, und im die mit grofißen erea angwun- 
nen, daran was min brftder herr Jodifem. Er hfttt o\ich ettwan 1 
jar datvor sin erste mfiss ghan. 

Anno domini 1515 bsehach die schlacbt zu Marfan wider k. 
Frawnscwöi quae perdita : erat ; da verlor, ich minen brdder Gabriel, 
godt 6y inen atlen gnttdig, so da. bliben sind) und fieog VMXi am 
donstafg^ 'ta4f iden abend an uttd ^öod di"e ganz naoht in der not; 
am iüörgen', frytäg, was crucis eisraltaoione , katnöndis* abfei* an^. sept. 
einandreu, und mösstend unser knecht abzien, und warend vorhin by 
2 tagen.. vqtt.irien xj^ß dem Öild zogen Bern, Fryburg, Sobturu, und 

Abiio 'dööriiä' 1814' üff «ant' Üriehs tag erhob eiob der puren*, j«". 
krieg und zugend miner heri^eh ömpter tix' St. ÜH'ch by Rtiöwyl 
glegen, und hflbend an, graeinden halten wider min herren, und hal- 
tend min herren ettlich Irs' raW zfl.ltien ' gööBSikt, • «&♦ lö&feh, was 
inen doch anglegen, und worutA by so uhrftwij^ w^rettÖJ; dÄs was 
der alt vogt Marti; BaHiöäöi- ÖÜhvÖi-, Ttoi^'uWiiföfetf ^ttWcfe, und 
*e ' Wbrrferid* yih fleh ptil^n '^fangen und - gen' ' Süif se6 g^chfofe't, und 
lüffend die empter für die stat Lucem, und blegerten ' ttJitoör herren 
Stadt, und liessend dfle riö^W'airtft df6' glttgfeen eäh kurtti'hinder 
sich gan in tfJfr*te^e^*;^1n tb^uft^, 'ötö^ttttitiSiftäeti/erf tind'§p«rQnnen 
mit vil ungschicKtfeii 'ti^We!fi''uiia''frfe^el^' Handel: ''Do^^H^Atässtend 
min herren ^flöj^ö^ fefeeö;^ dferiptimiHr tmh(*'4Ä ^eätlllen; schult- 
l:eisilPeiT,^?lfei^J jüiife ''Hans^^eir, '^JA^bB'^Sdhtäld, • miA^etfer 'Aerny 
Moser, houptmann Huser, Renwart Göldin, Curat Hasfurter. Seckel- 




was St. Jacobs abeni* also 'ersticttena die puren in der sach, und 
toiit(a(d'iflt'Tiie'\^sS4n/-^*'ö'W'old itt (ut öeiäiiei'Wefptfpili^o com- 
Äil ttiM 'fl^iig'ka'äö; Mrifebörenselkatizfe^ 
^W%mi''^^ 'flerigeina "ei6aü(frea"üiiU "fürtcriäs' iil"Wlbe^"lieh%n 

^ Hans Thuni. , / 

* ÜDrichtig, Jacobs Abend war ein Sonntag,. der Samstag war der .28. Juli. 



stat ; duL. Y^trd ineQ ir ^mi^etat zumteyll g\omU und schlag mau dem 
fennrich Heid von Entlibüch den köpf ab, dann er was ir, der eoqv 
ter, redfer gsin,^ uad (bat) garvil'Unfrideaßiin den saßh geßdiaffet, 
ouch eim puren, hiess Marti von Awoh, tö WiUisower .»mpt» ward 
der grmd denen, gsohmüst^ <mch.iiem Miecdibüier, tind def Aecberli^ 
ward erhenckt; iren gwün hattends bald ghalten. 

Item im 1518. jar ward scbriber HÄber von Sure^e ermurdt, 
und bat by im 1300 gülden, und der mutier ward bie geiidit am 
schachen und lag uff demrad lebendig hiß an ^en 16.. tag, do ver- 
^biöd er. i. 

«. MX». iAxino *1519. ^gen um der hemen ftseaobt die kneioht jz& borsc^ 
Ürichen von Wirtenberg^da wareods ufflVmicben, do mftntmtos ab.^ 

Item Maximilianus der keyser i^ gstoi^n uff deü he^ön IIlküBge 
tag.im 1518. jar'> . . ■ . r. . 

ttem im IS 19. jar flei^ an der gros . stäctjet» (dö wüs i<$b>:aoob 

zu Surse) in der fasten, und . «turbent iemerdar kind < um imi i oseieii^ 

4.ani.. dp ftengend omh- an veffwarl lüt sterben ete> laod uffi ükici gieag 

2. Juli, ich mit miner frowen gen Zürich, oder off visitacion© -beÄte Jjfari® 

14. Sept. laiid wanend da bis crueia «eixaltacione, ^kamend wir wider /gen Slirsee 

am abend ; da was min fater todkrank » ouieb min bräiäer Lus^ uud 

15. Sept. d0Vi starb., am necbsten tag naobdeß heigea crüs^ag der' erhühung, 
7. Aug. ujid stand mia läter mder uffi £tom uff s^ AfTira tag aterb min 

3. Aus. Schwager Niolaus Späni^ und (krvor am. ainstag w&srgstorbea mki 

Schwester Martha,* und darvor was gstorb^ii das ! e]iein> Mbgdiaie^i, 
und üi dem. tod stürbend ettliob^ tags ob zwen^igi^nj und staubend 

HS. 8ept.by j900'^nientschen in der kUobßri zu Suraee. Item uff sant Mk3lieis 
abend ward min fro\r kranck, und. was sant- Michel lam^onsbig und 

30. Sept. ani frylag früy uff sant ürsön tag zwischend 8 und 4 starb ,Äy, und 

16. oot. uff sant Gallen tag starb Hanalein^ und was. St. Qül u£. ein suooa- 

tag, und am dcm^tag darnach $tarb Jacoblein, gott sinan allen gnedig 
und barmherzig! und am samstag darnach gieng mich ouch blatcren 



1 Erst 1515 wurde Hains Hwd euthtapliet. . < 

^ Han^ Ae^berli wurde den ^U Januar .1515 soni To(^.yeirjLM*tlißilW 
^ Um deB 10. Mär^ d5i9 waren bei 6000 Reisläufer, trotz des Verbotes der 
Tagmtzung, nach Eilaobeuren zu Hi^rzog Ulrich gezagen, es ergieog aber «b 
dieselben nach einigen Wochen der schärfste Befehl, sogleich -heimziikehreQ. 
* Unrichtig 1519, 12. Januar. 



und jmt «II, dooh stÄBd ioh in 4 tage» wider nf/ ünkrüt ver* 
dirbt ttit. . 1 

Mtesr^ liißFr Beter Hts prmpositiAs et pater UHoris meee Apolooie 
ofclifc dig ifiencarit ante Bartolom«um anfiö 1S19.* 

lU^'ish !1521. jar zogend min herren, Uri und ScbwyK* g^ef^ 
Basel an d'fasnacht.* 

litt '2tt^ gar ward der lobttf tuhi im bof xissgftiacht 
^ Hern im 1921. jartist hie im kouffaDis kernen verkouft \«^ofrde&, 
der wiiB .im hcääteett emamer gwachßem, • ■ . 

Item uflf nechst mittwuchen nach der eschermittwuchen, anno ^«- *'»'«• 
Ul^ ifieog: ich fbr : taiidb selber aa waröhen, eum iixol*e nieo(l) Anna 
und ti£E>m^aatag' iv'orm < balmtag' • zocb ich ton mim vatter ^'hm, do h. Apru. 
wta 'i^aHt görg .üff'deh.'08tet8a)mstÄg. 

Item ufif den nechsten donstag nach sant Marsien tag im' 15 2ö. 2«. Apru. 
jar, natetf ieb' min« Appolbnien Ha&ly, und am- neehsteh donstag vor 
(ter 'kVütiswuHShen gi^ng ich mit ivö zkil^hen, uud fleog an wercfaen, 10. Mai. 
Qädistsit% 'nädilJohannk Baptlsta, und daziml ward ir Jacob im sei- 25. juhl 
befl/:j4r"üff "Simon und Jiidas^ tag 3 jar alt. ' as.oct. 

'• Item 4ni''vl>S87';|ar uff'^den i&, tag merzen, hau ieb min sttifsun 
Jaöob^viu^MmJsöbwag^ervewJiiiget • 

'^i'^.'kntsö^ IS^Sl ^geml' @6Ö0 man zA ^dem babst Leo; und was hi^ 
htsrr W^mi iroü Mi^gen böuptmaili, Jäkob Fanckhuder sin * fenxirichy 
mi zugiodd i^nwfifg tiff mstag vior ^Mtlmarumv kamend mder uff fry- 19 mü^. 
tagj'/wotiidtfeem^iimlliotn maMirum. . • • ... 1 - ■ 22. jnni. 

"^'kano ilSSlDkam bar d^ hen* Tön Lametb^ der des ktto^s Frä;a- 
ci&eil idi£ Bra^äkrieb iämbasistor was, * lag aüm rOssli b^ HonaS^hSfer^ 
und' i»{«rd^*<db ^gmäettt^die rrereimmgi ewi^bend dem kOng Fraikcii^m 
und eiDÄr .iL e. Siägmctedhaft, hie J]i€ßsohteS9en 'uff dem ratbue, mit 
alter nrten^' äloe IWlein' -Zürich, iuflD cruois intetidone;^ ^ 3. M»i. 

lifc^m :ftb (t&2il. Jar ist hie g^iii uff der bru^ 2cir kron^ über« 

* Peter Haas von Luzern , Propst des Stifts St. Leodegar im Hof zu Luzern 
starb den 17. August. 

*^ Vgl. Basler Chroniken von Viöeb^^i» ' üÄd ^tfnll ylSS.- ■ '/• ^ ' • ' • 
^ AAi öi»MÄi'i6M wur^e iri-liiUÄöM ötn»Büildnisö'f<j8chlöss^ii/in' t^^ 
die: Bidgdneafeen '■ -Fj^ina L ' efitrö W^bütig tylA mr m,0O6' Äf aftä'lgeöfcatle^eii. ' Zürich 
leitnte'idieüBet|ii[äligung'^ä:b. ^DriöTlölhete^ ÜÜ^r 'äiö^d -EÄÄÄiiiäi^^lifei^fi«lt^gai^ 
Rebet ; ^IwlögMffe IwHtfeljheß' 'Wirkern l)5ä^2urScWa€^^^ itti^^eÄ 'Baiser* 

Beiträgen V, 261) ' ' - '• •■- '•' ■' .'!'';''..■! '• 



30 

naeht ein tfirkiseher berr mit ettUebea dienern, u&der denen wareod 
ouch mören, doch wüst man nit, wohin oder wohar. 

Anno ut snpra, liessend* mio -herren ein abtrünnigen pfttEeai, der 
hatt in 7 jarem kein mäss me ghan, rederen, der batt gtnürdt, gsto- 
len, gkäzert mit mannen und vich; und grett wir ^sobwyzer werend 
all kdgbier,^ und um die zdred ward er gärngtsn, do verjach eo^ 
diss ouch, und rett oucb die obanzeigten wort, bis maa in band 
und anfieog stossen. 
14. April Anno 1550 mentag vor sant R&dolpbstag, ist min toehttr Aaoa 
gstorben, quarum anima requiescat in pace.^ 

Anno domtni l&Sl uff mittwuchen vor sant Jörgen ^ag, was 
17. April, sant Rfidol&bag, ward mir das erst kind Anni, circa 10 und 11 in 
der nacht ; gfateren Eminen^, Ziegler und Satler uöd hat gcrismet^ 
im 27. jar ; göti Joit Haldermeyer, goten die alt Gtosin. 

Anno 1522 uff mentag vor ufart, sant Beda tag,^ \VBrd mn 
ander kind Torote, znacht um 10 ; gfateren Huginen, vogt am Ort, 
Meyenberg ; starb uff samstag vor Marie Magialene, was sant Hu*- 
Ana tag,^ im selben jar. 

Anno domini 15 29 am ßten tag im ersten herbstmanat, was 
suntag, am morgen zwüschend 4 und 5 ward mir daz dritt kind 
Elsbettli ; gfateren fitebett Biattmann, Hans Rych, Hans zum rössly ; 
hat crissmet imlS27. jar; g^ti: Hans Has, gfkter Mülleren. Starb 
im 1881. jar uff 9. tag Septembers nachmittag um 1. 

Anno 153S am 5. tag mertzen, was mitwuohen in d«r flponftßsfcen, 
sant Fridlis aben, ward min Maria um 4 nsK^hmittag ; goten Hugin, 
götin Lorentz Zuckler, Heini Müller, puer Enne. obiit eodem anno 
die 6. (erat solis) julii post meridiem circa U. horam.^ 

A)mo 1534 am 13. tag Septembers, was suntag morgen zwi- 
schend 2 und 3 ward min Marta ; göti Hans Has, Hans Eggli, gfil- 
terli ümgellter. 

Anno 1524 uff den 21. tag decembers, was S. Tomastag, ward 



' sodomitse bestiales. 

- später geschrieben. 

^ chrismeD, chrisamen, firmeln. 

^ Montag vor der Auff. 36. Mai , Beda der 37. 

^ Euüna 10. Jali, Samstag vor Maria Magdalena 19. 

*' Dieser und der folgende Satz sind später gesebrieben. 



31 

mir dafi fierd Idnd, und der erst sun Gabriel, awisoh^d S und 4 am 
morgen; gfateren Aani Hün^iberg^ vogt Hug, Cärat zum oohsen; 
bat gorfsitiet im 27. jar, sin göti vogt Bircber,^ gote Flud»eiL 

Im 1526. jar ward das fünft kind Margretli, uff zmstag den 
leteten tag. heumanats, zwtschend 2 und dryen nachmittag; gfatern 
Margretli Gios , underBobriber und Renwart Göldy. Ist g8t(»*ben 
UD pfingsteo im 1S30. jar an eim zinstag« 

Im 1527 jar. uff den 10. tag septembris peperit uxor mea filium 
hen mortuum. 

Im 1529. jar ward mir der dritt sun Batt, uff den 16 tag jen- 
ners, was samstag zwischen S und am morgen; gfateren: gfater 
HüUeren, Batt Ferr, Rödolf Glaser ; ist gstorben darnach am 8. tag 
meien, was sftmstag. 

Item im 1528. jar ward miner Schwester Anna Micheli geboren 
am fMtag der li.decembris. 

Anno 1S29 am 11. tag meien, starb min liebe Schwester Anna 
am mentag z'aben zwischen 6 und 7. 

Anno 1530 am 30. tag ougsten, was zinstag, morgen um eis^ 
ward mis ander Toroteli ; götti Ludigari Pfyffer, Marti Schryber, gote 
Glsbet Hünenberg, obiit primo die januarii anno 1531 und in der 
selben wucben starb mis jung fründli Hans Zoegtor. 

Anno 1531 ward mis ander Elsbetli. am 15. tag novembers, was 
mittwuchen frü zwischend 1 ,und 2. göti Hans Wälti, Michel Kanne- 
giess^, goten Turs Zieglers frow, Elsbet Bili. Obiit 2 januarii nach- 
mittag um 2 anno 1534. 

Kriege. 

Anno domini 1521 uff ersten tag ougsten, Petri in banden, zu- 
gend min herren us mit zvvey fenlinen ins Bickardy, und warend houpt- 
lüt vogt Hug, Ludwig Byly, gieng in fast wol, dann si kamend 
ire viend an und schussends in d'flucht, kamend erlich wider heim 
in 17 wuchen. 

Item im selben jar wie obstat, an der mittwuchen vor Barto- 
lomeo, zog herr Wemi von Meggen ins Meyland zum küng, und ka- 21. Aag. 
mend in 12 wuchen heim. 



^ Es ist diess der Liederdichter Hanfi Birefaer, Landvogt und später Schult- 
Iveiss in Luzern, ein eifriger Reisläufer. Vyl. Th. v. Liebenau im Anz. für 
Schweiz. Gesch. n. F. I, 880. 



L 



n 



32 

Darwider zoch Jacob Marly hinweg mit dem Cardinal^ in na- 
men des keysers wider die unsern,* über verbot ty eyd, er, IIb und 
25. Sept. gut, uff mittwuchen vor St. Michahels tag, und als sy zu des key- 
sers züg kamend, do zugende gen Meyland und gwunnend d'stadt 
und das land, und lagend noch me Eidgnossen in der Stadt, die 
schlügends drus, und was Hans Ürich Heinserli houptman in der 
statt Meyland; und do die keiserschen heim kamend, ymrdends all 
von eren gsetzt in der stat und empteren, und für schelmen ghalten, 
aber im 26. jar wards inen wider nachglan. 

Item, darnach im 1522. jar, zugend gmein Eidgnossen, usgnomen 
Zürich, ins Meyland, dem küng das land wider zu gwünnen ; warend 
houptlüt vogt Hug, Bendict von Hertenstein und Huser, des schry- 
ber was ich, um 4 söld, und was min erster zug, und ich zoch hin- 

10. Febr. weg uff mentag nach sant Appolonien, und tedt man ein schwä- 

ren angriff an d'lanzknecht und Spanier und das landvolk; aber wir 
zugend niit der Ordnung ab, dann si stundend in ir schanz gar 
gflt, und was ir lager zu Bigocka, da zugend wir wider gen Muntsch* 
und den angriff tatend wir am achten tag* nach osteren, was der 25. 

12. Mai. tag aberellen, und uff mentag, was Pangraciustag, kam ich wider 
heim. 

23. oct. Item im 1S23. jar, uff sant Severinstag, zog man aber ins 

Meyland und zoch ich under vogt Hugen um 2 söld, und lagend 
7 ^vuchen, 4 tag vor der statt, schüfeil wenig, und uff den 10. tag 
cristmanatz kam ich erheim. 

Item im 1524. jar zoch man gen Kätenär/ do was ich vogts 
am Ort schryber um 5 söld, und zugend enwäg uff unser frowen 

2. April, tag in Egypten, und zu Zatener am wasser kam der alt huf zu uns, 
und scharmütztend am frytag am wasser, zugend ab jellendicklioh; 

11. Mai. also uf S. Gangolfs tag kam ich wider heim. 

Item im- selben jar uff den ersten tag Mertzen bracht man Ca- 
spar Ferren vom wyerhus, da was er ztod gfallen, got sy im gnädig. 



1 Matthäus Schinner. 

* Damals standen die Schweizer des kaiserlich-päpstlichen Heeres unter 
Pescara und Colonna denjenigen des französischen Heeres unter Lautrec ge- 
genüher. 

^ Monza. 

* Irrig statt 6. 

^ Jetzt Castellaro am Po. 



SS 

Item anno predicto 1524 ward ich ins toubbOsli gleitt,^ in eo 
eram 7 horas. 

Item im 1525 jar bschach die verlürst vor Pavii, daderk(üng) 
von FKVankriefa) sampt sinen edlen und vil Eidgnossen gfangen wurd 
uff S. Matystag, und uff der jungen Äsnacht kam die bottjschaft bar. 29.' p^,] 
Darzwischend was houpfmann Secker usher kon nach knechten, der 
hat mteh zum schryber angnan, und als ich im zft Hellingen half 
an neö, was oa«h ein uffbruch zu herzogen Ürichen von Wirtem- 
berg, die kamend eftwan in 14 tagen wider hurigerstodtig, arm und 
ane galt. Und also was mins houptmans fftnlin sampt vilen knech- 
ten naher unz gen Ury, so warend ouch Vil by mir, dann min houpfc- 
man was sö krank, dass er daheim bleib und empfal sim brüder und 
mir die sachl Und als nun daz eilend gschrey kam, hiess ich die 
kneoht wider heinizüöhen, denn wir warend zu spat us gsin, den 
tflisem zhäliten, die kamend also nach und nach ellendicklich erheim 
z'osferen.* *•• ^^'^• 

Item im 1S26: jar zoch ich aber mit dem vogt am Ort hinwäg 
uff deÄ 14. tag ougsten, durchs Vältlyn und Engadin uff Kur und 
Bergama zu. Zu Bergama mustert man, und uf den 14. tag win- 
manatz ward toh oberster ftldschriber, und hatt im selben zug 14 
söld; uff den 5. tag wolftnanatz® kam ich krank erheim, und waz 
ouch me dann 1 ganz jar krank, da enthärt ich mich. 

Item ftnno 1529 gieng mich um wienacht der krampf an, und 
um pflngstto im 80. jar leit ich mich erst in. 

Im 1527. zoch ich mit Hans Ürichen Heinserly, mustert man 
zft Vivfe, und ward züLiveTy fSldschriber, hatt all manat 12 söld; 
da gWan cofan "Pusea,* und Alexander, und ward ouch Jenow* gwu- 
nen 'm selben mg von küngs armada ; und von Alexander^ reit ich 
heim gaöÄ kmnck ; darnach gwunends ouch Pavii mit gwalt. 



^ Im Tagebuch mijt Geheimschrift (^sehciebdn : h^is tntbhislh gldhtt. 
Der Schlüssel ist leicht zu finden: sUitt des Ypcala ist der diesem im Alpha- 
bet vorausgehende Consonant gesetzt. 

* Hs. zoteren. 

* Wolfmonat, November oder auch December. Bei Valerius Anshelm: 
<uff den 4. tag diss monats, so von den rössigen wölfp.n genempt.» Schweiz« 
Gesch. Forseher X, 852 und 856. 

* Basca an der Maira in Piemont? 

* Genua. 

* Alessandria. 

Baecbtold, Hans Salat. 3 



u 

Item Pavii ist ouch gwunen 1 mal von Eidgnossen dem herzogen 
zft handea im 1512. jar; daby was mia bräder Joohem, imd ward 
im selbea zug prieeter gwioht. 

Item Jänouw ward mit gwalt gwannea dem künig von Frank* 
rieh zu banden im 1507^ jar von den Eidgnossen, der faerg und statt. 

Item der zug gän Tision^ mit den paner^ gsdiach m dem jar, 
da sich der zübelen^ krieg erhäb und endet. 

Item als man zalt 1523 jar, uff nechst zinstag nach des beigen 
».Mai. orüztag im meien, stal ein tüchscherer, eins gürtlers sun von St. 
Gallen, den monstrantz in der cappell us dem sacramenthüslin im tag 
zwischend 10 und 11 und das särohlin mit den gsegneten ostien. 
Darin fand er 5 partiokel, die warf er uff der Gappelbrugg dur <ias 
schyshus, seit er; ouch seit man, er bette gseit z& ettliob^, die 
partickel werend im verschwunden uader den hendeo, im unwüssend, 
wohin si kumen. Dem ward zu Zug (dann er ward da gfaagen und 
bkannt da sin mistat) der köpf abgscblagen. 

Im selben jar fand man rife kriese 8. tag im mjeyen. 

Im 1522sten starb min alte bas Furterin von Zug am äOsten 
tag winmanatz, was sant ürslenabend. 
10. Aug. Item in die sanoti Laurencii circa 2 et 3 diei ducebant me ini- 

qui in captivitatem (innocens eram, testis sit mihi deus) , ibi eram 
42 horas, anno 26. 

Item anno domini 1528 obiit amious meus Jost Moser die 24. 
novembris. 

Anno 1530 obiit soror uxoris, Dorotea, die 13. septembris. In 
prrodicto anno, die 23. septembris obiit Hans Marti min lieber gfetter. 

Item uff den 16. tag höwmanatz starb Jacob an der AUmend 
im 21. jar. 

Item im 1525. jar, am 29« tag januarii gieng min' sohwester 
Agnes zkilchen mit mim schwager Jörgen Ziegler; im 27. jar starb 
er und sin vatter in der fasten. 

Item im 1528. jarnam si den Gristoffel Tohsupen um wienächten. 

Item vom Übergang ...... (Lücke). 

Item uff dem 28. tag octobris, was Simonis und Jude tag, kam 
der stürm und gleuf, dass die von Underwalden über den Brünig 



* Dijon. 

* So heisst der Luzemer Bauernkrieg von 1513. 



zagend, denen Yon Biienz und Hasly, und andbren der Bemer lüten 
zä, darzd man in yl verordnet von minen herren den Togt am Ort 
zä inen zft riten, zA undertragen ; das er ouoh tet, und kamend die 
von Bern mit ir paner und diser zug zamen by Undersewen, doch 
wards undertragen ungsehlagen im 1528. jar.^ 

Item die gots verleugnet zwinglisoh sach bat ang&ngen durcb 
prsßdien und trucken sioh üben, glich uff den grossen tod, so im 
1519. jar gsin ist 

Item Zürioh was dureh k&zer Zwingüs verf{irmig das erst ort, 
so abfiel« 

Item die von Meliingen band ire bilder verbrennt uff den osteiv 
abend im 1S29. jar. «7. um. 

Oueh im selben jar glich nach osteren hattend min herren, 
sampt den andren III Waldsteten und Zug so gross mäj und arbeit 
mit Bmngarten etc. ; und als die boten noch da warend, sind die 
parthien, nämlich die cristenlich und käzerisch (dann sy fast glich 
dennzmal starte warend) uff mittwuchen, des 7. tags abereilen, wider 
ein andren bewert und gerüst gestanden, und bettend ein andren 
gschlagen« wo die boten nit so erlich darzwiscben gseheiden und 
ghandlet bettend, und im meyen darnach hands ire bilder ouch ver- 
biait. 

Item anno 1529 band die von Bern und Zürich das burgrecht 
mit denen von Costenz gmacht und ufgiioht. 

Item anno 1529 im abereilen ist das burgrecht und landrecht 
zwischend minen herren, oueh den III Waldstetten, Zug und Fry- 
burg und denen von "Wallis widerum ufgricht und uff ein nüws be- 
siglot; dann Schwyz, Zug und Fryburg warend vorhin nit drin. 

Ouch im 1529 jar im abrollen ist die einung und verptintnus 
zwdsehend Ferdinande^ kttnig in üngem und Bohemen etc., imd den 
IV Waldsfetten sampt Zug uffgericht und beschlossen zä Walzhftt 
am Ryn und ward im krieg zu Bar wider zerzert. 

Ss^ hi^ mir gseyt h. Sehürman z& Sempach und ander ^ dass 
glich vor nacbgandem ufbmob, uf ein tag, als si zft £ilchbftl zidl- 
oben, kemend vogel-fiiege als dick, das man den himel, see, noch 
berg zft keiner syten sehen möchte, warte wol 1 stund, und werend 



^ Siehe oben p. 15. 
* Späterer Zusatz. 

3- 



36 

fast gstalt wie d^steinbisser, fliige ouch einer in dldlchen, dea fleugt 
SchürmftQ mit der liand. 

Item anno 1529 uff den Sten tag junii wottend die von ünder- 
walden iren landvogt Antoni Adacber^ gen Baden niff&ren, do äugend 
die von Zürich mit eim fenlin gen Muri in die ftyen emter ins 
closter und wottend mit gwalt d«ien von Underwalden ir uffryten 
weren, von wägen, dass sy den friden mit denen you Bern noch nit uf- 
gericht; das ward z& recht gsetzt; uff das 8chicktend minherren uff 
suntag nachts um das ein m stuck büchsen mit municion gen Hon- 
reyn, und ein züsatz ouch gen Meyenberg (dann die Meyenberger 
warend noch gar gut) und in dem zugend die von ZOrch gen Cappel 
in das closter, und enbuttend denen von Zug, sy wettend uff den 
4ten tag junii zä. Bar im boden by inen syn. Uff das mantend sy 
von Zug min herren, und zoch man us mit dem ersten fenlin (das 
trag Rudi Has und was Jacob Marti houptmann) am zfaistag 8ten 
tag junii um 11 in der nacht gen Büchenass* an das fkr und f Arend 
über gen Zug, und was unser fenlin am mitwuchen morgens um H' 
zö Zug,' und glych 2 stund nach dem fenlin zoch öuch houptman 
Hug und der panerherr von Meggen mit siner paner uff Meyenberg 
zu. Do das die von Zürch, sa zu Mure lagen , Vemamend, fluchends 
darvon am donstag frf\j wider gen Bremgarten. Und also lagend 
wir zu Zug, da schicktend die Zürcher Ire absagbrief den 5 orten 
(wann unsers fänlin, die panner von üry und Schwyz und ürsem, 
Lifenen und ein fänlin von Underwalden da warend) gen Zug, glich 
als man zA morgen essen wollt; die stünden ebeti schlarpf und uff 
das kam ouch die paner über Rüs zä uns; am samstag zugend wir 
hinus gen Bar im boden. Da schlügend Wir unser läget*. Atso 
rittend darzwischen die ratsboten Von Qlat'is, Pryturg, Solötum, 
Basel, Schaf husen, der dryen pünte, Rottwyl, Costenz, Strasburg 
etc. imd brachtends zu eim friden und bericht, darunr dann brief 
ligend, darinnen ward ouch abgthan die vorgmelt nüw verdinandiscb 
puntnus etc. und kamend also wider heim uff den J^< tag/ julii, 
was Jobamais und Pauli tag. Es waränd uns« ouch zälsogm die 
fromen lüt von WalBs 400 stark 6tc. imd Warend dJe voii Zöreh/ 
von Muri gflochen, dass etlich das ir, als satel, ?:oum, harnisöbt etc.' 



^ Buonas am Zugersee. i . i f .. ■ / 

' Die Zeitangaben in dieser Erzählung sind genaner, als jeiie'^iii d^r ge- 
druckten Reformationschronik von Salat. Vgl. Archiv T, S21. 



1 1 



87 

dahinden liegsend. Luzi Schumacher ward 1 ritzoum, galt im 
13 batzen, und ein beckelhuben fand er im stall. 

Item anno prsedicto des leisten tags junii, was mitwuehen am 
morgen, gieng doctor Mumer hinweg. 

Item anno 1529 am 23ten tag ougsten schanktend min herren 
mir, mim Gabrielen und Jacoben das burgkrecht. 

Item anno 1529 ufT Manricii gieng Tschupp mit M. Hasen hiets. B«pt. 
im Hof z'kilchen, fftrtend ims am mitwuehen heym,* am frytag fca- 
mend wir Wider inhar, do was der fürlerman uff dem tum. 

Item amio 15 SO kam der general Heygret har, und uf Johannis 
Bäptiste gieng sie rechtshandel an;* zögsalzte: Schultheiss Hug, am-»4.jani. 
mann Amstein von ünderwalden, bed herren Franzosen. 

Luzern. 
Als der herzog Wichardus (der ist ein priester gsin) hat wider- 
um erstift das gotshus im hof, in der eer sant Marizen und siner 
gsellschaft, s. Ludigarien und aller helgen, hat er daran gen all sin 
hab und gftt vom Albis und Lunkhofen har bis gen Lucem, und 
gieng or in die stift und samlet münoh zu im, so vil er mocht etc. 
^d dis gschach zö. zyten küng Ludwigs, anno domini quingentesimo 
terclc' 

Demnach band zwey geschwisterge , nämlich Achas * und Ghriem- 
hilt all ir erb, hab und gut, quas in Ghrientes habuerunt, das was 
von der höchi der Fräomund unz an den see, und da dannen bis 
^mnitten in die Rüss dur um und um alles, wie das gnempt werden 
«lag, an das gothus im hof ganz Hey übergeben anno DXLIII in 
diebus Garoli imperatoris tercii.^ 

Demnach aber zwen brüder, nämlich Hegister® und Wittowo, band 
an das gotshus zä. Lucem gen all ir hab und gdt, so sy zä und 
um Malters ghau hand, anno quingentesimo XLY sub Karolo impera- 
tore.IILV. 



* Nacli Sarsee. 

' Der Handel betraf nicht den General Lambert Meygret, französischen 
^«sandten, sondern den König von Frankreich, an den die schweizerischen 
Soldner Forderungen ausstehenden Soldes wegen erhoben. 

' Sollte heissen 853; oder 883. Vgl. Schweizer. Urkundenregister I, N. 757. 

* Atha, laut Urkunde. 

* Ellier 881—887. Vgl. Schweizer. Urkundenregister I, N. 154. 

* Heriger. 

' Eher 888. 



L. 



38 

Item aber HI brüder Kybicho, Adker, Walker band dem götfi- 
hus üborgen all ir zügbörend gftter von Swauda usque ad rimul- 
cum,* anno quingentesimo VII, regnante Karolo III, gloriosissimo rege 
Frankorum.* 

Item Hartmann und Kmnolf band dem götshus geben den ganzen 
Emmenwald in die lenge und wyte eta anno DX dub rege Ludivico.* 

Item einer, genant Recho, gieng ouch iti das convent und gab 
daran alles, das er hat in Eüsnach, Alpnach und Sarnen und Kis- 
wiler anno DVlin\* 

Item ein burgerschaft zft Lucem warend zun selben ziten ouch 
gotshusiüt 

Anno domini 1347, am andren tag nach Martini,^ lieh her 
Friderich, fllrweser eins probsts im hof, h. von Schönenbül, burger 
zu Lucern, zft der burger gmeinlichen banden ze erb item die mü- 
linen, und mtilihofetet zu Lucern in der Rtts, item der gawertsobinen^ 
hus überein (das ist, do jez die apentegk stat, gstanden) tmd das 
rathus (stund, da jez Kochlis hus und etwan der rot gatter was). 
Item die zwo schalen' enet und hie diset der Rü^. Item den tum 
an der ntiwen brugg (ich mein, es sy d^r wass^tum gsln): Item 
den tum uud hofstat daran by der hof brugg, genaht Baiggarts tum, 
(da stat jez GWldis hus), den grund und den gütscb, und anders, 
das in die probsty ghort etc. 

Müligassen. 

Item, es ist statrecht gsin, wenn ein todschleger die stat verlor, 
so Schleis man im sin hüser ab, so er in der stat hat; stönd also 
ein artickel: 

Item wir, die burger von Lucern band uns um Arnolt Schärien, 
der Jenin Besserstein etc. erschlug, erkennt, dass man im darum 
sine hüser, die er in der minderen stat bat, nklar g^b;rocheja hat etc. 
und wenn er noch ein hus und ho&tat Ijtat,. gelegen Ja der;inereren 



' Rümhg. ^ ' • 

'-»'Eher 877'. Scftweizer. ürkundeuregistei* Iv No. 722. 
« Lies 876/ Ibid. I, No. 72ft ' - 

* Eher 881 — 887. Ibid. I, No. 785. 

* 18. November; die Jahrzahl ist irrig, dieses {Lehen WBurde eritieiU 1867, 
den 8. Nov. Vgl. Bürgerbueh I, ÄOatind Sagesser^s Reohtsgeisc^ L 464, Note 1. 

* Gawertscher (Gaorsinus), Wucherer ; Grimm D. Wh. Vj 878* ,v ) 
' ' Schal , Fleischbank. - ? ' . 



se 

«tat an der tündren ndüligassen, oben an dem mülitum etc. (das mein 
ich, minbus gsin sin) etc. anno 1S75.^ 

Item die vogty Weggia ist erkouft worden von eim von Herten- 
stein 1380. 

Anno domini ^ 1422 uf den leteten tag jnnii bschach die seblacbt 
vor fidldnzi verlor man bie 93 söidner und 23 knecbt, und by 30 
Söldner us den empteren,^die von üri verlur«id by 40, die von 
Huderwalden ob und nit dem wald by 90 , und die von Zug 92 Söld- 
ner; sust was von Eidgenossen niemand da, dann dis vier panner 
(denn dfe von Schwie stünden enet der Moys und lügten zu) und 
sind dis 4 paner mit eren beim kon, und bat der berzog von Mey- 
land, der da liend wae, ob 900 verloren.* 

Anno IMO .ia die Petri et Pauli verbrann die gross stat Luoem. 2». jonu 

Axmo 1590 die 31. augusti für Jacob uf der ROs binweg.^ Anno 
ttt supua in die nativitatis Marie redt icb vom Zwingli zu Solotum 
Kur kroDea znacbt m der kamer gegen Bicius Strälcr, gricht- 
sdiryber sä finden und Funk, glasmaler: Zwingli bete ein esel gbyt 
etc.*' 'W«5 by mir Hans Hug, Ürich Heinserli. 

AnüO' 1860 K& Engenden merzen kouft der rat ze Lucem die 
iBfitinen in der Rlk$ um XXXIII'' und XY gL von den herren im bof. ^ 

Item, darnacb kouftend sy von Hemigin Wagen ein mülibofstat 
um XX gl. und von dero von Bütikon, Clausen tochter von öundel- 
dingen, ein scblyffe um X^X gülden.* 

Anno domini 1529 um wienacbt uf 14 tag darvor ward icb 
krank am recbten Schenkel und an der band etc. und verzocb sich 
bis um pfingsten im 1530. jar, do leyt mich M. Gürat^ und M. 
Marti' in, da, lag ich 12 tag in etc. und der selben osteren, old im 
meyen spilt ich Paris trom!. 

t 

* Wes^Stelle^M'^em :&Hest6ii Bürgerbueh entnommen. 
^ ^ Mit Auisnahm« des dingekiaBUoerten fast bucbstäbUcli dem Bürgerbnch 
entnommen. Vgl. Gesch. Fr. XXII, 159. 

' Dieser nnd der folgende Satz sind später geschrieben. 

^ Vgl. hiezu fGA^end^ StelUe in BnUingere Ref. Gesch. II, Sa6: (Die fünf 
Orte streuten die Verläumdung aus) « der Zwtngly ^e ein diab, mörder vnd 
Htzer, als der zA parys (da hin er doch niekiun) eii^ esel gehygt, vnd habe 

ini £e«i» Jnd deiMlben gehept.». 
' '^^.Mmi Mrg^iiaoh eijbioflimen. Vgl. Ge9ch. Fr. XXil, iS2. 

^ Meldtet Gbnradf Hlaiiser,: Apotbeter. . 

' Gerichtsschreiber Martin Schryber, der, wie Salat, such Chirurg war. 



L 



40 

Im XXX*'" jar, uff uosur herren fronliobnaiM abend ist "keyser 
Carolas us Spanien zft Ougspurg ia gitfitan (des inritao^ icb ein 
copy bau in laiaer bibliateclc) uod uff mentag oeehst nach corporis 
Christi bat der richstag angfangen. 

Anno ISSJL ;s|nst|gs post.trium regum^ «was der 10; tag jenners, 
gab ich Caspar G&man miaer, flrowen hos s'farafto an cter n^GHig^sen 

um II'. XL gl. münz. ^ 

« 

Item m 1930. jar. büw maxi, Bansen im Sand von Hadly sin 
boupt ab ;^ü Hai^y, um dafi« er edn attiv orist und bandyt* was. vdQ 
wägen des , uf bruahs eto» uucl staektan sin bwifd uff ein shid ob^ 
uf den Brünig;^ da stünds efctlicb ^taig., und. darnach wards t^ dem 
nagel gtan, und ein kaiE • dairuf g9tecktv und der kaeen stedket ein 
Bem-0nf^ uoder diw. «ij^hw^iu^ im ars --f- us uJirsaob, 4a6S vor etwas 
ziten sol in Bernbieten an etlichem ort ein k&iorsditül gsin- ski, da 
was ein k^; ii^gry^tf ^ und weler die lausen^ ins arslodi kust, d^ 
wurde Y ß ms dar^kaapn ups« Bern münzf also seit man doi^mal.^ 

Awo. dpmini 1531^ nskentag.dw d. tag octobep«)> mg man uff 
die fryen empter, Ja(^ Marti mü »im züg^ jiinstag' damaoh' zog die 
paner gen Zug md 4er & oi^teu panner all ; aiq mittwcici^n^ mbr^n 
zugends uff Q^pel^ tate&d;Ufid gAwunnebd die 'sdi^äit geg<^ d^nen 
von Zürich, erscblji^genA.in^by. IßQ man, gwunend 18 stcKäcbtt^en 
und. der 2(ircher schUzQn.ffBin^, »iistlll zeieh^ eta Darvbr, ee toan 
uszoch, sach man all abend ein grossen cometen mit eUrymen eins 
guten ^pies laqg; ^tteh naoh pfingsten ward uaifö, deiä 6 orten '^ t)ro- 
viand ahgi^blagen, und wert tiis eod des Mkriege. ' * 

Df^rnaph am .24. tag oelobris M man: idie Si^Iadhi^ äd> tteiä-^ 
zingen. -• :. .: • . n . -f '■'.• ■' ■ • ' -' ■• •' ' -■ ' ' •'" 

^ Bandit^ yerbaimter, in dieser Beäeuttrag au^li bei Kessler, Sabbatal, 426. 

* Vrgl. die Fortsetzung der Chiondk -,d9e. Y^letius »Ai|9h^^ iiÄoSeJiireiz. 
Geschichtsforschei* X, S8S. .^ V , ». : 

■ eingertelxtei * ., 

* Ifi miWB BiWicÄh*.der S^^tiz. <6es6hi IV, iSO ist ein . feegister- 
b&chly uss den alten warhafiEtea Eronegken gezogen» litfs '<leib ofsten SÜfbe 
des 16. Jh's a^g^ef9)^ii.das :hi^ber ik]^nteti.heMchtet(S < iAd9 'erhAD ei^ch 
ein selzame^ kätzer^r vor Yixd in de^, j^tatt Berit^^/tiiolUieivfl ißii), ){atfja|^<^ä 
wan sy bett vnd opfer verbrachtend, so kusstehd.sy die k^^ fi^ 46^',&r^d|;^^- -. ■> 
nach ward man der sach innen , ward abdon, m&sstend SOÖ ihr. zd bäss genn.» 
Auch Bullinger im lY.Theil seiner jE^t' Chronik sobi^iWi vettiflieriBeilieffiK^ze, 
zum Jahr 1531. Ausg. v. Hottinger und Yögeli ^^..AMoi'Sal^-Gkrofii 



41 

Uff Ottmiuri ward der frid mt den Zt&chem g^acht zu Deniken i«. not. 
in Z\iger pjet, hie 4i8eQd dmr Sä. ^ 

Darnach zic^tags ^naefat Vor Eaterine ward der frid mit den^i. kot. 
Bemem gtnacht. 

Item donsbaga vor EatidBe .kam man mit der paner heim. 33. not. 

Fritag deir 6, tag OKrtoi)ris amio 15S1 ward ieb grichtschryber 
4ind zinstag vor Lucise erstmals fUrspräch. "• ^•^* 

Item^ anno i55i uff Leo bapala tag, wafi frytag der Id. tag 
aberellaa leit maifc mich in wasaertnm von mie spraehs wegen, der 
tanngros geheissen, da lag ich inn bis am mentag, nämlich 70 stmi- 
den; haad v^pg&t, demi mich fanügt woll 

Item im IS 32 jar, als her vogt am Ort houpto^ann zft Sant 
Gallea^updOiswald Teek^ ^er tedater man, am wegis us ins seh we- 
hers hus zhus was» büw er, Oswald, sin wib Ifai^reten am Ort 
ztod f^ytBg. morgam um.. das ein, was der X'' rittem abend, wannu. juai. 
Peter Sc|i^^, eiins berrea snn von Eich,^ bi iro lag. 

Glich darnach am eim meotag, was der abend visitaeionis Marie, 1. juh 
anno pr^Bdicto, biäw derLemman von Zug sin wlb oueh ztod, dans 
im I»:i!il, daim $y bat ekb OHch lan ofiisntKch schürpfen; 

In diesem jarerWard onch Peter Mattmann zö Sursee ztod ghowen. 

Im qbgemelten , ISSä. jar ward aber 1 todschlag um pflngsten 
vollbracht duirob ein^ faiess der Bren»^, gscäiach in der krop%assen, 
fand eriö bipa wib. ■ 

Aber ^m «pfi^agsten im gemelten jar ward Jörg in der Ow er- 
stochen im Entlib&ch von eim toiiben mentftchen von Fryburg, hiess 
Peter Emil, dar wind g»fang!an, lang getttmfr und im EntlibAch ftir 
ein landtag gestellt, da dannen er ledig erkennt. 

Aber ein todschlag im Entlib&ch. 

Item aiber mi 4»ds6hlag zä Wimken, darum ein laudtag vollfilrt 
zft'Tri^gen, was J. G. Sunnenberg* der degern für^prech. 

Item aber in dem jar, uff Martini stach Hans Aregger Hans 
Rudolfen Bader z£i |luswU und am dritten tag starb er; landtag 
meatags nach Martini. is. not. 

Item mentags nach Martini morgen um ftlfl stffes eft toube kü 
vor dem fritschi den Schwahi, h. fenrichs von Meggen kpecht, . dass 
er um 9 ein lieh was. . ,; ,.- : . ,• • 

* Söhn' ^69 ^Pfarrers iö Elch am Sempachersee. 

• -■.•/■'• 

' Junker^ Caspar {3onitettl)erg. ^ 



n 



42 

Bodem anno uff sant Martha, was der 27. tagjulii, kam nachmittag 
ein Wetter mit hagel, doch nit gar vil, und kam ein wasaer entweris^ 
dabar gegen sehulthess Hingen gut bi Kriena, über den berg harin, 
gan^ uDgslüm^ daß in Eriensbacb sich zütrAg mit grossem scha* 
den d^r garten und gAter den . obem grand fib; m^i den ateg 
vors henkere hus, den andern ob dem gr^del,^ den grendel ein teyl 
(wenn er wae nit ufzogen), den stäg vor der badstuben,. die Krien- 
bach brugg vor Hans Kellers bn^garrdeu' stäg sampt eim grossen 
teil der muren und garten bi Bat Sofaürpfeii hus etc. ,\md< ward 
der burggrabeti alla v^l, dass man bim zoifaus das müi'li abbrach; 
denn das wasaer lüff über das mürii us , und . fleng man fisch mit 
bärren* uff der schützen matten etc. 

Praedioto anno uff. unser kilwy, was. donstag der '3; tag ootobris 
(als der bisQhoff Stmhis voa Yerulan im fryen bot lag) wurde berreo 
meyster Hieronimo Merck, sant Joannis ord^ns commentui:* zd Hoch- 
reyn und Heydenj siae brief v<m g»m(eltMn biscbof, dssser wrs protho- 
notarius undiQomes palatinus, also, nam ers fröüQh an^ .fiir heim» und 
der necbßten mitwu(jben darnach, .dem 9. tag ootohrfef w^^ er ,m 
lyeh; got sig im trülieh gnedig .und barojherzig^ .und. wa^.dis m 
tittel: Magister Hieronirous Merck, ordinis hospitalis S..4ob8^is 
Bai^iste Hiarosoltei^toi, apostoliee: e^ii9. gratia comes / palatinus ac 
prothonötariu»» comendjftor. do^iiikus fHpobjreyn et jReydpng dei* minder 
titel: M. H. M- ord(isSs) S/J. B. oomes palatin»us et..pro^<>notarius 
saoro palftoie; etOi /. . j .^ ; =%. 

12. Febr. Am sclbeu hüpschen : aiftstiag tatend ba, mir ein . id:^n;(^4:i .saba&er 
von Reyd«!!, br. apt von Miörli*,h. ,com» v^on Hwjreyn* -. 

IS 8 2 «ach man aber ein cojnete», .dem vorigen .{an) <glfch^ im 
septemter und o^t^ber, alw der tem aH morgen zwü^cb^d 4 und 5. 

Item aber im SSten ,jar ein cometen gsehen all nacht, ijm 12 
inf. der-toÄcbti, dem rVprig^Ui.gUpbv ^^^ jumo; upd, inl)f euch 

-eelipsia iitoebin« augwijlte*.^ /■ w^ , . --. .... ..■..; -. ,. ; . 

^ Grendel, Wasseithor, das Thor gegen die Seeseite, das de^ Scniffcfl zur 

Eihftihft dient. ' ' ' '■' ^ "•'^'•' •'■-■■• - ''>•■'••: • -■ - '•-. ' r • 

^ bore, Fischernetz, i- « - : i .. ;.•: l ' :.; '•:,: -;t; . ' 

* Laurenz von Heidegg. 

* später geschrieben. >.,,.],. . ^ » 



48 

Item mm grosvatter ward erschossen uff Ottmari Vön ^m ab i«- »<»▼- 
GröniDgen by BodmeD. 

Item im 15S2. jar vielend schluce^ zu us tagen erst in aller 
Wfist gar mechtig, und die hend grossen schaden tan hie mit vil 
Tortechli und an ettlichen orten hQser, geb&w, boum und mectatig 
vü winreben; darnach !m summer kam so unbiUieb tU mOs, dass 
si düs kern und saat uff den yddem aassend, dass an mengem cri 
nie siehlen in ettlich acher tragen ward. 

Item anno 1532 gschach ein todschlag zft Engdbei^, und uff 
St. Sebastians tag im 88. jar warend min herren und der Schwyzer •*^- J*^ 
und Underwaldner botschafter da inn im clester (dabi was ich) und 
verrichtend die sach. 

Item in der wuchen vor Sebastian obgemelt, seiilAg einer sin 
brflder ztod mit eim spair^ im Lutertal in Willisower ampt. Mes- 
send die Bircher, im 1588. jar. 

Itesn nach dem XX. tag im gemelten 83. Jar stach Caspar (}yger is. jui. 
(was erst grossweibel worden) wn goldsidmiidgsellen ztod, nachts om 
eBe 2 vor der TVintergerstin hus, der was under Erdfbrt daheim; 
Melt tnan ein landtag, ward Caspar zdm todschlag bekennt und 4stat 
ttRto ertc. 

Item aber eodem anno (15)88 im homung tew einer zft Wilii- 
söw, hiess Uli WÜli, v^ der etat Mnen ztod, der hiess Franz TrOsch. 
'- Abek* eddem anno im homung ein todscidag in Ruswii ampt. 
Eodem anno am osterzinstag hüw Ludi Karrer Daniel .Schtoe,"**'"^ 
was dei* Spfeei*m man, der etarb uf Jeory. u.avm 

Von frös^fa fEQd' ädiheggen, so Heini Ritter gseb^ hat YHit Pauli 
i)ekerühg * ütid am ^ödiö-mentag, 24. fbbruar, hat es tonneret; ward 
gär eiü'Msisei' sufiämer und nach pßngfsten eehirytt es iimn^Hiar 
im ptg. 

Boctor FVidli suspensirt vom prädi^ren (hier eingesciiobe&c dass 
niemand kein glüpt brechen sol, noch sich erhMüen) und kbt aber un- 
Iftng darnach, denn M. Iheronimus was nit me, denn 7 tag protho- 
notarius und comes palatinus. Item herr Alexius wots crütz annen, 
starb ^^Id; item her Hans Leuchli kam ufs hus Reyden, ward er 
blind an eim oug, und starb glich ; h. Hans Ferr ward comt(ur) z'Hiz- ""* 
tilch, was jar und tag krank und starb bald^ . w. hot. 



( _ t 



1 c 



Schlössen, Hs. schuce. 



L. 



44 

^ 'Anno 1558 gieng min IMier vatter uff und nider etc. wercht 
ouch all tag und zinstag, äer 6. tag meyen am morgen um 6 stünil 
€P uf, gteng bifl an d'kamerstägen (tA Sursee in sim hus) ; da ruft 
er der Etssbeten, die ffirt iö in d'sluben, satzt in ulT den sässel^ da 
starb er; got ey im gnedig und barmherzig. Damalen was ich so 
kranic 2um: liärMn, äeyt mir gfatör L. Z., dass ich zA mir selb sota 
sorg han jirUoh uff ustagen. Dann die nalur dae an mir gwörkt 
bette, um die zit mins vatters tods^ dass ich (alls im glich iu der 
natur) des^ HÄtUrlichen sehmerzen und- wee hätte liden müssen, und 
^ metee mi6b, oäeh (so die üitffifties töds kumen) in zit des 
awyen odai? Hstägen sterben müssen. 

Item als dann die gierten schribend Ton jedem 7. jar menfsch- 
lichs alters, ml mich ttincken, dass ich eben in disem jar erlebt 
hab zum 5ten Wal das ?., tiSt 85. Nach schwerem anliegen "und 
endruög mir zugestanden. 

Aimo 1BS3' uff Gonradi Änd nmn um mittag arii sinnistäg by 
dör metxlg em kindli, hat ein böswtchtiö (als man achtet) untouft 
ertrenkt, aber es lvard nit bsunder nachfrag darum. Anno 1554 
wurdend noch zwöi tote kindft in der rtis funden, und als um pflng- 
sten statschribers die gros tochter kindet, das kind gern verschleikt 
hat, wan si Hess es in einer zeihen zu touffen trägen, ward ein gros 
murtftlen; kam an min harren, der vorder ftindenen feinden eins war 
ouch ir gsin.'* . ; ^ 

Armo 1S38' circa omnium sanctorum büw eitier ^on Malters 
(was toub) sin wib ztod, man fleug in, fÖrt iii har in turn, da lag 
er lang, und im toubhüsU; bis sich fand, dass ers us töübe tan hat. 

Anno 1584 circa triura regdm schlug Toni Späni us Boten- 
burger ampt sin wfb, darüber lags tibernaclit dauss, gieng morgen 
gen Meggen har (da si dienet), ward krank und in derselben nacht 
starb si; ward er gfangen, lag im turn. Der ward übergfürt* uff 
21. Jan. Agnesö, was mitwuohen, und nfechtig kalt, hie im hof zwöscheiid 
pfaff Hubers und der chorhem hus, schwur er, aber es kam kein zeichen. 



* Randbemerkung : Obiit pater carissimus meus, er was uf ein türaer fEur- 
nier) gsin z& Stnggart ; ich acht der gsin anno 1464, ^y etwan di^mals 16jädg 
gsin, so ist sin alter gsin 84 jar. 

* dessen. 

" Stadtschreiber war Heinrich von Alikon. 

^ lieber die Anwendung des Bahrrechts in dieser späten Zeit siehe Grimm, 



4S 

AnnQ 1534 nach wienacht und etwan 8 tag darvor flengs an, 
und ward mechtig kalt» dass der see gfror, dafis dm» wegen ^ müst uff 
dem See bis in triecbten,^ und wäret die kelti ettwan ein manat. 

Demnach kam gflt fyn wätter, troehner hemung, merz und hal* 
ber abereil und uff Harci, was 25. abrellen, kam ein rüobe, faatt seh 
all diiig ganz schon erzeugt und sehier yerblOyt, dafis es schaytt 
unz gar in boden» imd bös rifen kamend, dass vil teil der fruchten 
erfror. 

Anno ut supra, uff den abend annunciacionis Marie, in der nadit t«. Min. 
um die 2 viel die probsty in und herr probst Bodier im bett gedeckt 
mit allen dingen abbin in d^gassen, die hinder der brobsty uf gatj 
imd alle träm und laden uf im abbin, sampt dem gemOr und allem 
wüst, da man in gar kum lebend fürhar bracht 

Als Ennius Verulanus' hie glegen ein zit, ouch Leonardos 
Aretinus, ein ofBcial, keyserlicher Apostolität bottschafter» maobtend 
sy ein anzug an sich und tragend an ein yereinung mit bilpstl. 
heylikeit und 'kays. Appst und die 5 ort machtend zwo partyen ; denn 
die kjilngisch was vorhin, so machtend sy die keyserisch, und war^d 
nun bös wider einandern, meret man im 1533 jar nöwen^ im herpst 
und hieltend ein gmeind in der Gappel, da wards meer ; mit dem 
%st und keyser, sampt Yilen italiänischen ftlrsten, ouoh dem her- 
^gen zu Meyland verelnung uj&ürichten. Zületst für Ennius, vom 
bapst abgfordert, hinweg, und seit man, er het sin kein be- 
zieh j5^lan vom bapst , gstfindeod doch partyen also, und uff wie- 
nacht schiebt der keyser siner parti jedem zum, guten jar, ncieh dem 
I er wa3, by dem minsten 2 r(heinisoh) gU ; gstünd also. Do wot fch uf 
I Ostern bistoriam Judit §pUen, aber sy erwertend mirs mit der keyser- 
I ^hen party,, \7arend ouch die geltkarteu des spils geschmirget. dass 
si schier tatend, als begertends an die andern ein vereinung. 



I 



deut^cbe RechtwUterthemer 9H. Der von Grionm tum AnsikelmB Bamerchronik 
zam Jahr 150S angeführte Fall findet sich an^führUcher hei Petermann ^tter* 
lin (1807) Bl. 122 u. ff. 
\ einen Weg öffnen. 

* Diser see hat die gestalt eines kreitzes, welches man gar schön auf dem 
Driefchler sieht (also heist das ort des sees). S. mein Programm, der Minorit 
^eorg König von Solothurn u. seine Reisebeschreibungen. 1674, p. 13, 

' Der päpstliche Werber Bischoff Ennios von Verdi. 

* etwa. 



L 



46 

AJßo tribends ir sach flirer, und was die kejsersda pacty uod^ 
bunder ten die grösser, und übermeretend min berren die rät, .und 
als die boten gen Lyon grittenum 1 pensiim, um. wiemiiGht wider 
kamend, was der ansehlag mider den bunderten mit irem anhange 
man m&sste pension glicb under rät und hundert teilen etc.» liess 
sich die moh ganiz ungßtallt sai (als Hans Russ but krönen zA mir 
seitt). 

Und uff Johannis zu ^ienaobt anfangs 35. jars^ ward Heinrich 
Fleckenstein acbiiltheiss mit hilf deir keis. party, wann das selb spil 
alls durch in ghandlet ward, (me darvon söch in ufzeichnungen 
anno iS36.) 

Anno 1534 uff dem nüwen jars tag enstach Alexander Schifli 
Hans £aIchoSher zu. Sohwyz, über friden in sim eignen hus, und bat 
£alcbofners i^ow gseit (die d^n am bet lag, in der nebendstubeo, 
die tür offen stund, der man mit eim Uecbt in der stuben was), dass 
vor Alexandeim in stuben gangen war ein man, ganz sdiwarz be^ 
cleidt, den si nit bkennt bstt, sah in ouob nimmermee, als do Ale- 
Stander im man ztod büw, und band ir beder kind ein andern 2& 
erben und rechen von fründsphaft.* 

Item im 1534. jar suntags, was dier 7. tag junii um 7 nach dem 
naohtmaL, büw Marti im Hof, underschryber «ü üri, den amann Tro- 
g^ ztod, dass er grad uff der waldstatt bleib ; ward darum die saob 
betragen; ane ein landtag, daias Marti & jar sölt das land midcpä, 
20 gl. gen an oost^, und bsalen dfir armen sael ein ewig liecht, 
imd damit büsst bau, und wie doch der aman ein hOpsch, redlich 
CQStfry,* frtintlich (mit jederman) man was, rouw er doch gar nie- 
mand, (ane sin f!rUiad);.was ursaob. sins. froawon sohendans, deshalb 
er niemands eren verschont, sunder mencklichen gelästert in wib, 
töchtern oder sobwestem, d^co er sich dann ouch etwan menger, die 
sins willens gar nit faren wollt, öffentlich berümpt, und schaut (nit) 
uf trab ;* denn im der eilend tod ungebicbtet und (on)* verwarung 
der h. : sacramente zukam, mit wenig röfwen aller weit; denn Marti 



^ 27. Decciuber. .Also begann man in Ladern, damals noch das Jahr mit 
Weihnachten. 

' Vrgl. Osenbrüggen, das alamannische Strafrecht, p. 80 u. f. — 
■ freigebig. 

* achtete auf keine Drohung, nit fehlt. 

* fehlt in der Hs. 



47 

in oudi domm «rstach, dass er im bi änet sdiwester etlich btnkar- 
im gmacht hat. 

So hatt houptmaD Ürich HOsler äüig ooch von einer frowen 
m spnmg tan, des er stail), aber ling vor dtser ät 

Anno 15S4 uff der Littower kilwy fiel Yogi Hasen ein kind, hiesB 
Jaoob, zom fen^» us in d^ baselstubm zum rttesü barab uf die 
bsetzi, starb' doch nit 

Amio 34 uff assomptioiHs Marie erstach Jost Meyer ein armen is.a««. 
koler; was der kmdtag z'Rotenbnrg, donstag nach Maorietam. >». s«pt. 

Dff den selben donstag im nachtaul kouft ich Heinin Ritter 
sin hus ab, das wott mir Posch abzien, mochts doch nit und bsohah 
der kouf um 285 gl., die SOO verzins idi jSriieh uff Michaelis mit 
10 gl. Zoch harin uff mentag (lag die erst nacht hinn mentag znacht) 
vor Simonis und Jode, was der 26. oetobris. 

Item anno 15S4 uff sontag nach Leodegarium kam so unsag-«. octbr. 
lieh vil vogel in d'stadt feil, dass man ein riedschnepf am moi^n 
um 16 angstOT gab und vor nadit &nd man einen um 8 a(ngster) ; 
meint man, es wer wol 1 mfittiger sack^ vol vogel den tag ver- 
kouft 

Am hüpschen zinstag zugend min herren um im hamischt und 
was in der ordnimg 600 man, ^t schön ufgebutzt und mn des min- 
dern gschrey und costesis willen ladend min herren ir empter nit, 
die wurdend z'rat und kamend selbs alle, usgnomen BQren und 
Merischwand und zugend in am mentag vor dem umzug an xvm* man. 

Samstags vor Smcmis und Jude, als Schultheis Hug kam ab der'«* ^^ 
Gisikou brugg um 4, reit darnach gen Kri«i8 in sin hus, suntag 
morgen ward er krank, dass man meint, er hetts blatt;' dann im moht 
kein aat werden. Also treib er es den ganzen tag, gieng wider und 
ffir, unz am 10. in der nacht, da starb er. 61ich nach dem 7ten 
kam er gar schinbar zu Bemharten und siner fh>wen ins stObli in 
sim hus in becleidung, wie man in in boum' gleit hat 

1534 als herr Hans F^r, oommentur z'Hiddidi hie lag ins 
Sattlers hus und sich liess artznen (ein doctor, der kond gar nüt mit 
der gschiift) kam ich zfi im uff Ottmari, um's nachtmal sas er uff it. kot. 



^ einen Scheffel haltend. 

' Geschwulst des Häntchens unter der Zange. Stalder I, i8S. 

» Sarg. 



L_. 



48 

dem bett, bot mir d'hand, und redt mk mir, und ee es wider tag; 
ward, was er tod. 

S.Kot. Anno 1SS4 suatags vor Martini e&Hoohdorf in Heini Wirtzen 

hi28 im schlaftniDk ward ein rumor, da was Hartman, der rebman 
zu Hobreyn mit 2 Ztirchem, warend sine knecbt und was Hans Wyss 
Ton Qttenbusen, an die kamend die Stiober zu Nunwyl, S br&der 
und der vatter; die wurdend gstocben, der alt Stieber und RAdi sin 
sun, bed under*n nabel , bOs stieb , sturbend bed , der vatter noch 
der selben naht, imd RAdi under den 8 tagen; wurden Ka^tman, 
ein Zürcher und Hans Wyss gfangen , in meinung, si werend schuldig 
an den todschlegen, «und als das in recbtvertigung kam, (kam)^ es 

2*. Not. dfl^zA, dass man si überfürt* uflf St. Katrinen abend zu Hodidorf 
under der linden all dry, aber es fand sich kein zeichen ; f6rt maus 

27. Nov. wider inhar in tum , und fiytags darnach ward die saeh usgmflc^t, 

dass Hartmann und Hans Wys allen costen abtragen mftsstend und 
Hartmann miner herm gricht und piet verschworen was.' 

(Anmerkung.) Wie obstat, dass Hartman miner herren stat und 

29. MKr». land sot miden, kam er im 85. jar am ostermentag gen Hochreyn, 

wott da ostem, als er euch tedt; und als er uf den abend abbin 

gieng, hattend in die jungen zwen Sticher usgangeto, * und stftnd der 

jüngst an in, hüw in ztod uf dem feld under Honreyn. 

Anno 1585, als miner herren empter ind mäs kon, wie obstadt, 
hattend min herren den emptern allen under rfnander zö teilen 
1000 gl. gschenkt, da kouftend die empter t ochsen um 42 krönen, 

28. Dec. bracht(mds uff den kmdlin tag, und sohanktends minen herren und 

darzä 20 gl. den wibem in de^ stat zu verfasnachten. 

Anno 1885, samstag vor purificationis, was der SO. tag januarii, 
schwör ich d^ grichtschryber eid, las in Gabriel;« vogt Ölesti?, 
ratsrichter, gab mir den eid, des form stat bim gschwomen brlef 
in pünden. 

Item min stüfeun Jacob kam uf der kindlintag uff eim scUitten 



^ fehlt in der Hs. 

' d. h. über die Leicbname. Siehe oben. 

3 Eine Kundschaft Salats v. Sonntajj vor Martini 1584 über die Etmordm 
der Sticher ist im Staatsarchiv Luzern. 
* aufgespürt. Grimm D. Wb. 1, 872. 
^ Zargilgen. 



49 

"9^ Bi\akUeli , Ibbi; Ters^;iiet in Cristen £olb, der seit, er wer 

Ferhext 

Uff dem saut Jobannis tag: z Vienacht ward Fleckenstein schult- ». D«e. 

, . ^ 1584. 

neis. Uff der tagsatzung zinstags vor inrocavit sass ich erstmals «Febr. 
bin eydgnossexu 

In der wuchen zwOschend reminiscere und oculi hatt der herrp**^;;^!: 
von B&chery ^ 1 kessler ztod ghüwen, da upd enent der Oisliken 
brück, enent dem marobstein in M^i emptem. 

Item am hoben donstag schlug einer, hiess Bernhard Stocker 3». lu^ 
zu ^'V8ggiB, sin liplicb fatter z'tod. 

Anno 15ä3 sind vorhanden gsin SOjäbrige schiter by amaun 
Schvrenders hus, item 1 scbiben salz, ist vor dem Schwabenkrieg 
inkoult, hat ein pur um Hochdorf, ist aber nur ein sälisleib oder 
schibli. Item am anstos, da unden gegen ^Bempiet zA, ein casten 
mit kom, ist im heissen sumer gwachsen — ouch zu Sanen 2 sanen- 
käs sind 60 järeg. 

Anno praedicti), uff Krienser kilchy^hi, 35. abreiten, erstach 
Bläsi, scberer, ein Schererknecht, im frowenbus nachts.^ 

Anno 153S, uff den 8. tag augusti, was käwi zliittow, stach 
axnmann Wys von Ottenhusea Jacoben zur Eandlen ztod in sim hus, 
was der landtag donstags vor Pelay. "•<>«*• 

In Rotenburger ampt 9 todschleg. 

Anno 1$34, circa Mauricii, ut supra, erstach Jost Meier den £oler, ». sep«. 
die ^wen Stieber Hartman, von Sticher, (I) Sigmund Bär von Hansen von 
Waltwyl mit der fust erschlagen;^ im 35. im brochat (hat) der ein kouf- 
man den andern by rotenburg umbrocht»^ Hans Wyss Jacoben zär Elnd- 
len, und Bastian Eosling sin wib und Clausen zum B£lI. Eeein jar umb- 
har kam, uff suntag nach Litower kilwi, ward der landtag ghan Ba- 
stian Kisliugs, donstag post nati?itatem Marie, daran min herm vil sas- •• »«p*- 
send; es clagt Clausen zum Bül fründschaft und von der frowen wegen 
nieman; da es an d'houpturtel gieng, wotend die flirsprechor die sach 
mit urtel für min herren bkent han ; da bgert der landrichter, sich 
mögen ze beraten mit minen herren, und müst man den richter mit 



^ Hans Huber, Pfarrer in Buchenrein. 

« Im Luzemer Umgeldbuch 1585 , Samstag nach Pfingsten : c V /? todten- 
greherlon des entlybten scherers halb. » 

3 Rathsprot. XIV, n\ n\ 168 ; u. ibid., 161^. 
* Ms. im brechet. 
Baechlold, Hans Salat. ^ 



50 

urtel uf und wider nider bkenneD ; wotend min herroa d'sacb nit laa 
für sich bkennt werden, sunder sot da ein entliob urtel ergan, d^ 
nun gsach; die urtei aber, so da gieng, tunkt min berreoi zö lugg; 
da zoh der landriohter (vogt Hünenberg) die urtel für min berren. 

1586. 

Es was vor jaren barkon z& ross us • niderlanden einer, nampt 
sich Hans Selbery3ten, yerkouft $in gul, nam sieh an z& büjssen, und 
sucht ein öde statt im H^giswald wol binder Eriens, in März Heu- 
bergers alpen ; fleng an, und hielt sieb selbs hert und fürt ein gar 
geistlichen schin. Im 31. jar zog er mit uns, kam an d'Capßelschlacht, 
und als er des viends ansichtig ward, hat er zi gott gerüfft: 
herr, sende din forobt in das volk I Zoh dran mit eim seblachtschwert 
und ward übel wund, man f&rt in heim, und nam die ab Tberg zur 
trüw in in ir hus, tet im gar vil gftts; demnach kerl er wider in 
wald, las und schreib yil bi deiner narung^ treib, sich selb, bäte 
gern die zwinglisch sect widerfochten mit Schriften, was aber kein 
grund noch sundrer verstand in im^, (dami ich han sin Schriften all 
glesen) in summa, er mäht sich selb toub, kam abhar in d^statt, 
schrei und tet, dass man in in ysen leitt^ die aret zu im giengend 
und ward wider grecht als man wand, lieber etwas zits damaeh,, 
als er aber in siner herberg da oben am berg glegen was, hatt 
man im gelihen ein bibli und sust hüpscher bücher^ die verbranat 
er alle und kund er um wienacht im 35tan jar abhar und we^a aber 
toub, dass man in in ysen schlug, dan er üb^us s^am reden treib, 
und nämlich so liess er sich merken fast brünstig und bette gern 
wiber ghan# Uan tet im aber sin rat an, bis er wider hupscbUch 
tet; liess man in aber gan, zd. sinen ufenthaltem in der statt wider 
und für; da gieng er schier wider ufbin in sin httsli. Über etwa;^ 
zits verliess er sin wonung, leit ein schrift üff sin tisch, gar selt- 
same Inhaltes, jetz mit, dann wider di« nüwen sect, gar schüzlich 
ding, gieng also us dem land ein unlang zit; zoh wider und fOr 
(er hatt euch allwegen von anfang bar ein subern geist, trfig ein 
wis^n rock, merteils wis hosen, und die flu punden, ein hüpsoben 
yseograwen hüt, sin bar und hart gstrält ganz subers dings) und 
seit man vil von im ©to., oudi wie er ettlicbe rlohp ftouweiii.,W' 
im bette •— treib sin vagieren nun aber also, tok wider ..und fUt> 
jez m d'statt, dann in berg; und im winter^ der dann fast kalt was, 



J 



Sl 

de« 35tea Jars gieng er aber in sin bflsli im wald, bleib da bis um 
liechtmSss im 36ten jar. Nun was ouoh in der statt ein armer, t. Febr. 
torechter, sinnloser mentseb von Schwüs, hiess Peter, der euch sin 
wonang (als vfl andrer arm«* und torechter lüt roe) in der ab Yberg 
hos hatt, und i^as diesem brAder im Hergiswald (also nampt man in) 
gar härzlich viend. Nun zinstags^ der 8. tag homungs, kund der 
brüder harab in d'statt, trAg mit im ein trumm schytt, er hat ouch 
ein harpfen , und gat des nechsten in der ab Yberg hus , fi*agt si : 
Schwester, vritt mich beherbergen! tratzlich. Sl ersohrack, gab im 
frflntliche wort und mäht sich von im us der stuben abbin ins bus 
iD stall. Da was der arm Peter, und tet höw inhin, sprach sie zu 
im: min Peter, gang nienen bin, der bröder ist kon; wenn er mir 
etwas tfln wett, so ruf den lüten oder hilf du mir! Indem hat der 
brftder sin IiAt und rock yon im tan, ist binden an der frowen im 
stttl, wie si mit Peter redt; erwOtschts in d'arm und wil si Oberringen; 
so feilt der arm Peter an brüder, zart in von der frowen, dass si 
enlran, und lüflF zu Jacob Martis hus. By dem assend gut herren 
imd gsellen; klopft an und ruft um hilf, der brödw war da etc. 
Under dem hatt der IjrAder mit eim tolchen, den er aDweg an im 
trög^, den armen Peter gstochen, louft flux in d'stuben, leit sich 
wider an. Indem kund Jacob Marti louff(»i, und mit im sin knecht, 
vogt Meyenberg, houptmann Hunkeler, Mang von Wyl, derrätin; so 
kQnd Peter us dero ab Yberg bus, zeigt inen, dass er stechen wör, 
falK an Jacob Martis egg nider und starb von stund an. So gat 
Jacob Marti ins hus ab Ybei^, kund der brüder gegen im, (meint 
man, er wett hinweg sin) und spricht zö junker Jacoben: wän su- 
chend ir? Er andwurdt: dich, dass dich boz marter sehend! Sprach 
d^i' bräder: boz marter, ir mftsst mich finden I Indem zuckt Jacob, 
so springt der t^der ein mecbtig Sprung zA im und sticht in mit 
dem toI(4ien glich ob dem nabel in lib, dass er uf d'knüw nider sank; 
^ löuft Junker Jacobs knecht (ein guter, fromer gsell, frömd, aber 
lang hie gsin) zA, schlat mit ein^n biel uff den brAder, da moht 
^ im nQt angwinnen, so dick was der hAt, mäht im doch so vil 
^schaffen, dass der brAder vom junk^ kart an knecht, gab dem ouoh 
^ Btk^ lunden zum harzen, und eyn davomen. So ist noch da ein 
fi^otner,' scdilecht^, erbrer man, so im Hergiswald uff junker Jacoben 
gfrterfl saS) hat wü) imd kind, genempt der Q&tzi, der ouch dem 
brftder Weren wott, sohlAg uf in; den stadi er, dass er an der statt 



i 



52 

starb. In dem wil Hunkeler an in; so tiSt der brüder ^in Sprung 
nach im, wil ouch den tolcben in in schlan, do fiel Hunkeler im us 
dem streich, so ist Junker Mzng von Wil da, stosst sin rapier in 
brüder, zA einer sHen in, dass er eaent usher gleng. Do fiel ^ 
brfider, schrei S mal: Jesus! und starb oudi. Also Yergrfib ma» 
die zWen nach crist). Ordnung, Jacob Marti und sin biecbt f&rt ma& 
heim, band und versorgt si; den schalk$br&der vergrub man zum 
galgen etc. 

Des sdQ3igen morgens band vil fromer Iflt aBentbeall^ ghürt eis 
getön im Hergiswald, nit anders, d^n man ettwan menge cartoDeti 
abschlisse.* 

■ 

Anno 15S6. 
13. Jan. . Donstags post Valenlini primo sedebam in concilio apud minores, 
8. Miir«. mitwuchea post Fridolini primo in consißtorio. • ; . 

8. Mai. Eodem anno uff invencione crucis hüb ich .gfater Jos Küfers 

sin Helenam us dem touf, mit mir Mar^tz Glos uu4 Melcber Erep- 

Singers flx)w. 
21. Juli. üf sant Maria Magdalenen abend warf Uli Scbnyder eijci .diieDSi^i 

knocbt herr schultheiss Fleckensteins, was us dßn pünden, mt eiöer 

schär in d'lii^g siten, dass er 4 stuqd ein lych was — . hielt wm 
10. A«g. den landtag um Laurencil und ward Uli fry von 'm bkenaat ane all 

entgeltnus. .... 

Als ich min cronik usgmacht, den . 3. lendern, di^. ipen übörant- 
28. Juli, wurt, han ich fry tags, nach Jacpbi minpn hef^r^ dip JU* oucJivPrä" 

sentiert, da wards meer, man sot. mir 10 kron€in druiw gjep, 9b&: 

27.Dec. uf Johannis evangeliste kunt ich wider JEÜr, 4a gabpnjcls ii{ur 20 kr. 

Circa augustum obiit doctor Erasipus ßoterpdaaiu^, Ba^Q^« 

ibi et sepultus est.* 

Am 26. tag ougsten hftb ich gfatter Bastian Harnester sin sun 

US touf, nanten in Joannem, hüb in mit mir der büchsenschmid 

von G51n und die all: Zasin. ' • • . 

2. Sept. Samstag znacht nehst riah'Verene, müst ih' mih in rnSn^r taf" 

mer eins bftren erweren. Mari hat ein' jungen baren in der iÄätl Uöd 

stÄnd ein leiter an' mim tah, die stei^ er üf eihmal bii ämi tilh'»' 



1 Diese Erzählung auch bei Stumpf VII, Cap. V. — Vgl. auch IToltinger, 
Helv. Kirchengefichichteiillf. Tb.p. "JOl; Viftter Gesch. Vöü'BttsieAi Ij m'n.f. 
• Erasmus starb am 12. InU. 



53 

2um andren mal halb usbar, dass ich in mit steinen abbin jagen 
mftsst. 

Dis jarfii ist g&t ergiblieh kom eio noturft worden, und andrer 
diog ouch, und so treffliob gflt wätter gsin tHr h5wet bin, man 
kunds nit besser... wünschen, ouch dermaüs t&rr, dass vil brunnen 
vmd mü^inefii, so Iq langen jaren nie abgangen, jez ersigcnd» vil pu- 
ren in d'stat zmlUi faron mäjsstend; ward ouch uf suntag ^ach Ye- 
rene uf der kilwi zu Rotenburg wasser mit fassen gen Rotenburg»- »«pt. 
gfH) ^iwaa lim gelt verkou^t, und etwan ein scbUssel mit win um 
^ vil wasser abgewecbslet. Vor crucis exaltatione regnets ettwan "• «•?*■ 
3 oder 4 tag an einander, und uf crucis schnyts bis in d'statt ; aber 
es ward der finest herbst, als man wünschen möcht, und bis Mar- 
tini kein schnee uf Pilato, und giengs vech noh in matten. "• ^<>^- 

Suntag, was sant Gallen abend, hüb ich mit Maritz Closen und «• oct. 
vogt Hasen frowen gfatter Entlin sin Maritzen us touf, was das kind 
am morgen worden vor den einen, fllius solis. 

t'rytags, was 13. octobris starb min gschwy* Margret, Ludiga- 
ris frow. — Suntag znacht post Martini fiel einer zum ochsen ztod, 
hles Baltassar von üri, und am mentag morgens fand man tod am 
bett ligen den läsmeister zun Barfuosseo, gar ein fromer, geistlicher 
g'Mer man ; got sig uns allen gnedig und barmherzig. Es was 
«ta red, die so mit im znacht gessen, bettend im's bracht, gflllt, und 
war znacht ab dem bet gfallen und gstorben. 

€ffich demnach uf Otmari hattend naehpuren an der pflstergas- >« »•▼ 
sen zum affenwagen zmorgen gessen ,* fürt man Bastian Perren mft- 
ter krank beim, stitfb um 12 in der naht, sine sacramento etc.* 

(Folgt auf Blatt 46—50 Epistola Brasmi Höterodami , Blatt 50 
bis 58 Epistola Sant Hieronimi ; Blatt 88— 67 Portsetzung des Tage- 
buches.) 

1536. 

In der wuchen vor Simonis und Jude ward Heini Schmidli von 
Heggen her gfangen^.der hat sin tochtermau, so Hans Josten sun 
von Meggen was (als er seit) uff einer kä fanden, kam us, und 
wurden bed gfangen gleit, voltert maus bed fast und hert, bleib 



^ Schwägerin. 

' Diese Nachbarschaftsessen dauerten fori bis zum Jahre 1798. 

' Unten am Blatt 45 : Ker um bis zum 58, blat , da schrib mee ! 



54 

Schmidli druff, dass sin sag ateo war, mgt ouch wie und wenn ; so 
bleib Jost stark druff, ain scbweber täte im scbaatUch vnreoht etc. 
— Als ich dm fulen pfoffeqt sobfilt ein b&beya» sass am grioht Glos, 
Tommarn:!, TolUker und Meyer^ riabter. 

Anno 1587. 

Gschach aber ein unerlicher todschiag^ voW Fryen ssft Otenhusen, 
in der fasten etc. Um ostern schlfig: Rehberger Von Urt eiri kremer 
von Bern hie zum storchen mit einer funst ztöd. 

Zfi ustagen Hess sich ein zit lang all naht vi! und fast hören 
im see der vogel Onocratolus.* Eo tempore habui A. P. ad bonatn (I) 

Es warend anfangs gar flu ustagen, und erzeigt sieh all ding" 

wol, bis dass der mey kam, flengs an nass welter sin gai^ fkl^, was 

selten ein rechter schöner tag unz um pfingsten. Ward doch viel 

24. Aug. kriese, die wartend bis um Bartolomei und allerlei ops,'Oüh yilkorn 

undhaber. ' "' ' .: 

Uff dem 21 tag augusti starb gfater Marti Bchrybek*.*' tJff den 
2. tag septembris starb min schwiger Pren Schwiügröberiti,'waß suntag. 

Uff circumcisionis domini ferbran H&twyl. 

,. Aniio. 15 3.8. , . 
19. MX». Zinstag znacbt nach remioiscere.' seit ja)ir..^tter U Zucki sin 
histori,. wie es.uff em zit alte läz, .wa« er a^Qeqg, als unfal> irazmüs 
woten im alte fresseui tackt ein. turn ȟ, . FjrybHirgi jim . gotswillen, 
kam im do eins wider ufe.iander. eta.,:w«^r.vil.yü.,^ .sqbuWi^ dann 
w haftnnd vertaoht-ete. 

Suntags vor uffart, was 26.,i»ai, hüw Jos 9a^, 01i, Qswalijeii, und 
mäht ein grossen lärman, und am suntag zu acht tagen in der naht 
starb Uli. 

Die soüs post omnium sanoturum primo v^ni nd Av S. ipii — 

Am oistermtttwiudittL imd doDstag regiert, ioh dm paasion, ward 
Mt wol g^lt mit; wenig ftler, was IbUtker MoiaeB u^, Salvf^tP^» 
die atKiern person«ti fhadt mian all bim. nsgisteor. . , 

Donstags vor Mohaelis «ömiimoavt et <jonfessioii«8 feoi ;dpipino 
Egidio in sacello domine virginis Marie in Hergiswald, ut visiones 
aperire poteram. 

• Pelecanus Onocrotalus, Kropfgans. •" ■' .M'IuI ' 

• Siehe oben p. 7, Anm. Ä. ' -• -^ '■■■'• «"ii,> im] 

• Zwei Worte unleserlich. - • '^'' ' »-üj-jj. ' 



55 

Anno 158 9* 

üff Agnetis, was zinstag der 21. tag jannarii« ducebam A. S. 
ins stilbli; quam inveni etc. clamorem fedt et abii cum ea in . . .^ 
jacebam usque circa horam &» ivl in domum Toro: vini ktus eram 
et erat dies YiDcencii, mittwuchen 22. januarii ; venerunt nebulones 
cum baculjS) ccBperunt et ducebant me in turrim aque (Frankb. Käl- 
ber)^ ibi et mansi usque die veneris. 

Um trium regum gieng H. £alher utfen weg in Gellem, trüg in 
dcpcb der weg in Luttringen ; schreib mir der fürst sin meinung, also uflf 
manta^ nach mitfasten reit Custer aber anher, da was er uf annun- 1. Apru 
oiaüoais Marie, schreib mir der fürst ander wort, lut der briefen;2fi. 
am andern tag meien zoch Kaiher mit Andres Würschen enweg uf 
Xutringen güv 

Item es ist gsin ein gut sanfter jenner und homung, ettwan 6. 
tag im meien da äengs an scbnien und regnen, fil und fast, am 
OBtetrabend .fati$ an sobpy^r treibs oucb am h(eilig) tag am mentag. 

.Als Job. Q^V d^r unden in der Rüs gegen sin hus den selben 
schacben zu ustagen inlegen und zünen lies (das ein frye allmend 
und rüs ist), starb er circa maii. Qot gnad im! 

Circa appriUis* ist Wilhelm Arsent von Pryburg entköpfet uf be- 
felH kr: Ap. zu Ffankrich. Ich witf jjft Lyon; 

Item e6 ist ^1 kriese gwachsen, ein gfites wettär, stiller Sum- 
mer,' ni!täsö Vil trüben um und um, dass maus abbret^heu' mäs, vil 
littd festV kbschfeg 'ioi wIn fiast in • Solothtirn. 

Am 7. tag apriUs was die gros eclipsis soiis, oüch was «in 
'$6h&iljW/' t<3^hbrf kbm'^folg. J^ 

15 40. 

• ^Item^'es^st gsto ein re^hfc ; mBssiger wintoir, füna* höp«ol| usta- 
ge!i*^Bfigftöagdö.'aiifangB.|aeiQ«c, mis äee asteortagjam. 28. tag merzen 
uiid' dös '- a«erflö«M?'wättery fleug öuch . an aterben .vil lüt hi^ , und wi- 
der in der statt, rkSi tii^d' aafmi M ein gäna troebjw f^ wätter, dass 
'Vfllkcfc''^stoK!faieA^(ötc* wtet bi» Medaiöi, daregnets^.aber.uf dert. j«*. 



.-"..' 



f 



^ Ein Wort unleserlich. ' ^ ■ , 

* Janker Göldi? . , - ,. - ,,. „. . ^ , - . 

' Todesartheil den 19. März. Vgl. Schwei« Gesfhiehtfci^cher ,1^ ^17^ ^ote. 

* ustage, Frühlingsanfang. , ,.- 



56 

M. joni. X* rittem tag ist nöws g&t im koufhus gsia. Also wie Medardis nass, 

was es ein wil (wie die alten sagend, so ^ werd es 6 wüchen all 

tag regnen ; all tag oder je am andren und dritten tag regnen) aber ee 
denn 14 tag us, kam die sunn wider, wärt stalle und streng ; gieogend 
brunnen und Wasser ab^ so bi mentschen tenken nie abgangen warend, 

tt. juu. rerbran der boden umendum fast, was (am M. Magdalene gleng ich gen 
Solotum, uf iren tag schreib ich das) unblllich heis , clagt sich all weit 
fast um Wasser, und was am uf- und nidergang sunn und man blut- 
rot ; schinend ouch ganz bleicli^ dann der himel was tunkel von itel 
hitznebel. Es brunnend die weld an vil orten, ouch der Hergiswalt 

jfl. juu. dass man frytags ror Jacobi stürmt zä Erieus und Horw, mösst 
all weit gen löschen ; an eim morgen was os uf der wyti nit anders, 
von rouh und hitz, als im herbst mit nebel, dass man Pilatusberg 
kum sehen moht ; gieng viel Übels fttr an mengen orten. It. wasser 
was fast werd, ouch um d'statt vil brunnen abgangen. Item um 

i.A«s. vinculi Petri flengs an regaen» und regoat redlieb etlich tag und 
nacht, wurden all wasen und matten fin wi^er grün, wC^obs |;ra9 und 
emd, als wers im meyen gsia. 

Item vil übel und bOs gieng für allentbalb mit onQirdiep , , stilen 
und ander maleQz, es brunnend vil weld undberg umewiiim. . 

Item uff cantate, 2!L aprilis starb die, alt bSbse.H^^o, ]Eisbet 
Egglin, Hans Allmenders grossmüter« 

üffen selbeatag fiel Bastian Ferr än.sche&küöl.eiaweH 9^ ^^olf 
Spiler uf sim bof uffem&ütsch (wie os sl^iti^kUwi ,wa$} mCIIQ schißssen 
angfehen hat. , . . . : . v \ . . ». 

Item ufern h* tag ostern, um 3 in der. Qaht, ^pUt ich. zä. Alp- 
nah die urstjend.^ Erat meciun A. S- • i . 

Item uff sui^tag, was der 13. tag junii, hüw Pet^;r Marti. Jost 
Russen ztod zum affenwagen um sibne post cenam«, Fard Peter ouch. 

i.j»ii. wund, und was der landtag donstagvprÜlrici, wareud boitenda.vo» 
den 4 orten und allen enjptern, iW^rd P. Martin -d'gtevt v«rrilft.>bi§ vf 



^ Zwei Worte erloschen. * '^- ■ ' *" 

' Der Münchner cod. germ. 147 enthält eine Urstend. Ein Bliek ih die 
Vorrede des Spiels fol. i i^nügt, um Hb^rzetigt m werddn^' dassrhier nicht 
etwa das SalaVsche Stuck vorlieft: Durckleuchtij^ fdrlton linohgeboreii' | Adte • 
und tugent aasseriooMcn | Aüoli hoobgelbonie Mtdtin *raip; j It MoslUefti igiiad 
ich auch hie main etc. . ^ ' '^ 



57 

der frUnden gnad etc ; richtet vogt am Ort ; clegem fOrsprecb Bir* 
eher, der antwurtem Tullikern. 

Item StoSel Landenbwg^ zieht uf Rotwiler(gebiet), bat meatags 
nach Girilli inen aber i dörfer verbrennt. «.juiu 

Item uf sant M. Magdalenen abend fOirt man ein armen dieben 
US, wot in henken, do lougnet er sinen vergicht' an der leiter; samlet 
man den rat wider usbar zum scbryen , aber es bleib bi der ur- 
tel in z'beaken ; da nam er uf sin letet end, er wfir unschuldige dan 
allein nä^tel, ein hemd und brot bett er gstolen, das ander bat man 
im mit der marter abtrukt und tröwt, weite sterben unschuldig und 
wie ein biedennann. 

Item ein langjärig propheci: Es kum ein jar, dass wasser und 
fass tür werden. 

IteuL zinstags am morgen nach Jacobi batt man ein gross rot «7. juu. 
Schwert am bimel gseben stan, als die Schwyzer harf&rend. 

*• Acta senatus et centum nostrorum.' 

Vergangnes jar band si 3 oder 4 bctti us s. Jacobs spital gnan 
und ins frowenhus tan. Item als bäs Michel zum Witenkeller El- 
sesser ussctiankt 1 angster oder 2 neher dann die winschenken, da 
verhüttend ims min beren. 

Item als si ir hamischt feil hattend, verbnttends H. Knaben und 
den Amleen die iren zu verkoufen. 

Iteiü rerbttttend Jörgen Öiaser in ir stat zu koufen. 

Item mentag nach decollatione Johannis, was der 80. tag augusti 
ist Gabriel im Zurzachschiff drus, an min wüssen und willen, hin- 
denligs mir, uf anrichten mis volks.'* Ist gen Brisach kon. 

Itemuf 15. tag julii gieng ich gen Solotum zum Pfaffli, kam 
anstags vor M. Magdalena wider heim, hatt ein krankheit ergan- «>. j»"- 
gen ; um Jacöbi hat fal Johem SchQpfer und Homer erworben, wet- 
ten mich * fan lan, was mit hin krank bis am letsten tag julii, was 
Samstag ; uffen abend gieng mlhs kalt^ an, hats die ganz naht ; am 

^ Christoph von Landenberg, Herr zu Schramberg. 

* Grcständniss. 

* Hs. aeta Sc. nr«u / 

^ Eine niun sar Hälfte leaediishe ZIftiie.sihlt dtd^ Dornen doiier auf, die dem 
Soikiij^ Rä8e86ld:ttii>i sooslii^ Yoi^swluiflsa;g<ge4iM. . > . 

^.DisiUte Fiebecj schlechtweg auoh.blos.das Kalte genannt» Giimm D. 
Wb. V, 86. 



L. 



58 

dritten ta^ augusti bat ibs zxm andern mal ; uffen selben tag bot jpiir Eal- 
cher, den appentegger z'zalen mit einer tipigen predig etc. . Frytag nach 
Oswaldi.zum dritten mal, mentag n^cb Laurenzi jsum 4^ mal. Mttwuchen 
11. Aug. nach Laurenz! schickt leb ein suplicaz an d'berren, dai:iakh' bgert mkn 
Sun Stipendium zt Paris uf der ^büi und dan voaminetwegen i^ilbis Mar- 
11. Not. tini, wet ih miB,e geilten vernfigen ; * scblügeods mim bölive» ab ; min an- 
13* Ang, bringen bands gar nit hören TfoUen. Donstag nach Laurent aber s'kalt, 
15. Aug. uff assumpticM»is llarie aber ein mal^ doch nit &o etark; mitwuchen dar- 
18. Aug. nach aber 1 mal, aber minder dan vor. Samstag yor Timotey aber, 
II: Auf: n^öT ein weßig gfroreo, uf Bartoloiaey aber wenig, Poleyenabead aber 
30. Aug. mentag nach enthouptung Job* aber ; han zum andemmal die 8 offla- 
ten gessen von PfaflOi in Scdoturn fürs fiebep. Trftw got, es w^ell 
le. oct. miht Verlan; bat earst um Galli miii angfaugeii laip, : 
21. Sept. Circa Matthey rants Hasen bübeaa ftst. vMad j&'HeiPieggerli;,(t),* 
13. Sept. hinder mir, dem M^ und sim man, uud uflf!|tfa.Hri^ii am moirgen 
fragts mich .erst, ajs jchß ■ a^zug^ ob's in nm . SQt, hftt m dok^ vor 
längstem guan .; allso, .machtends lest und groB hps%,^ ülß. a^iii .mib 
26. sepi.imd hindßr mir. Suptag.vo;r Michaelis fftrt man's zpaeht zun Sd^y- 
dern, seit all^^g mir memaijd nit ein wort,, sq ;W^Dig>..jils. wfer's jgaih 
ntit aPgang^n, 4ami das. der sezlig* so. verachtlicb was, läftsser sam- 
stag d^v<ar s^lbß in. hu^.kp^uud eia«?^ig:re(Jt/ JJieateg^,v<)r Mohae- 
lis sinda zkjl^hen gangjenv |h biu bi )cßim. ding, gsir^, haa es im 
nit geraten^ Q>^<?h pit gwert . .•, . . u: 

, -. It^m e6i\Yft9 .h^r. Jos$ Sphipböm..eW;eltWMPr.ol?st i;eija .zit^l 
g3inr/Wptts nit me tön 5; da ward H. Jacob Bu$ brppst. ; jEs J^atLja- 
U39. digiftri .SqbHibewi ^it fu\e$x. sfic^hep verschalt» ..wie ,^r; gchfibepi^zii 
.WilJie^W: vjfts^ndf^Js-fijaQ f n ab^ti^ise jcirca Maihey^® ji^ -iward. (Jaspar 
Meyer lÄjhifibei^ ;^Ä iU^ i.atßRüöptoviqwid Ifecflrunjb J^jrtrtj^r feJ^,^,ORt. 
^ It^jü: 4la,d|e Y?ja«sWi ]abgfLng§nj:urjd jutiUn^Uigist^llt ^rden sind, 
baßd die puren |ui. sf^tli^n (»iteri.ir, w^oh ,ipit trQßchpflßglen pla^^p.'' 



i . '? 



* meine Gläubij^er befriedigenw, i . • . ^ ■'-: . > 
'-* sie rannten fest, siarvcthoiiteDlfeieiiy?^ .' tr- ,.j.ii ?.l i;>. ; f J • 

^Hochzeit, ,^'N"n .1 .-'^ .'.' •.\.'> - .'■ '\ ,a .'•':: .Ktrr •!-. l-i^'/ 

* Zu St. Leodegar im Hof zti LiHaeii..'ii .''-. * f-r-j; »ii riMmu^H 

^ l3;:^Sept6iiil)eraadt^Bafth^t>rotdkidfc;[«yo jfiMSaMi€ie8B/8/Effgii>sarspat an. 
' bliuwen, bläuen, zerschlagen, zerstossen. — Wenn der leiot^i^ Ist, so 
reufet, röstet, dörret, plewet man in. Luther. ; i..: '.];i',!};^;j ^ 



59 

• Ilem ftin hupsehen zlnstag ist man umzugen mit- der burger- 
ßehaft, tet iro bi VIP gsm, 

Item mentags post Gallt ist her Caspar Ringger' enthouptet ". oct. 
Worden- (w^gen) diebstal und mifstat ; er häts gar ungern dar.' 

Item m^äd hat um d'mäss mflssen schwellen, schloss und alls zAtön. 

Rem under Basel sind 4 man durch'n Ryn gwattet." 

Item uff sant Ottmars tag um 6 nachmittag hat Uli Stördhl i«. not, 
ein aHcfn man ob 90 jar, genempt Hans Bader, in siner Stuben mit 
eiffi bymeeser erstochen. 

Desselben abends ist ein sobütter* von Küsnaoh'ouch nachdem 
naobimral d'eggstägen ab z'tod gfallen. 

Um Ottmari flengs an regnen je 4 tag' od^ 4 nacht. 

Rottwyler rüftend an um hilf zd gmeinen und bsundem tagen. 

Kamend nüiti herren (öuh die andern 4 ort) us zö eim fennli Jacob 

Mfiärtl;^ .iMmbtman, Hans Hüg, fenrich (die andern ort woten nit zien) 

und"«bt manua sin gsin donstags nach Otmari; ward erwendt durch is. »ot, 

Züreb un<t Bern, gütiidh^ scfaioktend die 12 ort gmeinliob ein z&satz, 

ve^n federn ort 85 man, Hißnenberg was hie houbtmann, die zugend 

eöweg rfnötag^ vor Katerine, kamend mi^ uf Barbara. 'J^Jj;; 

■ ■>•' üffmlttwuch den 8. tag decembris, was oonceptionls Marie, im 

öörg^nbrod soHökt wftohrer Pleek(eöi3tein)* und gimmel Herten(stein)^ 

und ettieh^lm rat, liessend mich fan (von wegen örassers briefs) 

kam der rat Liebezer, hiesch mih abhar kon, er m&Sst mir n5wes 

-iötegen V' stöödend d'hund am ort' oben. Seil ich : du best nüt bsun- 

a^^'ti^r mir z'tftn, warteM Wol, bis ich gfris^; seit er: ic* wil fast 

'bal4'%lder kön. Als ibö finster zÄ tet, gat ^ ein wenig gassen 

'ab, kei^t'fiieh'titei und wiiÄtden hunden ;^ da was Fanktaßer tmd rat 

Uäbg^ri höldiörm'hüs-mih von Rungk und Baldög; ufP der Adel- 

helteHttitTIi'^ KÄkätePund Bfechwatter, rat LIebezfer. Vor der tür klopft 

KBlctueh'^-^Mgi Ich ushln, gsah wöl, dass sin müst ; giehg abbin; 

» Br war Kaplan zu St. Peter in Luzera^. . . 

* Er hielt das Haupt ungern dem flenkör iiin. 

8 Vischcr und Stern , Basler Chroniken 1 , 160. ' . . . 

* Geschlechtsname? oder schitter, ein gebrechlicher Mensch, gtaidei' H, 820. 

* Heinrich Fleckenstein, SchuUfaoisB« : : i. i 7. . . ■ ., .; ' 
^^.j w-MiÄöd^giriwn.HÄleüötoin, Kkiii»a4h* - i5ilÄaieLÄigl.i SchinoHer JI 46. 

« Rathsknechten. • ' . . 



•> . 



60 

fiel mih £aIoher bü, wot m% kum itfö stQbli' ian eio mant^I ndn; 
fÜrtend mih über rüsbrugg in wasserturn, was 11. Wot'd^ bs^Ssen 
(Plecken)8tdfi mlii wib intt för rat lao amfrytag; sölt mir ouch 
niemaa ein w^rt, worom icb ghÄgeä -nst^ bl» UffyifiA&t^ am don- 
stag zö mir kam. Bin da gtogea 119 stund bis mentag um 11. 
so.Dec. Darnaoh mentags, sant Tomas abddd/hat ih tag^rwdis für rat^ mieh 
z& yer^)(reotaen, was £&ftr min anred. Aber d'heren uauiend mir 
« Jan. min stand eto. Soiltags nach S*^ regniii anno 1641 lieBStads an dier 
kanzel röffen (mir unverkütt und unwüssend) mine schulde und 
geltem sottend ins geriobthus gan, sieh uffschrtbeii lau ete.' 

Item am IS. tag decembris, was süntag, stah Andres Meyen- 
berg den Wolf Pflstesr da us' in der Geyiämatt, dass er am dritten 
tag Btarb; 
i3.Dec. Item uf sant Jost*s tag in der nacht nach IS ist ein erdbidem 

gain. , ' 

ti. Dez. ' Circa Toms hat einer zu Meyercappet ein, genant fihötmüsHf 
ztod gbowen, aan alle ursacii. 

Item man fand zum WytenkeBer gflt win um 7 angster, 8 ang* 
ster etc. und den besten Elsesser um 12 angst^, und gilt oueh der 
liuoerner landwin 12 angster. 

U£F <Sse ostern (band pfaifen gseit) siend 3300 versöhrjbner 
mentsohen zum sacmment gangen:* . 

Item die hiz bat vil gscbent in diaem jar^ namUeh hie und -an 
vil enden, in orgalen die windladen und belgbrfltter zötispeiit etc. 

Die Suren z& Sursee gar abgangen gsin, dass numby deil bad- 
stnben iiaoh wasser gräb^ me dann -maus tüf, aber kein wi^efer kam. 

Barmherziger Gott, din gnad send bar, 
verlih uns ein gut, ^lückhaftig jar I 

1S41. 

«»^Dj«- Als ich mitwuchen nach innocencium gen Schwyz gieng wol 

ghalten, zii Art am morgen kr^nk, s^ii Schwyz (vom KenelS K...0 ^^^ 

2. jmi. abgefertigt ward , als do suntag nach dem nüwea. jars ta|; ich bb 
morgen innam Bitius Wishanen arzny, sas und zmorgen essen wet, 
ward ih als krank und amechtig, dass ich bichten müst, leid gar gros 
not etc. Die naht darvor hat mir die ganz naht schwer tmmt und 

^ Kronen. 



61 
umlid^ «eh mfisse unserm hecrgott reotowg gen^ kond nit mit im 

Quomodo. 10. jftQiiQm in ILup.' mit Eeini Habennsietor. 

It$m wd S«tmst(ia»i f&r.ft ImUrirQauen gienUri; invezd idierum »o. j». 
A* S.» .ut in- oedufe X, S. myems HMsnia que in S(d](w(srz) et üri 
facta s\mti Da sehuJidiget iDich Stuli Buma juramentmn eedisse. (}) 

Itemxim.S'^ regmm. flengs an sebnyw und regnen« Icam der 
sobütcsBn hwuamn wider r^ was oueh ein.erdbidem gsin. 

It^n im tal ssft. Ün5€ir«n. bats am 3 regnmMang&ngenisrdbidmeii 
und me denn ein manat aü tag gangen» was inen oncb ir braun 
abgangen> der kam vom bidmen wider, ixt^ etlich tag sand; 

item am 8. tag septembria» nativitatis Marie« nata est fllia prima 
nomine Maria, filie mee Anne^ hora 7*" post meridiem ; patrini: Ludi 
Haftierv Jacob Umgeltcir. 

Donstag vor Galli starb min Schwager Tscbup,^ zinstag damaoh 
gms JBbseQ ftew zu. Eriens. Es ward im selben sumer ein frowenbUcT, 
geist^ gsehen zd £riens in der kiloben, bat sin wonung im gloggen- 
h^; liand ia yü lütheiters.iags gsen. 

Der 'tfii(l;£öng an^eliwan ang&r.iim Tereoe; kam iob samstag isept. 
nach öalli gen Sursee, und uff omnium safiotemm starb mis sohwager ff-^^Ti 
Steifeis iAmili Und 7 kind einaodren nach Und uff Andree Marta^ das so. not. 
letzt. Kam mir oueh suntag vor Martini botsohaft, dassmoü« Gabriel «not. 
z& BaaeL gäitoiheo: was; warand aä Sorsee gatorben 4 meiitsnheii me 
dann der fafdbteil^ kamend dtok vil in ein loh. 

. :Uf Barioerei, was. suntag, aties mida der paräst an in mim hus*- i>ec. 
ob dar bS^l am .. linggen foeki; empAeng eticarisliam mentag fcöi^ 

stund bald uf. — Peter Mosern starb ein wib , nam er vor naht ein 

•'■..■/ • > 

andre, die fürt er mornades übers loh by der armentür, zeigt der 
lebenden frowen die toten, so noh nit mit herd bedeckt was. 0ms 
nüw jar hert der tod uf. 

S'.t :■- v . Anno*. 4542). ■ ■ . 

"Pinfirt kn öeätel A. &, wie Ich bishar uttiWben in exilio, bis um 
pBögsleö Äti^bB-Bag vferhlridei^t, daBs ih mit B. G. T;* itiö Pemtotss. «ai. 



II r i 



-*iJEf'4bxliite mir nfchV Verüöihtung^ mein» Sünden g^Währeto. 

* Schultheiss Tschupp zu Sursee, Gemahl der Agnes Salat. 

* Beat Golder , Sohn des Schultheissen. 



1 



68 

zoh; seit mir xfi sia sohriberstand; da* es angieng, natu et ein an- 
31. Mai. dern, müst ich zien um 8 kr.,* zoh am pflngatmitfnnii*n en'WBg «i 
fÜs uf Parpiaia zä, wie min gedieht wist^ was tU krank liod unwillig 
im selben zug. Am nüwen jarstag wotten mih dlmod aerzerl hsa; 
zoabt ein ufrär mit miner sehnrzen; ivas A. 8* by mir in Molina. 

£am wider gen Sursee uf animarum. 

Im Fiemont im beriost smd ettiieh tag höwsohreeken gflogoi 
übers läger, alsdiok, dass man den himel nit sehen mugen, und iro 
si sich 2& oirißh gfain^ ein twttr band diek uf eitt andere ggessen, 
und die esobt von boumen truokt, gros, grusam und gonzriL Dai^^ 
nach ist d'schlacht bschen im andern jar. 

In die paraseeues^ ghagelt stein erbaen gross. 

Was gar ein rucher winter mit vil sohnee, kait uetagen, mit 

ruhem lüft, noch z& mitten abrelien köin k)id>« blAst, noeh p^ns. 

Am 7. tag meiennoh vil weld*^ bloss; der' was der ^strebt süme^ 

lieh tag. * 

28. Mai. ih hats kalt we; donstags vor pfingsten giengs mldh aB z'Luoöm, 

9. oct. hats bis an meütag Dionis. • • 

aig ein wuUcenbrtich gsin, um' 8 in der häJ^ ang*ftigeiöf/''gwirt 
bis 6 gegen tag, hat die bsti»tt an gössen ufgsohlrygt* und in brüoh 
tan, eins maus tüf, und gassen breit, ganz schtizlih, dass si anfleflgeöd 
US den hüsern in d'sohtiren flöknen. 

Item um mitte merzm zugend 8 vemdi ins Piesnonts in pQdgsten 
zugend wir andern uflf Parpiaia. ' 

Anno 1S43. 

Ist gar ein kalt wätter gsin mit vil schnyen und öchnell ver- 

endrung; jez kalt, dann warm etc. und die ustag all kalt imd tun- 

i8.Dec. kel. Anno 42 fiengs um Jodoci fast stark winden, dann etwjan 1 tag 

26. Dee. oder nacht warm, dann schnell wider kalt mit wind Uf nativitatis 

ein grosser schnee mit starkem wind die hl. ixacht und tag us,' uff 

2«. Dec. Steffani am morgen ein wenig heiter, nachmittag aber wind und 

11: dH: schnee, d'fyrtag us mit regen, uf innocentium und frytag damah. 

Daruf warm und tunker von nebel, näss und wuscht bis um triam 



? I 



* Kronen. 

' Charfreitag. ^ 

»viele Wälder unbelaubt , ' f . 

* seh weihen, wehen. ' . i > 



6S 

regam scheind sun, triiim regam tcmkel nobel und warm etc. m^- *• •'•°' 
tag damajßh kalt und heiter. 

9. januarii fieng ih d'schül zd Bnrsee an in mim hus, gi^ng zA 
Hans Meyenberg ztisch. 

Mentags. vor porificationis Marie kam ih an d. JOrg z& Reyden *»- j*«- 
uff dem berg von wegen A. S.^ wot er zboden ghowien han. San- 
tag darvor hattend in Lütis bns togg ^ : mir klopft und was min car- 
niol brechen. 

Ist gar kalt wätter gsin am ostertag» schnee und fast kalt, vor*^* ^'^ 
uSert dämff und damah &tets «cfanee und kalt regen , bat ouob zit« <'• >^i- 
lieh im merzen ghaglet. 

Im meyen sind sehwalmen in nestem erfroren, ouoh im Entlibüch 
ettich viob und ross. 

Am 27. tag aprillis ward ih krank zu Sempach, lag 14 tag, 
am pängstmentag glan, mentag post Mendardo aber 1 mal glan. u, jaüi. 
In festo corporis Gristi zft Sempach ein ungstüm wätter, dass***^'' 
di 5^ngen storchen in nestem erfroren. 

Item um Bartolomey zoh man ins Picardy, was Bat öolder und •*• ^»«* 
Peter Marti mine houptlüt , lut mins lieds etc. Zinstag vor B&rto- 
lomey zoh ih von Snrsee und wies wyter gieng, stat in sundem "* ^''*^' 
tichten. 

Anno 1S44. 

Als ich US dem Picardy kam uf s. Nicolai gen Fryburg, zoh « '^•*- 
ih ufhin gen Sana (10. deceraber), da hielt iöh schftl, (vixi mirabir 
liter) bschwör ein wibli, erleid mih wol da, bis alt fasnaht. Kam ih 
gen Pryburg, was 18. februarii, mitwuch damah von rat angnan, ''• ***"• 
Samstag darnah Ramm's hus empfangen. Mentag nah reminiscere an- S*. mSt«: 
gfangen schul halten. 

Am 12. tag februarii obiit mater mea, cpiarum anima requies- 
cat in pace. 

Am frytag in pfingsten hat der Kriempach z& Luoeru gross 

Beiladen tan. ^ ^ ^^ ^^^^^ 

Am Ostermontag gschach die Schlacht vor Carmiaa im Piemont. 

1 Docke, schw. Doggi, Doggeü, incubus, Alb. - Stalder 1, ^ST-, Oximm, 

D. Wb. n, 1208. CeriBoVo lafeV 0«l- 

* Vielmehr die für die Schweizer siegreiche Schlacl»*^ ^^ «uter eidc ^\d- 
ripan am 14. April 1544. Auf dieses Ereignlss hat O»^^*^ ' 



C. Juni. 



ner 



, ein schönes Lied gedichtet. Liüenkron IV , Nro. ö^^" 



64 

Mentags, den 16. juni d'flü zi Fryburg inhar gfallen. 
Am abzug der diebschen landsknecbten us Piemont band die 
böswicht an ettlichen orten am Rin gschriben: 

Dort oben stat ein wisser gatter, 
d'Schwyzer sind aller kelbem vatter, 
Es ist vil Schwyzer hür verdorben, 
Ist meng kfl. wittwa worden! 
band ouch also ein lied gmacht. 

Suntag den 13. julii zoh ich von Fryburg, was Niclaus Fläcken- 
steins schriber, zogend für Galles,* lut des spruchs und lieds. Kam 
J2. Not. wlder gen Fryburg samstags vor sant Katrinen tag; was zu Sursee 
€. Dec. uff Nicolai, bschickt min W. (wib) etc., si kam aber nit. 
Frytag in der fronfasten wider vom rat angnan. 

Anno 154S. 

Iniiium satis acoeptabilis leto eorde. 
I.Jan. Circumcisionis 8 lib. de fürtu.ff) 

üstag all hüpseh und schön, merteils bis 7. januarii was schnee 
und warm. 
32. j». Yincencius am morgen näbel, den ganzen tag heiter und schön 
bis um 3., aber tunkel. 

Am 6. tag merzen z*naht hets grisslet (am 29. tag noh 1 mal), 
üff oculi, den 8ten tag merzen, 3 sonnen am himel gsehen wor- 
17. MKr». den. üflF sant Qortruten tag noh einmal. 

19. April. Ufif misericorda doraini han ich z'Fryburg gspilt d'wällt, schenk- 
tend mir d'herren 3 köpf körn,* galt mir 1 kr. 3. lib. 



* Galais. — üeber diesen Feldzug Carl's V. nach Prankreich , der mit dem 
Frieden zu Grespj endete, hat una Hans Sachs ein Gedicht hinterlassen 
(Lil. IV, 252), woraus man schliessen kann, Sachs hätte den Zug selbst mit- 
gemacht. Vgl. aber Tittmann, Dichtungen von H. Sachs, zweiter Theil p. XIY. 
Auf der Zürcher Stadtbibl. befindet sich cein neüw Lied von der Statt 
Gallis. Im Thon, es'geht ein frischer Sommer daher.» Abgesehen davon, dass 
dieses lied in's Jahr 1558 fällt, nennt sich der Dichter am Schiuss: 

Der uns erstmals das lied gesang, 
Jonas Hachelberger ist ers genannt, 
Hats uns gar wol gesungen; 
Er ist auch selhs darbe! gewest. 
Den reyen hat er gesprungen. Ja ! 
^ Kopf auch ein Getreidcmafz. Grimm, D. Wb. Y, 1745 



65 

Am abend um 10 in der naht süess micbs kalt wee an, hielt 
mich hert wol 14 tag, bätets ab. 

Uff corporis Cristi hat man in der abenürti 1 komhabn, darufi2. j-^i. 
ständen 13 äri, eins was abbrochen, ouch fand man 6 und aber 3 
äri uf eim halm. 

Samstag nach coi^ris Cristi hat min wamer heiter* klopft, «• j«»j. 
am morgen in der kammer, darnach schlög mich s'ross, das ich fieng 
bi's Lienharten. 

Der gifter und pestelenzmacher sind vil zu Jenf und do um, 
werden ouch iro vil tödt. 

um Jacob! hat mir min wamer aber dick klopft, dass ich uszs. jnu. 
dem hus zug ins ander. 

Suntag vor und uf Laurencii bin ih zum herrn H. Männli kon; 
was der schiesset zu Mellingen. 

Uf Laurencii sind die saluten* z'Pryburg us dem wyer (darin 
Caspar Werli vor jaren etlich tan, die man aber nie drin gspQrt hat) 
ftirhar kon an d'trümm, dass man ir vil ghowen und gfangen hat; 
band ouch dlierren ein gastmal mit gban zun Eremem. Derselben 
wuchen ist ouch ein salut z& Murten gfangen worden, eins maoB 
^aog. Davon dieser spruch opink) mea. ^ 

Ein fisch ist der salut genant, 
In eüieben landen wol bekant, 
Als fttmemlich z'Murten im selben see; 
und da um an etlichen orten mee, 
Der Fisch bim mul am witsten ist: 
zu schnappen und schnarwen alzit grüft. 
Verschlucket in räwel,* was im wird, 
zu mentscbenfleisch hat er gros begird; 
Das schaflt, er hat nach Murten schLacht, 
im selben see sin dingli gmacht, 
Im mentscbenfleisch, so drin ertrunken. 
Darum den schelmen noch t&t tunken, 
Dass menscbenfleisch sig milt und s&s, 
und dass er des meer haben m&ss, 



^ deutlich. 

* Salut, silurus glanis. 

^ Brunstzeit. 

Baechtold.Hans Salat. 5 



66 

durch tod old schlachten wie ers mag han, 
darum tut er sih fürber lau. 

(Letzte Zeile ist weggeschnitten.) 

«. Sept. Samstags vor oativitate Marie fiel aber 1 stuck vom felsen z& 

Fryburg enent der Bernbrugg in berrn Studers garten. 

Mentags nach Prancisci, 5. ootobris, wards nüw (hora 9)> g^^^S 
der wind an, wayt mechtig stark, wol aht tag (dann die alten sagend, 
wanns im ntlwen anfab, werds gwonlicb 9 tag an einanderen wäyen) 
und als dann gar vil obs und ftirus allentbalb eicblen gwachsen 
was, die vor Martini kum all gerissen wärend: die warf der gros 
wind all ab, das man eingeton hat, und achdtends ein zeteben witrer 
türi, dass die vili der eicblen, so unlang wäret etc. Es was ein 
propbecy der wucherischen puren. 

Item uf frytag 23. octobris sind 3 kind uf Bürglen^ gsin, das 
1 ist stattscbryber Gleris gsin, das ander einer armen wälhin gremp- 
. lerin, das 3. hat 2 heupter ghan. 

Item uf zwenzgisten tag novembris b&b ich s'kind Anna im 
Obergaden, genempt Ursula, mit dero zum Stein, H. Bastians Qoncu- 
binen. 

Item band ettlich gsellen d'kugel gschlagen von Remund* bis 
gen Fryburg, galt 600 scbleg, aber si ward dar gschkgen under 
40*" streichen.* 

1546. 

Von ustagen stat im peregrin rodel. 

Item hat angfangen schön sin mit dem merzep nüwen, und das 
aller schönest wätter, glänz und schön, nah wünsch dur us. Und 
uff 30. tag merzen (als ich gen Wisliken reid) tonnerts, und zfi naht 
lag ich zu Aarburgc, tonnerts, blitzget und regnet. Seit mir herr 
zu Wislikon, dass bi im wärend gsehn worden 2 sunnen am himel 
und 3 spies übereinandern etc. 
4. Äi>rii. Samstag 3. apprilis fiengs an rägnen, suntag letare hands z'Bern 

gspilt. * 



^ bei Frei bürg. 
* Romont. 

^ Dieses in der Schweiz jetzt noch übliche Spiel beschrieben bei Kochholz, 
Alemannisches Einderlied und Kinderspiel p. 458. 

^ An diesem Tage wurde in Bern ein Stück von Hans von Rute , dem 



67 

Item nach mitterfasten um den tag z'Baden sond bi Willisow 
6 man am himel sin gsehen worden, die 5 ganz schinbar, aber einer 
tunkel, nit wol sichtig und ob jeden 1 schwyzer f. Darby 8 mans- 
personen und ob jedem 1 rot crütz, ouch 2 cometen by inen. 

Item uf misericordia domini, under dem ampt, zwttschend 8 und 8. M*i. 
9, hat man 3 sunnen gsehen, 1 hinder s. Niclausen, die ander ob 
dem hus zum wissen crütz, die recht sunn enmitten in form eins 
crys wie harnach staat. (Folgt die Figur.) 

Item circa junium hat der keyser Carolus den krieg zur band 
gnan und d'rychstett gegen im ins filld zogen. ^ 

Um Michaelis das gschrei, Carolus hab dem landgrafen von 2». sept. 
hessen 20000 man erschlagen, und in, Hessen, gfangen. 

Item der Stifter zu Torenberg* ist funden worden, sin palsa- 
mierten lib, im ärtrich, als si ein komhus band buwen wellen; den 
hands da hüben lan, und daruf ghuwen. 

Item der herzog von Zäringen , Stifter der statt Fryburg im Bris- 
gow funden worden, darzü hatt man jederraan nach ordine gan lau, 
in zu bsehen; zum letst gerodet, ist er als äschen zerfallen. Attende, 
was wellend die Stifter nüwes bringen. 

iüngern Zeitgenossen Manuels , aufgeführt : Wie Noe vom win überwunden 
durch sin jüngsten sun Cham geschmächt etc. Ist zu Bern in Uchtiand durch 
junge Burger gespilt uff 4. Aprilis. Anno 1546. (Weller, das alte Volksthea- 
ter der Schweiz p. 71 u. ff. Gödeke II, 1163.) 

Hier sei gleich die Frage über die Autorschaft eines andern, in Freiburg 
aufgeführten Spiels «die Geschieht des Propheten Danielis etc., 
Bern bei Matthias Apiarius 1545 (Weller, ib. p. 248), erledigt. Weller möchte 
das platte Stück Hans von Rute zuschreiben. Im Freiburger Manual Nro. 62 
unterm 81. Juli 1844 findet sich folgender Rathsbeschluss : « Hern Schul- 
meister ist nachgelassen, das spil, so uf Quasimodo hie gespilt worden, inti- 
tulirt c Daniel der Prophet» in Truck ze legen. » Also fällt die Auffülirung 
des Stückes nicht — wie Weller sagt — in's Jahr 1545, sondern auf den 20. 
April 1544. Im Manual 61 : « Minen hern den spilern sind hundert pfund stür 
an irem kosten geschenkt. » Nun war in Freiburg lateinischer Schulmeister 
ungefähr von 1528—1552 Georg. Brun (am 27. August 1552 zeigt der Frei- 
burger Rath dem Glarean den Tod Brunos an und bittet ihn , einen Nachfolger 
zu suchen) ; Brun's Provisor war Benedict Kun von 1538 — 1576. Mithin 
muss einer von diesen Schulmeistern der Verfasser des Daniel sein. 

^ Der Schmalkaldische Krieg. Erst 1547 nach der Schlacht bei Mühlberg 
wurde Landgraf Philipp von Hessen gefangen. 

* Peter von Thorberg, Stifter der Karthause Thorborg , gestorben 1399. — 
Stettier, Versuch einer urkundl. Gesch. d. Ritter v. Thorberg. 1848. 

5* 



4. Dec. 



68 

15 50. 

Obiit soror mea Elsbet; donstag vor Nicolai kouft min Schwa- 
ger mir ab min teil hus um 25 gl., zoh mir ab die 12 ^,* so 
er mir unlang darvor gelihen hat. Item um ir bQnten gab er mir 
um min teil 12 gl, zoh mir ab 10 gl., hat er dem Günterli Eftferli 
zu Triengen gen, gab mir damah um 1 bettstat, 4 linlahen, ettlicb 
bäfen, kessi, werch und all ander ding nob 8 ^, doh dass ih alle 
ding wider loesen mag, und so ich im 100 gl. gib, sol er mir mis 
vatters seligs hus wider werden lan und die bunten um 12 /^^. Item 
frtind Michel sol mir von miner schwöster seligen wegen, so si im 
glien hat, 10 gl. 

Somnium habui preeterito anno, dass ich gold und gelt finde in 
den tremen uf dem härd under der mur hinder der Löffäbnrg.^ Me, 
wie ich gros hüpsoh fisch fanden, mit den henden gfiingen und us- 
hin gworfen us der Suren bim undern berg, da 's wasser us der statt 
louft. Item ouch in eim hus, da ib z'hus war, ein eigo« graben mit 
vil hapscher visoh hätte, 

üf Silvestri mcw^gen um 4 , wie ih zwüschen beden rathttserff 
ein hüpschen glatten stein vermeint gegen brunnen' abbin wit zu 
werfen, warf in aber zhoch, deshalb er nit wit'lüff (intellige bene)j 
damah lägend hüpsche stück unghowen stein vor Franzen hus, was 
das ein hüpsch gäl, wie ich sehribbulver drus mach, brab ich ein 
stück darvon und brahs uf, lies sich uftftn wie ein schribtäfeli; als 
dick ih eins ufbrah, warend so hüpsch bildnussen drin von ferwen 
hüpsch erhept, und mengerlei, die zeigt ih der frowen Kechlin etc- 
die was fast wol mit mir dran etc. 

(Lücke von Blatt 67, b bis Blatt 79.) Blatt 79 a. Des keyserseid.* 



1 Schilt. 

' Löffelburg in Sursee an der Grabenmühle. Vide Attenhofer, Denkwür- 
digkeiten von Snrsee (Luzem 1829) 107. 

^ Ein keiser schwert zwen gloubens eid, einen, so man in erweit, den 
andren, so man in bkrönt, und also ist de^ erst eid: Dir her N. bapst wil 
ich küng N. yerheisen, globen und tun, dir schweren by got dem vater, sun 
und h. geist und by dem holz des lebenden crützes und by dem heltume der 
helgen , dass, so ich us vergünnung gottes heren gen Rom kum , ich die bei- 
gen römischen kilchen und dich iren rectoren erhöhen wil, nach mlnem ver- 
mögen und nimer kein leben noch glid, noch die eer, so du hast, mit mim 
^Tillen, noch gunst, noch rat old mis ufwisens verlürest und dass ich in der 



69 



Bl. 79, b. 



AU das man singt, seit tichter uf erden, 
gschiht alls um die userweiten und werden. 
An den kein arbeit ist verloren, 
den uf erd nüt höhers ist geboren. 

Im 1541. gar.^ 



Samstag vor Misericordia domini sties mich s'kalt we an um 10 
in der naht. (Blatt zerrissen.) 



fltflt Rom kaia gf4ll^iii no^h ordaang mach van- dir, noch allem, das vi. dir 
und der stat Rom ghprt uod den Römern, an dinen rat und alles das von 
sant Peters ertrich zÄ unserm gwalt kumpt, wird ich dir wider gen, und 
wem ich das Italisch rieh lieh, mach ich schweren din helfer zä sinde, z& 
I)6chirmen die erden sant Peters nach sim vermögen. 

Form des andern Eids, so man in krönt zä Rom. Ich röm. ktiog, von 
^ gnaden und gunst gots zäkunftiger keiser, verheis , gelob und versprich, 
schwer ouch hy gott und hy sant Petern , mich vor andrem ein ein hschirmer, 
Fürsorger und heschüzer des obristen bischofs und diser h. römschen kilchen 
^d in allen sinen notwendikeiten und nuzbarkeiten zd beschirmen, und erhal- 
ten sin bfsizungen, ere und grechtikeiten, nachdem ich us götlicher hilf er- 
sucht Wirt, naeh mim vermögen imd wüssen in rechtem und luterem glouben ; 
alao mir got helf und dise h. evaogelia. 

. ^ Diese Vecse früher geschrieben. — Dann folgen zwei Bemerkungen, 
die auf eine Gerichtsordnung schliessen lassen, welche u- A. in der Lücke ge- 
geslanden haben muss. 



Beilagen. 



TU Briefe üalato. 

(Aus dem Luzerner Staatsarchiv; N. 1. Acten Frankreich, Krieg« N. 2— S 

Personaiia.) 

L 

1544, 26. August 

Den fromen, erenvesten, fürsichtigen vnd wysen schulthessen vnd 
raat der statt Lucern, minen gn. lieben herren vnd vätteren. 

Promen, erenvesten, ftlrsichtigen, wysen, gnädigen min Herren, 
f. e. w. syend min vndertänig, willig, gborsam dienst allayt bereytt 
vnd demnah zu wüssen, alls dann die vwern, min gnädig, lieb har- 
ren, houptlütt, fendrioh sampt den knechten von fw^ sftät vnd land, 
sampt anderen eydgnossen zogen, sind wir kon samstags vor Sant 
Jacobstag gen Baye Bonduo vnd da rings vm vns gelegert bis zu 
volkomner versamlung aller Eydgnossen. üf dem wäg, alls man die 
erlangt, hatt man vns teyllt in 3 reyement. Namliöh f. m. herren 
Itit, Vri, Schwyz, Vnderwalden, Zug, ölarns, und Appzell, so 24 
fennli sind, jn eyn; dann die stett vnd vorlender jus ander, Wallis 
vnd Ptinter jn das dritt reyement vnd houptman Bircfaer zd vnserm 
obersten erwellt. Damach vff Sant Jaoobs abend wurden wir gmu- 
stert zti Bonduo jm Land Präs, vf 7 Ha enent Burg iü R-äss, vnd 
bzallt. Zugend vf Jacob! gen Ghalon an der Sona , da bzällt^ 
wir ouch. Zugend ftirer 1 tag 5, 6 oder 7 IIa bis samstag dm 
andern tag augusti, vff Troya zö, zur liliggen band ob«n durchs 
Hochburgund, liessend Digion zur rechten band ligeü. Eamerid wir 
vs dem Burgund jn ein flä(*en genant Leng^^ö, ists küngs vnd dar 



71 



forsten von Lutringen. Da schwörend wir gemeltz tags vnser ordi- 
nantz, kam ouch da ein herr von vnserm obersten Duo da Orlianns, 
vnserem göti.mit brief gar frünüichs danckens, empfahens vnd er- 
ßiettens, daby, wie der keyser dem kOng vf sin ertlich Ittr ein Star- 
en fläeken, genant Sandisi, zwüschen Schalen vf der Schampania 
J,.. .f."^*'°^ ^^ •^«™ a°stos des Hänigöws ügend, sich gelegert 
nat, etlieh stürm darvor verloren etc. Sottend fürderlich zühen vber 
d Oampania nider vf Sc-halpn zu vnd an der Schampania, da weit 
er vns lag^n zu warten vfs keysers fürnemen. Zagend wir aber 
dran, liessend Troya vf der rechten band ligen, vf 2 lia vber Cam- 
pania mder, mit fast gutem wätter vnd wyn, sampt aUer noturft; 
aDer 5, 6, 7 lia, 1 tag. Bie Laurenoy kasKod wir jn ein dorf, 2 lia 
nebend Schalen vf der lingg band, dem Franckrych zu, genant Tibi, 
ua üengend wn- an mit den vennlinen wachen, vnd lag der keyser 
noch vor Sandisi. Zugend wider vnd für, also bis vff assumptionis 
Mane zugend wir widerum vf Schalen zu, 4 myl darunder, 6 ob 
Keims ja ein dorf genant Ati sus Marna, ein schiflng wasser, rünet 
von Schalen vf Paris. Am samstag kamend 9 stuck büchsen zd 
vns, ouch vil reysig zring vm, vnd donstags vor Bartolomey sind 
wir vf d'rödel bzallt worden, vnd jn derselben wachen vor Barto- 
OTtty hat sieh Sandisi dem keyser ergen. Doch hat er die kriegs- 
iut darusEiehen lan mit jr hab vnd weer. Vf das nun ist zu vns 
Ktm der göti, hat vns bsohuwt, vnd müsstend jm ein loaf tun vff 
öant Bartolomey abend. Ist ouch mentag darnach ken der Dalphin 
^ me gsohötz; sol ouch jn kurzem zu vns kon der künig selbs. 
i^ytt nit me denn 1 tatsche mil von vns ein stetli, heist Beme, dan 
man macht ein stark© schanta 1 lia flir vnsws läger vf gegen Scha- 
»n; vor der sehantz rünt die Mama. Darneben ligt ein mos, dar- 
nmaer ein gros dorf vnd der Maas, das sich vnsem forsten samptt 

^S 7^^"^ *°^° '"•' ^^ C»«*^' ^^) <'«r krieg da 
^aeht werde. Dan- der keyser lytt noh vor. im, vnd vm San- 

^. XMfj^t md buwt da, vndwü darus machen ein starken plate, 

Zk V^ Wan ffir. «r Herd danp s'land vf für ein guten Säcken ge- 

Z nff *S? •' '^?:5'*°^' «"^ ^ Schaion sieb Iftgeren. Daruf 

Tri? '^^'Z^} ""^'^^ '^y*^ ^<i^a«en wd, vns darnach 

L f ^' ^w«?rf/j^ ^ ^**" ^*8^ Ser ding vnd vm ein 

S ff ^J^f tl !* ^^*** ft^tk^«^* go stlSrbend doch nit 

*«rnah. Vil... -Sol^s hab j,j ,^ s<M.vaA^^rsmkm vnd aller 



72 

besten meynung, ^ch minen g^nädigen lieben heran vnd vättardn lA- 
gescfariben, das jr min hieby jndenck syn vnd allweg gnedicklieh 
gedenoken wellend. Dann ioh bin der meynung, ob mir got^ gmd 
vnd min leben verlioht^ mim houptman junckher Nicloos Flfioken- 
stein dermaas dienen, das ich des nutz, eare vnd ftkrdrung wider aA 
V. m. gn. lierren statt han werd, vnd zft mim wib vnd kinden. 
Dann mir vf ärden nUt anmfttigers noch liebers war. . B^l mieb 
biemit, oQch min liebe hnsfrowen' vnd kinder, f. e. w. aUzytt alls^ 
armen, ghorsamen diener, vnd der üwer« Der aUmäohtig Oot ent^ 
hallt vnd Sterke v. e. w. allzytt jn hohen eeren I 
Datum zu Ati sus Mama jm läger, zinstags post BsHolomey anno 
1544 V. e. w. 

g^orsamer, williger diener 

Johaioi Salat der 
i^wer* 

Das Siegel ist aussen avf gedrückt. 



IL .: : 

1545, 13. Mai. 

Den frommen, erenvesten, ftimemmen, hochgeachten, wysen schult- 
hetzeu vnd raat der statt Lucem, minen gebietenden, gnädigen, lie- 
ben herren vnd vätteren. 

Frommen, eerenvesten, lEürsichtigei;, ersj^men, wyseua. gnädigen 
min herren. ^. e. w. $yend min gantz ghorsam,. vndertänigj^ geflissem». 
willig dienst allzy t zuvor mit trüwen bereytt. . Allsdann v., e. w^ 
wol zu wüss^n, wie jch durch min eigen vngeschikücheytt vp^ yY^r: 
loblichen statt Lucern vnd dem minen von wägen piiner gellten hap. 
abträtten müssen, vnd. v^stend^g J)in nuiji jm flinjften jV,.4a, icU all- 
wäg von jar zÄ jftr, eim zytt an das andßr vermei^it^ btttj .ifior^, 
denn oder da wurd ettwait ein glück mim vnwysen handien begegnen, 
vnd zfitragen, das ich min gellten veraügen yjjid wider jpkon möcht, 
vnd jn selber ho?Bi^ung vch min gnädig, lieb b^rr^u nit bejs-^imifiöreji. 
noch müyen wellen vm hilfif vnd l?ys.twd. So aber nun i^ sapb' 
allweg hangt in gliober, waag, d|e ^itt sich schwarlich ip^t,, tUrung 
vnd anderen widerwertigen dingen zötreyt,. niemand ynwftss^cl» vn4 
man noch der saoh keiu bodwi sieht, jch oueh nun so vil warliob 



7S 

eDend, armütt, Verachtung, vnwerd, vnd dem nienen glich, alls jch 
9bet von vilm zu meermalen vertröst worden funden han, (hie z& 
erzellen ynaötlg, ouch vil meer rnrnnglich) tribt mich gros notwen- 
digkeit dahin, das ich mich ienger nicht enthäuten kan noch mag, 
dami das ich f eh, min gnädig, günstig, lieb herren, sftchen und be- 
kommenen mäs. Ynd bieruf ist an vch min gnädig, günstig, lieb 
herren vftttser min so gar dem&ttig, erbiettend, ergäben, vndertänige 
flyssig, ernstlieh pitt, sexyen, vnd anr&Cen, jr wellend mir (als dem 
vweren) vm Gottes, siner liebe, barmhertzigkeytt vnd gnaden, das 
lyden vnsers herren, vm der würdigen mfttter Marie jrer fürpitt, des 
vserweltea Johannis baptiste, vnd alls himelsshörs flirpitt vnd gnaden 
willen, nachlassen, vergässen, verzihen vnd vergäben alles das, so 
ich, wie, was vnd welcher gstallt je wider i^. e. w. all gmeinlich, oder 
ienen etüich sunderlich geredt, getan, gehandlett, vnd mich um so 
vil vergangen hat, jn ansächen miner (leyder) kleinflgen Vernunft, 
groben Verstands, angeborner vnwüssenheyt, vnd zum teil ^ber mich 
verlouffens vnfals vnd vngeschickte vnd nit verdacht m&tigs verdruss 
oder bosheytt, alls sich laat sechen durch all min handien, tun, 
vnd lan jn aller zytt, allen orten vnd wonungen miner Wandlung, 
ouch daruor, vnd wellend mir wider geben, ordnen vnd verschaffen 
«in kleinfüg örtli vnd stand vnder vnd by anderen v. e. w. dieneren. 
Sodann miner gellten halb kan jch v. e. w. nit begären, jemand von 
fiinen erlangten oder noch vorstandem rechten zu wysen, oder ver- 
hallten, dann allein jn ansechen, das nüt han vnd vnmugliche keim 
gsatzt, noch rechten vnderworfen sind, vnd das ouch min gellten 
anfangs nie so gfarlich vff mich getrungen, sunder ettlich lüt (so 
das unbillich tan) mich mee gschüpft vnd gstossen band; aber in 
dem fal mit ettwas vfenthallt, frist, wandeil, vnd wonung, mit be- 
stimpter zytt einer Versicherung jn IT wer statt, jr, alls das rechte 
stattrecht vnd gsatzt, finden, schaffen vnd ordnen, wie auch vor- 
mals ander jn mins giychen fal dick verlangt ist. Mag ouch (sin) vnd 
ist z4 achten, das ouch min gellten mich so gern by band vnd by 
tch. V. gn. herren, alls vsstendig han wurdend. Vnd sond jr min 
gnedig, lieb herren mich haben als vweren allzyt willigen, ghorsamen, 
orgebenen diener vnd gebottpflichtigen. Wellend mir ouch nun in 
der ietsten weere zu hilff kon, damit ich nit nochmals (wie mich die 
gros türe zwingt vnd sucht, die ouch die schulen zA nüt macht) 
Diftss an d*hand nen, des jch mich bishar gewert und erwert hab. 



L 



74 

nämlich das man mir by der widerpart vnsers gloubens an etlichen 
orten vnd enden ( als jch durch lUt vnd brief an tag kan bringen) 
so vil vnd gross ertragens, stend anbütt zA jnn zSl bringen, welchs 
ich vm Gottes, ouch Vwer min gn. hrn. willen, (züg jch an min 
herren, Got vnd schöpfer, war sin) nitt hab wellen, noch wil an- 
nen; sunder allweg vsgeschlagen, wie wol jch ein handfester, warer 
crist vnd Lucemer (mit gotz hilfif) sin, blyben vnd sterben wett, 
wann midi glycb der Türgk gfimgen biellte. Aber joh rüff vnd bitt 
vm diss: by vcb m. g. h. armät han, mAs mir nit me wee tAn; 
verziehend g. gn. w., min herren mir I loh schrib alls der, so gnad«n 
manglett; trnckt mich nit lang, dann min noturft erhöu^ht an statt 
eins jeden worts wol zA sohryben eyn linien, vnd woll ^, e. w- jr 
gAtte meynung, (dero joh mich g&tter hofnung gentzUcb versieh) mir 
ftlrderlich zAsehryben, vnd dergstallt, das iehs ouch minen (jetzigen) 
herren zA Fryburg anzeigen könn vnd törf, das jr min gnädig, lieb 
herren mich noch für den vweren vnd nit gar vgrlaassöen (alls 
ettlioh meynend) achtend! Bit v. e. w, um Gotz willeD jch, vnd 
das forderlich, dan jch lieber hüt, den morn heim weit; fünfthalb jar 
ist ein lange bAss. Sollend ouch jr min gnädig, günstig, lieb berren 
all vwer ghelmden, handlungen, vnd das mir fürkumpt vnd vertruwt 
wurde, so sicher vnd rAwigs gm Atz sin, alls rainer bicht vnd gloxh 
bens vnd wann jch steinin war ; das die liebe des angebca^en vatter- 
lands natürlich mit iro treyt V. e. w. weüe mich alls jren armen, 
vertribnen Salat, diener vnd ghwrsamen vnd^tanen trüllch vnd gne- 
dicklich bedenken vnd annemen, die der allmechtlgGot, sampt Vwer 
lobwürdigen stat Luoern bis zA end der weit erhallte, Sterke vnd 
allweg richte in zAnemend glück, eer vnd heyl. Amen. Datum z& 
Fryburg jn Oedland am 13. tag Meyen anno iü4S^ 
V. E. W. 

williger, ergebener diener 

Johann Salat, jetz 
im eilend; 



1 . ,. i 



75 



in. 

1546, 19. Jänner. 

Den frommen, eerenvesten, ersamen, fürnemmen vnd wysen herren 
schulthes vnd raat d^r statt Lucern^ minen gnädigen, lieben herren 
vnd vätteren. 

Fromen, eerenuesten, försicbtigen, wysen, gnädigen min beiren, 
V. e. V, syend min gantz ghorsam, güttwillig, vndertänig dienst 
albytt bereytt mit trüwem vnd bestem flys. 6n. min herren, für den 
anfang ist aber, wie ouch vor z& meermalen, an y. e. w. min gantz 
demüttig bitt vnd anrüffen vm verzichung vnd nachlas alles des, so 
jcb wider veh, min gn. günstig, lieb herm, sunderlich oder gmein* 
lioh gbandlet, vnd gtan hab, mit Worten oder taaien, das mir nitt 
minder leyd, dann jchs ouch für gebÄsst bau, vnd noch büs; nun 
eben dieser tagen fünf gantze jar. Daran wellend jr min gnädig, 
günstig, lieb herren an benügen han, vnd mich widerum annemen, 
achten vnd halten als den v weren. Alls nämlich, wie jch dann nun 
bald 2 jar zu Friburg mi<^ enthallten, da man mich anfangs aus 
ein schülmeyster fry vfgoan mit ettwas zusagen etc. in dem aber 
nun ryst yn by jnn zu Fryburg, das sy vermeynent zii kriegen, 
(sampt deaen von Bern) vm Jenf, Nüwenburg etc. mit vil schöner 
ansebleg (als Toraan Troger v. e. w. diener vch eins teyls anzeygen 
kan^ von mir verständigett) bsehowend vnd achtend jr volk, macht 
vnd vermögen, vnd tnnckt sy, hands ouch angsechen, das alle fröm- 
den (darfür ich oüeh,geacht bin von jnen, vnangsädien alle ding 
ete.) 80 jn jr statt sitzend, müssend husräd&t, (allso nennend sy 
jr gselschaft) kouffen. Ettwann vf eyner gselschaft kost 20 liber 
(1 dick. d. 1 lib.) ouch hamascht vnd wer. Item und jch sol ouch 
gän X pfund jnzuggällt, vngeaeht das sy mich, alls obstaat, angnan 
band. Num idy aber entlicher meynung bin^ jn kurzem mich widerum 
zA sezen in v* e. w. statt Sursee, jn mins vatters säligen hus zu vch 
minen gnedigen herren, so bald jch by herrn doctor Adam usgelert, 
das dann bis osteren (wK Got) bschächen wirdt, darum mir vnnot, 
vil rechtsami erst an dem ortt zu kouffen. Deshalb ist an vch min 
g. günstigen, lieben herren min pitt, wie obstaat, jr wellend mir 
schiken min mannrecht, nämlich das jch von den vweren von Sursee, 
von vatter vnd mütter eelich erboren etc., alls dann vil von vch> 



76 

miaen gnädigen herren wol wüssend, vnd sunderlich speciflSciert, das 
ich vm kein andre sach, dann miner gSUten halb' von vwer e. w. 
statt gfaren bin, vnd so ich mit minen gällten verkumm, das mir 
f. löblich, erwirdig statt vnd land offen vnd von niemand wyter ver- 
spert sig (alls jch mich dann ouch versieh zö vch, minen gnädigen, 
günstigen, lieben herren); by dem selbigen dann ouch ein supplicacion 
oder recomendacion an vwer niitburger zu Fryburg, die sig, wie ring 
sy well, erspaartz mir denoht ob zähen gold krönen, wil ich lieber 
daheym eira gällten gän, damit mag Ich gemelltz vfsatzs vnd beschwärd 
geledfgt vnd erlaassen wärden, wann jch obgemällte brief hab, die 
mir daimi Toman Troger empfahen vnd zum fürderlichsten bringen 
oder zuschicken wurd. Mit demütigster pitt v. e. w. welle mich jn 
beflllch trölich hallten alls dero göttwilliger, armer diener allzytt, die 
auch der allraechtig Got allwäg enthallt in hohen eeren. Datum zu 
Fryburg jn Oedland vflf Sant Sebastians abend, anno 1546. 



V. e. w. 



williger, armer diener 



Johann fealat von 
Sursee. 



Auf der Rückseite des Briefes^ avf der das Siegel etwas undeutlich ai{f- 
gedrückt ist, steht von gleichzeitiger Hand geschrieben : 

Hatins seyller begci-tt eins raanrechts rnd das er zä fryburg x lib. jnzug* 
gelLt gelten muessi. Anno etc. 1546. 



iv. ■ \ ■ ' ' 

1546, 12. Mai. 

Den frommen, eerenvesten, flirsiohtigen, wysen, . harrari schul&easen 
vnd raat der Stadt Lucern, minen ga, gobiettead^ liehw herren. 

Fromen, eerennesten, försiöbtigen, wyöen, göädig^ä min he^^fea, 
vwör ersam«! wyshcyt sy^nd min ghof sam, gantz vndertämg, wilHge 
dienst zä allen zylten ber^tl. OnÄdigen, litftben hef^env alls däim vif 
min ansuchen f& öttKchen tiialen b^chähen» an V. e. w. vöi min- 
manrecht loh vergaugoer zytt amtwurt empftogen htm, das ir min 
gnedig, günstig, lieb herren des geneigt vnd gätwülig wftrend, dann 
alleyn kundsohafft miner gebnrt vnd harkomens (des jr ilit Isländer 
wüssen trügend) sot ich ein schyn bringen von den tWöten von 



77 

Sursee, minem yätterlicben sitz und geburtstadt etc. ; daruf ich sy 
frOntlich durch gesdirifft aug^ftcht bab, aber uüt von jnen bau 
mögen, dann das sy sieb vm so vil für vcb min (vnd jr) gnädig^ 
herren vnd oberen vs den karren für d'ros stellend etc., ieb sol von 
vch minen gnedigen herren ein gscbrifPt bringen, wie ich by vcb, 
Y. e. w., mich gballten, vnd abscbeyd gnomen bab, darnach wellend 
sy mir min mannrecht mitteylen etc. ; das jch nit von jn wil noch 
begär, dann solch jr schryben würd mich zä Fryburg, noch anderscht- 
wo nit vil fürderen, diewyl ich mich von vwer lobrychen statt Lu- 
cem nenn; man mich oucb des bekennt, vnd stund nun manrecbt 
vnder dero von Sursee gwalt. Dorum noch vnd abermals au v. e. 
w. ist min demdttig, flyssig, emsüich pitt, wellend mich versächen 
nach gebürender noturft mit cynem mannrechten vnd zum teyl sup- 
plicirung an vwer mitburger, Schultheis vnd raat zu Fryburg, das 
mir gar zu gütten nutz, aber mangel. und abschlag des selbigen z& 
merklichem schaden vnd nachteyl reychen wirt, diewyl si mir an- 
müttend, jn jr statt zu koujffen jr gsellschaft und husrächt, das aber 
vmsust war. Dann ich enü icher meynuug bin (mit hilfif vnd gnad 
gotz) in kurtzer zytt wider hinder vnd zu vcb minen gnedigen her- 
ren jn vwer landschaft ettwan an eim örtli nider zu lan, vff besse- 
rung. Sodann oucb vm deswillen, das jch ettwan, wan äs mich 
zytt tunckt vnd by der göttlichen warheit von nötten ist, der eeren 
gots vnd glimpfs versprächung v. m. gn. b* ein vnuermydenlich 
wort red, mir ettlich gwalltig darum vfsetzig sind, vnd darum solch 
handlung, das jch wie ein frömder jr husrächt kouffen, vnd jnzüggelt 
gäben, oucb min manrecbt (das dann billicb ist) zeugen sol, an 
mich suchend vnd pott tan band. Dann, in göttlicher warheytt sind 
nit aUe schaaf der wullen glych, so sy tragend, alls ich eios teyls 
mit minen gnädigen juaikfaerren, vweren raatsverwandten Josten von 
Hegten, tnd insunders Wenddl Sunnenbfirgen geredt vnd ettwas 
anzeigt ban (vnd ouch von mim mannrecht) vff dem h. palmtag 
näghst verechinÄO, . vnd gnüßs des (bi der warheyt gottes) nüt , das 
niiff ^ wiq:!y. aUtgloub vnd v. iii> gii. lieben herrw stftfc bochwirdir 
g^r nap[ien vnd bandelji allwUg daß obmst vnd Tofderst ist vnd sin 
m&Sj so Img i^ Vernunft vnd aaten han mi^. Ynd dann minor 
geburt visMir.barkHimens. halb, ist min vatter vnd m&tter aälige in. 
mr Mirtt Sursee ein 70jfirige ee g83m, mencUiot^m unbeachwäriida, 
die ftomme, eer^ide frpw, herren bumeysters TolUckers m&tter^ 



78 

gut wQssen treyt. Item in v. e. w. eerlichea landschaflt zu Roten- 
burg, Ruswyl, Willisow vnd Sant Michaels ampt eyn redliche, eer- 
liche fründschaft, alls oucb mine lieben vetteren Hans Habermacher 
vnd VUi Moser, vwer lieben raatsfründ vnd andre. Deshalb enpfil 
minen gnedigen herren ich mich als der jr, vnd williger, armer die- 
ner, so nit beduren trag, min üb und laben zu vch vnd von vwer 
wägen zu zesetzen. Wellend den wysen von Sursee fürgryfifen, (wie 
billich) min geburtzkundschaft gnügsam habend jn ^er lobrychen 
statt Lucem, vnd mich mit gnügsamem manrecht versächen, wie 
vormals v. e. w, durch mich gebätten, damit ich miner armütt raa- 
ten vnd dester baas ettwan eyn widerwilligen aaten erstecken 
vnd temmen konn vnd mög, vnd min abzug eerlich von jnen han. 
Vnd wormit v. e. w. jch je erzürnet han, mir das trülich verzihen 
vnd vergän, vm gots, aller siner vserwelten vnd vnsers waren alten 
oristen gloubens willen, vnd by der peen, nitt me zu tun wider v. 
e. w., ouch in ansähen der langen büs, so ich jetz darum tan han 
bis ins sechst jare, vnd. sollich handlung empfälen vwerm grichtschri- 
ber Zacharia Bletsch, der mir solichs vsrichten vud zuschicken wirdt. 
Der allmechtig got hallt v. e. w. allzytt in trüwer hütt vnd hochen 
eeren. Datum zu Fryburg jn Oedland in der tütschen schul, am mit- 
wuch en nachjubilate anno 1546. 
V. e. w. 

williger, ghorsamer diener Johannes 

Salat der vwer 

Unter der Adresse steht das Concept der Antwort: Erstlich könne man 
jm kein vrkund sincr gepurtt nit geben vß der vrsach , daß er hie nit erbo- 
ren, deßhalb min h. kein wüssen nit haben; zam andern vrkund sins ab- 
scheidts jme mitz&theyllen, wil min h. nit f&gklich sin beduneken , achten oueh, 
jme daß wenig erschießiich sin by einen herren von Fryburg, alls er selbs 
wol wüssen mog; vnd zürn lettsten, so er wider hinder min herren begere 
vnd er sich mit sinen gellten gesetzen mag , werden min g. h. vff sin bitte 
sich gnädig gegen jme erzeigen. 

Attf der Aussenseite des Brirfes ist Salats Siegel aufgedrückt ; dieses zagt 
in einem wagrecht getheüiea^ spanischen SehUde in der obem Halfie eine Puppe 
mit ausgestreckten Armen, in der untern ein Schachbrett; über dem Schilde sind 
die Buchstaben L S, angebracht. 

lieber dem Wappen steht von gleichzeitiger Hmid geschrieben : Hanns Sej- 
lers tocter werch Anno xv* xl vj. 



79 



1S51, 12. Juli. 

t 

m 

Diser brieff gehörtt dem Hans Salat zu Fryburg in üechtlandt. 

Min gr&ss etc. lieber Hans Seiler, es ist min pit,an tich, 
jr wellend mir das gelt schicken, so üch Caspar selig, min man ab- 
verdienet hat mit schriben, nämlich x guldin vnd xiij ß. Mich nlmpt 
wunder, das ir üch nit schämend, das er so mengen schlaaf vnd 
ouch mengen tag durch, durch üwer willen verzeert mit emsigen 
schriben, welchs ir genugsam vnd gar wol wüssend. Darum sind 
hiemitt gebetten vnd gewarnet, so vnd ir mirs nit by zeygern diss 
brieffs schickend (dan mich dunckt, ich hab lang gnüg gewartet vntz 
vff eilff oder zwölff jar), wil ich üch dermaassen wider schriben (so- 
bald ich jnnen wirdt, das ein geschworner bott von Lucem gan Pry- 
burg gatt) vnnd nit allein üch, sunder ouch dem schulthessen üwer 
handel schriben, vnd üch rechtens nit erlan, so lang vnd bis ich 
bezalt wirdt, vnd ouch sömlichs vfif üwern kosten. Hiemit gewarnet 
vnd gott bevolchen, dann so ich mftss offnen üwer bübery, w ird ich 
nit Aren, darumm sind gewarnet. Datum zä Lucern vff suntag vor 
keyser Heinrich anno 1551 

von mir Katharinen Gross- 
manin, Caspar Meyers seligen 
hussfrow gsin. 

Am Rande steht geschrieben: c Wüsscn, das ir noch hür mir hie zä Lu- 
cem yff der Hoffbragg verheissen hand, mich ze yern&gen > loozu von Salats 
Hand beigrfilgt ist : < Ja , so jch dir schuldig war !» 



V. 

1551, 27. Juli. 

An Triny Grosman, ettwan Caspar Organisten seligen frow gsyn. 

loh, Hans Salat, burger zu Luoem vnd Sursee, jez wonhaft zft 
Fryburg, han ein briei empfangen von dir, die dich nempst Triny 
Grosman, darinn du mir ein schuld heuscht, dero ich dir kein haller 
noch denar schuldig noch gichtig bin. Heüschest mir als ein vnflät- 
tigs zennerli, die du ouch bist, vnd tröwst mir ouch im brief, du 
wellest mir min bübenwerch an tag bringen vnd nit fyren. Darum 



80 

wUss dich darnach z& richten, das ich dir, ouch dem, so den brief 
gesohriben hatt, d'statt Lucern zu eng machen wii mit dim brief. 
Heys din hariouffenden bachanten noch me zu schöl gan, ee dann er 
sich vnderstand, eyn fromen erenman mit sim schüzischen schryben, 
mit lügeti vnd bosheit z& scbmehen vnd lestern. Wo hat der sehüt»sch 
bachant das gleert? Machs vch nit so krUtig. Bast du vergessen 
din harkumen, wo dich din man selig gnan hat? Wenn ich by dir 
wer, wot dich vnd din feysen dran manen. Du wirst finden, was 
.du mir für erlogen brief gschickt hast in kurzem, wil got. 
Datum zA Fryburg. mentags post Anne anno 1551. 



Disser brieff gehört Hans Seiler zu Friburg im V'chtland im zu 

vberantworten, 

Friburg im Ycfatlaiid* 

Ich Katrinn Mcyerinn zu Luzern thün dir kundt, 

der du dich nennst Hanns Seiler: es nimmpt mich wunder an dich, 
das du der schuld leugnest, die du mim man seligen schuldig bist^ 
vnd du vf der Hofbrugen geret hast, du wisest wol, das du im schuldig 
sigest vnd sigest drum harkon, das du iedermann wellest zäfHdden 
stellen ; ietz stelst dich selbs lugenhafll in dem briefP, den du mir 
geschribben hast. Du hast mir geschribben, min man hie dir all- 
wägen ingehan an dem sold ;' du lögst in an vnd6r dem hfird vn- 
den. Dan ich han in gefragt, ob er dir den sold alwägen heig in- 
gehan oder nitt, so hakt er gesprochen : nein, ob der monet vss sig 
kon, so heigest du den sold verthan.' Vnd du hast mich geschulten 
ein zänerli ; ich bin mitt fromkeit vnnd mit eren, nit me ; dan lüg, 
wer du sigest. Witter, so hast du mir geschribben, wo mich min 
man sällig gnon heigi : er hatt mich gnon by frommen, erlichen. lüt- 
ten vnnd als ein frommi dochtter eina nen sol, vnnd han mich ge- 
halten in Lucem, das ich mitt fromkeit vnnd mit eren drin darff sin. 
Wie du dich als erlioh bettest gehallten als ich,* so hettist ouch 
dörffen in der statt Lucem huss han, sust hast müssen zA Friburg 
hus han. Hottest mit diner frommen ftouwen hus gehan ! vnd ouch 
du weist wol, das du x gl. schuldig bist blibben und xiii ß. Ich 
wil es dir aber setzen vff din sei, da m&ss es dir brünnen vnd 



81 

bratten vm sin lidloQ^ den er den gantz nacht hett vssgescbribben, 
das er dich vergelti; da hast du das gelt ingnomen vnd hast mit 
den hören vorthan.^ 

M&iu maaht Salat folgmde Randbemerbungen: 

* Daran ist nüt. — * fiadfc sich nil, — * aber nit. — * jch truw ja. — 
* vnwaiheytt. 



1551. 
Dem Hans Salat, leermeister ze Fribürg im Vchtland. 

Ich Johannes Eüntzi, provisor zu Lucem, tun dir kundt, der 
du dich nemst Hans Salat, wie du mich gescholten hast ein bachan- 
tischen, schützischen, hargeloufihen hüben ; so sag ich dir, das du mich 
hast wellen in din fromkeit ziehen,^ aber du velst. Hetest dich so 
wol gehalten zä .Lucern, als ich noch bis har,' so dörCTest nOt 
ze Friburg m hocken; du bettest mit diner fhmen ee Lucem 
hufi ghan on die erloupnus, die odhar gethon von minen her- 
ren. Du meinst, man wüss nit, womit du syest yrngangeo.' Wol- 
lest mich (als ein frommen) in din f&ßstapfen ziehen.^ Ich bin ein 
armer, frommer, yfftechter student vnd nit bachant. Du hast mir 
tröwt, Yon Lucem mich ze triben ; so vertribst ein guten, redlichen 
gsell^ vm siner fromkeit willen. Aber hau ich dir ze yil than, so 
verclag mich vor minen herren zu Lucem ; ich mein, ich hab minen 
berren dienet mit hromckeit vnd eeren ; drum lag , was du redest I 

Datum zä Lucem 1551 

von mir Johan 

Eüntzi proviso ze 

Lucem. 

Biesu maeht Säht folgende Randglossen : 

* ich hin kein büb. — • ich hof mich als eeiÜch ghallten, als är. — • da 
bgär ioh von jm zÄ ^esen, wa er meyne. — * was er für fiißstapfen dan meine. 



Baechtold, Hans Salat. 



82 



VL 
1581, 14. September. 

Den strengen, edlen, eerenvesten, ouch frommen, fürsichtigen, wysen, 
herren Schultheis vnd raat der statt Lucem^ minen gnädigen, lieben 

herren vnd vättem. 

Strengen, edlen, eerenvesten, frommen, flirsichtigen^ wysen, gnä- 
digen min herren! vwer hoohverstendig wysheit syend min gantz 
vndertänig, ghorsam, willig dienst mit flys bereytt allzytt Als ich 
dann vs gittigem, gnedigem v. wysheit guiist vnd naohlass nechst 
ferrückter festen mino bücher vnd plünderli mersteyls von Ffyburg 
gen Sursee gefertiget, willens, da widerum bus zA halten, vnd Yin 
Pfingsten wider vfhar gfaren, dz übrig ouch reypb^,;ßtiössjend mir 
andre geßchefft, alls der medicin vnd sust zhanden, d?< ifib aU&o 4fi 
oben noch ettwas zA tänd hab ; bis ^m winteü. so . rudk ich h^jWß 
wils got. Vnder dem stost mir ein saoh an d'hajid) da ich nx^ nit 
fOrkon kan noch mag» voh min gnedig^ lieb herren vnnd eimges. 
vätter clagenswys z& bdcümmor^ vnd anrüffen vm hilff vj^d reoht 
Dem ist nämlich allso : Alls jch vor jarea, 4o i<5h vwer,. min^^r gnä- 
digen herrMi dienw am gricht was, vnd min cronik. gchrßylp^, gt^ 
ich Caspar Meyer seligen, dazmal leermeyster vnd m deir Fu^pn zhui^^ 
ouch z& sohryben ettlioh sextem, vnd schickt jm darzwv«chenr oucb 
allweg gellt etc., alls ich bewysen wil, jm: kein denaii schuldig . bli-? 
ben syn. Vflf das nun verrucktm sumers schribt löir .Caspars selir 
gen verlaasen frow, so nöwan 1 frömden bachawten h^t, der sich 
schrybt \^«r, miner gnedigen herm, provisor, gaivein schalklichesn 
brief zu, darmn sy mir hiesch x gl. xüi^, so ich jrn^ i^an seligen 
schuldig wär> mit tr atzlichen, eerverlezliohen warten (den. ich noch, 
han) ; vff das jch jro widerum züschreyb zimüoh antwurt, . vnd das 
ich jm gar nütt schuldig sig, »ander recht darschlügj vnd recht 
eruordert für vch min gnedig, lieb herren., so b^ld ich heim ke^l; 
des sy sich nit vemügt, sunder sy, ouch jr bachant, yettwede^s nur 
ein schantlichen tratzlichen hoch eerenlezenden, schalkenden brief zu- 
geschickt, vnd die offen, alls ob ich eyn lantflüchtiger, malefizischer 
böswioht, von eyner obw'keit verrüEft, war, das von den gnaden gotz 
nit ist, vnd hat Hymerycher, vwer bott, solh brief haruf tragen. 
Daruf, fromme, hohe, wyse, gnedige min herren vnd gütige vät- 



83 

ter, ich alls vwer armer burger vnd gborner Lucerner schry zu 
vch, vnd rüfif vch an zum aller emstlichsten demütiklich, grüntlich 
vnd ernstlich vm vwer vettwlich schirm, hilff vnd rächt gegen den 
beden personen alls frömde lüt, jr wellend mir sy bede (dann sy 
nit der vwern, ouch nit burger sind) vermögen, zum rechten ze 
schweren, trösten oder btirgschaft gen, das gnügsamsig, bis ich kon* 
mag, als bis zu vwer mäs, mls got; in ansehen, das ich nit acht 
keim Lucerner so schantlich schmach vnd vneer zögleytt syn vnd 
das man kein offne brief nahschickt , er sig dann landtflQchtig, vnd 
so solchs tftt an raat eyner oberkeytt, (vermögend alle recht) das 
die den köpf verfallt (oder vf!s gnedegist) eyn widerruf tftn vnd sich 
erlös erkennen durch getruckte, oder vnder eyner herrschaft sigel 
vberscliickte brlef an alle ortt, vnd so wytt die offnen brief gangen 
sind. Dessbalb vra solich recht bitt vch min gnedig herren ich vnd 
vis f ch dEtfum an gegen selben provisor, der sich nempt Hans 
Künzi vnd sin wyb Katrinen Grosma, vnd clag mit ernst zil jrm 
lib und gflt. Desglich wellend mit vwer gnaden diener reden, 
Himerrycher, das er syn botteneyd bas vflose, darinn jm vorge- 
halten Wirt, niemands kein offen brief, absagbrief oder schrifften, so 
ermeynte vni'Aw vnd vnfriden geberen, abzfinemen, noch vertigen 
mit sim wüssen nit, ( dann er dis schmehen wol gwöst hat an mich) 
dann alleyn befolen von eyner oberkeit vnd sinen herren vnd wel- 
lend jr min gnedig, lieb herrn mich als den ^wem, so lieb vnd leid 
mit ghan vnd noch zft han ganz wiUig vnd geneygt bin, nitt Ver- 
lan, nitt allso schantlich geschmecht werden von frömden lüten, die 
vtHieht tiit gros achtung vf f wer, miner gaedigen herren, eer vnd 
wolto häü wurden, alls ettwan me bschehen durch frömde amptz- 
lütt etc. Dann ich zum fürderlichsten, alls mir muglich sye^ heim- 
kon vnd das recht Äben wird im namen gots. Befll miöh twer vet- 
teriich' glitte ttid gnaden, die der allmeöhtig got fürdre Vnd erhalte 
allzyft Jn gsuntheit vnd zünämenden eeren. Datum zi\ Pryburg vff 
exaltatiötiis örücis annö 1551. 



' ^.'■g.''v.'w\ • 


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■ '■ ' ghorsamer 


dttner 


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Johann Salat, burger 
f^wer loblichen stat Lucem 


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84 



vn. 

1551, 14. September. 
Dem H€»sU GQnzli, prouisor zA Luoem ;so vberantwurtea« 

^ Johannes Sälat, Burg6P zu Luoern, Sureee vnd Fryburg,' 

enbütt dem schüzJschen bacbaöteü vnd groben bestia cormitft, s(> 
zu Lucern sich eyn proviso (also staatz) nemptsryn: Din zennerll^ 
din wyb hatt mir (ouch du comutus) jedes ein offnen brief sbü gtoebickt, 
äs war an eim zfil gsyn Vwer verreterschen Iti^en, du barmhrfri- 
ger comutischer harverlouöher Schwab ! Daruf wüss, das jch mieh 
zu redlich acht, vff solich diebisch, kindsverderberisch Mg, alls din 
zenrifQchsi jn jrem brief mir zfigeschickt hat , da nit 'ein warhafteir 
büchstab inn ist, sunder ytel stinckend lü^, antwurt zft soh^yb«ri; 
vnred hat nit antwurt, wo kein eer jnn ist/di gaat kleine vs; srinag 
mir kein eer nen, ouch keine gen. Aber dir, du eilender oo^^nütjscber 
Schwab, wil ich kurtz antwurten vf din schrybeil f Wefm du ^rüstest, 
was es innhalt, offen brief eym zu schicken; du bettelt diöe bachÄ* 
tenhor vor bas erschüdt, ee du öin solch gichÄlksbftbetisttick gegteb 
mir ghandlett bettest. Mag ioh dich fcÄ Lricern beMtlen/ ich vrii 
dir din offnen briet zrechtlegen, das du, harvfertoaffhcir leetersbÄb (als 
du an mir ghandlet hast) wfrst keim uBfreöhfefi, frommen «W^ö^ 
sen^ der ich bin, kein solch schelraenstuck me tön. Ich wil ^ich le- 
ren kein eidgenoss me schmähen, alls dann 'Vwer veriWyflet's^hWa- 
benrosdrek art und eigenschaft ist. Du schrybst, ich well dich% 
min f&sstapfen ziehen, das verbiett mir got. Ich bin jm zu vfrecht 
vnd eerlich, ein so leckerischen Schwaben mir gelich achten oderjn 
min stand z& ziehen. Wyter: hat ich mich zA Lucern alls wolghall- 
ten, alls du, so törft ich nit zSl Fryburg hocken etc. Kein fromm 
mensch redt von mir, das ich ettwas vnrechts zu Lucem ghandlett 
hab, von der statt heyge müssen, dannen gschworen oder von minen 
herren vsgstossen, vnd nit hey törffen darkon. Welcher solchs von 
mir schrybt oder reddt, der lügt mich an als ein verräterscher mör- 
der, diebsböswicht vnd ein wyl ein häx vnd kindsverderberin. Das 
verstand, du barmherziger comutischer Schwab , hat ich min gelten 
bzaien mögen, ich war kein stund von der statt gsin, da dann ich 
frys willens vnd nit bezwungen gangen bin; darum ich an min her- 
ren geschriben vm ein erloubung, han ich tan alls ein ghorsamer 



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schuldig ist, die mir min herren frOntlich zügschickt band, als irem 
burger. Da züchst in dim schrybwi glich vfeinander 8 oder 4 mal 
an der fromkeit, wie du ein frommer, vfrechter bachant syest; du 
hast n6wen bös nachburen, das du dich selbs so r&men m&st (pro- 
pria laus sordet) bist so from vnd mftst mich lan zwyflen, wie du 
abgscheydeu syest. Ich han min v^tterland vnd heymad noch nie 
vbergen, noch verian> sunder noh hus vnd heym zu Luoem vnd 
Sqrsee, vnd nit von mim vatterland gstellt, als du, Verstands I ich 
wU zA Lucero« wU gott, in kur/er zytt redlich vnd eerlich büß 
haa, so du schüzischer Qornutt ettwan kum brot jn dim partegken- 
^ han matgst. Darum las du vnd diu briegga vch nit blangen, 
idn wil km mit der mäs, vnd dine bübenbrief minen gnädigen, 
lieben herrau als trvlich (Urlegen, das dir vnd dim zennerli ja 
statt. VAd Iwd, 4^ujQh.die 5 ort zä eng werden m&s. Du milst ein 
^fdgnossei^scbaft leeren kennen vnd sähen, das du dir zö grossem 
6cba4^n mich g^äx^ht .hast , der dir laster noch leyd nie gtan hab ; 
soltseben» was nnz du daruon hast, eim barmherzigen zennerli vnd 
ris|gvQrtig:w , lieohten wyb z& glouben ding, dero du kein wQssen 
hast; wir^t nit ein kiad an mir finden. Ich weys den wäg noch 
wqI in Hojf. Ich wil dich wol kennen by dinen bachantenhoren. öott 
bewar mir min eer vor solchen falschen, diebischen zungen. Datum zö 
^ybifurg vff «xaltationis carucis anno 15S1. 

Iph will. lü. redlich vnd eerlich syn, dir ein offnen brief zu 
s^ieken;^b^r verstand sust, was er innhalt. Ich wil dich berich- 
ten, was eiii offner brief lidt. Ich bin kein malefizisch man. 



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vor\ den\ krieg, so sich* zwischer\ dei\ 

fünf orter\ und der andern örterr\ 

der Eidgnoscixaft verloufei\ 

hat. Anno &c. Ir\ deir\ 

JA, D. XXXI. 








Umechtiger Gott in dinem thron, 
;Der du hast geschaffen sonn und mon, 
Den himel, erden, meer bereit, 
Heilige, hochgelobte drifaltigkeit, 
5 Maria, müter und maget rain 
Und alle himelgenoßen gemaini 
Hoch lob soll üch bewisen werden 
Von uns armen Christen hie uf erden 
Und alle zit geert der götlich namen! 
10 Alle, so diß lesend« sprechend amen ! 

i so sich fehlt im Druck. — V. 3 Drack: meer erden breit. 



• Tanngrotz, eigentlich Tannenwipfel, Tannenreis. mhd. graz, Sprossen 

oder junge Zweige von Nadelholz. Lexer I, 107». Stalder I, 485. Tobler App. 

Sprachsch. p. 286. Schmeller (i. Aufl.) II, 126. Rochholz Aarg. Sagen I, 89; 

dann das Abzeichen der 5 Orte in der Reformationszeit. Salats Chronik p. 282 

^ch. I.) : « Der V orten zeichen was ein wiß crütz etc. daby dann jeder trüg 

oin tannestli, und merteils ein gät lang patemoster etc. Worumb aber die 

j ^umestli der fünf orten zeichen wurdent, kam dahar, als die secter so groß 

I tratz, Spott und Verachtung in die V ort bruchtend, .under dem ouch si namp- 

I teud tanngrötzen. Desshalb es dahin kam, daß die tratzlichen, fräfenen 

, gesellen in den V orten tannestli ufstacktcnd in die h&t und parreth etc. » 



90 Salat 

G<>t i&t baroaberag, ilarzd grecht, 
Erbarmbt mh über alle g^sohtecbt; 
Er will oit, .daß ^er sUnd^r. 6(erby 
Sonder leb . uml* goad erwerbe 

15 Daruf yerhftrrt er vü ait und lag, 
Warnt den menschen mit straf und plag; 
So das daiin nüt ersebieäea m^g 
Und .sin gftte nit will yerstani 
Denn lat er ßchleg«! na<;h weggen gan; 

Äo £emer person macht» praohts nach gwalts er schont, 
Lat kein bto ungestraft, kein g&ts unblont; 
Und 80 er die mlßttot nit fäohlieh straft, 
Wißend ctocb, daß er alt soblaft, 
Sonder d^ kommenlieben .^It erwi^rt: 

25 Decm ist sin straf, gar streng und hart, 
Ais er dei»<Sodoaiitem thetj , i 
Auch dlofc hat gstraft gan^ land und stet. 
Darom sech sieh ein j«der fUr». . / 
Ee im die straf gots kum fUr die tbllr ( a ü) 

30 Und im sin rüw nit weird.izfi spati 
Nim hörend zß,, waa nalifr, gat: 
Jetz far da hur im namea gots 
Ichi armefy veraetiter tangrotz, 
Hab gelitten, Terschmecht lang tag. und jar, 

35 Als alter weit, ist offenbar» 
Allzit verhofiO: auf beßerkeit;/ 
So hat es für uml fijr zjigüßl^. . .^ 



BuUinger, Ref. Gesch. • II, 2^ 465j g^jO,! 336. Keasster fubTt in der SabbaU 
II, 314 aus jener Zeit fqlgjende Trotz yerse an : « Danast stand fast, lobast 
fluch fast I » — Fortsetzung der Cfironik des Vialerius Anslielra im Schw. Gesch. 
Forscher X, 361 zum Jahr 1382 : « Item die taiingrötzli zd Solothum und Fry- 
burg ingelassen sammt- den'trotz-pttternoster. »' ith « G. Fry, der schmid se 
Frouwenbrunnen von DursiGDaftaLTon* getragnen. tadt^öds^ltn Ovegen) erstochen.* 
Verbot des Tanubüschleintragens aus demselben Jahr 1532 im neuen Solotb- 
Wochenblatt 1845 p. 200. — Zu allem weitern vergl. das Jahr 1551 in Salats 
Chronik. 

it ^ ]*a«h iefienyihetleiii« ^ 10 £)r wendet iZmangßi^ilitel, ^n., .Die Redensart 
von einem Kindev^iel enlilehnt. Rochhoiz . Alem. /Kind<»r^ied 4^1, Nobler 44S. 
Stalder II, HQ^m^n gäohlich, ploi^iicjj. ^ ef. 7 Abßp e» hat gteta zugenommen. 



Tannorotz. 91 

D^ waä- ieb ein Ui\thund , den ein klotz , 
Milchtremmei^ kftb^Tij tangrotz, 

40 Fünfßrtlin, ködrecktin und das on zal, 
Das ich doch gditteabett noch ^mah 
Hett sidh äit schwerere zdgiötrageD. 
' Mian fieng mir an der gtyteloß fiagen» 
Und dal^miaii ein:' böser schätze, wett, 

45 Dann einenr, der mit vioh geunkBOäoht hett, 
Visbh daß ich die stben saccameiit 
Boöh hielt und nit wsolt lan sin gsebendt; 
Legt mir €^n(^ zä an4er< uoehristtich sag, 
Als menigklidh tnUßtundligt am tag. 

50 Darzü W(^t man mir aieben'ftb 

Land übd tot 5 &o ieb überkommen hab 
Mi^ d^)si fiehwert, ynd gäteklich koufk mnb gelt, 
Und wolt mad mich ganz bM ban gfitelt 
Von' aller- ftHhett und gerechtigkeit, 

55 Wider mirigfedhworen pwid' ond eid, 
Und S6 vli mit mir gfaögen an, 
Daß fdfsnit'itUs« zelen kan* 
Doch hei^ ieh's von frids^ msA rüwen wegen, 
Als me, gditen und vertreg«n, 

60 Hett man mioh nit höber wollen tringen, 
Voiti'wÄrett christenglouben zwingen* 
Do ich nit wölt vom selben ston^ 
Wolt man mich htifigers Verderbt hon^ 
Schlug man ^Ir ab wilen koaf, salz, körn und win; 

65 Damit wolt man mich zwingen in. 
! ; '" ' . ■ 'Da rftft icö an vil land und stitt, 
, , ,,..„, Dali "man. mir zum rechten halfen wett, 
''"vm.j ^.^.{^y.M^djifi;,.so,flljr init .e^d ve;rbund^^^ 

■ < ' - .i-Ob.ißh ienen ,hiJtiWd^i;at,ih^t,/an<teq.; . 
* ' ' '^ ■ «^^Darfeäjiefciabw: nitmocbt kon:< 

li v'i' ''* ' ti' • I • ^ •' ,' I .1 ' 

■•''' J' -''i iv',<. I i(! ; I. ; j ,1 • i/. . •»• - ■.•»'II* ' • 

.].;,- .39^]g^ph|^j|^jjel^ kuo|kübeJ. ]Ms,,Georg. — ü beser schelzen well. — 70 kommen. — 

;'^^'^^^W't!'<ikm*lV^«öittte),'4j^ldl^ma«s^^^ Person, SfehmBlte» I, 409. Simplicia- 
iifecläj^riftrii JfA'ttfeggiV. Kum^HI, loej «t * MeiÄjGesind, duminter ich auch 
fief stfttkift- Treteöl- kn-KöK^ehfeen hatte. * ^ e» ieaon,. iigendwoc ^ 



92 Salat 

Mfißi also blff- und recbtloft stoo* 

Das luioh trbftroaJbd von h&rzen ser, 

Ich mocbt's . ertideor oiaind^rmor. 

Mit erest %ik got sö kert ioh-isiiob: 
75 Äch ebei^ster kaiser im bimeirieh , 

Laß diob lien tinbül und gwalt erl^armen! 

Kunot' «& trosi; und biif mir b^trftbteti c^men, 

Beschirm diu glc^ben und ger^Ugl^^it, 

Wann Bsnit mag haJoeu leng^r bwt! 
80 herr imd got th A uns bistaod 

Wider die, so dioh> geistert. baod 

Mit worteb unditateo^aa metgea «endöu, 

Alle tjiuea uBorwelteu zä-sobendeo. 

So idh zu r«obt nit kbmmea img, 
86 Des ii3h dir Htm voa berijen Idag i — 

Denn daß iföb möfi mit kiieg darin: 

So soltdu herr Jesu Christ dbersterMveldherr sin, 

Und was mir angelegBi isi, 

Will ich dich» suchen 20 allor frist 
90 Umb dinen tpost,' hilf, bistiand und rai, 

Sit es nu «n ein kriegen gäti 

Nun ruf ich minen sünen zftsamen 
In unsers obersten hert^n namen; 
Luzem, üri, Schwiz, Ünderwaldeü und Zug 
95 Die stünden zösämen on allen' betrug, 
Machtent ir anschleg, fuhdent rat", 
Wie man lüöißht kummen in die that; (Aijj-) 

Darzii beschrlbend sie ir frtind, 
Sant Joders ftünd, altslebig kincf; 
100 Ich mein, damit man *s oucb verstand, 

71 slcen. — 96. macbenl. 



79 da es nicht länger Vejrzag babea ii|»g« *^ 9» beschriben, schriftlich 
auffordern. — 99 Sant Jod er ist St. Theodor oder Theodul, der Heilige von 
Wallis, St. Joder ist noch populär in einem Solotharner KantonstheÜ (Patron 
der Kirche in Welschen röhr). St. Joderstag ist der 16. Augast. Vgl. Fiala, 
im Aaceiger f&r sehims. Göseh. 17. Folge I, 347^ Im Fastoachtapiel von Hans 
von Rute S. Jodel vgl. Birlingers Alemannia Hl, 61. 



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Also mi^^ ^is ^ ^^ ,^^^ 
Verharrte» j,rie , 

,e Herear»« der Schlaebt 



darvon, 

J&ii ia koQ 

^-Jtxxidert man* 
^ ic5h sameln bxi. 





vaart. 
dahar, 
ür war, 

stcit, 
^ laat. 
Jt^iifea sfny 

^3.pt^,ab, / 

kind. 
vvil leit, 
^oheid. 
tx'tag' •= 




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94 Salat 

185 Zuheilt uß die fCknf ort oach irem ansohlag: 
Mit iren patittr in gn^tteeiMim^n; 
ZA Zug sie nachtd eäsrnnen kamen 
Mit gesohQtz, niunitito und alieto das, 
So in zum krieg notdürftig was. 

140 Mitwoch am morgen bort jederman meß 
Nach christenlicher ordnimg und prooeß, 
Mit fliß und ernst theten sie keren 
Zft gott, irem obereten forsten und herren. 
Zugend darnach ron- Zog 'der stait 

145 Uf Cappel, da sich gesamlet hat 
Dero von Zürich gifaltig mÄcht 
Mit panren, gsohütz und grosser pracht 
Z& rettung der Fryen ämpter land, 
Denen sie hilf, leib und gfit zftgsait band. 

150 Zft denen woUend s' zogen sinv 
Da flelend inen die fünf wt darin, 
Die die Züricher nft wißtend uf ä&t wart; 
Sie zugend dahar frei ungespart, 
Auf Schönenberg für und in das holz, 

155 Gar menger eidgnoß küü und stolz 
Mit freuden und on verzagtem müt, 
Glich wie ein low umb narung thöt. 
Als man d^ vindes innen wa^d^ 
Schicktend s'- im ilends zfi der wart 

160 Ein offnen absagbrief zft banden. ' 
Sie hattend's wol darvor verstanden. 
Daß niah von im twserfordert die pönd 
Und sie nit mer achtet ftir frtlad. ' 
Uf das flux zügeiftd mine kind 

165 Durch den wald' uf die vind geschwind,' 
Die flinden s' in irem vorteil «tan, 
Deßglich kum je ersach ein man. 
Mit geschQtz, moßgraben und aller dingen, 



Das in doch nit vil frist mocht bringen. 



469 jr. 



15» uf 4er wart, auf d«r Kunäschaft, Lauer, wr auf ^ie- Vorposten. 
168 moßgraben, Moosgraben, eine Schanze von Rasen. 



Tanngrotz. 95 

170 Uß dem wald kamen miner süaeu ^n.> 

Uf allermaist dreihundert maa« 

Ein vorh&t dapfer und verwegen > 

ßiengend uß, wie die find lägeü* 

Do inen das ward gesait, 
175 Zugend s- daran oil lenger baii, 

Sobald sie dann nmbber saben, 

Fiengend sie in zom an gaben; 

Dem find lieffend sie z& ernstlich, 

Machtend ein leromn binder sich. 
180 Do druckt die ordnang durch den wald, 

Die vorbüt fiel in find bald, 

Ir groß gsohötz sach man in d'ordnung gon, 

Hat doch (€rOt sei lob) wenig schaden thon. 

Min sün sehlägen mit fi*eudeA drin, 
185 Die find grinnen wie die sohwin, 

Mochtend üit lenger baiten raee 

Das s<^lalien und jstechen mit angst und wee. 

In war zö schwer dw» tangrotzen zucht, 

Sie gabend sieb scbeiizlioh in die flucht 
190 Gen Albis und gen Zürich hin, 

Irer keiner wolt der hinderst sin; 

Namen für sich ein schnellen trab. 

Verliessend all ir gsohtttz und hab, 

Liessend' achtz^en stuck uf redern stan, 
195 Dabi blibend tod fjanfeebenhuadert man; 

Auch' baggen on zai und munition. 

Der gfangnen fürt man vil darvon ^ 

Kamend gm Lacern in die statt; . 

Vier vendlin min väMin gwunnen batt. 
200 Wer die selbigön dar hat tragea, 

Waißt mengklfch wol, darf nit vil sagen. 

IOC . *70 meiner sün. •— 176 vmb ersahen. — 190 f?e n fehlt das «weile Mal. — 192 trag. — 



J" gahen, eilen. — iss grinnen, grunzen. — iso schiuzlich, mhd. 
scheu, verzagt. — 195 Hier hat das Mscript Georg die Randglosse : e Du lügst 
^eeiaDiebJ» mch Salats Chronik p. 809, die all' das.wörtlieh erzählt, 
fielen ÖOO Zürcher. ^ = 



96 Salat 

Also ilend mine sün den fmden nach 

Bis am klein Albis mit stäter räch, 

Do trib sie ab die finster nacht; 
205 Hand sie sich wider gen Cappel gmacht 

Und den vind ihren lan. 

Zä Cappel taten s* ir leger schlan, 

Zu warten dreier tagen fr ist, 

Wie der Eidgnossen brach und gwonheit ist, 
210 Ob jemand diß tat rechen wett. 

Das man daselbs funden hett, 

Under denen mich hoch mit fr^iden ber&rt 

Der böswicht, der da hat yerf&rt 

Ein frumme gemein, so manig biderman, 
215 Hat hie auch sin bracht und leben glan: 

Ich main Ülin Zwinglin, wer in hat bekant; 

Er ward geflerteilt und verbrant. 

Als kaiserlich recht wist imd vermag, 

Davon ein liedlin am tag. 
220 Also ist es gangen an disem ort. 

Nun far ich uf das ander port, 

Über RM. Der zug noch zu Boßwil lag. 

So zog diser nach dem dritte tag 

Hie disent der Rüß uf Ort^bach dar ; 
225 Aber des vinds wardens gewar. 

In dem nun ouch (dunkt mich) allgmach 

Der Bemer zug unden ufher brach 

Mit großer macht, hofiart und bracht. 

ZU dem hat sich ouch Basel gemacht, 
230 Mülhusen und Solotum ouch dar kon 

Mit gschütz, iren zeichen und munition; 

Rucktend uf die Fryen ämpter uf. 

Ein starker großer stolzer huf, (B^ 

Hat sich ob zehen tusend treit, 
235 Als etlich von in selbs band gseit. 

Nun lag zu Boßwil, als obgemelt^ 

207 taten. — 310 weit. — S27 auff erbrach. — S3S ruchlend. 



319 Salats Lied yom Zwing]!. — 884 Betrug sich über zehn tausend. -^ 



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TAjineROTz. 97 

Schier bi dr^ituBeod, ein fröliehe weit, 

Daon die abdre paner i^as komen dar 

Von Luciem al miner kleinea schar. 
240 Do das vemam der Borner huf, 

Brachend sampstag vor Galli nf, 

Zugewl gen Filmeringen har^ 

Darzü ruft sioh mu kleine sefaftr^ 

In maß» daß es dem Betssen ward kund. 
245 Der zocb wider hkider sioh t& stund, 

Sin zug er uf Bl^emgarten nam. 

So muQä' voik die selb kunisehaft kam, 

Daß im der Ber nit wolt ihiin stand, 

Omeä die puren bettend gnsiid)! das land, 
250 Die addren wida* gesobworen und baten umb gnad 

Und nun uf die armen gieng der sohad : 

Ruckten sie gen Muri bar, 

Daß in das far dest glegher war. 

In dem nun die ftifif ort, mine kmd, 
255 Hie difihalb d^r fiüß haruf gruekt sind. 

Ob sie irs vinds wurdent gewar ; • 

Der wider Tersdml&t ein große dchar, 

Sib«) paner land nun Tendiin gscfawind. 

Da» die Sodhathüäör bi gsin sind, 
260 Sant Gaüen^ Frouen^der deßglicb, 

Toggenbnrger, ^urgöwer, min ganz rieh 

Mit zweito gsohützen und munition ^ 

Doch künden s' inih volk nien^ ankon. 

Ais moh des Beren huf binint 
265 Gen^Br^mgartef^, meinends, sicher ze sin 
Und fiengend. an. ziehen hie dißhalb uf, 
Da sie dann wißten 4er ^üriobar huf. 
Als das mim' yöHdin zu Mpri ward kund, 
Brachend s' uf Galli uf zu stunde 

237 freüliche var. frevenlUbe. — 938 wess. ^ 250 g nad feWt im Druck u. den Hss. 
362 gschütz. - 268 mein. ~ 



*« Vilmergen. — . m das Fahr über die Reuß. 
Kaechtold, Hans Saiat. 



98 Salat 

870 Hieltend rat ob Muri, undea am rem, 
Lucemer baner scbiokt^nd s^ beimu 
Diewil in ämpter 'k^n whlerätand,. . 
Die Berner oueh uf Zttrfeber land^ « 

So zugend it* mit ir kleinen sdhar 

275 lieber d'Rüß oudi in Boden gen Bar; 
Da funden s' min rechten zugzü stunden, 
Dann sie die ZQricher nit betretten künden. 
Als sieb min stügli nun verloffen ^ batt, 
Einer uf 's land, der andisr in d'&tett, 

280 Daß niemand mer in ttmpter y^si 
So bald der Bfer vemomaien das, 
Der noch mit macht tu Bremgarten lagi 
Versamlet bald ein nQwen lanschlag' 
Und ward da fi*evel, fHs^ und gnil, 

285 Dorft jetz gar tapfinr wagen sin hail. 
Im grimmen zocb er nfbar m&etit, 
Zu Muri das elosterstürment ; i 

Was sieh nIt wert, hat er verbreöt. 
Die bilder gar tapfer angewendt, 

290 Zerhowen, gstochen, nidergsetalagen ; 
Ich hab kum manlioher ding gb6rt sagen, 
Da, wann man's recibt ermißt und betra^ht, 
Wirt dar von ein eigne crenik gemächt; 
Dann sie warend alter manbeit vol. 

295 Bewist sich am Heini Treyern wol: 
Den armen, werlos^, toreebten man ' 
Hand sie ouch dörfen erbermklioh erschlan. 
Semlich geschrei kam gen Honrein nach, 
Daselbs der Lncerner paiter verzoobj« 

800 Was sie witer wollen ftihen an, 

Doch was bi der paner nit fün&ig man. (b.ü.) 

Da zocb derBer gen Merischwand, 

Ml vernam. — 293 cron. — 



276 Baarer-Boden. — «7? betreten, überraschen, treffen. — ts« gaüj 
ubermüthig. — 286 m&ent, brüllend, brummend (Benecke-Müller II, 281) — 
— S97 Vgl. Chronik p. 316. — sm In Hohenrain befand si<^ damals Salat 8ell)st. 



1 



Tannorotz. 90: 

Gar vil sie da erstochen band 

In leren hüsern, epiobem und sohüren, 
b05 Die puren, tbeten dae^ ir vefU^eo. 

Da hatten s' jaber eki bildersturin, 

Erschraektend ouäx sant Jei^^ wurm, - 

Daß er uß der kiloheD gQoben w^. 

Wo mt da Uli w«r gi^n der bito, 
310 Und tbaten da aber «in große scblaobt * 

Mit denen gi^lLen, von bolz gemacht. 

Als wm das isü Honrein halt; vernou , 

Ließend b\ ein eturmb an gloioken gon ; 

So bald dor bfii^ des sturmbs bat geacbt, 
815 Hat er «iob über d'Hüß, gemacht 

Den minein you Luo^m ab li'em land. 

Und zoohj do er die ZUrioher fand. 

Den. «elbwj. seit,er.flux die that» 

Wie er vil bilder enitoehen bat 
820 Et cetera. Als öienun all ir macjht 

Zäsamen brachtend, und wurden geacbt 

Ob drißigtuaend stritpair man, . 

Hand sie Tm selber zeiget an — 

Jüt haffart, j^aeht und stolzem m&t 
025 Onzalicb gsobtttfS) wol grUst iwd gut; 

Und daß ich kurz bienu^ sag : 

Uf der eilftusend megten tag 

Kamen harfür zwen bufen stolz 

Ob Ga$ipel uf Seheneaberg durch das holz. 
330 Denen gaben die minen stark scharinutz; 

YerUeßend Bar^ in selbs zu nut^, 

Namend in ir geordneten pktz sSl band, 

Dem vind zu wairten mit widerstand; 

Namlicb gegen Barburg uf einem, rain 
335 Stund min erst ußzogens büflin klain, 

Bi denen die paner von Rotenburg was. 

So man die aigentlich zalt und maß, 



312 hanrem hart. 



807 St. Georg wcM dor Patron von Merischwand. 



L 



1 



100 SAL4T 

Fand uf s^meist vicrhimdcrt man. 
Dem Tind da zA indeistan; 

340 Sechs stock uf redem betten s' g&i 
Cnd wider denvind lewenmAt, 
ZA Wil ständen zwo Ordnung flri 
Und ain gAts, staiir gsdiatz darbi; 
Die betten beides tapferKait, 

US Zu striten war» si berait; 

So sich der yind in boden wolt Ion 
Weiten sie mit im ein torpeltanz hon. 
Als des die yind warend bericfat. 
Ein TölUi maßends bi der gsicht, 

350 Dero was in summ achttusend man; 
Hand etwa bi tusend Walser g^an 
Und etlicb fendli weiscber schOteoi: 
Bedunkt den rind, es wurd in nit nQtKon, 
Und wurd es han gar kleinen gnieß, 

S5S Wann es sidi herab in Boden liefi. 
Ließ im der Ber vergon sin hoch 
Und legt sich wider in das loob, 
Zu ratsehlagen bis an den dritten tag; 
Macht er mit den sinen ein andern anschlag, 

360 Wie man min sün hinderziehen wett^ 
Darzä er ein hufen ordnen thet: 
Ein vendlin von Zfirich aß der statt 
Die zAzognen z& im gnummen bat 
Ais Basel, Schaffhusen, St fialien ich meld, 

865 Tockenburg, Mülhusen und Frowenfeld, 

Ouch Turgl^w mit gsohtttz imd grossem p rächt, 
Zugend uf den berg ob achttusent einer nacht 
Doch was der Ber nit recht im wüten, 
Vor disem zug thet er sieh b&teo, ( b. üj) 

370 Die selten gen Einsidlen zogen sin, 

359 sein. — 360 weit. — 



84f In Salats Chronik p. 816 heißt das Dörflein Ywyl. — 847 törpel- 
tans, Bauemtanz. — 84« hielten sie sie bei deren AnblidL fOr ein kleines 
Yölklein. -- 864 gnieß, Nutzen. — sm hoch, Prahl^ei. 



Tanngrotz. 101 

Dasselb zerstört, geDommen in; 

Davon sie tribend so schentlich sag, 

Daß ich es nit beschriben mag: 

Wie sie Mariam mit worten geschendt 
975 Hand, gott und sin wirdig mAter gwent. 

Wenn dann dasselb war gschechen gar, 

Sollen ouch die Püntcr kämmen dar, 

Wann man's in nit vorsehen hett, 

Mit eim zag in die Hark man schicken thet ; 
380 Und denn die miaen umbzogen han 

Den berg und statt Zug gwinnen an. 

Beit mit der irten, frag auch den wirt 

Dem dann darzä ze reden gepürt! 

Also zugend s' dahar mit großem pracht, 
885 In dreien kilchen thatend s' aber ir Schlacht, 

Zu NUcheim, Menzigen und Schönbrunnen 

Hand s* in den kilchen den sig gewunnen ; 

Die gsobnitnen knaben im goidinen har 

Zerhowen, zerschlagen und gnommen gar. 
890 Ja nun Oberuß — was dai'fs vii red ? 

Em ietlichpr da sin bestes thet; 

Ir keiner hat sid^ nur umbkert, 

Das schAf, da hat sich niemand gwert; 

Aber wenn holtzhowen dapferkeit sin soll, 
895 So weiß ich ouch wiber, die kQnntend's wol ! 

Sie sofalügend das leger der naobtseld 

Zwischen Aegeri und Henzingen in das feld, 

Traten uß ein platz, da sie wolten ston ; 

Groß schaden band s' dem landvolk thon, 
400 Denn sie iagend uf der Zuger land, 

Die walstat heißt uf Furschwand. 

Alsbald min sün des wurden gwar, 

Verordnete flux die bergknaben dar 

Von Aegeri Menzingen, Zug der stat 

385 Ihatend. — 386 Nüchlen, — 392 nun. — 395 kindends. — 401 Hurschwand. — 



wt Warte mit der Zeche. — 88« Chronik p. 820. — sss den geschnitzten 
Heiligen. — sm nachtselde, Nachtquartier. — sas ustreten, ausfpuren. 



L 



102 Salat 

405 Ouch köner man verordnet bat; 
Darzö ein hundert Walser öi, 
Ein fendlin Welsfcher ouoh daitii 
Und ander dapfsr gesellen gdt, 
So darziY betten luft und möt. 

410 Als die des abends zemeDgestelt, 
Hand sie einandren abg*eiselt, 
Warend ir seehsbundert drißig* man 
Und ganz nit m^; Die ^sug^nd di<en,' 
Haltend irs obersten Mdherren rat; 

415 Zugend gar dapferlioh an die that 
Die ganzen naebb bi$ an den tag» 
tfmbzugend den vind, do er lag; 
Als sie denselben 'flindenband, 
Legten s' an Über atl'.ir bltrMscb 'und gwand, 

420 Wiße hembder, und was Maria ir Iry: 
Ir feldber was oneb sel)>^ dm'bi. 
Zänstag frü octöM& «m '24. tag 
Umb die zwei utigfar, iifi^ ■iclh^ üoh «ag, 
Fundenfc's' den vind wol b^wairt '. 

485 Mit gsohütfl, zw^ ördbungen' stark> und bart ; 
Die ersrten Mdid ^' ^m iüift ftctfler baihd, 
KH laug tlieten- sie' in widerstund. 
Da Setigetid s'^an, än> die anderati goa, 
Do Was ehiwU ein wlderatoU' : ' 

430 Docb moobtend j^ isi^^^s-nit laiig erlldmi 

Der tangl^oteenf bowea, ßt^bon-'üntl 'Sthniden : 
Tatend Sieb >bal($ in dte fliiobt -ergebet, 
DaiMt sto ^<V(iMten fMs4)«» jr^ lebeti. ■ 
Da was ein ItibigB d^odfin ganj - 

435 Eilf bcrch^en - Hebend isierstan^^. . 
. Mit röfiem , rüstüng uiid! nnuntioEi ; - 
Wer flieben mecbt, macbk sMü/däton, 
Ir war den gar vii «erstrewt und verzeit^ 
Ein große zal man gfangen bett; 

410 ^»e»d, — 499' Jcecr* -^, 4f8-rie»g8. - 439) ^p:os^a. t- 43a rerzert. 



480 kry, Feldgeechroi. ^ «s« kibigs dennen ipaa, ärgerHeheJüaeht«: 



Tanngbotz. 103 

440 Ouch blibend ob achthundert tod, 
Fünf fcndlin v^rlurend s' in der not, 
Dai*under eimi, was von M^Ubusen. 
Mich dunkt^ in 6oite darab grusen. 
Daß sie pit m? bald wider pund und eid 

445 üßzugen, 4^ ^^ ^1^^ ^^ ^^* 

Do lief einer bin, der ander bar, 

Vil fcomend arider uf Ca|)pel dar ; 

Aber etUcbs louf<^n rut .endscbafb nam. 

Bis er heim bindier'n ofen kam : 
450 Da Wirt er ein wil jeta öpfel braten, 

Wider die milchbeögel nit bald mer graten I 

Also hat aber ir Anschlag gfelt, 

Man hat m d'nüß unsuber abgsixelt. 

Da nun miu-ato. dfts. band erwert, 
455 SW 9" wider gen Bar ins iRger kert ; 

Daselbs maH gingen eioandQr lag 

Mit stetjöm.schar^ititzen nacht und tag, 

ftat die vtad nit vü gewuneAd an, 

Verlureiwl. laengen starken man ; 
; mi Dftnnn^r oberst feldherr was . ir fründ 

Jlit )cl0i»idni ßeb«4en miner kind. 

Ouch toö» ein wiodstureai in den tagen, 

Ster hai dfe vitid-un wald erÄ^hlagen, 

Zwei roß und darbi achtzehe» man ; 
465 ©ifei ihaodiöie rdannea lürwl»n, 

: Hand .tongaröteen im amWimen tt^an* 

Mämg öUcb' li^er dlem ?an tag; 

Ein Becnerjpaöiier zu Zoflogen lag 

Mit gschüia und löten, fein stark an^al, 
470 Denen ma^toten d'LuoeoriWsr/eia widerßchwajl 

Mit drem -.gachotz nnd vendliö gÄt, 
JkaM '■ ■ÜMertMAm wolgemiK ; . 

441 verlQiebfL >- 44^ Ma. ;^' «95 ieo0er< gherm. r- ' ; • 



451 Nicht 80 bald wieder hinter die Milchbengel gerathen. — 46« aber, 
abermals. — «öröislSj das Lara- ES. — 4«9 Salats Ghrotfik p. SM; Bullingcr 
Ref. Gesch. III, 190. — 466tanngrotzen hier ein Wortspiel, mhd. gr6se& heißt 
aiieh eufethrti^;. -^ 4?^ die griffen die Lus^ner &n< -^ 



L 



] 



104 Salat 

Ouch ein vendlia welscher imabeu 
Zd Tamersellen sich glegert haben , 

475 Uf der minea von Lucero eigen land, 
Einanderen sie doch nit gscbedjigiet band ; 
Ouch bat man zäsätz und starke wacht 
An vil orten gegen einaadren gmacbt 
Und alienthalb versehen wol, 

480 Als man in kriegen thün soll. 

Nun trüg sich zu, daß fiirsten und herren 
Zu scheiden fliß an wurden keren, 
Schicktent ir botscbaft schnelligklich. 
Der christenlichst künig zu Frankrich, 

485 Herzog Karle von Saffoy damit. 

Der Margraf zä Baden spart sich nit ; 
Frow Johanna von Languilla gut, 
Herzogin und gräfln, das edel biut, 
Ouch uß der Eidgnoschaft gar schnell, 

490 Von Glaris, Friburg und Appenzell 
* Hochloblich bot Schaft, eerejilüt: 

Die sich ganz ließent bedüren nüt 
Mit handien, arbeiten tag und nacht, . 
Damit ein friden wurd gemacht 

495 Zwischen Zürch und Bern und mineu kinden, 
Des sich bewilgung thete finden; 
Doch vorab, daß die vind zugend bald 
Ab Zuger erdrich^ rumbtend den wald. 
Das thaten sie mit aller hab : 

500 Sambftag nach ailerheilgen zugend s' ab 
Qen Bremgarten und darurab nit wit, 
Die schidherren thetend sparen nüt ; 
Doch gwan die sach Verzug, und ufschlag. 
Weißt menigklich wol, darf hi|j nit sag. 

474 Tamer sollend. — 4S0 thon. -- 485 Soffay. — 491 eerenleut. — 494 wurden. 
501 weit. — öOa Ihel. — 50'* statt sag sey. — 



188 zu veriaittcln — «87 Loagueville. ^ «m die ließen • sich nicht vef- 
drießen. — ms Ufa ch läge, Vorschub. -- lo* bedarf keiaer Tveiteco Rede. -^ 



Tanngrotz. 105 

505 Indem kam minen sünen mär, 

Wie ein zal vind uf dem Hirsal war (O 

Und uf dem Horgerberg enet der Sil : 

Daruf ratsohlagtent sie nit vil, 

Verordnent aber min kleine schar 
510 ünverzogenlich zu ziehen dar, 

Darzii zweihundert Walser bstelt t 

Vnd etlich vendlin Welscher erweit. 

Die zugend ilends gen Menzingen hin 

Uf den berg, da kam abends z& in 
515 Von Einsidlen ein vendlin dar 

Mit einer ußerwölten schar. 

Also band sich versamlet ghan 

Der minen bi viertusent man, 

Zugend zinstag vor Martini, vor tag 
520 An Wädischwiler stat, da enent für lag 

Ein wacht, die selb man bald ufnam ; 

Aller zug uf Zuger erdrich kam. 

Und zugend ilend on frist und rü 

Uf näbent der Sil dem Hirsal zii. 
525 Da wurdend ir die vind gewar, 

Ließend sich harför, ein starke schar, 

Min sün theten flux ir Ordnung machen ; 

Ir herz im Hb mit in thet lachen, 

Daß sie den vind soltend betretten, 
530 Darzft sie ganz lust und freud betten. 

Kniend bald nider uf den plan, 

Rüfftend iren obersten herren an, 

Daß er ufsehen zu in hett 

Und alle handlung regieren wett. 
585 Darnach sprungend s' uf und ruckten z&samen 

In Jesu und Maria namen, 

Zugend uf den berg stracks on verziehen, 

508 ralschlapflel. — 509 f erordnet. — 5Si Stil. — 



54» Unterdessen kam meinen Söhnen die Kunde. - so« Hirsal (Hirsail) 
der Berg Hirzel. Meyer, die Ortsnamen des Kts. Zürich, Nro. 1Ä46. — sto Wo 
herwärts vor der Stadt ein Wachtposten lag , derselbe wurde bald aufgehoben. 



106 Salat. 

Die vind Seegend ati fliehen 

Gen Horgen z&, und o^en uß 
540 Uf ZUrch, in sk wfi9 komme«, ein gtm. 

Man ilt in uf dem föß nach; bald 

Bte gen Borgen (Ur den wald ; . 

Oucb etvra laeager tÄpferer knab' 

Körnend gen Horgen ia d^S: dorf berab ; 
545 Do ftodent s' nQt, dapn wib;Und ki^4, 

Die in großer angat gewesen $ind^ .. 

Dartmib sie karten widier bin . i 

Zum 2Ug und lUeßend Borgen sin. 

Ala nun der vind was : ergangen,. 
550 Darixmb B\m der zug^ denn, an ^^^s gingen, 

Eam^d sie uf den selben . .tag. < . 

Gen Bar, do dear zug dann lag; 

Dana sie mit dem zug nit yj^rmein^,. 

Wib, kind, =ar«n .Htt zu grÄinen, . •,,,. 
506 Sondear dw» find, wo eir wer, blibpo,, - . 

Het man im die schinbein fQr die lerne geriben. 

Doch gsohach eib «traf ati^vieih uDiilgüt, 

Ais man in sdcbem ziehen: tblU».. .:. /. 

Daß einer- gibt, der andör nlmpt, .:. 
500 Denn nit gUefa jedi%*:maiiiist:baienti. < 

Do man nun uteo lag* . ; : ; • 

Begäi) sitsh uf sant Mai^in^Uigi: - ..;/ 

Do kam pur. Satter zfi:rmtoenkindeni>a . 

Ob er ein-^örtdön- da möebttedßft;^ i / 
565 Begert.in, Äp -die -b^MMfNlHltcraß giani;ii j 

Da thel' er jaion iseigen.ian^.' ;•..-, .w :!'■;.;•. 

Wie in «in iandscbafib Yieot 2Hitri(^bic830bickt hett. 

Dafi er ;umb .ein:fridfBi!nrerbe»^ttMiri*[ * 

Du ward mitiom rrtii^aoiaßiii ^ ivtl^ . I : f 
570 Im gebian* gleite ta^;stat!und>.zil:f, 

555 dem frid. Ebenso die Hs. — 561 tiür. - 5(Ö kecn: ^ 



f'i.i 



664 greinen, zanken, bekämpfen. — 666 Hätte man ihn für den Schaden 
gezüchtigt. ~ U8 «uf solchen . Streifzügen., -r- »ci.SalatB Chronik p.,818; Bal- 
Jingers Ref. Gesch. Ill, 2S8. — seo yeran laßen, unterhandeln. 



J 



Tanngrotz. iOT 

Daß man sie grflüieh wOIt rerhÖreB. 

Uf das tbet er von daniien kereo, 

und ward gebandlet ein anßchiag ; 

Xamend zAsamen uf ^nt OthmarBtag (C. ij> 

575 Die houptlüt, krl^si-ät öiiner Hlnf orten, 

Ouch von stat nnd land Z&rcfa mit frQntlicben worto» 

Üf dem bof Denniken dißhalb der Sil ; 

Dahin kamen erlieber personen vil, 

Piengend an bandlen mit red und rat 
580 Und gab der alknecbtig got sin gnad, 

Daß alier ^vrflracbt ward hingeleit 

Und aitt iHd zvriscben in zft ward geßeit 

Öanz fründlich, nnd ward abgeredt, 

Wie man das in den gsdbriften hett. 
685 Als sich nun der bscbloss g'endet bat, 

Knflw6t jedörman nider an der statt ; 

Got z'lob, tiine^ ghad^ und dankbarkeit 

Fünf Paternosler und fünf Ave Maria gseit. 

Also bait g^endvt sich der ltn»bkg. 
590 Nun nach Ottimari am fritag 

Brach üf der fXmi. ort gadi: her 

Und nftmen tber d*RQfi iren ker. 

Die Fryen ämpter gborssm z& machen ; 

Also schictfiend'iBtfe stdi in die saohen. 
595 Do sie den' 2A' Muri vemomea, 

Uß Bf&ihglUleb und Mellingen botochaft komeD 

Und u6 d«n Sttiiptem ringtiids faal-; . 

Ouch Raperswyler kament ernBstiioh dar, 

Rftftend MNumtr fridi UDd ge(rt«n gnaden, 
€00 Dann 'Sie de» kriegt Warend: überladeD; 

Erbutend sich : strafbar undk ir aohxild, 

Darumb sieidami ertangtend. hidd.> 

Ouch kam^d. die schidlüt, rAftend au 

Die fünf ort, daß sie trid wölten han; 
^ 605 Des dann die Hemer begirig weren, 

fehli Jäö'*».^«^)«* '^hrtX^-SSI hifiKelegt. - 683 ItaindlUch. - 884 gschrim, ~ OM B^ 



L 



108 Salat 

Thetend sich aber in bandet kereii 

Mit fliß, ernst, m& und arbeit. 

Indem band sieb min volk geleit 

Qten Heglingen, Tbotigken und darumb, 
610 Stallend oueb des frides stund 

Zfl der sohidlüt band, on betrug 

Darumb zä bandien on Verzug. 

Das nun gescbacb und ward getbon. 

Der ft'iden von Bernern an ward gnon 
«15 Gearticuliert in form und gstalt, 

Wie sieb der Züricber friden inbalt; 

Denn daß der statt etwas mer 

Zerstörung, zerschleitzung widerker 

Der kilcbea und armen lUten scbaden: 
«80 Des icb micb bie nit witer beladen. 

Demselben sie bscbiußlicb entscbaft gabend 

Zu Bremgarten an sant Katbrina abent. 

Oueb bracbend uf die baide beer 

Mitwoob vor Katbrina. Hie nit merl 
«25 Denn dankend G^ott, ir liebe kind, 

So des waren alten gloubens sind, 

Um sin unentlicb giltigkeit, 

Damit er uns täglich ist bereit, 

So gütlicb bilf und bistand thon, 
«30 In unsern nöten mit uns gon! 

Bittend oueb all und belfend erwerben 

Durcb unsers berren bitter liden und sterben, 

Daß uns Gott recbt verlieb sin gnad, 

Zd bliben uf dem recbten pfad; 
«35 Und all die, so gewieben band, 

Widerumb zu dem recbten pfade land! 

Damit wir in cbristenlicbe einigkeit 

Wider kommend und uns werd bereit 

Hie frid und dort das ewig leben! 
€40 Amen, das werd uns allen geben I 

Also der krieg ist ußgefÜrt, 

All ding zum kürzsten berürt. (d.) 

«06 kerenct. *— 609 Thetigken. — 6i6 glauben. — 636 Dr. uud Hss. pfad und land. 



Tanngkotz. 109 

Dann, denen so es zu lieb ist gscbechen, 
Hand merteils selbs all ding gesehen: 

645 Den ist diß schlecht, einfeltig dicht 
Zä lob und eren z&gericht, 
Den frommen fünf aitglöubigen orten; 
Wie die sind genant, des darf hie nit werten, 
Sie kennend einander gemeinklich wol. — 

650 Darbi man nit vergessen soll 
Des dichters, wonhaft zu Lucem, 
Salat, der ist bi*n gsellen gern! 

Hie Tannast! die von Zürich fliehend fastt 
Es kan sie niemand errüten noch ergen, 
655 Sie mügend nit fünf k&wdrecklin besten! 

G. D. C. A. M. 

Statt der letzten 8 Verse finden sich in der Hs. der Kantonslnbliotliek 
Luzem folgende : 

Also hatt diß gedieht ein Endt, 
Gott nnß weiter sin gnad bar sendtf 



666 Nämlich die V Orte. 



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in der compofitz: Wiewol ich bin alter gris.* 



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1 



1 hochgelopte drifälügkeit, 
Maria m&ter, raine maid^ 
alis himelscbL beer gei^eiae! 
groß priß, iobj eer zu aller stijnd, 
Sprech .u£ eins jeden cdirißtea mundi 
alt, Jung, groß oder klQUieL. 

8 Uia gnad und g&t ist manigfalt 
höchster gott, kein mensoblich. gwalt 
noch fükrwifas dich mag letzen 1 
du wartst uf goaid ein lang^ j^it^ 
als dir daran läge nttt.; 
uf 's letst tbüat alls ergeben 1 

s Dem einen wol, dem andern schad, 
darnach ein jeder verdienet hat, 
din gerechti^eit nit irret; 
du gstast dem fh)mmen und grechten bi, 
nit achtest, wer ein jeder sy, 
ald wie sich mengklich gschieret. 

• Druck: grüss. — 1,6 klein. — 2,4 zeilt. — 2,6 ergötzen. — 3,6 Liliencron: als, un- 
sere Lesart offenbar die richtige. 



* Die folgenden zwei Lieder neu gedruckt bei Liliencron, die hist. Volks- 
lieder der Deutschen IV, Nro. 430 u^ 429. 

2,8 letzen, aufhalten, verhindern. — 2,6ergetzen, gut machen. — 
•S,s ald, oder; sich gschieren, sich benehmen. 



r 



Lied vom krieg. 111 

4 Wann dich dunkt die füglich stund 
und diu barmherzigkeit im grund 
sich *s menschen will beladen, 

so hilfst du im uß nöten bald^ 
dawider hilft kein bracht noch gwalt, 
kein Sturmwind mag in schaden.. 

5 Hast du erzeigt in disem jar 
eim kleinen völklin, ist offenbar, 
das sind fünf ort, mit namen 

Lucern, üri, Schwitz, ünderwalden und Zug, 
die band mit trüwen, one betrug 
ein gschwornen pund zösamen. 

6 Den halten sie z& aller stund. 

Nach dinem glouben uß herzen grund, 
ich main^ daß er dir gefalle; 
d^tm du in bewisen hast groß gät, 
verliehen kraft und beides mAt 
wider din und ire vind alle. 

7 Man bdt gesftcht vll renk und fUnd, 

an sie hat gstürmbt meng ungstümer wind ; 
ir pund und glonb^ 2ä nemen, 
daran satztend etlich stett und land ; 
du hast in aber thon widerstand, 
ir hochm&t gholfen temmen. 

8 Winmonats tagen der wurd gezelt, 
bist du z& heuptmaa ußerwelt^ 
die (Unf ort sind ußzogen ; 

die pildmiß der hochgelopteii meid, 
so bi dir wont, hohe drifaltigkeit, 
im paner mit inen ist gflogen. 

4,5 noch fehlt. — 6,2 Statt nac h hat der Druck auch. — 7,2 Liliencron : an sy 
nat gsturract menger wind. — a.« ausserwöU. — 8,4 püldtnus. — 8,6 Liliencron: pann. 



84,-86, vgl. Tanngrolz V. 118 u. ff. 



112 Salat 

9 Sie füirtend ein kleine, dapfere macht, 
den vind süchtendt s' tag und nacbt^ 
zweimal band sie in gfunden; 

zu jedem mal gwunnen zeichen und gschütz, 
din f&rupg und hilf was inen nütz, 
sie machtend vil todter und wanden. 

10 Der gfangnen fflrtent s' hin on zal, 
sichtend den vlnd zum dritten mal, 
zugend, als köndent s' fliegen; 

der stier von Uri lüt fröllch dahar, 

do das erhört der vinde schar, 

sie mochtend s' nit erziegen. (D.ij.) 

11 Es thet in in den oren wee 
ir keiner ^'olt erwarten mee 
überal an keinen enden; 

umb frid wurbend s* tag und nacht, 
der ivard in kurzer zit gemacht, 
durch schidlüt tatend s' enden. . 

12 Und was sich da verlofifen bet, 
weißt mengkllch wol, darf nit vil red, 
darbi laß ich^s hie beliben 

von wegen röw und einigkeit. 
air Sachen sind hindan geleit, 
drum ich ouch nit mer schribeu. 

13 berr und got, dich r&fent wir an, 
wollest uns zu aller zit bistan« 

und nit vertan uf erde^ ! . ^ • 
verlieb uns &id und einigkeit, 
laß din arme alte Christenheit 
von glouben nit drangen werden 1 

9,t veindt». — i%% augends. — |0,( freUlicb* -^ 10,9 t«indt. — lOi^ enMiffm. ^ 
11,2 mer,— 11,6 tattend sepdeo, ebenso Liliencron. — 13,1 mir. ebenso 14,1 u. a. 



10^4 lüen, lüejen, brüllen.— 10,a 6rziegen, (des Reims wegen besser 
als erzügen, aushalten) za mhd. erziehen, erreichen (Ben«cke-9L Jü, 938). 



LiKD VOM KRIEG. 118 

14 Hilf, daß wir blibend dine kind, 
man schribt, wir siend dine find 
und stritend wider din eren: 

das wer doch wider din grechtigkeit, 
Sit du dich für uns in strit hast gleite 
umbsunst wer unser weren. 

15 Ich denk, wie für küng Pharaon 
du ließest vil diner zeichen kon, 
doch wolt er nit vom bösen wenken, 
vertruwet in sin eigne macht und kraft, 
bis du in mit aller ritterschaft 

im roten meer ließst vertrenken. 

16 Drum ob din götlich wamung nit 
erschießen mag zA disar zit, 

daß man yerhert wil hüben: 
so wißend wir, din allmechtigkeit 
wicht nit von ir gerechtigkeit, 
niemand mag uns yertriben, 

17 So wir bi dem glouben blibend stan; 
des wir dich teglich r&fend an : 

laß uns nit werden zwungen, 
den gfallnen wider ker im mAt I 
ein feder in wol frewen thAt, 
der diß liedlin hat gesungen. 



Her gott durch din allmechtigkeit 
Beschirm din alte Christenheit ! 

14,3 eere. — 15,3 besen. — 16,2 zeiL — 17,S rieffend. — 17,3 zwingen. — 17,6 des n. hand 



Die Sini^eise dieses Gedicht« ist das bekannte Lied des Peter Müller über 
den. Schwabenkrieg «deraltGris» (bei Liliencron Nro. 210); der Ton der fol- 
genden das Lied yom Schenkenbaeh (bei Uhland Volkslieder Nro, 141): «Von 
erst so well wir loben Mariam die raine maid. > (Die Melodie bei Liliencron 
ija Nachtrag, p. S8.) 



B aecbtold, Hans Salat. 8 



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I « A ^ I » ^ ik ■ * A * A . «■ » A . 4^^\ AAA.1. ^A A l«*t 

^H$ TTt^utffl' 'IUUß> J^ttttttTtTttt 

in der wis : zum erften send wir * loben Maria dip raine maid. 



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1 Ich m&ß ein waiig singen^ 
ursach der langen zlt, 

von jetz gescjttöhnen. dingen; 
doch will ich bei*(Lren nit, ' 
denn nur diejenigen Vaganten 
Zwingli und sin predicanten, 
denen ist geleit ir tauten, 
sie tribend's nimiriermer, 
des sei got lob und eer! 

2 Sie sind gestanden schriead 
jetzund ein lange qit, 

als ob 's Yol tttfel 8ie»d» 
davon was es nit wit; 
blAtvergießen und kriegen, 
mit falscher 1er und liegen^ 
arm lüt verffiren und triegeÄ, 
bis si's dahin band bracht, 
daß es ist kon zur Schlacht. 

8 Wie es da ist ergangen, 
davon sind ander gedieht ; 
allein wirt hie verfangen, , : . 

• mir. — i,S zeitt. — 1,5 nun. Llllencron: doch wil ich mich beräemeK nil* da«* 
yon dem irrigen vergangnen.— i,9 Lii. das sygetc. — 2.8 sich. — 2,9 dan. 



1,7 ihr Possentreiben ist ihnen gelegt. 



LiBD VOM ZWINGU. 115 

was Zwinglin hat zAgericht; 
daß er nit 1 nger kund triben, 
mocht nummen verborgen bliben, 
Drum er's zfl krieg tbet schiben; 
Der fuchs wolt entrinnen der hurd, 
daß er dem henker nit wurd. 

4 Dann eo da wurd berichtet 
von Zürich ein ganze gmein, 
WBS falsch er hat erdichtet: 
wüßt er, daß da kein nein, 
dann daß er mAßt verderben, 
von henkers banden stoben; 
drum wolt er erlich werben, 
das do«h seltsam an im ist, 
im hat aber gfelt sin list. 

5 Sin rechnung hat er gesetzet: 
wann man gwunn ein schlacht, 
wurd er alls leids ergets^et, 
f&r für mit sinem pracht; 

solt man dann die schanz verkarten, 
so wolt er lieber warten 
von spieß und bellenparten 
eins frommen kriegsmans end^ 
denn des henkers re^ment. 

6 Die rechnung hat im ge&lat 
gar grob und sin anscblag, 
im ward unsuber gstrelet, 
daß er uf der waltstatt g'lag; 
daselbs thet man in finden, 
mit vil siner bösen kind^, 
man solt sie alle schinden, 

.._ ^ 8^ Dieser Vers fehlt im Drack. — 3,8-9 Lil. : der fachs wolt entrannen syn , der 
gMem henker wirt — 4,t Lil. : von Zwingli. — 4,9 gfolgt — 5,3 als leid. — 6,6 Lil. 
ueoeo kindea* 



S,f sehiben, treiben. ~- S,s hurd, Falle. — S,s die Chancen aufs 
Spiel Batzen, 

8* 



116 Salat 

ich mein die bflbeii allein, 

die yerf&rt band an ganse^gomein. 

7 Also ist er gewichen 
den rouch und kommen in*s für, 
sin hochm&t ist verblichen; 
sin pracht ist worden thOr. 
die er mUchbengel ■ und* kAkenioiflni, 
tangrotzen und ^^nnen thet^ nenneDi 
hond in r(^ht giert <z6niiien; ' ' 
er bschißt mer kein arme gmeinr (i>üi> 

dankend wir dir, Mal'ia' reia. 



ff 






8 Die handknabep, Jiand ia g^noi^mßn , 
imd im ein grepnuß ghan, 
daran. die ftlnf ort siEtd kommda, 
brachtend mit inen ein nlaiij 
der sitzt iA l^eerii mit wesen^ . 
er schwingt die lot mit bäseny 
der hat im deft requiem' gleEwn ; • a i»;/ 
er wartet am obre» grundy ' 
wenn dl)S henktir^ fr^ofesfeEigeit 'kimi^b> 

9 Ich maß in höpsphljclj ft^I:ie^^,v , 
daß Zwingiin nit gruse darab, 
er wurd sich Mn besehwöiaien, ^ 
ist gar ein öübtiler knab; f^ - 
mit freuden und mithü^toöo,' •* ^.' 

6,9 Lil.: ein arme gmein. — 7,i lU: als rouich 'und lob' i^m für. —.7.7 LiL: 
gleit zemmen. — 8,2 kban. — 8,6 bösen, -- M l}MA'^\i)m\W^^, il^ii.'r^,9,5 vnd mit kochen. 



f I ! >< • I 



7,6 kühkamme, Halsring ^ womit man das Vieli . ai^Bmdet (Kummet)» 
Grimm D. Wb. V, 107, 2587. Btittihger's dhronükfi^. teil,' zum Jahr lK8i 
« Item dieweil ihnen die Tannäsl tiüd '«aie ilüüd^^e^h^ Mith den landsfn- 
den abgestrickt,, ^enke^id,, Biß j^t? d\^. Jiilt yoU kühkammep., Ui^d, ab einer 
st& Siag «in Mhkamm ivor dettt Balsuigsr'rgichn&tzieti hi^.er gereÄE^ver i:WdU» 
diekälber daran binden, die wir von Zürich fem zd Gappel'geäid^t^littlliitfiV 
(bei Hottinger und Vögeli, Bullingers Ref. Gesch. 11, 869.) Vgl. Salz zum »aiat. 

r 7,ir^zBB-heB<j^d^ MubdiVierfiiebdAi -^ 7,t ]»ir>(^lid[ß^n^ (fbetdQgiäi. — 
8,i den Nachri^hterVvgl.Birfltog^r Rtöl.'ÖeiAw lü; 167. -^^ V-M cV „iv:iTri 



Lied Yim Zwingu. 117 



vier teil thet er us im macton; 
er trügYÜ schmalz im baohra» 
doch warf's der henker hin, 
als ob's ein lötschen wer gsin. 

10 Den tod hat^ er vQi:6ohul(l0t, 
wiewQfl er ing^^icbeia hut, 
dem redvteoQ eri baa hiuldet; . 
ein für wmrd gmaobt «ur stati« 
darin ward Tm'mgüxi verbrennet, 
wie kaiseiücb veelbt erkennet; 
wo diß urteä wurd gen^n^, 
verstat man wol darbi, 

was er flii* öin lerer" gsih si: • 

11 Also wjct Jotillish .geacbtet. 
sin tod sim ' leben glich ; . 

ein fromm herz wol bati^achtei, 

was für eia bifniiieiriob 

von got;darttmb wirt ge^en, 

der also bi slmlebe^ 

allor firommkeit that widerstreben. 

herr gott, erzeig din gnad 

denen, so ' ^r v^rfÖrelt ■ hat 1 ' 



1 • ' 1 1 : V ' i » , 



12 Ir frommpn aUen Christen,. ; . ; ' 

wie sind ir so. j^rscher , art, 

daß ir also , »wta»pt«n , 

den flnen apilman zart, 

der alle Bpii kund laiten, 

die Kit falschlich verlaiten! 

ir band im sine saiten, 
;. .uf der Ivitepi gar zerstreckt, 
'. ■ upd iß untriflich geweckt I 

, . 9,Ö LtiVtet er vier uss im machen.— 11,9 widerschreiben. — i%^ zerknisehen. -^ 
fl4i'ffll:rbei«l»nv--^'i2;«Terlai«eiL *^ W,7«e|i»B.-^ iSiS vnd der«--«,9JUl.; syn^Wchea 



•' {. 






Ä,»übifcdlie> cßöhiaken, — ^,9 le u Uch, Hujid, SWder H 170* ^ iO,^4 Vgl. 
Tanngr. V. 217 u. f, -^jl2,^Ifcei<^knl8leii,- «er$toJ&en,«qta^tschea. 



1 



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118 Salat 

18 Lucem bat im gesungen 
zum saitenspil ein baß, 
der lutenstem ist zersprungen ; 
Dri macht im Jobanntö im vaß, 
Scbwitz schlug Im ein teuere, 
ünderwalden s^ien den chore, 
Zug strackt den alt entbor^. 
also ward sin musik ganz, 
nur nit der concördanz. 

14 Was grober tangrot&enl 

üwer schimpf wer wol eins todl 
ir starken zigerklotasti 
bringend mencb mann in notl 
ir scblahend wüst uf d'saiten, 
wer wolt gern Qwer baiten? 
wo ir erst ernst anleitten, 
wer ttch bOs widerstanl 
got well's ailweg mit Oeh hanl 

15 Hie will ich's jebs Ion blib,en 
und besingen zu dem end, 
nun nit mer davon schriben; 

got uns dJlm kumm^ w^ndl ... 

hilf uns drifaltigkeit und eioe 

Maria, maget reinet 

aDs himelsch heer gemelnei 

sei unser sOnder stem, 

bitt Salat von Lucem 1 

13,6 Lil.: spdDn. — 13,8 müsif^. ~ 13,9 mir nit. tJI.: nur löit. — M ^vÜBSt» 
143 bess widerstand. — iSJ LH.: and tMi^^en« — i6«9 lAlt füereiutor« stero. ... 



■ ». 



18 Zum richtigen Verständniäis dieser Strophe \kann au6h folgende SteUe 
ans Salats Chronik p. 27 herbeigezogen werden. Zwingli war «fertig ih aOen 
hiibryen nnd lichtvertigkeiten, lert ouch trummenschlachen, pfyffen, Itttsn^ 
harpfen mid ward ein ganzer mnsikas.« — Also: Luzemdan^s^dämÜbift^ 
ZwingU zu dessen Baiienspiel den Baß, aber «die Lante ist jefit ttnj^HW^ 
(lutenstem, das Stimmloeh der Laute). — - Schwieriger ist der Atadroek'Jo* 
hanneslm raß,» der jedoch in Verbindung mit dem Martyrifiitt des W^' 
gellsten Johannes zu stehen seheint. Der Festtag Johannes ante^ poftam U^' 



Lied yoh ZmsuGU. 119 

Der Tanngrots mit den Jfeiden Lißdem extstirt in mßei Aua-^ 
gaben, beide ohne Drudeort und JßJm^aU, tcovon die eine A, 14 EU. 
in 4^ un^aeat, die andere B, 16 BU. in 4^ (mir nicht vorgekom- 
meny ich verlasse mich auf WeUer). ^^^ dieser Ausgaben, wahrsch. 
B, erschien auf Weihnachten 13S1. -r^ BaUer, Bibl der Schw. Gesch. 
F, 138; Gödeke l 268; WeUer, Annßlen /, 28; //, 499; lAUencron, 
VoUssl. IV, 22, Amn, Auch Druck A, der meiner Ausgabe nu 
Grunde Hegt, ist äusserst selten und mir nur in 2 Exemplaren 
bekannt, von denen sich das einCMuf der üniversitätsbibl. in Frei- 
bürg f. B,, das andere im brit. Museum sign. 11517 d, befindet: 
Ein schöner Spruch von dem krieg Witschen den M^ Orten, vnä 
der andern örttem der Bgdgnoschaßt verlai^fen hott, amw etc. In 
dem MDxosxj. (Bückseite des TOdblattes ieer,) Si 3: Der spruch 
heisxt der Tangrotz. MBxxxj. -^ S. 22: G. D. €. A. M, (Etwa: 
Gedrudet durch Cammerti^iMk^ aus Madni f VrgL Gääeke, Pamphiius 
Gengenbach p. 609 u. f:) S. i2-*^27 die bd. Lieder, die dnadnen 
Versseilen derselben im D&mbk^ flieht ijtbgesetst. — Dagegen kommen 
in der Schweiz zahlreiche Hamdschriften. des Tarmgrotz und der 
ssicei Lieder vor: Basel,- '■ ümversj^Bibl.;. Zürich, Simmler sehe Ab- 
schrift ^^' ^9 u. Sammelbd. A 125, eine sehr gute Handschrtft 
vielleicht nach B und oft zur vorliegenden Ausg. beigezogen; St. 



Barn (6. Mai) ist ein noch im XV. Jh. yolksthün^he^ Datia^ungstag. Schwei- 
zerische Kaiendarien haben dafi^ 4iief AuBdMcke: <?£^liankies eyangelista in fei- 
yentis olei d ol i u m<Fa£) missus ; Joh^nn^s 6waogelist^ als man in wolt sieden; 
Johannes ewangelisten tag, aU er in dafi swtUg 51 ge^ets^t ward.» Grotefend, 
Handb. der histor. Chronologie kennt die Ausdrücke: «Johanns tag, als he ward 
in dem oley gebraten ; alse he ward ghespden in der oleye bnddene.» Anch 
der Ausdruck «Hansl Tor dem tor» ist bekannt. - &ie Stetige bezieht sich also 
w^ Kuf die Verbrennung Zwingli'^f oder ili{^t sip sich irgendwie , mit dem 
« trummenschlahen » in Verbindung Iget^n, da dtis F|£ bildlich auch Ton Tö- 
nen gebraucht wird (Grimm D.Wb. XU, 4S59)?— Das Spannen des Chors, 
idas Ünterwalden zugeschrieben wi^d^kann nur dei^ Diskant, die Leitstimme 
^^ Choni» i^Bd^uteiu . (ßm ÜAterwaldner. Hauptmfano, ^ab ^wingli äen Todes- 
siTQieh). f^r^ Ausdruck, f(»p«^^en f. i^Mlcht ,8p, auffallend^ wenn man an das 
<«i%t^i4, Ü^g^nde Bild,]^9j^ den, ^^jt^n. ^^f^\^y di^^^en.die fihorstimmen eait- 
SEdrech^f JiäujL kannt^be^p auch.direkt apannea^e^u^bstlten von Tönen erklä- 
ircinj^jkfi^BBpB^t/ ja ^aai Wort, ton, jtonus, rovos. ypn, der. IVurzel tan, spannen, 
.^ und. tn^^i^et. auch, tenor.^in solches Aushalten, So sind die 4 Stimmen 
.yergaj^n^nur.die Hfiüpaonie (cojjcordanz) fehlt dieser Musik.. 



120 



Salat 



Gallen, Stadtbibl. Cod. 6. 2S und Siifiaarchiv, Büchersoßfnml. 124 u. 
177; die Lieder auch in Cod. 1Ö2Ö derStiftsUbl; Einsiedeln, cod 401, 
foL 4S0; Aarau, Mas. BibL Zu/rlauben Nro. 70, p. 129 und sonst 
noch mehrfach; Zug, Stadtbibl; Lucem, StadtbibL u. Kantonsbibl. 
AUe drei Gedichte zuweilen auch im IV. Theil v. BuUingers Chronik. 
Ein gutes Ms. des Tanngrota und d^ wei Lieder, deneri BuOingers 
Salz zum Salat beigegeben i^t, bffän^ sich in ,CßL 27% dks Basler 
Antiquars ^ Georg tmter Nummer 40 U (Pap. Bts.i des 16. Jh. 24 Bü.) 
Ich habe einige Lesarten dieser ^ Biß, in den Text aufgenommen W. 
3, 227, 420. Die bd. Lieder stehen auch in der Ha/ndschrUt v. 
Stumpfs Chronik (Ms. der Stadtbibl. in Zürich) Bd. //, p. 6S6; 
ib. 637 ein Lied von Rudolf Pragmater der Lästerungen auf Zürich 
wegen, ohne nähere Beziehung auf Salat; ib. 4SI liuUingers Salz 
zum Salat. Nach Stumpf ist der Tanngroiz tpartKysch u/nd an- 
fechtig, mit sparwng der zucht, warheit u/nd erberkeft — dass es 
eynem nassen hüppenbuoben züo mU! — Dass die Ayutorsdkoft des 
ersten Liedes: tO hochgelobte drifaltigkett» unserm Salat gebühre, 
hat LUiencron IV, 34 Anm. bezweifelt, da es nicht den groben und 
gehässigen Ton von Salats Dichtungen ' trage. Mit unrecht: denn 
nicht nur ist es mit dem Tanngroiz und deni Lied, vom Zmngli 
zusammengedruckt, nicht nu/i^ sprechen, die Schlussver^e für unsem 
Feldschreiber, sondern Salat bezeugt ausdrücklich in seiner Chronik 
(siehe oben p. 11), dass er mit dem Tann^r. die .ztdei Lieder habe 
ausgehen lassen. bnÄltg. bietet der Druck A bessere Jjcsarteny als 
die von Liliencron benutzte SiimnUr^scM Abschrift, wenn er auch 
schon bedeutend modernisM ist}' statt tl A, oü, ü bereits, aber nicht 
consequent, ei, aüündeu erscheint und ^i$ alte Veirbßtekdtmg -ent 
vielfach in -en abgeschwächt ist. tn der vorliegenden Ausg. ist das 
ursprüngliche t, ü, ou,'ü Überdll hergeatettt. 

Der InhaU des Td'nngroiz stimmt bis in Mnzelhdten mit der 
Darstellung der Schlacht von Cappel in äatais Chrofitk. 

Välerius Anshelm, der in die Fortsetzung seiner Chronik (Ms. 
hiät: flfefo. I, 77 auf der Berner Stadtbibl. vrgl. ßchwäz^^ 
Forsch. X, 340 /u. 342) .mdge Steltßn. außi dem, tmv^ofk^ a^fyer. 
nqmmenhüt, ßndef,. dems *der Tanngroiz feinen Sßtfft ikber^G/rtmA \ 
versalzet.» 



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Wer sich mit bettlen will began, 

MüJJ meng eilende herberg han, 

Ouch etwan dick der keller durst, 

EJin bein gnagen für ein brat\v:urst; 
5 Doch Wirt im gehrates gnüg. 

Es Ist aber nit gar wol sin f&g, 

Si leitend dick bi dem gsottnen baß, 

Hiebi so län ich bliben das. — 

Nun höret j wie es mir gieng so.gfar 
10 In disem einupddrißigsteu jar 

Am elften tag winmonats gut! 

Ich hatt' zii verren sant noch müt, 

Zoch frölich dran, ich acht' kein ptit, 

Dana gwan ich nit vil, so verlor ich ouch nüi 
i& Als ich min weg durch den schwarzwald nam, 

Des abents ich ein abweg kam; 

Vermeint, er sott mir machen kuud, 

Daß ich thier, Kit und hüser fund. 

Zoch .also stets dei: naseu nach, 



' . > ' 



/\> •', V' • .\ • 



. • « Daruf nun also Zwinglii.aU ein starker Hercules <wie er Ottoh vxw 

'. ,^' «ti ■ » <, ,.■'•'•■■■.'■ 

ettüchen syner partj; genempt ward) h^rfürbraeh » elc. Salats Bericht von 
deiA'ai^-ül?^ M'^Brftiifg.'UMli: f. d. scW. il6f. Ges^h; If ; 107,^ -i i sich 
be^^ÄÄ^; üifeÄötnSk^fttf^ ^ * -Es IgtaJjei'nkM Win WtiBsch: -^ 9 gfarV feind- 
selig, schlimm. — n Der 11. October 1881 ist Zwingli's Todestag. — i^^irldlt 
hatte nach einem fernen Kampfplatz (sant) Lust, zog fröhlich daran, unbe- 
kümmert um Beute. Oder ist besser zu lesen :ich hattzüviren (mas- 
sig zu gehen) staut (Grund) noch mdt? 



122 SüJiT 

so Die nacht n^ioh begreif, mir was fia^t gach; 
Je wiU«r ich in wald inkam, 
So miader ich da lüt vernam; 
Desglich kam ich ia eia dicke hurst j> 
Ich dacht, oho, botz leberwurstl 

85 Z'nechsjt vpr mir was ein hoher feils«^ 
Ach wQßte das mia achün^ £ls, 
Wie ich so schützlich bin verfareul 
Nun wohin? Hie. müst du dich bQwaren; 
Saß nider, ich armer eiertrack, 

so Nam under min houpt min ledersack, 
Dem was sin buch glich dünn als mir« 
Ich tust mich zu und leit.mich schier 
In einen holen boum, so, ich ungfar sach; 
Darin macht ich min hus und tacb;. 

85 Ich fäscht mich in gar wol und schon ^ 
Noph kont ich nit z& schwitzen kao;- 
Da3 schAf, der sal z& hoch was gar, . 
Hatt'. ouch ob mir kein gensen bar* .; 
Lag also lustren bis gegen tag» ;, 

40 Da hüb sich unib mich angst uuid^kl^g: 
Ich hört ein ten^mer, toß und. pracht^ 
Ein grusam leb^n waril geojißcht, 
tMijt rilen, ren^aen., schrien, ^^gm, 
Hülen, grinea.Jamwer klagen;,; .r ^; , , 

45 Desglichep ni^: erhört kein ipap; ^ /^ 
Ich meint, deir bicl^m und;sw;^n^,.wett{ lan! 
Es bidipet qrden, luft und; wald, 
Um mich l^at' es ein i^me^g^italt, 
Mahomiet.v^i^br^cht.an, mir sin, zeichen: 

60 Eiin gsehwär tetin.mir erweichen, 



so begreifen, überfaUen. — u hurst, Gestrüpp. — s» tussen, drü- 
cken, pressen. — u einfäschen, einhüllen. — ss keine Flaumdeefce. - 
49 instren, Iftuera, hdrehen» r^Juk^ hdrte Lfirm^ :€re.t()se unci Geschrei.- 
49 iwunz, das B»ium\mssm (Sohi^eUar lU^ 6i4^.) iQh .Mfte,.. das Bc^n ^^ 
im Kreise Drehen «ochte .aiiftj&reni (lan). -<- 4? bl^men^, i)6b»0»>-^ 4»w\f^ 
war es übel beschaffen. ; . . . 



Thktmphus. 12S 

ieh ö^eiS ' uirf s€l(*l vtor adgst tmd äot, 

Was jetz wol m^, denn Imlb^ todt; 

Ja, wer ^vTdtt mir doraö verwiö«if ' 

Mieh 'fl^ngen an die^ angstttüs bißein; ' 
55 Groß not ))ät lälcb Hmgeb^ gar. 

"So künrpt' von felsen ein grusam '«obar 

öfaren toö des steinei^ wwid 

üf röB 'und tifei^eri tiieng«^ band-, 

Öformfert ubd gstalt so ^usaädich ,^ 
60 Ich dacht, der tüfel wMl an dich?= 

Döißh griet es tif d*n ' besseren «nii; 

Öl fftjfemd von tnlnfep herberg h!n 

Öüi*ch sttwJen, lÄt&ök, stein, Wm uöd -hürstf 

föh^dacbt, das Ist ehi selÄööier föfst, ' 
65 Es ißt das »töik ab Brattelen matten! 

Mt iSaeh'fei'bloß jis dür ein schatten. 

r 

Daim; wenn je vdn rößeri, felsen (Ad stein 
Ein iörstäif eetfen !Ör ünd^ast «rsch^öin, 
Ir tieterf ^nm- mnl 'us nasen ' und oren : 

70 So sabeM 's' äetovrerzer, tbnö die ' mibrein. 
fi-^betid! ünd'fCiß, groß ^eteani Mamen 
Si f{Jf fteiit WC« eim eltt feil aibkraöien; 
Ungesttiriüfeh- tarnend si 'gefkferi, 
Ringeteöd mit inöii vi! fifelzamer scharten, 

75 Für und'^^' grüöamer wer 
Also nktiiehd' fei 'fftir mich ir kör.' 
^ •' i'MnÖ läihih', ich waä vast firö, ^ 
Fragt fidt vaist, ' wa'rhin' old' wo; ' 

Richt^'teföh lötehlei^ -üf US mJner wat', 

80 Da 'Wäs'leh g'anz voi ti^k und kat.' 
Hett'ifeh Mt -^feo^'t^rigwüßt trki ^rest; 
Ich hett miöh gtöeitft sin in' eim 'Widbuplfeniiest; 

54wgsllüt. 



■'s'!' ' i 



' «I veH^isen, tadelai --^- et' do^h. besann i«h. mich eines bessern. — 
« Baratt el^enmatt b^ßt in htiemiätbßn Hexeapfoeessea der Gal|^plttti, 
^er'Tefsammltttig^otrt 4er Hetzen. G«Bob* Fr. XXIII, 899. -^fi firainme, Klaue. 
— 7a figürl. das Fell abziehen. — 79 wat, Gewand. -^. ; ^ - 






124 Salat 

Schabt fast und wVißt mich aileuflmlb, 
Subert micb yon ddia litan^Qfialb. 
85 Wagt mich bi langem uß der olua> 
Und fiet9t miob in. das. gra^ barus; 
Dann. min saal.ea marter übel stank, 
Ein siech meosch wer bald wordmJkrank. 
JXin sack^ mantel^ steck, $U9 bi mir %ig, 
90 Ich. .wünscht und ruft atets nada deikitag; 
Indem ghört ich ßin gruaam bom, 'f' 
we, miortjQ» nun bist reriornJ v . -' 
Mit ungewl^ßteui arü^ verbengten, aoum 
Wuscht ' ipb - Ulf V pfttz I flttx wiiiter. in den boom ; 
* 95 Lie&ili^^n drußon all minvliftbi ! 

So fart daher mit schnellem tml) ' * ' 
Ein post:, lie& gegen vfi^sengan^^ 
Das fQwßr M allen ortea nfbran. 
)ioh dacbt^ das ist ein seltsam postj, > 

100 Mfiinl daß der tttfei in dir ^fl :• i . 
Glich uf in kam ein gdmme.sdrar, 
Jü^nd mit gpoßepi.getön dahar, » . 
Fürtepd ^ M gfengen vil, ^ n 
Ti:ibeD»t ein ungh(*t jubetepil. :, ' ; . 

105 Die, gfa^gpen hajttei^ ^bermkliob; kla^v 
Mit nrv^^m^ uin^ sofafien ntentgeriei'Saglv 
Demnach kaxni ein^huf «äiif&ßi i :i ^ • 
Alsiicb^rkant und sahen \xit&.: . n ' 
Itel wibgbildeffvjuög und alJv • -^ ^i i :•• 

110 Bekleidet wuag^erlicher.gßtalt, 

Gli^b als die i ofiden. : sind i uf ?er (Jjen^ . . ! ! 
OucbifÜrJjand. ^tUehe kpstlich'7perdela;' • 
TrügijQdrb&oblin, daifinn* eiaandeir legten, 
Glich .aJis ob(ßV«^tvi^Si df^ifr^tierkeirteoi ' 

n5 Daimjschwur^Cäad si mit großer stim: 

83 so habt. ' i ! • . .^ . !'. 



8s w ü s t Nebenform zu wuscht, wischte.' — 94 a u fwi sc h en, sJiS*^ 
rea^pfitV! huBüli. --.iwitöl , Uuler/^ m WäÄrend p e±:deii,iii. ¥i;>lli> si- 
eher 'Geifer den bebeutet, schelxkttcs hier ainen «mdera Sind m krima^, i^" 
aer wäife perle fi, Resenkränee.-— j. (^ - • 



Triümphus. 125 

mctrtl das band TTfr b\\b von im. 
Etlich bekteidt als weltKeh kttuden, 
Hattend aber ir habit ssamen bandeft , 
Trögend's iif dfem houpt mit trurigen perden, 

ISO Etliob sebleifteD^^i^ nacfaer uf der erden, 
ScfaJQbeBide darab, ^pmn^tid yöh stat, 
Wie 'ein büxid, der am sehwanz ein blatter hat 
Het si trtbedt ^«Ititom winlieb pöß^nV 
Mich tuDkt, 81 bettend M geschoßen. 

1S5 Nach zweien tfaet allwe^ ein gt^itstnän gan , 
Der war gar gmeamliidh getan, 
Bäsgiscben uf erden nit Word fiinden, ' 
Fürt jeder zwei- an ein ketten pnnden. 
üf die Mr gar ein starke rött, 

180 Gar abentürschküaben,' lieber gott! 
Beschorenv ^olr blattet tmd gbar, 
Jungy-alt, starky sohwia^b, mengerlei förwar, 
Umb den l^opf gut MnchSi^h ul^espitet, 
Umb iteüBrßi'gifit M^gsdb zerhackt und geschlitzt; 

185 Ein bAchilh'der band; tins schwebt an* der siten, 
Etlich stifel. mnd^spöl^B, ölÄ wetteä&' rlten. 
Yil hattendotiehi bürden und WaMeMäk, 
A^:iwäfend(8'i lüCtoiibh undv pfäfft^fi^k. 
Di^^triogmi t^ so kftn ihm} m^artexficb,' 

140 Si hättend ^ö<^i^ i^batm^t'Oilch. ' "' 
Vil kamdäd idaMi gft« ireltHofh bWeldt, • 
Darüber lan^i'r(^kiiftid''mfttel augTeit;" 
Ja, als der ö^Hfitnlfirt^ äffeftffißV ' ' ' ' 
Ich meini;^ «i ' gitog^end Iti' b^eu' wis. ' ' 

145 Ir hibit^mAB^'^i&rstiiä^iVi^ blaHv, 

Einer* 'teÜS^deiH^^fittdcjm ab^cim 4S): ' 
Laß Ugto ^e^'^^rdeif, ^duM^t diocti >^^wib, 
Die frißt mit dir das allmüsenl 
1^0 Zugend dann ir bftchli us dem b&sen; , 

''"■ U^ikd&die,(dei5>BiB]ieiiii]flehe./^ IM blatler, Blase, Oescliivfirl^i^weiii^' 

eiwn (wätsack ?; — 144 in böggen wis, yermwöimW, :?«iiärv< (ifa-ltoJzeft Wläjt- 
— 1« rou chfar w, rostbraun. 



I 

L 



116 Samt . 

Ftengend m eeigea meagertoi, 

Dann bäbfiit8'aa>das jäouneirlidi.gSQtQ^Bi: 

immei: vadldobter Ber^^s«; 

Hast nna v^erwisen, fw djsr meft . 

166 Und orden;. dir wird oueb d3nHÜ> der kn. 
Dem Jetzt: mAU mit miß durvon^i i. 
filieh. fieogend s* btin s^ sobri^if aa, - 
Den grofisocn, ieh t;oiit't3 aber ntt. vefsten, 
Docb tbat*s faat über Heroulea gnu 

ifo Waread nooh mt.Säst mutig o^r. ^eil, 
Ich dacht, der^ tttfel bat $' <am* seil.; 
Dann ai cnoh wurdent beglmtt lOld gfAirt, 
Je zwoQ uod KW^n,. wie <A. befiJrt < 
Demnach kam «erat ein yölkli- &}» v / 

166 Ich daebt, da wetteat gem:bf'n ekk» . 
Nun zwei imd i&wai) Sn.pai? wd.jAr^ 
Die «ogiend so klöffc^ljpb.'dabfu!, •• 
8o bfichißeu um *a ioob» und thatend als fln, 
Als wärend s^.ir lebtag in elQatem gisiQ« 

190 Dadaoht iieb; was siad das ll)J! Iftb . 
Si wendfttwan uf ein bOiQfaait? > r 
Ich kennt ei wed^ ^m nocb fs^t^o« 
Es waren affi^ntürig .ftiatftsiteii, -i. 
leb dacht: das ist gwih& it(l^fe)s^gespe»g&, 

176 Die Bchamgaitig dm miimtst 
"Snn ist es jedodi lat einitronm» 
Mir ward gans watt im^boltai ]biii9ll. 
Als ich ir nun* nam eigenlifib ;war„ 
So Jcompt ein feister tropt dert Im* 

180 Der war ein apt». ieb> wei£ wol wo» gaki« 
Mit im gieng ein ärow meietew 
Von (hem, schwig still !), die ich vast wo! kannt, 
Die tribent den allerflnsten tant 
Ich meint, ich wett zii inen harus, 

186 Hett mir nit bracht ir plitz-volk gros. 



m Der groß zora ebi^a dsfl «Dien rat,» r^ n^ überai^t]^ pder ans? 
gaUsieiL. — 1«» 8<^ schmatag «m'g Mauh ^ in leb. eri^iM^te, .daß sie w^ 
feiern ikooh üfisten, — m. mirisle waM, ich, bin begierig, lOaieni. 



j 



TRnmraüs. 197 

Si sprach : miß liebs ^rli und eelicber man, 

Wio Wetifit, daß €is un& well ergan? 

In grimmen zom ei^ Ober «i f Ar : 

Du verflAobte, dchantliobe, eelicbe hAr, 
190 in dfse «traf hast midi verpfandt^ 

Daß ich vGtlM min göistücfaen stand, ' 

Min glttpt brach, die ich gott bat gschworen, 

XJiA da6 ich di(di mir Imtt erkoren, 

Des tdM ich (^ig sin verlören I 
195 Roupft, krawt und s<AlAg ir den kratten toI ; 

Ich hic^t mich faindersiob in min hol. 

D^s lachen mbeht ich kam verttan, 

Wlewol ieh ganz in sorgen bran ; 

31ich wie er tet, so tatend s* all, 
900 Ir gsdfaareidurcb berg und tal erbaU. 

DOrt'bir- kam oiuch ein carmelit, 

Mit dem i0h han t<^rminiert etlioh zit; 
' 6äu£ weltlich -bekleidt, ein hQpsch barret. 

Mit im gieng sdtwester Margret ; 
806 GAt hürsdht bekleidt, wie's Irm eestand zimpt, 

Er an si hinstoM, bißt und dimpt 

Ich daQhtt bettent tr also den eurs. 

So si der tOfel In ttwer purs ! 

Seltsam -gsehrei mid gugenf ftr si erhüben; 
910 Schaltend eiimndreE.b&ren und haben, 

Und soUtond doch, dnnkt mich, eelüt sin, 

Ich meint, si'Wärend alt toU wint. 

Wenn es daim ein söUohen lermea gab, 

Hattend ir glettsgsellen groß fre^d dajre^, 
915 Mit gläohter lind schrien grusamer gslalt, 

Das jfUr j^eng von inen manigfatt. 

199 bracht. - 900 erhalt. 



186 gerli = Kerli, Schate. — jw k ra u e n , kratzen ; kratten, eigentl. Korb, 
gab ihr den Bücke voll. — im hol, Höhle. — iw verhan, verhalten. — 
i» hran, brannte. — im terminieren, bettehi. -^ so« hür8cht,^art; ver- 
^nt; recSit tinordentl/ gekleidet --^ sot knrs, die Reihe 4ev vorgesdiyiebe- 
nen Gebete. -^ 9m pars, Genosse. — sm gngelfür, Possen, Thofheiten. 



128 Salat 

Etlioh Tmrend tftch orden und geiBtHchkeit, 
Andre gAiiz b&btech und bOrsobt b^kleidt; 
Si haltend etwas gar unrecht thftn, 

820 Könnt ich an iren Worten verstau. 
Jedes leit die sohnlä dem andren eü ; 
Bi inen was weder frid; nooh r&w ; 
Ir g^eitsgsrilen thatend ir vast sik>tteii ; 
Mich wundert) war zum tüfel ei wotten. 

885 Doch scbruweiod s' all mit groß^ raeh 
Ueber einen» der kam euch bamach 
Mit großem pomp in der pro6eß, 
& ward von inen genaiit Heroules* 
Von ir kleiduog kan ich nit gwQfl sagen, 

830 Nie seltsamer saoh ieh's^ bi tnhien tag^n, 
Halb geisttich, halb weltlich to eindm lib, 
Doch war^id s' sohGn ußgespiüste w!b ; 
Ir sch&li und hentschli zerbowen und leiß, 
Ir Schleier geferwt ganz mit bertigem fliß, 

835 Nadelbendli, brütsohli und gdllerlin fib, 
All sidin, als wärend^s kitoh^gewänd gsin; 
Ouch seckel von farwen und zerhouwen. 
Ich daoht, das sind reciht klosterfrowen ; 
Si gflelen mir nun snber wd, 

840 Ich wünscht* naoh einer In iffifo bei. 
Aber ir gleitiäat warend so gefliß^> 
Der täfel bett mich mit ir bsebißen. 
Also Mrend s' fDr mit giroßeb gsobrei> 
Ein groß ansial) ir mengerlei. 

845 Da nun die fäßnachtiDutam fOr 
Ramend miner herberg thCkr, 
So f!u*t dahar mit großem praöht, 
Ein schönes volk hoBßirtig gmaoht, 
Ufgeblasen, stolz, Je zwen imd zwen. 

850 Ich ban ktub tratdieher poßen gsen, 

Sil niw. ~ 330 wie. — 234 mit fehlt. — 836 alt sydin. — 240 noch. 



8M war, wohin. — mt proceß, Prezesao». — «w usgespitzt, anfr 
geputzt. — 986 brütsche, FlÜgeUdeid. — 949 bschißen, betrogen. 



TRiuas>Hus. 129 

Sekleidet in sammet^ sidea und gold ; 

Ir kteiduDg glichet eim herold, 

Der eineß herren wappea treit; 

Dann eUkber hat in oioiam kleid 
S55 Ein großen aohild der gsohlecbteu oüd landen, 

Etwa» ß^ch man die stat, da eiaaebät wasgstanden; 

Etliph gstipkt Yoa berU, gold und eiden, 

Wie man die thät u& der r$ima scbniden, 

Und; SiÜQkt'i^ vS m^&gwmi und kilobeniier, 
260 Leyit^^ und cborröck, es glicht im sobier. 

Wärend s.\nit gisin- so im großen praebt, 

Meint ich luter^ ai bettendes daruf gmäcbt; 
^ JSs cooformieireti^cb.im also vroK 

Si tragend ir hend und büsen vol, 
8c^ .Mouet^au^^ni kelcb, oapsen und dergliob, 

Vqi^ ßilber und gcdd gemaehet «gane deb. 
. Wiftiren^ ijp flijt g$ia a^ zalso vily 

iSfy smifxt i<pb». Bi wJLriod grüft £Ü eim ^pil 

Vpn Myd» dej» königs gitigkeäti 
2{\^ Per.^UjBiq,.fiinu uf riobtagen: lokt. 

Jete fdf ^^4 s' bar la . ui tragen, gemaobt 

Yop »i^lbi^r wd gold, gan? köblliob araebt, 

Gulden, veora^tzt mit edlem gsteiti, 

Subtiler ><Mrbeit grciß und klein » . 
275 Trjigßud'e fin uf der . achrieö dabar, • 

ünaaglieh yiU,ein laßge scbar, 

Qljeh.ais uf: den ^itiftenzü boebEsitlic^^ tagen 

Man sarch, ^Mtbum, patronen nvo3» tbftt tragen. 

Demnach iiUwdg vier ein tafel bebende 
280 Daruf trög^ s' ^leing^lai wtüument,: 

Roucbfaß» kerasttHdk d^r selsmn er^^itt. 

Mich wTOodert ,6^ dea ujag^meiite. 

OngH^ ti^ügend aV §id«n, efimet-und giOld, 

KöQtlieber. ^tiK^k ^ uQPftäßigien fM^U ; ' 



m berli, Perle. — ses capse, Reliquien-Kapsel. Birlinger's Alemannia 
^4^?! .^,pt».rJt€jitiuge, B^ii^itl^ttpii. — 9-r%. irag.a,.Tragl>i^e l»ei PnM^essio» 
nen. ^ «T-b-OiChzitlich, iesWidu — «> bei.lt.üm, Aeliquien* . 
Baecbtold, Hans SaLat. 9 



lao SAUkT 

S85 Desglich vil spitait sUea rock, . 

Ouob trügÄnd s' ta wl :V|l.opferstöck, ' ,. 
Wichwedel, lär kassel» . h» I fiel^äm. sacb^, 
lob könnt ir weder grin^Q^coch lachen v 
Dann, daß ich daobt in mixiepi Iftger: 

S90 Was sind doch da» filr kisteußlger.? 

«WüBob uß, rMra uf, und laß blibeii Düf?!» . 
Das was mir doch die : wildest püt 
Jenen wanl gar jemraerlicb pinanthan 
Von denen, so mit inen thäten gan« 

S95 Mit scfalachen, ftoßen, tröw und pochen 
Mit «wett Inen ein sur menester koch«il» 
Demnach kämeud s' groß bürde trägen,' 
FArtend ouch bar mit karren und wäjgen, 
Schöne große büicber atter gscbrift^ 

800 Alle offen, zerrißen und vergriffe». 

Ouch karoend faren utttUphen i^eblii^n; . 
Vii Personen nach ()<intzly3Qheil ^ittea, 
Die haltend ein; leben, rinden uoditapt^n^ 
Si glicbend eben den pretlicanten ; ' 

806 Haltend, ouch d^r a^ten h Acher yorju^.: 
Darin gloßjert^ s' na^ah irem sinn; - 
Strichend etliche durohiScliffibiind. anders an, 
Ir perd war, gar emstHcb g^h^.^ 
Hattend.ouch truckte bftcher -ob. ^al, ^ 

810 Ich könfs kumjseben ttb^^)*; - 

Min sinn und dank ward juir. gar- stitfnpf,r^ 
loh < dacht ; das ist gwüß ein ti:|mnpf, 
Wiei iob's doch.iiBowr njer errniß, i- 
Si^. ist Yiüicbt triumpt^^Si Csssaria. j 

8w Wie .kan.ich . aber don jetzupd «eqhen ? / 
Er is^ vor vä hundert jarj?n gesc^ejdheÄ. . . 
Nun tromt mir nitt daB;wiQiß ifSih. w^l» 
Ich wach^ und bin gaiü^aohireeiViena: v^H 

Jen'. ''■'•'•' i' ' •) . ■ • ■ . • . ■ 



flftfl die gottlo9e8te B^ute. — m «luiestira, SchmeUer II, fi&L^ 30» tagten, 
TtB^j P08sen ^eU)(^p. — tu daa^, Oodanker. ' 



TanniPÄus. 18 i 

Nun ist's ouch Dit HercöMä arbeil:, 

880 Wie wol si band voaim gieseil; 
Dann öP tpög aöfeiü Khren-klöM, 
Vii ^Ig iibd'erener erstreit; 
Doch hat ersieh hie ateb riert," '• 

Und vöfr sim svg getriümj^iert; 

825 Sin- handlange was dfeer nienen gJI^*b, • * 
Hercul wias sin lebtHg nie' so rieb. 
So ist'« Quintius Cinoinatös nit, 
Der Ora«4iiini ' GledUom fftret mit; 
Sin vind,'i<ö triottipf zä Rom in d'stat, 

330 Onch das .ioch, darunder &e s^ zwüngenliat. 
Mare^is Veteriu» Ck^vns und sin gsell 
Ü€4iiersigten4 öite raofeigjftrig nngefell 
Wider die Saitonken kostlich und rieh, 
Doch was ir triumph dem' nfenon glich. 

335 Lucius Meflellus Carthago b^wang, 

Gwan oh inuhdert öJepbsnten groß tmd lang, 
OüchuiuÄUch ig&t gen Rom gebischt • 
Nun beitsltll rieh sthie^'beJÄcht, - ' 
Ob dis Mecht die elephaoten ritteö; 

340 Aber »neiir, «s bsohaöh veip langen ssitöü^ 
' So tb&t di^sl«^ triuQVj^ m k5stMbeh stücken 
Den siöÄö • gehaÄdi tinde^tt*-ückeft. i = 
Dise^handkiög' iäak;het ittieh gattz' schwUch, 
Ich könt väI^3^ren tiit dieM^acb; ' • - "■■'- 

845=lA%t^ gtete, <^ toh ien^ sä6b^ trageki^ ^ 
Küng SipHaeem ; *den Sclpiö hat erschlagen, 
Ob dis vlUfoht' ivllr SefpiottiS'triüteph? ' 
Aber nein, Sc^ioni jM%s -s mtäT zä stumpf, 
Wiewdl er ^hfet gwQflflen groÄ gilt und hab, 

850 Noch älmßt'W dife^rdftä helnfli abl ' 
Titfus Öuintiüs PlÄöiiniUB,- - -• - ^ - 
Dm triütophkl'eti MVouch umbstis, 
Wiewol du in Graecia dapferlich ghandlet! 



' i thm&'f ebeÜ^k -»-^ «»«'besten, warten. — sss ob diese vieüeicht Ele- 
phanten ritten. — sso noch raackt ihm flieser (Hmules) dien Rang streitig*: 

9* 



182 Salat 

So bftt wider die Boyör : kn\^$i uod . wmidlet 

S&5 Publius GoraeUu? Scipio^ - . 
Sia triuwpb ww iaber nwnep akcu 
JdftTcuÄ -Ä^ttilus brapbt ouol? wib - ; 
Den mechtig^en küJDg Antioohi^m ;. *, 
Lucius Cornelius SpipU» Asiai?^ , , r 

360 Noch keiner. d^px.^ch.triuj?ipb}^rej*tom ; 
All rGsQSch iinwDtißix hUbent dabinde^.. . 
Halt uf, i9b:ro€jii^Joh,.wöll.,^ia^,^ 
Es ist. gwM ktoig NabuphQd^npfsqr, / 
Der im den ro^U iw. tempeLe^rkpr, ^r 

365 Nwn daruß ..all faß.iuxd.jbwi^elgezier^ 
Des.^WÄTd er, gjicli eiip .^l^dei^. thfer ; . j „ . 
Oder. Bajtas«: Äin,aun, .de^r die.^itl^ql^ rdt 
Straft^ daß er yil^icbt afeoj wandlep tlp^t ! 
Denjp.^ir ^ie,pUU.die,4(^ .^--^ 

370 e[^(?b,t.all^..küob^n|iex:d)ea glielu. i ,..,j^ 

. ,Ja w|e kaj;»?f's.atiar{ 4er§n ^ipar.;^ia,i; ^ ^ 

ß.^ ^(Jri|do9l;^veip>,.g^^^^ >; 

Die .icj?j ppjp. reßbt ,iund.;W|ol,^b^n,,kenq^^ 

Oupb JiyibÄr/ßP, biQ.Äta ßip^iger^nntj.T} 

375 Ich kaf^:s.^bei9i:|Wise|fa.i4t,u^ 

Ein toub.,m^nsj9b. n^htMYTol j^ii^ipif ig;. ]jf erden! 
AlSQ,,i?(yc^ivWpd^ct .yonr b^^ei^^s^,^,.^;:, 

We^.^idacbitwftr.der .l^uiwjphjierjaqd^fb^^rj^ 
Dann diserpy^geueiffp^erjSplf^en^,, , q 
, 8^0 ^aI:en^^4aerlS^01 vpf.pucb.J^..^^ 

» .J^^ nit mit sölicher ruftung und macht; 
. Iqi^. .iij^lpt, ,-si.,}c^?p.^nt, v^ ^^9?;^ jc^c^t , 
So blä,tte,.wd..b^Arfe^ ,g.^tQQ up^jgsohlagen ; 
Ellfawle^ir. J^,''sa(^,tehr piej ji|i',^^^ 
885 Nvin,.u^ dip y.orig;9p\,^mj.eiA-}C|,unf^^^^ 
Gar, ?fii?jad«r%}ipl^' ^ .^fi!*^^''?;* ^^1^^- 



M6 faß, Gefässe. — 867 Belsazar. — nt ich weiß sie nirgendä auf ErdBn 
:(iä kfiine Eate|^(»>ie^(«Lntef^ül)rlQffei»v m m hMouf0n^m^i9T£^sft4%%ef^ (mhd. 
soufen, sinlMiiriftachfafij^ £)^^Uiif9f^ :Fx>rmMMB«^ttl!^^J^eirrJl^a|^ 
YgL Bnippacher im Anzeiger fOr schw. Gesch. 1876, Nr. 1. 



Truimphus. ISS 

Einer grusamlicher rittersohaft ; 

Sprengend -all' dafaer untnensc^hncher kraft ; 

Wie man der törtöcheü odet tkcHen trüg, 
d9o Noch %ai* hio fllrs und tunsts genög.' 

Die rüftend tind schTüwend so gtüwfiöher stimm 

Mit und tröwung snr und grim, 

ümb si e?tr röucli und schwebei sehwebt, 

Darin ein seltsam fürung strebt. ' 
895 Ais mich bedunkt, ein Tragen es was, ' 

Darinn " diser faouptmaim alleinig ^aii. 

Als inich's bedunkt, ganz truriger gstalt. 

Etwas ob vierrig jaren alt, ' 

Sin köpf mocht er nit ufrecht tragen,' 
400 Im was' ein wündeln in hals geschlagen, 

Ich dacht, das ist der sach nun glich: 

Hie bringend si den houptman rieh. 

Er hat oucfh' (ddnkt mich) ein Wunden im grind, 

Sine hendlin W&rend klein' und gscfawhid, 
405 Gern hett er gscbi^iben, geleert und gseit, 

So ward's im verhatten yck sim gleit: 

Die schruWeiid' im 2Ü mit gtusamer gell : 

HercüliöS, xla bist ein gwkltlger gsell; 

Ein^ houptöiann aMer dieser schar," 
410 Die hast du un^ erfochten gar ! * 

Schow zA, wief ha^ eiii schöne proceß, 

Billich heißt dti der tütseh Herctrtesl ' 

Du hast 'nhs in kurzen ziten - ' 

ÄTei* ^unnen, (mit Vericeeren) denn wir all mit 
• '■■■'-'■ strften! 

415 Daun iara je ^!n' grusan/er toühelröchlag. 

Daß Hfercül nrf)en dem wagen- lag: 

Difr plitzen gabend ganz heitereh schin, 

Mich dünkt; er "War em *rot herll gsta: 
. Sin gstalt nlfttit Inich ganz eigehllch an 
4S0 Ein Priester, des predigen ich ghöret han 



p 'if «>■ . ■' ■ » ■ ; 



m lö^isclieii, Fa«keln. «^ m* nach )»it f^hlt^ein-flulisi;..-« 46«^ alw 
es waitte ükm tob seineiff ^telelt»^ vemrbtttt«; *^ W g«l] ,• Stinane. 



k 



' 



i«4 Salat] 

Vor etwas jarait im ScliwryteerlaaA, i 

ZA EinsMlen tiat er pfarhelTfiftand, ^ - 

Er 'räs glieh talse rotbr&ebt> unb deii schnabei. 

Wd taf, vericeeri uas» ein päraMll'. ^ 

425 Sprachest' sine gfecdeü gcrcbiiiad^ 

Wüstend dann lor. grtttrlieh' übec donigrind, 
Wurfentin in< sefiel, -da eri'^Qr^'Salh 
Ein brüHen. leit er flul tlMd^nlaißv < ' 
Besobowt ^in BGltar ünd> wiggie&rt, / 

480 Die er <al^ teb m«tkt>:hat: yeirkertl ^ 
Ouch f&rtT'Qiaa im nachdem griadw ^o$». 
Trumffli^n, pflSen» luiefii gigeo, ei« seltsam troß; 
lob meint, er wiln lein- s^ilrnfia g${Q, • 
. £r kla^t ouoh >fa$t ein frottV'li ifiny ; / 

435 Daß er si cdt möchi bi im hiiD;);; ..' 
Itit weißi iob^ Wer imndje hat! .gnao^-// 
Also triämphi^rtönJ Sf jm-itiiim- darv^Bi 
Nacb diaetni \mg<fti «ifah' ichf kony> y ii 
öar mx «Uead^ blatte* i^harv '\ ( > 

440 Zerbovrtn^t gscboßeo^ ^ vfirwuiwiet ig*r- ^ 

öf ;die( .fcani fiia^ ar.mery.:b^^lp*ey'b\ifian, 
. SLluöt (d«likt:raiflb;)«'w0(J^r>ft^ßen.Bach sufen; 
Warendjmiin» ,wib, afm, rieh,<iMlörlcai 
Ffirteiöd ein örberDak3li([^,ukUgliefe, gsehrei; 

445 Btö^eC( :biiren^ uiid ^^«^rt\v)erl5stoi^J'.'.' 
Dift W«irörtd4Jchi IQW) QflQUiglEpfUI g!^ z^jT püt. 

Vii trögömi l«4*i ^^fc alt} wiJ^JiAfD^riiirief, 

Si.M^tid dem Hf^auJ aü ^j^(^ ' schand, 
/Aso-JetikfeSi trög-fin .büi^bH 4n iÄ^Rrfeanda/ 
Dari^nto^tJfattö^)B^' leinftp^n .frffl^j^ 
Dann« i^i) mcb AQt»^f^ni»af;ii(iiiid 2Wen 
Mit jamm^pi m^ Uöld iajji(?bi$j! p&r*/: 

Im rb0nw <jiw>ejit iteb .grÄ^5 vWKH^dflfö alu. 



498 Sabbata I^ 169: Zwingli's «angsicht (war) fruntlich und roifarb.« " 
m verkeÜrBii', ttbersctÄCfnV'eiMäreii.'— »sis 14^^ eVÄen bfeiWaÄcKeii, ^^'^' 
fend;-~ i8i»«J^6' öWen'^ 'Ähto. '^-^^ lii si Ibit?;" eg^ pftftct «5(^. - 

448 was inäiidäWiti^hüflfen wollte'/ -^'i^iii^^tt^i^^ • -' ^ 



( ' 



Triumphus. ' 185 

455 Uf die . kam noch: ein gFUfifim sobar 

Gar ungestttm. reisig rittea bar. 

Bittend da&ami voIk uü der. erden 

Mit Grimmigkeit iHid ztHmigen ptrdeA, 

Darz& ssbeltw^rt und iröw vü, 
4<4 Derö kdL.um kütea gescbwigen wil. 

Min wunder fieng micb an verlan, 

Ich macbt jdtz heiter wol verstaii 

AU hadtUnng und saohen diser prozeä 

Und Wttr da <W!as diser tütsoh Hercules. 
i«6 Si ii9^it^t under disen dingen 

Er beiß ^> die spieß nen bi der zawingen, 

Damit-so reieiite man dest leDger, 

Kleine ■3piefij7«vfngli sind ouoh dest enger. 

Die laß ich hin also sohluoen; 
470 Wer mich druÄib. fragt, ml im me rünen. 

Biemlt so fArend s' all für micfa, 

Wer was "Uf erd ,je fröer dann ich f 

Ich lusteret durch des bouines rinden^ 

FöJNibt 's^Tf es verschlug sich etwer dahinden, 
475 Der löidh xr^rriet und wurd orich gMgen; 

Dönö Wel's inir tröbs di(> beln abgangen. 

Aljer ieto iorft ^ler sorgen nüt 

'Si'iiaUößd so gAt sorg uf die pöt, ^ 

Rumplert*'ttf, tribend naher ünJ veorechwunden, 
48« Wsft h)6^t'nkdh inen nit ein-haU«r fütiden. 
' Alsio'i&atet^äd s' aum W^eti hiarin 

Mit'SölidUftni glächrei, aogst^ jamm<>r und pin 

^ ' sebrieiäB ttnd k1&geni9 manlg^lt, 

Mk schQtzliöher form, ers(Arbck^36!' ^stalt, 
485 8lIöb;'^Äcbl^tt, istreicb«), i^racbt,' wÄl und schallen, 
' kU h^v^^i ntid ^den wett z'sAmmeu fallen. 

Naöb Itieb öefl ^ ta$m in,. *' 

Er ttftiöht zü'*lttcfen öi)rongeö «ifa.»"' 



"SftjiWflll^ifiW flö^^rn. ^ 47Mic)iy«ir*JchUg^n? ye|:bei?g€>|i; etwer, etwa 
einer. — ^fi^ .pfilzeiix gewaUsiim liineinfahrew, — r fw» W.Äli Gewüh|., 



186 



Salat 

Da nun di£ alles vergangen was, 
490 Ich wagt mich aber haruß in's gras, 
Und sucht min maptel, stecken und sack, 
Hat' alls noch ein lieblichen gschmack. 
Dabi ich*s fa^i, rUft mich zum gans^^ 
Hiwnit nim duch dfiv tag antrirfe, ^ / ^ 
496 De$ ich gar. Kum erwartet hatt "^ 
Ich liftb schnell,^ .:5apftemf<}U yon;ßtat) . 
Mit ilen macht ich mich darvon, 
-Bin eit nie wider um:hin'koa. '' " 



Rat an, wie heißt das krütli gut, 

600 Daran man öl und eßig tlidt? 

Soömdi^t den- nam^ tta'6et fhalf;- 

Der disßu [spruch gemachst [hat- ,~ 



..T 



• i 



,> 



1 ii 



» 1 



, Antwort 

Anders icn's nit erkerinen kän, 
Salat maß es dea* oanven 'hiaii \ ' 



Replica, 

605 Recht ist's erraten uf der stat, 
Wann's nur Johannes darbi hat 
Von Sursee, burg^r.zövliücern, 
Orichtscbriber dasolbs im Stern. 



Der Triumphus Herculis ffefvjßticiyisf .iipAr nwr in einer spätem 
Ha. bekannt, dem St. nrbanerC!6d.''v. Satäis Chronik, jetsU auf der 
Kantonsbiblioihek in Lucern. Die Hs: stammt aus dem Ende des 
XVII. od. ga/r Anfang des XVIII. Jh.'s; ausser Salats Chrono ent- 
hält dieselbe Notizen aus Ci/sat und BuUinger^ die bis ins Jahr 1610 
%wrückgehen. Der Triumphus steht auf SS. 934 — 9S3. (Vrgl. auch 
HaUei^s Bibliothels II, 404.) 



406 sich zepfen, sich datHm rtaüSheti: 



' • ( 1 1 1 



M V'luri j-.o.'.i'j.iot. 




yi- 




tt\p$ Witt J^raötö^ 



Legend vnd leben, des froix\- 

men, andächtigen, lieben, fäligen Nicolaufen von 

der Flu gebornenn Landsman ob dem Wald inn 

Vnderwalden, inn der EydgnofchaflFte, den 

man nennt briider Claufen, als ein ftarck^ 

waar, tvol begründt, fundament, 

des alten waren Chriftenge- 

loubes, bewerlich durcb 

fyn-kheö^. acte, leer 

vnd fterben. 

J. S. GS. Z, L* 



*T , 



' (Ht)lz«clinitt.) 



• • » * 



. -* . \ \^\"t ■^'. ^ • ,'\\' . V.' \\. • 



MDxitxvn. 



V • 



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1 .\xv:V> V^-^ ' \ .<v *l- U.' • .'.^ .. 

I 



Johannes Salut, Gerichtsehreiber JiU' IiU^eca. 



» • ' •> \ i» •*■ . \\ *■".,*,• .'/, m\\ .» . 



»» A-.« \' ' ,i\ \\. >\\ 



• . ' Er >vaj5 lapg,j^phöa wdjhUp^qt^qrj^tft^r!, . , , ..,. 

Gut glidm^ü', doqh gapz^ .gemerglefc ^b^. , i . ,, (.< 
Die but den beijwu,!iliurc;l(iscbiq^gf^b^ ,,., 

■ . ßöt $obwara mit_:graw.i)ejij)i[eng;t,sjw ba;i;„ (..,i ,;,. 
Sin jbart.zerteiit, nit witfDppb^laDgi, :. ,, ^.i .,,, ;:..i, 

Und voa. siw.apgsiobt eiii ^öferWjcb^r; ;;g}ap;^,, j.i ^u^,,i 
10 Erwirdig und schreckhaftig ganz. ,:,^- 

NU blöts, . .$aad«p luft.iin(J..j8.tei^.,|vqt ...,i, ^ i m* 

;Er hftt eio..6tarii[>.:fnnunliobt5i<.sMw»Hi.i m-I uj.... 1,.'m 

. ..,; ! : .. i,,.iSjttig,.jRi>gs«m.^iwg.Wi>i;«d(Yi?P'W>^ ::'-;.. r'ii -im- 

16 :Qaob lift&ll<2iJ: un4 jfrünUicb .^^er^.-^Uzit; ; ^,., .t.i.v''; 

.t. ..• , .r Deeiiiö GiCKtt j^jt^ «ip bÄilgi^^pg-igitTj... n,,^ .^„.ui ./ 

- ■> ' ' ■'-" ''•!• . "i* ■■ ■ • '^•:. i sW' j.'t '•■;•. I' iii'- jii uMinli-/. 

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Vorrede in die histori des frommen^ seligen bruoder Clausen, (A ij) 
landman ob dem wald in UnderwcUden etc. 

So dann gar nach in ganzer tülscher nation etwas dunklen 
lumbdens und sag ki-ücht ' tirlfl hmbgat von dem frommen, seligen 

5 mann und frütid"Öotte$, ' lirfider Clausen von dei* Flu, in Under- 
walden, obe dem waldi, eirteni^ört, ätt'zal und ordnun^e einer löbli- 
chen Eidgnoschafte da6 seclist, landmiann; aber doch rechter berichte 
und gründe deßhtflib' mäni^llchem entzogfeii und- binderhalten und 
nämlich oiicH bi' uns' EJdghoßeii gediachlö lii^öder Clausen zudem 

10 thail wenig gedacht; -nicht' iii gesehriffen noch in Chroniken son- 
ders verfaßVt, 'flanft ilaß bi den ußlcodi^jen crönrkschribern sin mehr, 
dann bi ubä'öiizug^ ^(«schfcht: ist waf lieh ein sträfliche hinläßig- 
kait. •^■'^'■' ■-•'*■"•' .•••■-' -. • " • 

Dann ob gelich wol 'vermöiiiet Würd^, riiemajads rüm damit zu 

15 flirdern und i^ö(ih€^fj'"odeb öin geöt'hl^hte,' sd dann noch truret 
und vorhanden, nit'%1 hoflfert' sift "fftren: Bolte mkn darumb aber 
der großen gftfe üttd ^gnaden ©öttös, in g^daobtera' brüder Clausen 
gewirkt, nit ver^efien, iiöcll ^n ' solch schwlgen gebrächt; sonder 
vorlang mit großer "^äätik^a^aftg 'diB e^rö öottej^' in sinen ußer- 

2owölten hoch ußgerüft und wit zerspreit han; als kQng David uß 
Aethiopia in siner epistel an bapst dementen den sibenden, ge- 
schriben im driunddrißigisten jar, anzohe, als er siner künigkrichen 
und landen naraen gemeldet, also: Wie wol aber wir diser unserer 
künigrich und landen namen ußgetruckt band, ist das doch nicht 

»5 geschehen uß hofiTart noch hochmöt, sonder daß Gott der all- 
mächtig mehr und mehr gelobt werde, der uß siner sonderen gnad 
uns so groß mirakel bewiset etc. Dann so man die Wirkungen 
Gfotles in dem und anderm beschribt, ußrüft und an tage bringt, 
verstehet ein jeder recht besinter gütwilliger die eere Gottes wol 

3 Druck: Teutscher. — 18 gebrurhu — 22 künigklichen. — 27 uuncl slatt uns. 
* Ulm de, Ruf, Geröcht, Leumund. 



140 . S^LAT 

. \mi dm odßv die, (Jurch w(Miobe Gott ^?fcet :md^^^)^%M^* 
nur als sin justruaLent die eer^6ott^ämQßeQdJjla4il:li^t4tr,^et|.^; 
dem böswilligieii aber ist sia bix^eit durch diß aebwjgiim>iucht be- 
öomiaen ooob ^A nemea* > • . 

.0 Und (30 mm dann also die giroßat):. ^ruiiderw^rk und hobda 
tbat^n ;€[oite$ verscbwjgt uod in deom Hiebt glQrieitt f^ d^lobe 
Gottes: das aoht^tlQott und alle ^arstendigeQ iZrtt . dem garoßea l^ter 
der wdaakbarkeit . . 

Dapumb.sp haad . wir ji^un me i^tat» -plats, £&g und J^miBa^ch 

10 zit, gedachten frommen, lieben brüder Glausen nicht lentger also ia 

den^ ^toubQ, der yersxjjiwigupg zji bUb^alpa^ als eifi grpQ instru- 

.. ment, darin öott sia erbämd,, ge>yj^lt;,,^ S^^h traft, J^J^^end und 

bistaiid erzaigt^ ufi4 gethan. als ,yoHko9n:petjlicb|, deJSgelicjh mitj^ei- 

nepi .iödtlicl^ßn raenspheji von aa|aDgo,)h^r der weit j^,.?yp^^Ä^ 

u wprden. . : „ i i •■ 

Dftnn es band wol oucb , vormaleu e^ic^ wunderb^rljch.jekbt 
on spis, als Moses, Ifelias und Christus nnser beji[r;«,jW.9lc% der 
erste zwaimal, die andern jeder einmal vierzig tag und nachte on 
natürlich, liplich, spis göin und glebt band, 
jo Item sanet jSieranymt^s bat sin übe gaius^ager gmacht durch 
abstinenz, hat aber doch, spis gebrucht. ,^^ ,^ 

Item so zaiget an sanct Hör, ein apL er wüljte. ein menschen 
in der einöde, so dri ganze jar nie liplichs spis oder^ tranl^^^e- 
noßen; aber ailweg ani dritten tage brächte fb ein^ eugel etwas 
^5 "spisung vom bimmel. .. , - 

Item aber (knn von einena büßenden menschen, der ouch sjben 
ganze jar kein liplich narung gebrucht, danp allem, alle^sontag 
etwas brots. '' . 

Item gar großer^ schwerer abstinenz uöä . ringwich tjger 3pis 
«P ist'gsin sanctus fljlavion, eremita, jedoch nit gar ob s|d5.s und .na- 
rung; Maria ISgipciaca hat gebüßt in der wilde drißig jar, mit 
fast wenig, aber doch nit gar on spis. . 

Item ein junkfrowe, zwölf jar,alt, hat gelebet nach. enipfahung 

des hochwirdiffen sacraments sechs monat lang allain ni brol und 

•35 wieißer, demnach noch dri ganze jar lang on alle spis'ünd trank; 

in histqrien list man buch, daß etlicb zwei, eflich me jar qr\ pa- 

3 nun. 36 Hystostorieo. 



j 






BRUDtti Claus. 144 

WSaMst -^ und trABk geiept band, als (Hieb vil in Tites> patruii> 
mher, berter ^LfestiüööÄ uödspis'gar wenig-, doch etwas je. ca üj) 
' Il>ätni^«tttein uiisef brflde^ Ctatis, als man b(^ni wirt) hat si(^ ent- 
halten OD all natürlich spis und trank gar woiKl^arHch und aUein 
^suß' g^tUlch^r'kraft harflttßeod, uß sioem waren, reohten*, starken 
"^ eridtehgett^iA^en^; d^s cmeh iMfinialeQ neah du aller^erkest füindatnent, 
gf iiiiK}« ua4 bancttiiab or ist des waren, rechten chrtet^engtoubetis^ 
darin er worden, gelebt, gelert und gestorben; des im oulAi s:Ügk- 
naß'^^nid di^ ikßlendiisGhen historiographi mit pris* und räm in 
j« Hm »ejiribeii. > ■ -^ 

'"'■ ITrförist' dili^'al^ö''rfti rechte, wäre, öött gferlUgehistori, und 

' dem' ' recliteii christehgielouben' bistendige' geschieht} deshalb nutzt 

' üriÄ'Voh'ilßt^D,' die keiriswi'gs lenger zft Öbcrhupfen äl's ein exem- 

plkr' ledlet^ ri%mnTkeit, örbärkeit und rechten gloubens; wolchs nie- 
15 mand je keinswegs zu hindertriben understanden hat, ouch nit 

litrögftctt deü'fittifdan zft stoßen, noch utnbkercn; als die heiter 

'klär, war histori ariieigt, so nun hemaöh \^olget. ' - 

Ersflte^.'Vi^m^rh&nd alt und jung ' ' 

20 , So noch zii diser unserer ziteh lüt vorhanden, " die njit dem 

frÖEbmen, Gott liebendeh bruder Clausen mÖutlicb red gehalten, sin 

naiidj gehabt und. lere vop im empfangen, diß beschribunge der 

' histori öiich" noch so vil'als in frischer that und menschen ge- 

dächtnuß, und njt uf andere weiten kommen ist : Üarf es dester 

wminaer^oaer gar 'feeiher umbstähä, dann alfein zu habeii grund 

-'ärhisliiri^aiö^iiitiw!' '•' '^ -■•-•■•'■ •"■■■" ■'■•■' ''^ ■•■■•• 

Es ist gsin in oberen, tütschen landen bi dem hochlöblichen 

alten bünd' der'Eidgnoschäft ob .dem wahie In Ünäef Waiden, das 

'. dah i^t drit In a^ikuhft und sechst, prt. in, Ordnung und zal igemelter 

80 jfiidgnoschaft, ein husgsind eerenbaft, erber, gotsfSrch'tig, eflidhe 

hmylert j^r irs geschlecht^ in. wesen, sb jner siten, däijn rieh- 

^ fumbi^blut und ers^hjh, und ,Von dem' berg, darin si. ir.alwen, 

' weiägehg, wohun^ und n^rung gesid^i und gfiän, Fl^yer oder 

' me'vön.der'MÄ geiieißen, .und ^K^ noch; w^rend zimlicber 

85 narung und' ganz mäßig, 'welche on aie biiwung des erdrichs und 

16 bester. f7 den. 



L 



142' SaUt. • .' 

nfzuofat äes viohs: kein' anderö tegaügsnäohaft Nghtto^nkmandtfi 
letzen, sonder menigkHohen umi sondeüS' irektiiiBiQbbui*eii iToli<s& 
thÜQ und dienen j^ewpa; und (das dann oucb ein .^nzeug der kdot- 
tigeu sach was) hiengend stets an, vor, aodej'en iren geschäften, 
5 embsigem gebet und der orduiing der christenlicben kiichen. Von 
disem geschlefcbt ist geboren Worden' im jai* von der i^urt unsers 
lieben hw^ren Jesu Christ! XtllP und im t^ij von Heliiribhtti von 
dier WKl und Hemmä sinör husfröwen, deü muten, frommen gep^i^te, 

uns^r IJieölaus, von dem nun ttifer melduög gschlcJit. 

• ■ ' / , • • • • ,• 

^ . > • ' ■ • ' 

10 Em gsicM'teh von tm^erm bruader Bchrib^ 

Die er gehapt in muotterüb. 

Als brüiler Claus nun empfangen und verschloßen. läge in dem 
übe slner miitter, hat er gesehen einen sternen an dem himmel, 
der an schöne andere sternen überträfe, von wöliches stfimen die 

15 g€fnz weite erlüchtet warde ; dem glich darnach in siaem leben 
und wesen im Ranft (hat er selbs bekennt) er dick ouch emen ster- 
nen gesehen hab; dermaß, daß er gemeint, in oben, den sin, , den 
er in mütterlib hat gesehen; ouch habe er gesebeja ein schönen, 
großen stein, ouch das heilig öl, damit mau dh kranken ver- 

20 wart : wölchs alles er darnach, in der wilde wonend, einem giüem 
besonderen vertruwten priester gesagt halj, der das • denn qn röffl" 
sucht .angezeigt als ein wunderlich anzeugf ßins pachvolge.uden 
lebens. 

' Von siner gepuft, nambn^mä' toitf, -^ '' '^ 

25 • "' GehaHf^et öW nach jeMgem iövf. ' .*»:'.:. 

jEr hat ouch dabi angezeiget, daß er .wpV bekep.Biet hab sin 

mütter und die hetiammen, und daß er durch felsechte ort, du^ch 

den Ranft, in wölchera er ziSletzt sin leben volf&rt, gen Kerns sei 

getragen worden -aö' dem to^^;* ÄlSobeöolkMtolJfet gemerket hab, 

so als wan soliches aöeB >6röl*(k!ittztaÄi- Vblls^'ÖcA worden, und 

' de* . Di«feitflidt*nie« i lYöi^easeh hidife .; - den i priestep, ' der • &' i gfetoufet, 

- «toefa i gdtten • i uhd . i g@ tttn demnaobi < »ungezeigt Äiletvögen v bdceinit ; 

i hafatiöuofa t^ehäQii^an bi'iiiMlK)u£''Uiid^iehd0*ed einend ^tate oiw, 

14 s-triiue, Lichtstreifen, n in eben den sin, acc. c. Inf., dai^ dieser 
eben derjenige sei. . . < ^«' *. • »j •< •:. 



I1-* : ;»'! ■ -.'j .1 ' 



Brudbb G£aus. 148 ' 

idei^Mweratia^^a]^ .aiibekBii|ii;..'€Ui ümiouch den namen Nioolffi ge- 
'^beir und ^iiil^etii- sieht aenigStiliche oitk^ 

" ''f^fe hruodervlaus, der selig man/ 
Sin kmäKeii imä jügend gnonmen an. 

5 .,;.^Al3.,»»JQ bjjfid^r/ GlauSq, \y;i0 gehört, geporn, getouft uud in 
kijidlicihs. altjöT gfiD^ßD, was .ez; ein , aHerb^ste kiad mit g«^r,. guten 
sitt^ .underwisi^o,; . väterilcbe f atuög und sin^er elteru warnunge 
trtllich haltendei; fllni^li(;ü^ w^rlaatt,, oucb milt und gütig in all 
mängklich. In im sind ouch nit fanden worden anzaigung gailer 

10 umbschwaifilng und U^ifertigkaU, als gwon ist in den jungen 
nämlich unser zit; er ouch sme eitern und alles alter mit flißiger 
(Ifenslbarkait eeret ; sine ebenalten und mitgsellen er ftimämlich 
man'et zö 'göttlichem dienst, und ouch insonders sine rechtgeporne 
geschwiöterte" mit wölichen er all weg ganz einmündigklich lebet; 

15 niemand überlegen, sonder allen gsellig, angnem, ganz menschlich 
und lieptichj nicht' schwätzig/ entpörig noch eerenbegirig. Und 
so di^'^^twän' den ganzen tag vojbracht in matten und feldier mit 
arbeit, so man dann namentlich zu hus : gieng er mertails binden 
iiabll', stitidei^ slch'ab von der gesellschafte und sinen husgenos- 

jo feeii;' üM kö (fii a'i'äeyeii vorhin weg des ungeacht ouch etwän fa- 
te%l,'^äiy'0b"^i eä nit',' doch wöl sahend, suchet er im ein haim- 
IM '6i*t*äub^tbn,' und dann also nach gethoner danksägung un- 
6erä[rscbopSfer ^lenge er allgnaach hiinnach ouch ze hus. Item ein 
frommer, warhafter, erberer man, so von Jugend uf brüder Glausen 

S5 gesell gsin bis>j^K3^^Jfr,. (^up^ sin.ßQnd^i:. bai^licher und guter 

nachbur, und ga^^yiJ gi^^oi.ui^d .gm^in^ftfl;,..ajit einander het- 

tendi^der sidher geöffnet, wie brftder Claus allweg were ein from- 

merl^V^J^f^^^li^^^^g^iö^'i hiemant erzürnte, sich, allweg schibe von 

. iM' uüd' andern KnSben ah äinige haimliche ort, betend. (B) 

i'u: .ii^ii.'to/.' y:(m:ßl^^mfy^,.m4 ab^Umm, ..: .• -^ .... . .. 

iJi ij^rnachi järw&chsiti^ indas aitbrJ Der Jüngling iNicolaus ficing 
doi ali^ivaQiitag«;i^ tag\in:gvoßian; tugenden sieh üben. uild in zueht, 
:«bo !diiCßerjinoch>bir.AkindllcbeiiLMdt6ff'alle< fritftgvgelioh^ darnach 

35 allweg zur wochen sinen lib demmet mit fasten, ouch die vierzig- 

86 demmen, bezähmen. ^ , 



144 Salat 

tägig fasten järlich gar uß und alle tag fkstet, nit me zum tag aß, 
dann ein klein stuck brot mit ein wenig dürr biren; hielt euch 
das und all sin abstinenz gar heimlieh, und so er von den sinen 
oder andern im biwonenden gestraft hierum (bester meinung), 
5 daß er zu vil strengigkeit, sinem alter unlidenlieh ime ftimäme, 
antwurtet er: das wer dem göttlichen willen also gefeUig, gar 
früntlicher, tugentlicher Worten und mainung. 

Zuo der ehe jeta unser Nidaus gat, 
Gwan ouch vil kinder in eeUchem atai. 

10 Da nu Niclaus von der Flft von einem gar gftten kind z& 
einem noch beßeren jüngling erwachsen, jetz uß den milcl\jaren 
zu zitigerem, allerbestem, manlichem alter kommen was, ward er 
in die ehe einer eerlichen tochter, genannt Dorothea vermählet; nit 
umb Üppigkeit und schnöds wollusts, sonder fOrsehung und verord- 

16 nung Gottes willen; der ouch on zwifel sinen ehelichen gmahel an- 
redt im ersten z&gang, als Tobias der jung sin gmahel Saram, 
bi dero der tüfel uß verhengl^Duß gottes siben mann erwürget 
hat, wölche all haidnischer wise nur um liplichs wollusts willen 
si gnommen hatten, nämlich sprechend: Stand uf Sara, und wir 

80 r&fend zu gott hüt, mer und immermer und vermählend uns Gott 
durch diß dri nacht und demnach bsalend wir erst unser ver- ' 
mählungl dann nämlich sind wir kinder der hailigen und send nit 
also leben wie die beiden, so Gott nit erkennent und betet also To- 
bias: herr, Gott unserer väter Abraham, Isaac und Jacobs! dir 

25 send wolsprecben himmel, erden, meer, brunnenfluß und all dine 
creaturen, so darin sind I du hast gemacht Adam von laim des 
erdrichs, hast im z& eiiQ ghilfen geben Evan! Herr du waißt, 
daß ich dise min gmahel nit nimm umb wollusts, sonder umb 
verlaßung willen kinder und nachkommen, in wölchen din namen 

so wolgesprochen werde ewigklich ! etc. Also ouch one zwifel unser 
Nicolaus seligklich in großer gotsforcht das band der ehe mit 
siner gemahel ingangen ist. Die ehemenschen dann ouch die trilw 
eheliches bunds nie begweltiget habent, joch mit einem unnützen, 
müßigen wort. Hand also geporon und überkon x kinder, näm- 

18 nun. 33 trew. 



n bsalen, bezahlen, Genüge thun. — n send, sollen, m um Kinder 
u. N. zu hinterlassen. -• ss joch, nicht einmal. 



Brudir CSlaus. in 

liob lUnf tnalieDr uad IQnf töd^dr^i, von w5ttoh«m sin^m stam- 
nen' her entsfJIraDgen, gemert ist die ha^ig diFistenUcb kil<3h^die 
band oueh ire kiad hi dier fbrobte Soltes mit aliier giltigkait un- 

, ilerwiseD'mtd sich geflißeik^ die zu trrieihen ihtien, ihren eitlen 

sgirtioh. 

Nun mrt man auch vcme^en das, 
Wie Nicolaus ein kriegsman was. 

Stattlichd alters, bestendiger frommkait, zönemender religion 
ruckt Nicolaus von der Flu für, kam nie zA kriege, dann allain 

lauß gbaflS linear obern; dann ^r was em allergrößter liebhaber des 
Mdens. So man aber mfftßt striten fiir das Vaterland, hat er sich c»«) 
gehalten «Is Mn dapfei», handfest, redlidh mann; ximb willen ret- 
tung'tind schirm 'deßMbJgen Vaterlands und eidgnoßischer fMhait, 
sampt trtt«rto ' und Waisen ; Heß oucb sins vermügens nit zu, groß 

li^ttoes öloh zÄ gebruohen in die find, und so die geschlagen, uf- 
' gtiiöäiibeii bder beüfagen wurden, tnant er stets, stark genad mit- 
'^s^Qta titid "bäHxJfaerzig z& sin. 






■ • . - . . , , 

, ,, Welflich eer hat er verachte 

Ver/üerisch und aerg^engkUch betraeht. 

id / Fum&nlich achtet Mhset Nicolaus hoOh alles, das göttliche 

: $^. i^ütt und bekdiget; darg^en und wider alle irdSsehe, zergengk- 

üoisiä 1 ding, i als .oüohr^uhd eer hat er gschohen und geflohen; 

. :ßo üMjt^ = dÄß er kukn. uß bitt einer gemein umb ftirderunge willen 

: Seitl^ntiftiiiuiizes sich als ein ratbsberr half ündei^iehen der lands* 

»ijie]|dlb?ti;.dann:er zuili ^dickeren iual noch in plÜiender Jugend zu 

. ßm Iftpdsaoiaiati . voöl der gmain dargeben ward ; dann das er sich 

. rfleißi noijit. ensstUcheir bitt. und nach all sinem vormügto, sich dar- 

Ym zu. «jbtitten. i; . < 

. " "' \ tti/irier von im bericht man git, 
50 '\* ' Wie er sich hielt nächiUcher zit 

,, , ..T^o .recbtCj i?irar^, göttliche liebet wonet, die mag kain zitun- 

..gewirfcetlpn, hinganr' als ouch Nicolaus hielt streng d^i gewon- 

hait, daß er zu nächtlicher zit, so all sin gesind rüwet und schliefe, 



'M* 8d£k fleifi^ sitfaJbefliß. --98 sieh 86h ül;teit\ abjscüdtteln^ sich 
entledigen. 

fiaechtold, Hans Salat. 10 



L 



146 Salat 

mit brechung sins scblafs in ganzem ghaim allein u&tünd nach 
unlangem volbrachtem schlaf und r&w ; gieng an ainige, den üb- 
rigen tail der nacht wachende mit aller andächtigisten betrachtunge 
und embsigem bet ganz wächerig verzerend. 

5 Stets im der fiend ai\fechtung tet, 

Das er stark widerfochten het. 

Der fiend aber menschlichs bails, so da stets umbher stirmet 

• als ein wütender low , zu suchen, wen er verschlicken müg, 
und großer nyder rechtgeschafl&ien religion/dem aber der man Gottes 

10 Nicolaus von der Flä so mit embsigem beten, fasten und almäsea- 
geben widerstreit, forcht stets, daß von diß seligen manns Nicolai 
Vorbild und 1er vi! seelen wurdent entzogen dem hellischen rä- 
chen: trat in deßhalb gar dick an mit arglistiger Versuchung, 
wie er dann je mocht ; insonders ouch eins tags, als Nicolaus 

15 gieng mit Idanum, sinem sun, durch ein thal, genannt das Melch- 
thal, in sin gut, genampt Bergmat zu versehen sin vich etc. Da 
nun der sun dem vich sin ge wonlichen rat anthet in der schür 
oder gaden, wolt der vater Nicolaus als ein flißiger arbeiter 
studen und dorn ußhowen, die matten zu rumen. Was da zustund 

20 ein grusamer, persönlicher ttifel, erwüschet fluchs den frommen 
man, der sich des nüt versach, warf in durch ein dick dornghürscht 
und gstüd hinab wol drißig schrit wit ; da er in großer onmacht 
lag. Als der sun sin arbeit vollbracht, sinen vater suchet an 
dem ort, da er in maint sin : fand er in jetz halb todt und sinen 

i5 lib ganz verletzt von den dornen in schwerer krankhait ; rieht 
bald uf sinen lieben vater, zog und trüg an im best sins vermü- 
gens bis in sin gad zö eim für ; da er allgemach, wie er zu im 
selbs kam, redet gar mit gedultigen, senften werten: Wolan, wol- 
an im namen Gotts, wie hat der tu fei mich so übel geworfen, da- 

$0 rumb ist aber also erflilt der göttlich willl Also ward er mani- 
gerlai gestalt, stark abzütriben, von dem fiend z& vil malen an- 
gerennt. 

5 inn. — il widerstreit felilt. — S8 vor redet steht im Dr. ein und. 



1 einig, Einsamkeit. Grimm D. Wb. III, 211. — 4 wächerig, schlaf- 
los. — 16 Keiner der fünf Söhne des N. v. d. Flüe hieß so. — i7 seine ge- 
wöhnliche Nahrung gab. — n gad, gaden, Hütte. 



Brüder Claus. 147 

Von gsichten, so im wu/rdend ftuwrf, 
Also ouch mt gilgen uss stnem mund. 

Was möcht doch diser gedultig mensch senftmütigeres geseit 
han uf empfangene peinigung vom tüfell So dann aber ist gewohn 

6 die göttlich filrsichtigkait, die, so sie am meisten lieb hat, all wegen 
für und fiir mit den Schweresten ungesttlmigkeiten zii besuchen, 
damit si als gerainiget und bewerter zuletzt dester überflüßigklicher 
getrost werdenc^; als dann er ouch si, nach gwonlicher erbärmd, 
etwenn gar wunderlich tröst, wie diß nachvolgend sach anzeiget. 

10 Dann als Nicolaus darnach aber uf ein zit gienge in sin obgemelt gut 
zu sinem vich, satzt er in der matten sich nider uf die erden^ fieng an 
nach siner gewonhait uß grund sins herzen mit andacht beten und 
sich einlon in betrachtung himmlischer dingen. In dem er sach bald 
ein schinende^ schöne gilgen wachsen uß siaem aignen mund, so da 

15 rüret bis an den himmel mit wunderbarlichem wolgeschmack. Also 
glich für in kam sin vich, darüber sampt all sinem gsind ir narung 
hatend ; und als er sin gesiebt keret zu dem vich, sach er under denen 
gar ein schönes für die andern roß, und daß sich die gilgen 
krümmet und naiget uf das gedachte roß, und im fürgang die 

20 gilge durch das roß von sim mund gähling gnommen. Dadurch 
ward im zu versten und erkennen geben, daß man sol buwen und 
sammlen schätz im himmel, wölche nit werdend funden oder über- 
kommen von denen, so da zu vil anhangent dem zitlichen, sonder 
durch gsicht und fliß ; uf das irtisch geleit, werdent die himmlischen 

25 ding entzogen, wie das roß die gilgen entfftrt und das zitlich zerstört 
und verfiret das, so man in himmel buwens willen hat, wie der herr 
im evangelio: wie mage man Gott und dem Mammon dienen. 

Demnach uf ein zit, als er im geist liplicher empfindung ent- 
gangen, ist im fürkommen, wie er durch wüste stett und ab 

30 dem weg wit von menschlicher wonung wandlete, und im wit- 
nuß bar engegen kam ein alter man, eerwirdigs angesichts und 
einer zimlichen bekleidung, singende ein allersüßests getön, als zum 
ersten einstimm, darnach bald in dri stimmen mit einander sin- 
gend gethailt, dann wider in ein stimm kommende, die im gar 

2 auss seinem. 



28 der leiblichen Empfindung entrückt war. 

10' 



148 Salat 

sAssigklich in sinen ohren töntend ; daruß er im geist subtiligklich 
(als er nachmals bekennet) verstand die unzerthailich gottheit, 
underschaiden durch dri personen, wunderbarlich, doch 6m Gott 
einhellig. Als aber der alt man nach hinzu kam, hiesch er vom 
5 frommen man Nicoiao ein alm&sen; als er im das miti haute, der 
alt das mit vil danksagung und ecrerbietung ufhame und zä stund 
verschwine ; daher er voUkommenlicher underwiset, almüsen under 
anderen werken der miltigkeit den obersten verdienst behalten. 
In diser gesiebt zuhe er ftirter, kam in ein dorf, mit wenige 

10 hüsem erbuwen, aber darin ein fürschinender, wolgezierter palast 
und sal^ darin er gieng ; da fünde er Stegen, werend zehen stapfei 
oder segel hoch, under denen er sach herftlrfließen ein brunnen 
mit öl, win und gemischt mit honig; hetto ouch dabi ein heisere 
stimm, sprechende: die durstigen sollend schöpfen von der fftchte 

15 diß brunnensl Er erstumpte und stünde in angst deßhalb mit Ver- 
wunderung des Ursprungs eins solichen ungewonlichen brunnens 
und fluß; stige die seigel uf, fände ein becher oder gschir des 
brunnens füchte vol; mocht doch nit erfaren, von wannen, oder 
wölcben hülinen der erden diser fluß wallete. Dann daß davon 

20 der man Gottes mer underwisen und klarer von der göttlichen 
drifaltigkeit, die mit. keinen enden beschießen, sonder richlich sich 
erbarmet der durstigen, verstund; und daß man nit, dann durch 
die zehen gebot zu einicher erkanntnuß Gottes kommen möcht; in 
ouch bedunkt, daß gar wenig zu dem brunnen giengend. 

25 Als er da sich ein wenig erlustigete, gienge er in ein wit feld, 
da er funde umb und umb große vile der weit, ganz on zal, be- 
kümmert und glich als die onmeißen sorghaft arbeitende mit men- 
gerlai geschäften, und allain anhangende irdischen gewinen. Dise 
machten ein zun, darüber si niemand ließend stigen, der ihn nit 

30 zuvor gab ein pfenning ; ander machtend ein brück über ein Was- 
ser, darvon man den zol geben müßt ; etlich pflSend, sungend, tri- 
bend den knöbel, und der dingen mangerlei, übtend spilend und 
sprechend, alls nur umb den pfenning. Darbi er wol markte, 
diß itelkait der menschen sin, damit man scbir in aller weit aigen 

1 tentend. — 33 als nun. 



7 verschwinen, abnehmen, verschwinden. — 12 segel oder seigel, 
Sprosse. — ae weit, Leute. — sa würfelten, k nobel oder knöchel, der 
Würfel. 



Brüder Claus. 149 

nutz und narung sucht und dise zergengkliche ding den menschen 
hinderzuhend von dem zügang diß brunnens obgemelt. 

Nun hör man toiter scliön bericM 
Von einer sdzamen gesteht/ 

5 Bi dem ist gar nit fürzägehen, daß z& dem frommen mann 

kommen sind, als uf ein zit er an sinen hüslichen geschäften was, 
dri mann zimlicher, eerlicher gestalt, beklaidung und sitten, erschi- 
nend als etwas edling ; under denen der erst hüb an reden der- 
gestalt : NicolsB, wilt du nit dich ergeben in unser gwalt mit lib 

10 und seel ? Dem antwort er bald : ich ergib mich niemand änderst, 
dann dem allmächtigen Gott, des diener ich langest begert hab 
zQ. sin mit libe und seel! Die dri kertend sich zamen mit eim 
irölichen glächter und redet der erst wider zu im : So du dich 
dann Gott allain geaignet und ergeben hast ewigklich,^ so verhaiß 

15 ich dir gewiß, daß, so du hast volbracht und gelebt das siben- 
zigst jar dins alters, wird sich der allergütigest Gott erbarmen di- 
ner arbeit, und dich erlösen von aller beschwerd und widerwertig- 
keit; darumb ich dich erman hinftir zu bestendiger verharrligkeit 
und Wirt dir geben ein baner mit einem berenklawen bezeichnet 

20 zu. einer starken besigung in das ewig leben, und des zfi ange- 
dächtnuß Verlan ich dir zu tragen das crütze! Als diß also vol- 
bracht, giengent si hinweg. In wölchen Worten er verstund, so 
er obgesigen dapferlich menger band betrübtnuß der Versuchung, 
wurd er erlangen die himmlisch glori und allda zugesellet viler 

25 ritterschaft. 

Ein schöne undenoisung vernimm 
Von einer himmelischen stimm I 

Es ist ouch gloubens unmangelhaft, als unser frommer Nicolaus 
uf ein zit in sine gftter hat wollen gen meien, und aber ruft mit ^^^ 
zo großer innigkait an die göttlich gnad, um daß er sich der weit 
gar entladen und Gott allein anhangen und religieren möcht: da 
ließ sich herab gegen im ein wölk, daruß ward zö im geredt, daß 
er thorlich thäte; dann so und diwil er anhieng sinen eignen lip- 
lichen kreften, sich daruf verlaßend, so ergebe er sich dem willen 



4 gesicht, Vision. — e fürgehen, übergehen. — S9 meien, mähen. 



150 Salat 

Gottes unwilligklich ; so doch Gott am angnemsten were willige 
dienstparkeit. Do nun er^ durch dise stimm also gewamet, fieng 
er darnach an verachten sine hushäbliche Sachen, denen er unz 
dahin angehängt was, und die himmlischen ding gar wächerllch 
5 begrifen und umbfahen. 

Biin ander göttlich wamungsgab, 
So in von der weit hat zogen ab. 

Oben ist angeben, daß er umb bitt und liebe willen des nutzes 
der gmeind sich ouch ergab, zu sitzen bi rat und siner kilchhöri 

10 gerichts. Und als dann an den enden etwan durch gunst verbunst 
etc. zu ziten eimem in raten oder urteilen verglimpfende wort, zuwider 
gmeinem nutz oder jemants rechten, entgiengend: sach uf etlich 
zit der fromm eerenmann solchen fürin flammen erschrockenlicher 
gestalte zum mund ußfaren; derohalb er sich ouch vermaß, zu 

16 miden und wichen all weltlich eer und gwalt, wil die so heiß und 
unschimpflich zö. handien werend. Uf solichs und obgemelt gsicht 
und Warnungen satzt er ihm nun stark in sin herz und gemüt mit 
tractieren tag und nacht, der weit und all ir handlungen gar zft 
widersagen und abstehen, mit ganzem menschen anzuhangen der 

20 ewigen göttlichen philosophy. 

Solch filrnemen ihet Nicolaus jetzund 
Siner lieben ehelichen frowen kund. 

Solchem nach nun also von tag zii tag rechte, wäre geistlig- 
keit und aodacht bi unserm frommen landman zünam und warde 

26 durch die göttlich gnad mit darsetzung sovil an im dahin getriben, 
und jetz beruft der war fründ Gottes, daß er meinet die ganz 
weit im nit wit gnög sin, darin zu wonen mögen; und was nun 
da kein rüw meh, dann sin herz ganz anzündt in der liebe Gottes 
was. Darumb er siner lieben gemahel sin fürnemen kund thet, 

so als der allertrüwesten ratgebin : wie er im selbs fiirgsetzt, zu ver- 
laßen dise schnöde, brinnende weit, und suchen in einer öde im 
ein fügkliche stat, Gott allain zu dienen ; und so dann im darzü 
zimen ir gunst und urloube, solte si ihm umb der liebe Gottes 

8 angegen. • 



8 unz, bis. — 9 kilchhöri, Kirchspiel. — le un schimpf lieh, ernstlich. 



r 



Bruder Claus. 151 

willen darzü helfen und raten; dann er fllrhin umbsonst der hus- 
heblichen sorg anhangen wurd und gar wol entpfunden, sin ding 
zu weltlichen Sachen uß sin. 

Als er das zum dickemmal von iro erfordert, wölchs der 

5 tugentsamen, frommen eerenfrowen gar ein uberlästig, schwer, 
ängstlich fümemen was, zu verlassen iren frommen, lieben gemahel, 
ihren lieben kinden den so trostlfchen, frommen, wolgeliebeten vater, 
alle ihr hoATnung, liebe, hushab, und tröste etc.: ließe si ihme das 
doch umb siner ernstlichen, vilfältigen bitt willen, aber gar un- 

10 willigklichen, mit schwerem, betrübtem herzen nach, als ein gehor- 
same ihrem begerenden, liebesten huswirt und gmahel. (C »j.) 

Sin fümem was mm, zuo mn allein^ 
Verliese wib und kind sampt hus und kein. 

Der ußerwölt fründ Gottes Nicolaus von der Flu ist gsin ein 

15 ganzer, warer theologus, bericht und ganz wißend aller clauslen, 
punkten Inhalts und Substanz der hailigen evangelien und götlicher 
geschrift; (der doch kain bericht des ganz nit hat noch verstand 
eins einigen biichstabens) deshalb im nit unkund was, wie der herr 
Christus gesprochen hat: Wer mir nachkommen will, der entsage 

20 sin selbs, trage sin crütz und volge mir nach! Dann wölcher sin 
seel erhalten will, verlürt die; dawider, wölcher sin seel verlürt 
um minentwillen, der findet si! Dann was nützt es dem men- 
schen, ob er glichwol die ganz weit überkommen bette und 
verlur aber sin seel? Und ein jeder, der da verlaßt umb minent- 

25 willen sine guter, brüder, Schwester, vater, mdtter, sin wib, kinder 
und das sin, der empfacht's hundertfältigklich wider, hie vil in zit 
und dort das ewig leben! Dem herren dann also nachzufolgen, alle 
ding zu verschätzen umb diß ewigen lebens, Gottes und sins hai- 
ligen namens willen, darzü er nun uß der verwilligung siner lieben 

30 gmahel frölicher worden ; hüb er an bi im selbs sorgfeltigklich rat- 
schlagen umb erwölung eines orts und stat, so sim fürnemen am 
allergeschicktesten sin möchte. Kam ihm zu sinn, ob er viellicht 
semlichs in sim vaterlande zu banden näm, möoht bald uß äferung 
der böswilligen vermaint werden, diß sin fürnemen ein glichsnende 



16 bericht, berichtet, erfahren. — ss verschätzen, yerachten. — 
88 äferung, Tadel. — ss glichsnend, gleißncrisch. 



152 Salat 

erzeigung sin. Also eins tags verließ er sin husfrowen und kinder 
sampt all siner Substanz und hushab, gieng uß sinem yaterland 
und gar uß der Eidgnoßschaft zä s&chen ein wonung under den 
frembden; nam ihm fOr ein witen weg; und als er uf Basel zu 
5 über den Hewenstain (der die Eidgnoschaft von dem Burgundischen 
damals schied) kam gen Liechtstall, ein statt, jetz züghörig der 
statt Basel: gedünkt in, wie die statt und all ir Substanz gar rot 
were ; des er erschrack und bald wider von dannen gieng ; kam uf 
einen meierhof, do er mangerlei red mit dem buren, uf dem hof 

10 sitzend, volbracht und im ouoh öffnet sin fOmemen, wölehes der 
bur achtet gät und gerecht sin; aber nit wislich zu banden gnom- 
men, fümämlich darumb, daß er als ein gebomer Eidgnoß zA 
derselben landschaft gieng, denen sonst nit jedermann gunst und 
huld trüg; sonder wer ihm vil beßer und rüwiger, under väter- 

15 lichem schatten zu wonen und contemplieren, dann züflucht z& 
nemen under die frembden. 

Der fromm ma/n ward jetz nachts gemant^ 
Wider i^ keren in sin Vaterland, 

Von gedachts buren rat und mainung ward Nicolaus der fromm 
20 bewegt, gieng in sich selbs, gnadet und danket dem buren siner 
guttat und ftüntlichen meinung ; keret also uf den abend da dannen 
nit wit, da er benachtet uf einem felde under heiterem himmel von 
den lüten, da dann er im ein örtlin ußtrat für sin herberg, die 
nacht sich niederließ und nach volbrachtem sinem ernstlichen bet, 
25 betrachtungen und embsigem unrüwigen erwegen in sinem gmüt, 
wo er doch uß wett, entschlief; und also gomüdet, unlang schlafend 
lag, umbgab ihn schnell ein heller schin von himmel herab, dar- 
von er nit minder verletzt, als hatte man ihm sinen lib mit einem 
meßer ufgethan, und dunkt ine, er wurde von einem seil stark cca») 
80 gezogen als heinwert; darbi er meinung nam, daß er wider in 
sin Vaterland solte kehren, stünde er also fri uf, verließ sin her- 
berg, kert sin weg wider dahin, dannen er kommen was; doch als 
ganz verachtende all die ding, denen er in sinem hinscheiden ab- 
geseit hat, nemlich all sin gut und hab, sampt siner geliebten 

12 zuo fehlt. — 24 erstlichen. 



so gnaden, freundlich, dankbar sein. — so heinwert, heimwärts. 



J 



Bruder Claus. 153 

husfrowen und kinden glich als ob er das nit und nüt me eigens 
uf erdrich bete; gieng also eins unabläßlicben gangs bis in 's Melch- 
tal in sin gut, da schloff er, stackt und verbarge sich in ein fast 
dick domgehürscht, darin er also belib on alle spisung und trank, 
5 aller weit unwißend. * 

Bruod&r Claus ward funden in den dorn^ 
Und im ein wornmg usserkorn. 

Was für ein kurzwil, rüw und fretid unser fromm in Gott 
haftender landsmann, jetz brflder Claus, in diser siner herberg hette, 

10 wie schwer, lästig, unabläßlich stupfungen, Versuchungen, tratz 
und reißungen er liden müßte von dem nidigen, giftigen ufeätzigen 
tüfel, dem erbfind aller Seligkeit, dann er jetz etlich tag sin ab- 
stinenz volbracht von aller natürlichen spis, sampt anderer siner 
innigen contemplacion, das dann on zwifel dem häßigen tüfel ein 

15 seltsamer vogel was; daruf er im nit absatzt tag noch nacht durch 
fürhaltung zitlicher eeren^ gut und natürlicher spis, diewil Christus 
unser herr selbs, als er die vierzig tage gefastet, von dem tüfel 
mit eben disen dri stucken versuchet warde: mag ein jeder gut- 
herziger wol selbs ermeßen und betrachten. Dann als er, brüder 

jo Claus in den dornen, wie obgehört, verharret und blibe bis an 
den achtenden tage, sin mainung was ouch, ftirter da ze wonen: 
warde aber er an dem orte von den Jägern, so gewild sichtend, 
funden und sinem liplichen brüder, Petro von der Flu, gezaiget; 
der in, (wann er in sonders herzlich lieb hat) so fast er mocht, 

S5 innigklich ermant vil dingen, und nämlich, sich selb nicht hungers 
zä tödten. Antwortet ihm brüder Claus, daß es hinftir nicht meh 
beschehen wurd, so es bis dar nit gethan wer. Als aber diß orte 
ein übigen zügang hat der werchlüten, von wölchen er zum dickeren 
mal etwas beschwerd erliden müßt, da man sin da gewar: fleug 

«0 er in dem tal an suchen ein wildere, abwegigere stat und einöde. 
Und als er lang ouch vil rucher täler, grüben und hülinen durch- 
wandlet 5 sach er einsmals ein schin lüchtend, glich als vier brin- 
nende kerzen, von himmel sich herablon über die gegne eins tals, 
so man nennt im Ranft, unfern von Sarnen und Sachsien am ge- 

35 bürge gegga ufgang der sonnen ; durch die er underwiset, zö er- 



s8 übig, häufig besucht, ss gegne, Gegend. 



1 



154 Salat 

kennen, da sin die stat siner wonunge, geschickt und allcrkomm- 
lichst zu gottlichem lob. 

Als bruoder Claus ein stat erfand. 
Ward im ein hüslin gmacht zuohand, 

5 üf solche anzeig kam er nun in Ranft, hübe da an mit hilf 
der nachburen^ ein htilzin hüslin zii buwen. In wölchem, als er 
schier ein jar gewont, sine frtind, nachburn und landlüt in Under- 
walden sahen, sin geistligkeit nit sin ein glißnery, oder in disem 
dieHer Gottes würken ein unnutzen oder fantastigen geist: hübend 

10 si an mit gemeinem kosten und tagwohn, da zu buwen ein capell 
zu lob der gebererin unsers herren Jesu Ghiisti, der junkfrowen 
Marie, und dann ouch an die siten der capell ein nüwes hüslin 
und wonung irem lieben landman, daruß er in die capellen mocht 
sehen und wandlen, als ouch bede man noch sehen mag, so man 

15 in Ranft kumpt; und als solcher buw nun volbracht,- band si es 
fri geschenkt und übergeben irem Üben fründ Nicoiao. 

Wie er kam an sin ahstinenz, 
Ouch harte zit und penitenz. 

Unser wirdiger, lieber vater, brüder und fründe gieng nun in 
20 dise wonung, ergab und eignet sich ganz und gar Gott zu dienen; 
warlich ungleüblicb, wie vil er arbait, abpruch, wachen und beten 
tags und nachts, und allezit sins lebens er sinen libe kestiget; 
dann ouch nämlich sin stüble oder gemächlin was lang bi dri 
schritten und uf anderthalb schritt wit, und die ober dil rüret er 
25 an mit siner Scheitel, daran zwei fensterlin. jedes uf ein zwerche 
band wit; darin kein bett, sonder ein scharaoli oder stein under 
sinem houpt für ein küße, und arme decke von grawen tüch. Item 
sin bekleidunge was allein ein langer, grawer rock, oben ein houpt- 
loch darinn an ein kragen, uf form wie unsers seligmachers, gieng 
30 im bis uf sine knoden der fußen; den zu im gegürt mit einer 
schnür oder etwan ungegürt, kaine schuh nimmermeh an sine M 
und allwegen mit bloßem houpt; an sinen henden ein paternoster, 
daran er betet. Deßglichen von siner abstinenz ist uf 's erst zu 
wideräferen, daß, als er, wie gehört, von Liechtstal wider in Under- 



a 

1 komm lieh, bequem. — lo tagwohn, Tagwerk, Frohnarbeit Yon ei- 
nem Tage. — IS kestigen, kasteien. — 84 wideräfern, wiederholen. 



Bruder Claus. 1S5 

wald käme, beruft er heimlich ein priester zii im, der im fast an- 
gneme was, genennt Oswaldus Isner, damalen kilchherr zu £ernSr 
dem er vertruwet und im öffnet diß geheimnuß, daß er nun bis 
in den eilften tag, on beschwärd hungers und dursts, ganz on all 

5 liplich narung durch die gnad Gottes verharrt hatte; der sach: 
halben er im zum trülichsten rathen wette, was in bedunkte, ihm 
fürter zu thfin sin. Der herr sich zum höchsten verwunderet der 
nüwen sach; fleug an, im sine hend und f&ß allenthalb begrifen, 
und sin angesicht eigentlich beschowen. Als er daran fand, sach 

10 und spüret so ein bleichen munde, dünn backen, dürr, zerschrunden 
läfzen, und sinen lib so ganz ermegert, den die bloß hut dackti 
erkannt er, diß nit gschehen uß eim unnützen, leren glouben und 
superstition, sonder uß göttlicher kraft und befestigunge ; rieth dem 
frommen man, sich in dem abbruch mit der hilf Gottes lenger ze- 

löbeweren; daran er nun volfiir mit starkem gmüt, und solichefi^ 
verharrlich volbracht bis zii sim letsten tag, nämlich gar naher 
zweinzig jar. 

Als^ solch hert abstinenz erschall 
Ward er verhüetet überal. 

20 Da nun fast ufbrach dise red und lümbde bi allen landlütenr 
discr ungewonlichen, unerhörten abstinenz und abpruchs, fiengent 
die lüt darafter an under einander mangerlei reden, dann ouch 
tugend, frummkait, eer imd glück nimmer on mißgünner, nach- 
reder und Zolles sind, so alle ding uf 's böst ußlegend und kerend^ 

25 dero ouch der gut, fromm man nicht on was; darbi dann die güt- 
herzigen meiritend, (als es was) diß sin allein ein wunderlich Ord- 
nung Gottes; die verkerer aber aller guten ding satztend dem 
keinen glouben, meinend, ihm wurd villicht heimlich züverordnet, 
spis und narung, und was ouch da nit mangel an der märetrager 

30 und eerabschnider Scheltwort. Wurdend hieruf verordnet und be- 
stelt wacht und hüten durch das ^anz thal umb den Ranft umb und 
um mit fliß zu bewaren, daß kain zu- noch vongang einigs men- 
sehen gemeltem Gottes diener beschäch. Als solich hüt durch zit 
eins ganzen monats mit hohem fliß volbracht, wai'd ganz keins- 

35 Wegs nit ^nden noch vermerkt, so sich einer vermeßenheit und 



22 darafter, darnach. — 29 märetrager, Schwätzer, Veriäumder. 



L 



156 Salat 

unnützer glichsnender geistligkalt g^lioti tiielli 



entwendt. 



Der bischof sin cap^U rfecfec*^^/ 
Sin gross abbntch at^cH ' 



ürab daß aber nit vlUicht ein löt>li >Vfc 



bi jemand uß nachrede der nidigen g-eacbf- ^^^^^*^*^*^^ ^^^ 
ren einer solichen gottsgab halbex», >vaT»H ^^"^^» fälschlii 
von Gostenz, under wölchen l^iscliofr'xincl • ^ ^^^^*fet bische 
walden ouch lit, ein wlohbischof Herrn ^^^^'^ t^isturah dai 

to thet, die capell brüder Glausea i^j^ ^ '^öi, zu. Tvichen, a 

bererin und junkfrowen Marie na.eti IöHk^ ^^^ wirdigen 
gmelter bischof ouch zii dem fVomin "^^^ni bruch. 

tend vil red mit einander von göttliche ^H 5^^^^ ^^ ^in won 
Also under anderm hielt im der big v. '^S'^^» oia guten 

16 höchst und Gott angnemest tugend a^ ^^^ dise frag* ; \^ 
daß es gehorsame wer, nam der wichK^^^ tirüder Claus ic 
das er darumb dar hat bringen Ion ^^^^^^ alsbald win 
im bi verdienst der ghorsame, ^j^ I ^^acht im dri biU 
dem gebot und ghorsame nit Widerst ^^^^^' "^olt nun br 

«0 schwere der sach, uß langer entiv ^'^' "^»ewol er üb 
er wöite uß dem einen mundfei <jj.j . 5"^^8r; bat doch d 
das geschah alles. Ob wölehs eßen^^ "dachen, die wölte^ 
großer beschwerd und schweche u^ ^^^ ^^^ klainen t 
geschah, und das gar kümmerlich h^^t^^.'^ Brüder ben 

US darab der bischoflTe erschrack: ^^^ /^^^"^^iiigen und dfi 

hoch versucht han; zeiget ouch, daß^^**^^*' ^^^ g-fiten^ 
frevel und fürnemen, sonder uß befpf^K^*^^ ^'* ffethan / 
manni, der im gepoten, solche erf« ^^'^^ herrn biso 
umb daß sich me gloubens j^j. sach^^^ ^^^ P^^i>e z& 1 
30 nach disem, als Hermannus starb , ""^^""^S. begab J 
erwölet, ward der ouch durch soi u ^^*<^ zö C f ^ 
und erfaren grund und warhait der i-"^ ^^^bden bev^J 
in die einöde zA dem helget. man ht^^^^' «igt sich f a' 
feltig red, demnach gemelter bi4£^!^*f"da mit im yul 
35 leben und sitten zum höchsten erhöf "" ^^« fro JmJ 
' ^öd bat sich . bi 



19 entsitzen, sich entsetzen 

^» verdauen. 



** <iä,re 



Bruder Claus. 157 

des hoch gefreut, daß der allermiltest Gott ein solichen frommen 
einsidler hat erkückt in sinem bistumb under den schäflinen siner 
hüt, von dem sich alle ding dester ftirter gelücken wurdend, be- 
kannt und achtet er öffentlich. 

5 Ein zeichen und beijoä/rter grund, 

Wie mid too wäre abatinenz an kund. (d y) 

So ist ouch di£ ein aliergrößts und bewärlichsts fundament 
siner unzwifelichen abstinenz und allerfrümbsten, jetz ganz vol- 
kommens lebens, wölichs wir von eim gar andächtigen mann, si- 

10 nem mitbrüder funden, nach sinem tod und abgang erlernet und 
bericht empfangen band : Als der selig man, br&der Claus^ wißen- 
haft gemachet worden der stund sius tods, da er noch bi siner 
weltlichen hushab gsin, wie obgehört, und demnach jetz in die 
wildnuß gangen, warde er dick und embsigklich von gedachtem 

15 sinem andächtigen mitbrüder heimgesucht, wölchem er under vil 
andern dingen im erzelend, die zit sins tods, dero er underwist 
was, offenbart; der selbig also stillschwigend alle ding ermaß, und 
vil jar gar eigentlich verbarg. 

Als nun kam das letzt jar brüder Clausen gesetzten zit, was 

90 diser man begirig, diß so seltsam werk Oottes stät zu erfaren imd 
bewären; kert aber zu brüder Clausen in sin wonung, erhielte in 
durch vil bittens kummerlich ab, daß er im gunnte, in dem nech- 
sten hüslin, so erstlich sin gsin, bi im zu wonen, so wette er ouch 
zu stund all sinen gehaißen und manungen nachvolgen. Als si 

26 des mit einander uberein kommen^ ist er bald uß bitt brüder 
Clausen. dahin gebracht, daß er nämlich drizehen tag an einander 
on all spis und trank allein in schewlichen dingen gelebt, und mit 
keim hunger noch durste beschwert. Als dise zit ftirruckt, nam 
brüder Claus ein brot, das er im darzü het bringen Ion, brach 

80 das, gab disem den halben thail, hieß im das in der Melch (also 
haißt ein waßer, so da flüßt, dannen von ouch das Melchtal ge- 
nennt) netzen und eßen. Dem gebot brüder Clausen was diser 
brüder Ürich gehorsam zu stunde, nam das brote also genetzt, 

3 gelaockenn. 



s erkucken, auferwecken. — 2« kümmerlich, mit Mühe, kaum. 
17 schewlich, bescbanlich. 



L. 



158 Salat 

wiewol unwillig, und gestellet also den widerstritenden hunger. 
Am dritten tag glich darnach ward glich also gehandiet mit dem 
anderen theile des brots ; daruf disen man ein solcher hunger an- 
stieß, daß er meint, im je mer kume gnüg spis werden mügen; 
5 wölches briider Claus alles wol zukünftig sin gewißt und darzwi- 
schen verschafft durch hilf siner lieben husfrowen, daß disem brü- 
der gnügsam spis gschickt ward; und als er wider ersettiget was, 
fraget er den gottesfründ brfider Glausen, warumb er in nit lenger 
bette Ion in solicher abstinenz beharren. Er antwort im, das wer 

10 gnfig gsin zä erfarung, so dise ding also verordnet werend durch 
den göttlichen willen ; damit meint er, so ihm der hunger so nach 
gsflcht, und die spis baß, dann abpruch geschmeckt, wer ein zei- 
chen und experiments gnüg, in nit mögen nochmalen on spis le- 
ben. Diser andächtig man blieb aber an disem ort gespist und 

16 ernert vom gemeinen volk, da er dann beroupt sins allerliebesten 
nachburen uf ernennts zil, und wie er lang hienoth im angezaigt 
hat. 

Wo hat bruoder Claus, der selig man, 
Sins grossen abpruchs hilf ghan f 

^0 Es'wunderten sich, und nit unbillich, alle, für die diser gmeiner 

lümbd kam, der großen abstinenz und was doch den seligen man 
on den bruch gmeiner natur, spis und trankes enthielte; darumb 
in ouch obgenannter sin heimlicher priester zum dickeren mal er- 
fraget, dem er dann kummerlich uf vilflLltig, lang bitten ofiTen- 

s& hart, daß, so er were bi dem beigen ampt der maß , (dann alle 
Wochen ward maß ghalten in siner capell) da sehe den priester 
nießen den waren Hb und blüt Christi : er da entpfunde und ent- 
pflenge uß der nießung ein wunderbarliche sterkung. Desglich, 
so er etwan gefraget von etlichen sinen sonders heimlichen, ant- 

-80 wort er inen, wie, ob und ouch wann er z& betrachtung neme das 
bitter liden unsers lieben herren Jesu Christi, und dann die Schei- 
dung der seel und libs Christi unsers herren in solchem herkäme 
und begegnete: entpfunde sin herz ein gründliche, unußsprächenliche 
Süßigkeit, von dero er darnach wurd enthalten, und sanft möchte 

4 komme. 



16 h 1 e n 1 h, legend ^e, mit Eifer , unausgesetzt. — n heimlich, yertraat. 



1 

J 



Brudrr Claus. 159 

entperen der narung gemeins lebens. Doch hat er in disem, wie 
ouch all andere ding, zum höchsten vermiten ufgeschlagen und 
sich verhüt riimsuchts und zumessen lebens.. 

Bruoder Claus hat sich dem prtester* bekent, 
5 Ouch empfangen das hochwirdig sacrament 

In allem anligen unsers seligen manns hat er kein höhern, 
großem trost und ergötzuoge gehapt, dann durch entpfahung des 
hochwirdigen sacraments waren fleisch und blüts unsers seligma- 
chers Jesu Christi, wölchs er erstlich mit vorgender mündlicher 

10 bekennung und bicht sinem erwölten priester alle hochzitliehe fest 
empfangen hat. Als aber nach zehen jaren uß dem almüsen der 
bilgern das capelli tiberkam ein eignen capellanen, der dann durch 
fürsorg der frommen landlüten allda enthalten warde, hat do der 
fromm, selig mann alle monat einmal gebichtet und dann entpfan- 

15 gen das hochwirdig, löblich sacrament von gemeltem capellanen, 
und bekennt gar groß und als sin ufenthalt davon empfangen han. 

Hiemit wirt ouch nu/n wiier gseit 
Von siner täglichen gwonheit. 

Dise gwonheit hielt er täglich bi ime selbs, daß er den ersten 
20 teil tags, nämlich von mettezit bis uf mittag, mit gebet und con- 
templationen an der einige verzeret; demnach wann der himmel 
heiter was, usgieng ein wenig spazierend, und so es in dann 
etwan kummlich dunckt, steig er uf das ander bergli gegen im 
uber^ besuchend brüder Ürichen obanzeigt, ein andächtigen mann, 
S5 nit wenig lümbdens ; der dann an demselben ort von wegen der hei- 
ligkait brüder Clausens ein wonende statt von der erden ußgesächt 
hat, ouch verlaßen sin Vaterland und geschäfte. Allda dann zwi- 
schen inen beden vil red von göttlicher underwisung volbracht. 
üemnach er dann allain widerkert in sin htisli und wonung. 

30 Fü/r u/nd für hat unser seliger man 

Vil versüochwng wnd anfechtung ghan. 

Oben ist gehört von anfechtungen des nidigen flnds in un- 
serm frommen, lieben brüder Clausen, der also für und für in der 

29 ^^iderkort. 



1 und leicht entbeliren möchte. — 21 einig, Einsamkeit. 



160 Salat 

strenge sins lebens doch nit mer enthebt sin der arglistigkeit des 
tüfels, das dann ouch Gott der herr verhengt zu aller starker 
prob der sinen ; dann daß der gemelt erbfind den frOnd Gottes 
mit vilen dingen, unrechten und schmähen bschweret, und gar 

5 dick mit ungestümem stoßen sin htlsli angekehrt, als wet das ganz 
gebüw schnei ganz ze boden gestürzt werden; etwan ouch zu im 
hinin gangen, gar grusamer gstalt, in bi 'm har gnommen, und in 
(im widerfechtende) hinußgezogen. So dann der flend sach, in 
keins weges mügen abwendig machen, ward er gezwingt zii an- 

10 derer geschwindigkeit : als ouch einsmals er briider Clausen er- 
schein in form eins mächtigen edelmans, kostlich bekleidet und ge- 
ziert, her ritend uf eim hohen roß, fieng an mit manigfllltigen ra- 
thungen in anreden, und daß sich im gar nit zimte^ one den bruch 
menschlicher gsellschaft dise einöde und diß so fast hert von im 

16 angefangen leben zu volfiren, so er dadurch zu der freüd des 
paradises nit kommen möchte, dem er doch mit ganzer begird an- 
hienge ; dann es gepürte sich am meisten, sich zu verglichen den Sit- 
ten der andern menschen. Als aber der fromm mann verstund den be- 
trug des unreinisten flends, ward er schnell entlediget von allem 

20 schaden durch hilf des allmächtigen Gottes und fürbitt der reinen 
m&tter Marie, die er anr&ft mit truwen, also ouch zu allen andern 
malen. 

Er trost ouch noch stn husgeaind, 
Sin ehlich husfrowen und sine kind. 

25 Gar trülich, on underlaß, dankt brüder Claus Gott dem all- 

mächtigen von wegen sins husgsinds,^ und daß er bewilligung si- 
ner ehelichen frowen erlangt in verlaßung der husheblichen sorge 
und weltlicher dingen ; dann in ouch nie angefochten, wider dahin 
zu keren, und nimmerme zu sim hus und heimat, wie unfer das 

80 was, kam ; hat ouch etwan selbs bekennt, daß er Gott vil höher 
danke und lobe, umb daß er sich siner lieben, eelichen husfrowen 
habe mügen entziehen und müßigen, dann umb entwendunge 
von der spis und der liplichen jJjstinenz, Er ließ ouch noch et- 
wan zu, selzamlich, sin husfrowen sampt den kindern zu im zü- 

35 kommen in sin wonung , umb willen heilsamer 1er , dero Inhalt 



84 selzamlich, selten. 



J 



Brudbr Claus. 161 

dann was, daß, als si vormalen und allweg von siner underwisung 
gelert, si ir leben göttlicher dienstparkait mit allem fliß und an- 
dacht züaignen soltend etc. 

Gegen den bilgern von den straszen 
5 Hielt bntoder Clatts sich nachvolgeiider nmszen. 

Die red und angesicht, wie anfangs stat, des frommen, seli- 
gen manns ist allweg senft und gütig erschinen, einer anzeug 
glichs, standhafts gemüts in allen dingen, also ouoh gegen den 
bilgern und die in besüchtend. Wann nun der lobwirdig man in 

10 siner religion so wit geruckt, daß im ouch gedanken der men- 
schen, künftige und würkliche ding zu wißen , deßhalb nicht allen 
bilgern offner zügange, geben ward ; wann er sprach selbs, daß 
etliche nit umb erbuwung, sonder me umb Zerstörung des lobens 
in gestalt der phariseer in besüchtend: darumb, die er also er- 

15 kannt inwendig sin, flöhe er fast, aber die gütwilligen, denen mit 
im zu reden gegunt, grüßt er früntlich, leret si gütlich und eeret 
si gepürlich. Aber all, die zu im kament, sind des ersten anplicks 
in ihn ganz mit erstummung getroffen, uß ursach, daß im etwas 
wunderbarlichen glasts als von sinem angesicht ußgande biwont, 

20 ganz bewegend aller anschowem herzen, und wiewol er der ge- 
schrift unktindend, was er doch gwon, uß ingepflanzter wißenhait 
oben herab und warer philosophie, etwan die allererfamesten, ge- 
iertesten mann zu entledigen und berichten, ouch offenen ihren 
unverslan * in heimlichen dingen, daran si vil ziten gestanden. So 

25 er dann gefragt von den einfältigen, inen zu raten in göttlichem 
gsetzt und hotten/ antwort er in gütlich: einen jegklichen sins 
geistlichen hirten euangelische 1er sollend mit reinem gmüt hö- 
ren und behalten und erfüllen nach all sim vermügen ; item von 
gmeinen handwerk und gewerbslüten, wie si sich seltend schicken, 

30 das ewig leben zu besitzen, antwort er, daß em jeder sin hand- 
werk, gewerb und was er hanthierte, uf rechtliche wise selte triben, 
deshalb niemand begeren zu beschißen oder triegen, und also mit 
gottsforchte hushalten im stat der ehe ; so wirt man glich so wol 
selig, als lag einer im wald, dann nit jederman künte in wüstmen 

1 vermalen. — 31 wise fehlt. 



as stat, Stand, 
ßaechtold, Hans Salat. 11 



L 



1 



162 Salat 

sich enthalten! Also gar früntlichen trost gab er mäoigklichem, 
so in darumb ansucht. 

Wan ein Eidgnoschaft was bschwert, 
Hand si hruoder Clausen rats begert. 

5 Und wann dann ouch in schweren, ernsthaften Sachen ein Eid- 
gnoschaft was bestrickt, süchtend si rat zÄ irem trüwen, lieben 
landsman, eid- und pundgenoßen brlder Glausen, und das zA men- 
genmal. Was sin meinung allwegen und all sin rät zu friden 
und räw des Vaterlands, einigkeit mit den umsäßen und anstößem, 

10 ouch zu göttlichem lob, und voruß zu ghorsame den oberkeiten. 
Item ouch vil sonderlicher warnung und ernstlicher rät, nämlich in 
annemung orten und witerung der Eidgnoschaft er zum dickern- 
mal gewarnt und ermant : lieben firünd, machend den zun nit 
zu wit, damit ir dest bas in frid, rdw, einigkeit und üwer sur er- 

15 arnten, löblichen friheit bliben mügend ; beladend üch nit fi*embder 
Sachen, bündend üch nit fremder herrschaft, hütend üch vor zwei- 
ung und eignem nutz, hütend üwers Vaterlands, blibend darbi 
und nemend üch nit für zu kriegen! Ob aber üch jemand über- 
fallen wett, dann stritend dapferlich für •üwer friheit und vater- 

20 land I 

Anzeig imä prophecyisch sagen, 

OUfCh sonderlich gsichten bi sinen tagen. 

Die den herm liebend, werdend von im widei* geliebt, und 
er bericht sine waren liebhaber sins willens und heimligkeiten ; 

85 als dann ouch brüder Glausen sonderlich gsit^hten ghan hat, w5- 
liche er verstanden und daruß ouch sonder personen anzeigt bat, 
nämlich etwas unfals, der einer Eidgnoschaft an d'hand stoßen 
werd, ursach daß si sich in frembde hendel und Sachen stecken 
und pürdinen, dero sie sich wol entziehen muchtend, beladen wer- 

do dend. Deßglichen hat er gar früntlich gwarnet, wann gwaltig 
regierend lüt von orten der Eidgnoschaft zu im kamend: Hütend 
üch, lieben firtLnd, vor dem und dem ; land eignen nutz, verbunst, 
nide, haß und partyen nit unter üch kommen, sonst ist üwer ding 
ußl und gar heiter anzeigt, wie ein sedicion und groß zweiung 

«5 werd erstan an dem waren, rechten christenglouben, gar mit lu- 

14 ewer. — 15 each. — 21 anzeüg. — 24 er fehlt. 



Brudkr Claus. 163 

teren Worten und meinungen; nemlich was gestalt, wie und wo 
etc. und daruf dann allweg gar früntlicb, trülich, väterlich und ernst- 
lich ermant: lieben kind, land üch mit solchem ufsatz nit be- 
triegen, haltend üch zamen, blibent in dem weg und f&ßstapfen 
5 unser frommen eitern, bhaltend, was si uns giert band ; so mag 
. üch kein anstoß noch Sturmwind und ungewitter schaden, die doch (^^*> 
gar stark gan werdend ! 

Durch fwrbitt bi bnioder Clausen leben 
Hat Gott ein wwnderzeichen geben, 

10 Meister Heinrich Wölfli, ein gebomer Bemer, hat eben dise 
histori unsers frommen, lieben brfider Clausen zu latin gar schön 
beschriben und darin sonderlich anzohen ein wunderzeichen, im 
Ranft bschehen, ganz gruntlich; als ob er es von dem, an wölchem 
es volbracht oder den sinen bericht und grund entpfangen. Also 

15 daß nämlich uß der herrschaft Bern ein mann gar schwach 
krank gsin an einem f&ß dermaß, daß er von unendlichen schmer- 
zen kein rüw entpfand, verhieße er zu der capell der mütter und 
junkfrowen Marie zu ünderwalden im Ranft ein wächsin f&ß zu 
tragen umb erlangung gsundheit, daruf er gnesen ; thet aber si- 

so ner gelübd nit statt, ließ es anstan ein jar, daß er ouch wider 
fiel in sin vorig krankheit, schwerer dann je; ward er indenk 
versumung der fart etc. Und sobald er mocht, fügt er sich in 
il, zu volbringen die gelflbd und als er den wächsin th& brachte 
und leit in genennte kilchen Marie im Ranft mit dem&tiger be- 

26 felch und bitt brüder Clausen in und umb sin fUrbitt , der ouch 
sampt dem kranken ernstlich ruft zu Gott umb gesundhait disem 
kranken : ist er z& stunde wolmügend und gsund worden von all 
siner krankhait. Eben mit diser meinung hat's obgemelter meister 
Heinrich Wölfli selb beschriben. 

30 Hiemit ich mm ouch fwrter lend 

Zuo des frommen bruoder Clausen end. 

Als nun kam die zit, daß der allermiltest, unser himmlischer 
Grott und vater, uß diser zit und elend nemen wolt sinen lieben 
diener, brdder Clausen, zu den ewigen freüden, ließ er ihn vorhin 

4 halten. — 5 bbalten. 



•so 1 enden, an's Ziel kommen. 

11* 



164 Salat 

arbaiten in einer schweren krankhait, in wölcher, als vor und ehe 
gepinig^ und ußgemerglet was sin ganzer lib, jetz ouch sinem ge- 
bein, geäder und mark zügef&get ward Übung großer angst und 
schmerzens^ so fast, daß er nun ganz verzert und mit erstorbe- 

5 nem fleische sich hin und her wendet, kert und trait dermaß, daß 
er wol vermerkt, in nit me uf erden bliben wollen noch mügen ; 
dann er dise krankheit nun in den achtenden tag nit mit minder 
gedult, dann ouch wee und schmerzen getragen und gelitten bat: 
hüb er nun an gar inprünstigklich mit großem ernste begeren die 

10 heilsame, wegwisende spisung des waren libs, fieischs und blAts 
Christi Jesu, unsers lieben herren. Als er solich sacrament nun 
mit höchster eererbietung empfangen, leit er sich nider nach ge- 
wonter wis uf ein betlin, wölchs ein laden was, und mit großer 
danksagung gab er uf, nicht on groß wehe und schmerzen, sin 

15 tugentsame seel uf den tag sanct Benedicts, der dann ist zu mit- 
ten merzen, im xilij**. Ixxxvij. sins alters im Ixxj. jar. 

Bruoder Claus ist mm vf d^himmelfart ; 
Hörend, wie er bestattet ward! 

Uf das so christenlich, ordenlich, selig, vernünftig end des 
20 frommen dieners Gottes warde nun sin lib nach altlöblichem, 
christenlichem bruch und gwonhait getragen in die lütkilchen sant 
Jöders zu Sachsien, wölchs er dann ouch empfolen und bi sim le-^' 
ben begert hat, mit gar ernstlichem began, singen, lesen und ee- 
ren, nit allein siner husfrowen, kinden, gsinds und frtinden, son- 
25 der aller priester und ganz gemeinen landlöten ob dem wald, mid 
begraben eerlich mit großem schmerzen, truren, weinen und kla- 
gen mänigklichs uß herzlicher, sonderer trüw, lieb und neigung zu 
im gehapt. 

Ein gsieht von dem frommen man 
30 Hat er den sinen %wr letze glan. 

Und als nach drien tagen Dorothea, die husfrow unsers seli- 
gen, lieben landmans gienge nach löblichem bruch und gwonhait 
unserer frommen eitern zu dem grabe ires lieben gemahels, mit 
trüwem ernst und andacht: ward si zu stunde getrost und ihro 

5 kort. — 6 er fehlt. 



1 arbeiten, ringen. — is laden, Brett. 



Brüder Claus. 165 

Jcund gethon durch einen boten und geseit, sich gesohen han Ni- 
colaum iren von hinnen geschaidenen gmahel, uf der Flu (da 
dannen sin gschlecht und er den namen ghan) mit großer klar- 
heit schinend, tragende in siner hand ein baner, darin gestanden 
6 ein berenklawen, bezeichnend den, so jetz mit starker verharrung hette 
• überwunden alle widerWertigkeit des fleischs, der weit und des ttifels. 

Mirakel und wtmderwerk mag man sehen. 
So M bncoder Glausen grab beschehen. 

Als nun diser diener Gottes, unser lieber brfider Claus, tod 

10 und begraben, wölchs wandel und wesen so gar angnem, ein 
so schön ebenbild und Spiegel aller tugend und christgloubigen uf 
erden, so allenthalb har zfi im gefloßen, ouch nachmalen durch le- 
sung und hörung diser siner legend und histori , die 50 war als 
das heilig euangelium und so klar und luter ist, daß die nun 

15 keins recapitulierens oder wideräferns, sonder allein flißigs lesens 
darf: wott unser so gütiger vater in himmelen diß andächtig 
Volk, so jetz der lieblichsten anredung beroubt, nit pinigen mit 
täglicher klag; fleug an umb sonderer, trüwer ergetzung willen 
und hat nit ufgehört bis uf disen tag, gedachte menschen zu trö- 

20 sten mit vil und mangerlai wunderzeichen und miraklen durch fiir- 
bitte des frommen, seligen brüder Clausen zu Gott für alle anlie- 
gend not, als krankheit, kummer, angst, not^ Jammer und arbeit- 
seligkeit^ beschwerend die, so dann derhalb kommend zu dem grab 
des frommen, seligen manns, so allda beschehend; als die dann 

25 gar vil und mengerlei, wie, wann und an wem si beschechen 
zu Sachsien bi brüder Clausen grabe eins theils, doch nit alle, 
an einer bermetin tafel stand, die ich umb kürze willen hieher zu 
schriben underlaß ; dann die gütherzigen ha))end des hiemit gnüg- 
sam bericht, den böswilligen wer es umbsonst und vergeben, wann 

äo schon ein ganze bibel darvon Seite. Dann es noch in so frischer 
handlung und mengem frommen eerenmenschen kund, daß und 
wievil großer zeichen und Wunderwerk durch sin hoch verdienen 
und gunst von Gott erlangt bschehen, volbracht und gethan in 
siner fürbitt an denen, so in umb fürbitt angerüft hand imd noch 

85 täglich wunderbarlich beschehend an geistlichen, weltlichen, man- 

27 stand. 



1 und gesagt, dass er gesehen habe etc. Acc. c. inf. — st Pergamenttafel. 



166 Salat 

nen, frowen, alten und jungen. Ist ouch, acht ich, bi allen 
rechtverstendigen ganz In keinen zwifel gesetzt, dann daß er, unser 
frommer, seliger, lieber brüder Claus, gar eine starke, handfeste 
stütz und enthaltung sig aller siner verwandten und des rechten, 

5 waren und unzwifelhaften christengloubens, und vor dem ang- 
sicht Gottes nit minder fUr all christgloubigen menschen und 
sonders, die des an in begerent ; dann ouch Abraham für die So- 
domiten, Moses uf dem berg für die sinen, Hellas umb den regen, 
Ezechias für das volk etc. mit trüwem ernst rufe und täglichen 

10 bitte: herr, biß gnädig minen armen sünen, libs- blüts-, und 
eidsverwandten der ganzen Eidgnoschaft, allen Christen ingemein I 
verlieh herr inen din gnad ! herr, band dir je gefallen mins le- 
bens handlungen, so biß inen gnedig umb minent-, ouch all ande- 
rer ir frommen fordern willen 1 etc. ümb soliches dann der barm- 

16 herzige, gütig Gott ufhalt, sich schier erbarmet und ein fromme, 
löbliche, bemüdigete, verwiste Eidgnoschafte widerumb leitet, wi- 
set, füret und bringt in vorig, früntlich einigkeit, trüw, lieb und 
früntschaft, sampt großem lob und eere, in rechten, waren, von 
brüder Clausen fundierten und gepflanzten, uf uns ererbten Christi 

so glouben, mit concordierung und ußrütunge aller mißbrüch, schän- 
den, laster und bosheit ; dabi dann ouch unser pund, friheiten und 
gerechtigkeiten uns der ewig, gütig, unser himmlischer vater z4 
beharren und bliben gunne und verliehe in ewigkeit, sampt all 
unsern nachkommen ! Amen. 

85 Von einem bruoder Clausen sun 

Hab ich ein klein zuo schriben nun. 

Es dunkt mich, nit fürzügan sin mit schwigen umb willen 
handfestigung einer rechtmäßigen, frommen priesterschaft, und wi- 
der die, so da meinend, ein jeder Christ sei ein priester : daß brii- 

30 der Claus gar in hohen wirden und eeren hat gehalten fromme 
priester, gelobt und gewirdigt priesterlichen stat bi all sinem 
leben. Dann er ouch hat under sinen sünen einen, genannt Ni- 
claus, den er, als er jetz in der einöde was, schuf, verordnet, 
schickt mit sim willen, rat und gunst gen Paris, zu machen ein 

35 recht gelerten, wirdigen (durch kunst) priester zu lob und gefal- 
len Gott dem allmächtigen, dahiü da raicht alles sin thon und 
lan ; der sun nun, gehorsam und geföigig, magister artium und 



Brüdbr Claus. 167 

ein wolberümpter, geschickter, eerlicher priester etliche jar nach 
sins yaters tod und zu Sachsien lütpriester ward, da er ouch sin 
erst ampt celebriert ; der meister Nicolaus sich nun ouch nach kur- 
zer zit gar in ernstlichen wandel schickt mit großem gunst und 

5 wolgefallen gmainer landlüt zd dapferer fOrsorg siner pfarr und 
seelensorg. Doch (villicht uß erwerbung von Gott, sins vaters,) 
ward er noch in zünemendem alter und Sterke mit einer krank- 
hait schwarlich beladen Als das sinen frommen underthonen kund 
ward, deßhalb ein gmain truren und beschwerd under inen ver- 

10 merkt, mit vilerlei anschleg, heil und gesundheit wider zu erlan- 
gen irem geistlichen hirten und zuletzt beschießen zu thfin, 
als ouch angends geschach, von gmeinen kilchgnoßen ein ernst- 
lich fart glich einem crützgang, hiuuf zu S. Niclausen zun Ben- 
ken, zu bitten und erwerben umb Gott den allmächtigen, so im 

15 das gefeilig und sinem willen gmäß, daß er inen gemelten iren 
hirten und geistlichen vater nit nemen, sonders gsund restituiren 
wollte. Aber der herr in heimliche siner urteilen handlet nach (^ 
sinem gfallen, und ehe dann si wider heim, kamend inen die un- 
angnemen mär entgegen, daß sin herr und hirt M. Niclaus von 

20 der Flu di tag sines lebens geendet und uß disem eilend ver- 
schiden war ; nicht mit minder klagen und rüwen, dann ouch eer- 
licher bestatunge, begrebt und allen seelrechten ward an im ghand- 
let. Gott lieh uns allen, in sinem willen zil leben, in sinen gna- 
den zu sterben, damit wir mit im ewigklich lebend I Amen. 

25 Erzelung^ ku/rz Substanz und gru/nd. 

Was USS bruoder Clausen leben kund 
Als war gerechter gloubens pund. 

Also hat man nun kurz die wäre histori des frommen, seli- 
gen Gottesfründs brüder Clausen, als sin leben, 1er, wesen, glou- 

30 ben und sterben, darin klärlich als allerschönesteu, lutersten Spie- 
gel menigklich, mann, wib^ geistlich, weltliöh, alt und jung sin 
exemplar fladen kann und mag in allen artikeln, punkten und 
stucken ; nämlich wie er ein allerbests kinde da glich angfangen 
und durch alle alter ußgefirt groß tugend und dero keine ußge- 

« Ion ; als sin embsig fasten, sin streng gebet on underlaß mit dem 
zeichen des patemosters an sinen henden, sin achtlich contempla- 

2 lüpriester. — 4 ersllichen. — 19 herd statt herr. — 25 erzölang. 



I 

L 



n 



168 Salat 



tion, die unerhört abstinenz, so er beharret zwainzigthalb (damal 
etlich von im schribend xx, etiich xig ganze jar). Item sin 
große demüt, zucht, tugend, g&te, Versuchung und pinigung der 
bösen geist, sin gütig 1er, das trüw ufsehen zu sinem gesind, 
« haiiige liebe an sin gmahel ; item die bildnuß unsers berren Jesu 
Christe, siner ußerwölten gepererin, der reinen junkfrowen Marie, 
der aller ußerwölten geliebten, sin capell^ zell und wonung damit 
geert als weg und Spiegel sins lebens^ fürbitt der heiligen für 
uns und aller unser anliegen; hat er angewiset, für die armen 

10 abgestorbenen zu bitten und nachthön ; hat er die bilger und von 
im rats begerende mit truwen underwiset und giert. Die münt- 
lich bicht dem priester hat der gut, fromm mann alle monat ein- 
mal gethan und dann das hochwirdig sacrament empfangen, meß 
gehört, so dick er kunnt und mocht ; von dero kraft sterke und 

16 ufenthalt sins lebens ghan und in so großer gefert schlechtlicb, 
frommklich und hertigklich gelebt etc. ; wie dann durch die hi- 
stori ußgehört und darin vermerkt und funden, daß er alles das 
gethan, gehalten und gloubt, so wir christgleübigen noch halt^d, 
thünd und gloubend. So es dann ouch nit me dann xlvüj jar 

80 gsin im merzen diß xxxvj. Jars sit sinem tod und hinefart ; ouch 
noch vil sind, man und wib, die sin gütig, müntlich 1er und un- 
derwisung selb empfangen und gehört band, deshalb nit mag fun- 
den, dargeben, oder von jemand eingezogen werden sit br&der 
Clausen tod und abgang, den glouben, darin er gelebt und gestor- 

25 ben, sich vernüwert und verendert han, sonder eben derselbig hü- 
ben und ob Gott will, immer bliben soll und wirt. Dann mängk- 
lich weißt, daß Gott dem allmechtigen nichts anders gfellt, dann 
recht thün, dem aber ouch brüder Clausen glouben, thün und 
werk gfallen band, bezUgt mit dem wunder und mirakeln an ihme 

30 volbracht ; hat es nun Gott gefallen, so ist's ouch on zwifel recht 
und das allerbest gsin. Hat man also das sin leben und wesen, 
sineu glouben bewerend und erhalten; dann hat der allmächtig 
Gott, der einig Gott der seelen und nit des fleischs ist , brüder (fv) 
Clausen so hoch geacht, daß er sinen lib xx jar in leben und 

S5 wesen enthalten, als oben gehört, on liplich narung, und bette in 
im gelouben (als gseit werden mochte) irren, und die seel nit hö- 
her geachtet (der doch umb erhaltung der seelen uf erden kom- 
men), dann daß die als ungleübig, (dlewil ußert dem waren glou- 



Brudbr Claus. 169 

ben niemant selig werden mag) verloren worden wer, nit doch so 
grobs Verstands, so vermeßner bescheid, so tüfelischer meinung 
sin, der solichs reden oder zu gelouben angeben dörft; ob Gott 
will niemant, dann solches der gerechtigkait unsers so gültigen 

5 Grotts, nit minder dann ouch siner großen barmherzigkeit nach- 
teilig und abprüchig wer und geschmächt siner göttlichen gna- 
den. Also hat brüder Claus den rechten, waren Christi glouben 
ghan, ja so band in noch ouch alle die, so im in glichera hand- 
ien, gioubens und was er giert hat, nachvolgend. Daß dann ouch 

10 durch sin rechten glouben sine werk erhalten werdend und be- 
schirmpt sin lere und handlung Gott gefeilig und als gerecht 
anzeige, so wißend wir uß aller gschrift, daß der gloub allen 
dingen vorgan muß nach dem und wir touft sind und ist uns 
von nöten zur seligkait, als Christus sprach : Wer nit gloubt, der 

15 Wirt verdampt und ist jetz verurthailet (er meint , wer im sins 
euangelions nit gloubte; sonst glouben ouch alle nationen) ; on den 
glouben ist unmüglich Gott gefallen, und ist der gelouben denn 
das, durch wölchs der mensch bi Gott gerecht geacht wirt. Wer 
zä Gott will, mfiß glouben ; item mit gnaden sind ir heil gmacht 

20 durch den glouben, ein ander fundament mag niemant setzen an 
den glouben ; din geloub hat dich selig gemacht ; herr, dine ou- 
gen hand ein ufsehen in den glouben ; ich wird dich mir vermäh- 
len im glouben ; was nit gschicht uß dem glouben, buwet zu ewi- 
gem thal der verdammnuß etc., als alle gschrift des vol. Dar- 

25 umb so nun one den rechten, waren christenglouben niemant 
selig werden mag und alles thün umbsonst ist, so hat ja unser 
brüder Claus den rechten, waren glouben ghan und uß kraft des- 
selbigen ein selig leben gelebt, wunderbarlich, wölchs er fester dem 
glouben nit het mtigen th&n, so dann ouch der gloub gute werk 

30 bi im will han und on die nit sin mag ; deshalb der gloub ouch sine 
werk und leben einandern verzeigend, alle und jedes das ander, 
als gerecht, fromm, selig, Gott gefellig und eben das, so Gott von 
uns erfordert, gsin noch sin und ewigklich bliben. Umb das so 
land uns nachvolgen brüder Clausen und davon niemant wendig 

35 machen, noch keinerlei zwifel, Verdruß oder hinläßigkeit eintringen 
noch füren ; dann wir müßtend in ansehen unsers so frommen, 
seligen, gerechten, lieben eid- und bundsverwandten brüder Clau- 

i mit statt nit. ~ 8 se hand. — 17 geloubenden. — 92 raer statt mi r. 



170 Salat 

sen vor der weit uns schämen und von Gott gestraft werden mit 
höherem verwisen dann andere commun ; und also ouch in fromm- 
keit und guten sinen glichen werken, wie wir von im erlernet 
und mit umbkerung von Sünden zur büß das end zu erlangen 

5 unsers eilends, und prognosticierte gotselig , rüwig zit und jar zö 
uns zil kommen, ftirdem und reitzenl Denn so wir zu öottumb- 
keren, kan und wil er uns fristen in allem eilend, angst, not 
und tr&bsal und uns dero entheben^ als Noah durch die arch, als 
Abraham in der fÜrung von dem erdrich Senaar, Loth von Sodo- 

10 ma, die Israeliten uß dem gwalt Pharaonis etc. 

• Dann nit allein mügend die frommen, gerechten menschen 
und fründ Gottes Gott erbitten umb anliegende sachen, sonder halt 
er die sinen so hoch, daß si ihm ouch zu gebieten band, und er nit 
mag (nach siner erbärmbd zii reden) wider si thün, oder in ab- 

15 schlahen und versagen; daß also dann ein ganze statt, land und 
comun einer klainen zal der frommen genießen mag mit abwen- 
dung umb irentwillen alls Übels und durch solche erlangt frid, 
rüw, gnad und einigkeitdes rechten, waren chrlstengloubens und 
der armen, vermüdeten, verwisten, löblichen Eidgnoschaft darumb 

20 mit einander wider und witer christenlich und brüderlich zu le- 
ben, hie in ziten, uf daß uns nach diser eilenden bilgerschaft und 
jamertal als dem frommen, seligen, lieben, unserm landsman brfi- 
der Ciausen werde geben ewige freüd und Seligkeit. Amen. 

J. S. G. S. Z. L. 



Die Legende Salats vom Bruder Klaus umfasst 24 Bü. in 
Quarto (wovon das letzte leer) mit der Signatv/r A ij — F iij ohne 
Druckort (wahrscheinh Freiburg L B,), 1537. Der HolzschniU, 
eine schlechte Nachbildung desjenigen von Michael Wolgemuihin 
Hartmann Schedels Chronik von 1493 Bl. CCLVI, a (erneuert iff^ 
Anz. für schw. Gesch. N. F. /, 140) stellt Bruder Claus, den Stob 
in der einen und den Krug in der andern Hand haltend, anei- 

5 guotrellig. — 40 un statt uss. — 14 im statt i n. — 19 vorwisseo statt verwisten. 



Bruder Claus. 171 

fier QtieUe sitnend dar. Im Hintergrund die von Felswänden 
überragte Klause. Schon Haller (BibL der Sehto. Gesch. in,, 
Sö4) wa/r kein Exemplar dieser Schrift mehr bekannt; das ein- 
aige, das sich seither g^u/nden^ gehört der Stadtbiblio- 
thek in St Gallen. (Vrgl. Scherers Verzeichniss der Manth 
Scripte u. Inamaheln der Vadia/nischen Bibl. p. S20 Nr. 1242.) 
Die Annahme Hauers, die schon bei Hugo vita Nicolai de rupe 
{1636) p. 2ö6 erscheint^ als wäre im Jahr 1S36 eine erste Aus- 
gäbe erschienen, ist abzulehnen. Nach Schiffmann's Untersu- 
chungen, der die Legende Salats 1868 im XXIIL Bde. des Ge- 
schichtßfreimds nach dem Original neu abgedruckt hai und auf 
die wir verweisen, legte Salat seiner Volksschr^t die ISOl auf 
Ansuchen Obwaldens verfasste, aber erst 1608 durch Eichom 
herausgegebene vita Nicolai Subsilvani des Berner Chorherm 
Wölflin (Lupulus) zu Grunde, die er oft wörtlich übersetzte, 
Uebrigens nennt er Wölflin (p. 163). Das lateinische Original 
blickt oft nur zu deutlich in Gonstruction und Ausdruck durch 
die deutsche Bearbeitimg hindurch. Salat eigenthümlich seien 
die Reime, die Vorrede und Capp. 14, 30, 31, 36, 37, 38. Die 
Salat* sehe Schrift ist nach Rochholz in die canonischen, Bruder 
Klausens Seligsprechung bezweckenden Processacten von 1648 auf- 
genommen worden. Vrgl. auch Acta Sanctorum Bd. IX (Martii 
tomus ni) sub XXH Martii. 

Der Stil der Legende ist weder c dunkel noch hart *, une 
Schiffmann klagt, sondern so klar und fliessend wie derjenige 
der Chronik. Allerdings ist bei der Interpunktion des Abdrucks 
im Gesch. Fr. das Verständniss oft nicht leicht gemacht. 

Noch im gleichen Jahrhundert machte sich das Bedürfniss gel- 
tend, die Legende neu bearbeitet wieder dmcken zu lassen, tdieweil 
der gemdten histori exemplaren und bilecher allenthalben verkauft, 
von menigJdich gelesen und probirt, sich nirgent schier mehr finden 
lassen.» Diess geschah durch den spätem Abt von Einsiedeln 
Ulrich Witwyler, einen Schüler Glareans (lö3ö — 1600): t War- 
haffUge wu/nderbarliche Histori vnd leben des recht frommen, cm- 
dächiigen, gottseligen, weytberüempten Nie^lausen von der Flue 
(den man nennt Bruoder Claus) ob dem Wald in Vnderwaiden, 
in der Eidgnosschafft geboren. Vor dreissig Jaren im Track auss- 
gangen, jetzt aber emewert vnd gebessert durch F. Huldrichum 



172 Salat 

Witwpier, ^arrer zuo Eirmdlen etc. GetrucM auo Däingen, durch 
ßebaldum Mayer. MDLXXI. 8^. — Zweite Auag. Constanz 1879, 
dritte 1S8S bei Joh. Maper in DiUingen, vierte 1597 bei N. Kdt 
in Constanz, fUmfte ib. 1S98, letzte Dillingen 1771. Witwpiere Buch- 
lein ist zum Theil eine Modemisirung, zum Theil eine Erweäe- 
nmg der Salafschen Schrift. An die einzelnen Capitd scMimen 
^ch Betra^htwngen. Der Eingang und namentlich der Sehlu88 
^ind neu hinzugekommen. — 

lieber alles Sachliche vrgl. Rochholz, die Schweizerlegende 
vom Bruder Klaus von Flüe nach ihren geschichtlichen QueOm 
nnd politischen Folgen. 1873. 




^tt ööljJtt]^ 6m||lm 



in Warnung wyß, an die xiij 

ort eyner hochloblichen Eydgnofchafft, 

fampt all jren fründen vnd zfi gewandten^ 

nämlich vff zemercken: was ye vn allwegen 

hab vmbracht, vnd zerftört die fterckiften 

rych, gwält, vnd comun, ob fölche ding 

vnder jnen ouch wärend, das sy die 

vertriben, vßrüten, mit höchstem 

emft Verlagen, vn ab frembdem 

schade" Warnung nemen wöl 

lend zu erhaltung vnd wol 

fart, gedachter Eyd- 

gnofchafTt. 

1537. 

J. S. G. Z. L. 

Was nit fdret erbem schyn 
Soll nit nutzlich geachtet syn. 



J 




Epistel ar\ eii\ Eidgnoscl:\aft. 

Joannes Salat zu Lucern. 

|En frommen, ernvesten, fürsichtigen, ersamen und wisen 
burgermeistern, Schultheißen, landaman, raten, burgern, 

slandlüten und ganzen gmeinden einer frommen, loblichen Kidgno- 
schaft, nämlich Zürich, Bern, Lucern, üri. Schwitz, ünderwalden, 
Zug, Glaris, Basel, Fryburg, Soliturn, Appenzell, sant Gallen, Wallis, 
Rotwil und wer denen mit eid verbunden: — verliehe der alb 
mechtig Gott sin göttlich gnad, frid, rüw und einigkeit in warem 

10 verstand christlichs gloubens und allem, das ir pünd, eid, eer, 
land, lüt und regiment betreffent! 

Es ist von anfang der weit also bar kon, daß allwegen gwüßen 
künftigen dingen vorgeloufen sind gewüße zeichen und Warnungen, 
als nämlich der Zerstörung und eilend der statt Hierusalem : stund 

15 ein Schwert am himmel ob der statt ein ganz jar lang. Item im 
tempel nächtlicher zit schin, als der helle tag; wundergeburten, 
gewapnete beer in lüften; ein armer bur hett ir Warnung grüft 
siben jar lang. Item vor der Römer und anderer stett und landen 
plagen, kriegs, todt, türung etc. ; blüt uß der erden, ouch uß brot 

80 gfloßen, milch geregnet, die zamen thier wild worden ; sibentägiger 
hagel on underlaß, kuglen von himmel uf die erden, und wider 
in die lüft gsprungen, berg ufgspalten, feür und Schwaden daruß 
geschoßen; dri sonnen am himmel gsehen; ein ochs hatt zu eim 
buren geredt; erdbidem durch die ganz weit und die etwan vier 

26 ganz Wochen wörenten; das meer sich geschwellt, stett und lender 
ertrenkt; vil zeichen und cometen, feüre spieß, r&ten, stangen und 
weer am himmel; blütregen, wolkenbrüch und waßerfäll, daß stett, 
dörfer, land und erdrich gar verwüst; selzam gespenst, gsicht, 
ouch dracken und würm in waßern gsehen; höwschrecken, käfer 

so und würm vom himmel gfallen, daß damit die erden verdeckt und 

9 allmoechlig, -- i3 vergelouffen. — 22 schaden. 



L 



176 Salat 

all früoht verderbt wurden; blutig brunnen, blutig sonnen und 
mangroß schwere stein von himmel, ouch rote crütz den lüten uf die 
kleider gfallen; nach den erützen hat gfolgt die erschrockenlich (•« 
grusam plag der bösen blatern; brünnend facklen, sül, ouch ster- 
5 nen von himmel fallen t, groß cometen heiters tags; zwenunddri 
mon einsmals am himmel gsehen; Wundergeburten wider d'natur 
vil und selzam von fr o wen und vich; sehne in blüt verkert; 
ufrAr in die kinder; selzame wunder in waßern gfangen; äschen, 
fleisch, blüt von himmel geregnet, vorchtsam cometen voll köpf 

10 und Schwerter, sampt andern selzamen gschichten am himmel. 
Item ein bsunder selzam monstrum geborn zu Ravenna, bedütent 
uf die ganz weit pun jetzigs ellent, ouch vor nächster Störung Rom 
durch den von Burbun die Römer gar vil und heiter warnt vor 
irem schaden, des ward er gschlagen, gstoßen und gfangen gleit; 

15 der in der Zerstörung wider uß kam, ouch dem kriegBvolk wis- 
sagt, si wurden 's wider spüwen, und ouch büßen müßent. 

Solchen dingen ist allweg ußwürkung strafen und plagen 
nachkumen und gfolgt, ouch mertheils^ wann die Warnungen kon, 
von den gewarnten verspot und veracht worden, niemand sich zum 

20 seh Wimen gericht bis das •waßer ob dem köpf zamen gangen; als- 
dann so was es zii spat. Also gat es ouch noch, dann ob jemand 
imser verderben anzeigen bi den vilfaltigen Warnungen und zeichen* 
so an himmel, erden, naturen und creaturen täglich erschinend: 
wurd er darumb mit höchstem spott und Verachtung für ein touben 

25 menschen und narren umbtriben und ghalten ; wurd's joch so gut, 
daß man in nit schlüge, stieße, oder gfengklieh inleite. So nun 
aber ich selbs sampt minen liebsten fründen und verwandten in 
diß läger cartiert, bin ich mim blftt (ob ich glich, so unbhüwen^ 
für niemand, dann mich in sorgen war) schuldig, zu warnen, so 

30 vil an mir ist uf 's minst die minen, und so mir verwandt, das sind 
alle die, so der Eidgnoschaft pünd und eid begrift, acht zu haben 
uf vergangen ding und Sachen, desglieh mit höchstem fliß uf 
gegenwirtigs und zum emstlichsten, was daruf künftig sin und 
notwendiglich volgen wirt und muß; uß solchen dann mit den 

2 11 f fehlt. 

6 Solche Wundergeburten in der Einleitung zu Lenz* Schwabenkrieg (ed. 
Diessbach 1849) p. 4. — ss joch, sogar. — ss ob ich gleich, wenn ich un- 
yerheirathet wäre etc. 



BUECHLBIN. ill 

Nmiyitern fin keren, büß th&n und gnad erwerben, mitLoth den 
engten glouben und uß Sodoma keren. Wem's aber nit gfall, der (a m 
blibe. mit den übrigen Lotbs verwandten in Sodoma, verachte Loten 
warnen, trüw bit und manen und verderbe mit den fulen hufen! 
5 Diß kurze wamung stell ich zA gemelten minen gnädigen, günsti- 
gen, gebietenden, großmechtigen, lieben herren; der Eidgnosohaft 
hohen wisheit wöU die naohvolgende ding erwegen, betrachten 
und für unfal husen; darzü uns Gott der allmecbtig fürdre mit 
siner hilf und gnaden ! Amen. 



10 Vorred ii\ dis w^arnung. 

^fCh erkenn und weiß fümemlich wol mich leider so klei- 
ner, schwacher, blöder Vernunft, noch vil minder Stands, 
aller minst richtumb und gwalts (welche ding dann jetz bi uns in 
gröstem glouben und ansehen sind, und on dis weltgaben gar nüt 

15 angnem noch geacht wirt), ja zu vil ringfiig noch gar eim schwe- 
cher handel, dann dis min fümemen ist, nämlich so im titel ge- 
nempt ein wamung an ein lobl. Eidgnoschaft etc., und daß ich 
mich selbs hie ganz verwürf und stell emmitten in den rächen 
der ungütigen , gunstverbünnigen dem , so etwas thet, si doch nüt 

20 thünd noch kennend, laster stiften, nachredem zelen und vitilitiga- 
toren, denen kein arbeit, kein thün noch lan jemands under allen 
gfallt, noch für gut geacht wirt, gänd im hofiTertigen hörnern zu, 
als kennend si's allein alles, habend alls dings ein verstand, mur- 
murierend, sind doch ganz nit momi ; dann si stellend sich selbs 

85 dar, als küntend s' alle Sachen züchtigen und strafen, band doch im 
grund der dingen glich so vil Verstands, als ein pyfel uf der luten, (a inj) 
und so man si fragt umb ir anligen : wo hat der gfelt, was ist's für 
ein defectf könnend 's nit sagen mit eim einigen wort, sunder komend 
mit witloufenden, hochen reden, mechtigem gschrei, brachten und 

5 gemelter miner. 



16 Ich weiß sogar, daß ich viel zu ungeschickt hin, seihst einen unbe- 
dentendern Handel darzustellen, als etc. — w rerhünnig, mißgünstig. — 
si vitilitigator, Splittemchter. — n maßen sich an. — 24 momi, Kriti- 
ker. — se pyfel, Büffel. — 20 brachten, schreien, hochmüthig sein. 
Baechtold, Hans Salat. 12 



178 Salat 

bocben, j« wana kein wassor ivlb meer lUf » man wurd wd sehen sin fei 
ist also groß, daß es minder erklärens darf; d^m der tag eins 
zügestelltea liecbts etc. Hiodier ragks und bi 'm Unverstand f&rend 
dann die blinden schrier also ein blinden gfecht^ gftnd's emaader als 

e gwonnen, welobe schmecher sieb alle die, so je etwaa lobwirdigs 
zu tbün fürgnan und tban, zum höchsten beklagt band; nämlich 
oucb die heiligen lerer: als dann 8. Hi^ronymus gar nach Aber 
alle biblischen bftcher sich ab denen entsetzt, sunders ttber die 
kUnigbftcher, r&ft er zJi sinen gloubensverwandteu, sich mit dem 

10 schilt irs gebets z& widersetzen der zVilen art, so wider ihn w&teiid 
mit toubendem mul die statt umbloufende, sich selbs giert schetzend 
in dem, so si andern abzUhend. Item er wolle sinen hinderredem 
antwurten, so in mit hundszenden gnagond etc. It^n Appanus, 
daß er diß N. anzeige allein umb etlicher z'vilen uad aller un- 

15 gschicktesten sehender willen, welch nüt, dann allein das, damit si 
umbgand, recht sin schätzend. Der hoch verrümpt, kunstridi eeren- 
man Albrecht Dürrer was euch warten der nachredem, niemand 
nützigen scorpionenstichen, darin er anzoch in der ersten vorred 
der vier b4cher von menschlicher proportion, under anderm deß- 

80 halb also : Wie wol ich hoff, mir werd niemands, der mit tugenden 
und verstand begabt^ diß min schriben z& argem ußlegen, dann 
ich kan wol ermeßen und erkennen, daß nimands thilt, dann die da 
sind eins kleinen Verstands, das mftß ich Grott befelhen. und ein 
jeder mag sich diser miner underrichtung, so ihm gliebt gebrudien; 

S5 wo nit, mag einer darfÜr achten, dise 1er sig nit im, sunder an- 
dern, so die anzünemen begerend, beschriben etc. So nun diß 
den allergiertischten, ja ouch heiligen doctorn und wisen bsche- 
hen und noch bschicht in den schweren hendeln des gloubens an- 
ti'effent; band solche vor denen toubsichtigen nit mögen sicher sin: 

80 so far ich ir halb ganz ring dabar, acht's gar nüt, daß so vü ^^ 
frösch in dem ftilen waßer; ouch die unsubern, giftigen krotten 
rätschent und murrent über min ringfüg, doch trüw^ herzlich War- 
nung vor schaden; welcher schad mich dann und die minen^ so 
der infallen, glich so wol bereichen und nüt fttrrucken würd, als 



1 b Gehen, schlag^en, jßg. prahlen. — 91 ratschen, schwaUBen, goacken. 
— 84 ebenso wohl erreichen und nicht übergehen wird; Grimn^ D. Wh, IT» 
790,6 konnte diese Bedeutung von fürrucken im nhd. nicht belegen. 



i 

j 



BülCHLBlN. 179 

war ich bim grösten und wisesten dran. Dann es hat dor herr 
Jesus Christus glich so wo) angst und not für mioh und mins- 
glichefi arm und niders stand g^itten^ unsere m&tem so sur uns 
eramet, als keiser und kttng. 

5 Stim ieh hierzfl mit den Worten sanct Hieronimi, daß ich 
hierin nit sfledbe das lob der menschen, ouoh nit entsetzt ir schel- 
tungen^ minder beger Öott z& gfallen ^ und ftirsin dem gmeinen 
stand, nife förchtend die tröwung der weit etc. Dann als ich 
kurz verrückter tagen die bibel, Josephum, Egesippum, cronicam 

10 cronicarum etc., darunder euch wider nach gedacht andere histo- 
rien und Schriften, so ich etwan vormaln glesen: hab ich mit sun- 
derm fliß ufgemerkt an kunst und Zerstörung der küngrichen, 
fÖTßtenthumen, stonden, commun und herschaften diser weit, durch 
die f&nf alter in das sechst, umhar, wie die etwan uß eim in ein 

15 anders üb^tragen, dero yU gar zergengt worden und daß nüt be^ 
stentlichs uf erden, sunder wir menschen sampt den dingen zer- 
genklich und fOrnemlich, daß der zerstOrung der gw&ltigen diß die 
grOsten Ursachen all wegen seient gsin. Item wann ein herr oder 
Volk in die vermeßenheit kam, daß si all ir hoffnung und ver- 

20 truwen satsstend in ir macht, als werend si alle weit, dadurch 
mengklicben verachtetmd, euch under in selbs jeder den andern, 
wann inen ein ander rieh baß gfiel, dann das ir. So kam Esopus 
hund umb das stuck fleisch sampt dem schatten. Hat ouch nit 
wenig Schadens je und allweg bracht Verachtung der alten rat, 

25 erwölung und volg der jungen, kindischen raten, daran dann je 
und je ghangt ambitiositet mit unlidenlichem pracht. Item so 
man den eignen nutz ftlrsatzt dein gmeinen nutz; so heimlicher 
nid under bürgern und inwonern brüderlich liebe undertruokt, die 
dann gebarend partyen, verzeichung und rotten: daruß kam dann 

80 ungehwsame und tlbersechung hotten, verbot und eid aller obern. 
Sobald diß frücht bi einr commun rif worden, ist frucht und 
bugen, grund und boden, stump und stil verdorben und Oberstürzt * 

i7 dass die. — 92 jren statt inen.' 



4 er amen, erwerben. — t fürs in, nützen. — n zergengen, zum 
Untergang bringen. ~ m diese Fabel auch in Boners Edelstein (ed. Pfeiffer) p. 
14. — n- fr acht und bugen, eine Formel der Rechtssprache f flr Grenzbe- 
stimmungen, bug (plnr. bugen) oder bück bedeutet nach Frisch I, 150 er- 



180 Salat 

worden. Darumb uach gründlichem bedenken der dmgen tmd 
dero, so allweg mit disen gevolgt und noch volgend, hab ich 
warlich ernstlich nachgedacht einer loblichen Eidgnoscbaft, mid 
daß wir (als der groß Alexander sprach) ouch nur wie ander lüt 
5 und nit Gott sind ; niemand nie so hoch, stark, gwaitig, noch mech- 
tig gsin, der nit zft ziten von dem vil mindern schaden ouch et- 
wan ganze Zerstörung empfangen hab, wir ouch nit darför gfreit; 
dann daß glich die ding, so andre rieh umbbracht, uns, wo si an 
brechent, ouch wie die zerstören und Überstürzen wurdent, dann 

10 nüt ist so groß , das nit verderben mag etc. Diewil dann zur 
Züchtigung, Warnung und beßerung niemant gebürBcher ist, dann 
ein großer flend oder ein rechter fHlnd, als die so allein sagent 
ane flaueren die warheit: nun (gloub ich warlich) mengklich ein 
nun me wol wüßent, wie ein Eidgnoßschaft ze vil malen von rech- 

15 ten erbflend gwarnt wirt, zö ziten ouch trutzlich haruß gseit, wo 
und wie mit der zit der wolf die schaf anfallen werd etc. So ich 
dann als ein gebomer Eidgnoß und wairer fründ durch eid und 
touf dero, ouch dise min mute, gütige Warnung an die hab 
gan lan und gstellt: bitt ich mengklichen, diß der selben guten 

20 meinung, diewil Wir all einandern z4 warnen schuldig, schaden 
zu wenden, all unser Sachen als ein einige sach 6ind, von mir uf- 
und anzenemen, den arzet suchen bi gsundheit, ee die krankheit die 
kraft überwünde, bi andrer lüten unfal wis werden, wamunj 
und anstoß nemen; nit daß wir hamach sagen wurdent: hettent 

25 wir diß und das than, und, ja ich hätt das nit gmeinti das dann 
ist ein allerschnödeste verantwurt wiser und gwaltiger lüten, und ' 
wir mit zu spatem rüwen aller weit spot wurdent, weder gnad 
noch trost verdientent. Und sond die mitten und gütwilligen sich 
nit irren lan die bösen zungen, so sieh selb allweg beßer schetzent, 

80 dann das, so si anftchtent, dann allweg ein unschuldige gwüßne 
tiberwündt das übel, so die zung gewürkt hat, und macht der 
nachreder sich seb zu nüt. Hiemit aber nit die vorred lenger, 

4 nun. — t3 anndren. — . 



habene Erde bei den Gränzscheidungeu (Grimm D. Wb. 11^ 484 artemisia tuI' 
garis, Beifuß, paßt nicht hieher); fracht, angohautes Land, also: Feld und 
Feldgränze. Eine ähnliche Formel findet sich in Johannes Mejer's Unoth p* 
20 Nro. 50: brut und huck. — so gwüßne rahd. gewizzene, Erkenntnis» 
— 89 seb, selbst 



BUKGHLKIN. 181 

dann die bsohribung werd, laß ich's nun bliben; wiewol, was 
man schweres buwen will, muß man des baß fimdieren. Die we- 
nigen Senfkörner des großen kOnigs Alexandri hatten me kraft 
und räße in in, dann künigs Darii magsamen aller. Also im guten 
5 vertruwen laß ich dise min günstige wamung gan an fromme, 
lobliche Eidgnoschaft und all dero fründ und ziigewanten, zu hören 
und sehen, was vor ougen, wie all ding stand, was allenthalb 
ghandlet ; darnach dann die nachvolgent wamung und anzeig dar- 
gegen halten, mit höchstem ernst erkennen und besichtigen, ob 

10 solche ding ander inen, damit vormals so vil land imd commun 
zerstört und umbracht worden; daß si solche verjagen, und uß- 
triben wöUent, volgenden üblen züfürkuramen etc Welchs ich, 
als zii bestem behalt der jungen, in rimen gesetzt hab, alles kurz, 
zÄ miden Verdruß. Dann wol me hätte zii jedem anzug mögen 

15 schriftlich ezempel inf&ren und stellen, hab doch sölchs under- 
laßen, ouch der anzognen sohrift nit auctores z&gestellt, uß ur- 
sach, daß die gierten und gutwilligen solcher ding aller sust vil 
beßer bricht und wüßen tragent, und diß inen allein ein erma- 
nung ist, bas darvon ;segedenken und reden; die böswilligen aber 

io und die getroffen sin möchten, wurdent nit allein loca, ob die an- 
gezeigt werend nur nit sftchen, und ob der sohrift glich me in- 
gfürt, sunder verachten looa, acta, und auctores, wölcher bös- 
willigen ich mich nit beladen, annemen, noch bekUmem will, dann 
sie band Christum an 's crütz, alle martrer in pin bracht. Gott be- 

s5 wäre alle, die eins gdten willens sind vor allem übel, crütz und 
schaden t Amen^ : 

1 fandtor. -* >i ChrisCram. 



4 rcBße, Schärfe. — m&gsamen, Mohn. Bezieht sich auf eine Stelle 
der Alexaodomge. In den Kriegen zwischen Alexander und. Darios schickte 
di^er einen Scheffel Mohn an den Gegner als Symbol für die unzähl- 
bare Menge seines Heeres; Alexander aß einen großen Theil davon und 
übersandte dem Darius einen Beutel mit Pfeffer, damit sich dieser eine Vor- 
stellung von der Schärfe seines Heeres machen könnte. Ausführlich erzählt 
im Alexanderlied des Pfaffen La mp recht (ed. Weismann) v. 1889 — 1974» 
In der historia Alexandri magm regia macedonie de:preliis, Argent. 1494 Bl. b. 
14 rerdruß^ U^ierdruß. 



182 SüUiAT 



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axt dte ^ctti orl 
i^m,rtt^ ttll i^jos {#imden: dbeu 




j. ' 



Is Gott der vater v6ri ewigfcelt ^ 
;B68oküf d^ü himmel uiüd * eräefa %reit, 
GesehOpft, elemeat, Itreft tmd nattir, 
Uf das d^ ifiendcben liaefaf Mzie^ Sgur : 
5 Ward doch hiebi ingbimden sMt^ • * 
Zu sterben älls, das leb<^ Mt, " ' 
Zerg^klMhS' i^nd an alten ^din^ett; 
Allein der seel mag ewig glingen. ' " 
Darumb vom Vater Adam' 

10 Das erst alter- bis' uf Noe^kato, ' * 
Da durch den sündAiß alf itUng Teritoßen, 
Ußgnomtnen, was iÄ d'arcb wiis bä^hlelien ; 
Solchs hattent verdient Adams Mnd 
Von Gott, mit bosheit, schand tmd sünd. 

15 Das ander alter diser weit 
Von Noe bis uf Abraham galt ; 
Der lebt in gotsfbreht, firommfeeit und schäm, 
Daß Gott ibit ihm 'In böntnüß'kam 
Und hielt mit ihm gar lieblich hus. 

20 Uf David gieng 's drit alter uß ; 
Der was ein man nach gottes willen, 
Under ihm all unrüw sich thet stillen ; 



9 geschöpft, mhd. geschepfede, Geschöpf. — » einbiad^ii:, «Wß "^ 
schenk einhinden, dann einschärfen; satt, ausdrücklich. 



BUXCBLBIN. 18S 

Nach ihm fiel 's volk in sQnd und schand, 

Wurdent gf&rt uß irem ingebnen land 
25 In 's eilend kläglich gen Babylon — 

Dahin das vierd alter was kon. 

Von dannen das fünft verzogen ist 

Bis uf die z&kanft Jesu Christ, 

Der uns- mit sinam liden und sterben « 
30 Thel jBwig fröud und heil* erwerben. * 
* • ^itit 'Ohrtj6t(>' gäiög' dtefif -sefehist *4t«r -an, • 

Dantinbiwliijdtraii&dittiub.'tllikiid gan. 

Und wartent entlich uf die sach, 

Wann Gott mit uns ouch entschaft mach. 
35 Nun in den ziten, lieben fründ, 

Darumb* ich : tVch dise ding verkünd ^ 

Ward d' weU zertbailt in vil gesohkeht, 

Rieh, -tgwiiUti oemmun ipd stett, recht, 

lUobtep, {UrsteB, küng, n^onarchy ; 
40 Oott ließ ifjCs .nacb,^ stand in des bi^ 

Underwist mß Wittens all zit und tag. 

Wann daim ^yplk dea.«elbea pflag, . 

So hattQnds'eki.gpedigeii herxw; 

Wan s' aber durph; stki4 vcm jgn tbatend keren, 
45 Zog er bai^i ab^ ließ si ¥er4ar]^en. 

Mit aU^l^^pli^n, Ji^n und sterben; 

Des d^pn .1^1 sohriftea g^nz sMkI v<>1, ^ 

Drumbvi^h^s ]^9 nit..2Uang Iribeo sal c^) 

Da es^nvui in '6 .seehst a^terkam»: 
50 Des herren wort man selbs Yeraiua, . . 

' Was sin gpbatxuid meinung wttr, - 

Sin Joch, Jtotr s&6, sin bui:;d9 nit sohwi^r; 

Öieng's |Ü3er wie ^i den vorigen zu, 

Des ich xwn kjünseste^ ^tneltuag^ tbä, 
55 Wann man yolbrad^t. sin. willen und gsatz,, 

Theilt eivmit siiner gnaden schätz; 



SS in dem wir uns jetzt bewegen. Ueber diege 6 Zeitalter, nach denen 
dflt Mttirtalter ^wfyhnHdi reobnete, Vgl.O^eke, Patnph. Gei^eftliaeh^p. S69. 



184 Salat 

Und wenn man sich sins willens wart, 
Sin g&tigkeit in straf er kart. 
Ein rieb ließ er das ander strafen 

60 Mit feür, roub, raoh, Mützen watEm, 
und den er bat gebracht zur rüt, 
Dom falt er nit^ was er ntt g&t. 
Und ließ, glich wie z& vorigen ziten 
Die Sünder strafen und yemüten; 

65 Den frommen tbet er stark bistand. 
Des mir on zal exempel band, 
Wie leider nun in Christen landen . 
So tlbel es bisbar ist gstanden 
Und gat dem ab von tag z& tag ; 

70 Mit Sünden wirt verdient die plag, 
Vil christenblüt verderbt, verrert. 
Meng rieh und gwalt an Türken kert 
Und sunst, gezwungen wid^ und für 
Die straf Gots gstanden in der tür, 

75 Yil weit verderbt in boden und grund. ■• 
Nun bSrent, wohar des urspruag kundl 
Sind zäi erzellen , wäl ich mich maßen^ 
Die gierten und geistlichen predigen laßen; 
Z& strafen bie nit undersfain 

80 Und jederman predigen • lan. 

Es sind besunder diag und sadien, 
Davon ich hie min meinung machen. 
Nämlich bös früeht, mit sünd verouscht. 
Daran der gwälten Zerstörung ist 

85 Gelege^ vorhar und lit ouch noch. ' 

Sobald ein rieh sich der underzocfa, 
Bi im ließ ^urzleoi w^aig old vil : 
Hat's flux erlangt sins endes zil 

71 Terrerert. 



67 sich wart, röckumgelautetes Prät., sich wehrte gegen s. W.; 
68 kart, kehrte. — es dem fehlte er nicht, d. h'. verschonte ihn nicht, veo'' 
er nicht gut war. — 64 vernüten, zu Schanden gehen. — m davon wir (mir) 
etc. — « verr6ren^ vefrgießen. — 7t Ich will mich darauf *be«Arfiak^D>" ^* 
Sünden (sind) au&uffihcen. *- se Sobald sich ein Reich der Sünde biBg«b. 



BuiBGHIiBIN. 185 

Und ward gericht zum überstürz ; 
90 Die will ich hie erzdlen kurz. 

Erstlieb, so man all weit veracht, 

Yertruwen setzt in eigen maobt. 

In boffart, pracbt und übermät: 

«Wir sind füruß, niemant ist als gfit, 
95 Mechtiger und sterker, dann all weit ! . 

Dem band wir gbtirstet, disem gstreltl 

Wem etwas brist, der zeüg*s uns an, 

Wir wend im all sin Send ersoblan ; 

Hat er nur gelt, so gwünt er recbt!» 
100 All sacben will man macben scblecbt, (b ü) 

Veracbt ein jeder dMi andern gar, 

Da kumpt gar großer unfal bar. 
Item : «Diß land ist uns zu eng ! 

Din nacbpur ron dem sinen treng, 
105 Stoß wib und kind an bettelstab 

Durcb bungersnot, vil tusent zum grab!» 

Arm Witwen, weisen, groß blütvergießen 

Angst,^ jamers, not, band s* kein verdrießen. 

Daß nur ir mütwill ftUr sich gang. 
110 Solch überm&t lidt Gott nit lang. 

Ob er schon sefawigt, er schlaft drum nit, 

Sonder hört der armen gschrei und bit ; 

Schickt dise vwmeßnen all darvon. 

Bringt s' umb, als den kOng Pharaon 
J15 Und alle, die sins glich band ghandlet^ 

Sind den ruoben weg der verderbung gwandlet, 
' Und bat s' Gott bsalt mit glichen reisen. 

Denn er ist ein vater dw witwen und weisen. 

Wer unrecht zw^et, sieht selten boum. 
ISO Der berr hat dis b9s Ulier bi *m zoum 

Und leit dem David stein in d* schlingen, 

6it kurz endschaft gemelten dingen, 

96 moechtiger. — 99 nun. — 104 Ireg. — 109 nun. — 114 brings. 



S9 üb^rst'Brs, Unterg^ang. -*- m figürl« einen büisten und striegeln. — 
m reise, Kriegszug, hier Ordnung, Weise. — u» zwigen, zweien, pfropfon. 









186 Salat 

Die dann sind, a&r gwedtan gift; 
Des flndM esempel io aOec geeilt. 

1S5 Daa ander, damf gtfA Obelste/I, 

Ist, ßo man rwaeht dat altmirat,. /- .. 
Erweit die jimgett fttr siilo,.;: 
Da» g'stat ]mn iMge sibiDa 910»; ' ' -. 
Quch kindisch JTät, 4ie sebvtft fii pMti ^ 

ISO Es hilft Hit, otf /s'> til ja?eH'bet4r - ; 
Und aber ]i^di«cher>an^eh(f^ sM«.,;- ..r 
Menger junger eia läan» deü^aliedü Jfio/l' 
Die Schrift trut^t u^üeioM^jffoe dwi ^d, 
So kindisch cftt und hetsobtift . bioMt ! r. . : 

1S5 Durch dör jungeii rat wMTd »rstQrtigiw? glich 
Ysrafaels und Tp^'aittS0b->ricti(^ >! ih : .,. « 
Der SocniBcb U.' . uBd gar (ri{f g^fraft - 
bt aller Teffdorben dis$ir gstflgits ;!,: t;/ 
Dann gi^alt i^tiisoieiii wit^btig [ djng.y. < 

i40'Di^fi^ini'die jugsendhist a4 »iög.jiJ 1- -: { 
Kan steh Bit setiSen «ridep .^^üßky/ : '\ 
Wania si .so lieUieh anlaoblridii^^lflßk^i; 
Ja schow, .ivie. jetwawi' te livgi^ip^gm^ 
All vsx^ eafkeift^diQ«Qdr.«i)diHlngfeati< '! 

145 Din gadhidfligkeiit, liehlum and^^^Bohlaotat, 
DucWst :ein>hefri all^wftjt dia: haecbts-if 
Man hat iGfe mui' groß' zwM uiid'«aerLr / 
Stat.gegeir.tlir iif, maiab ^^pinobt ] gnad iherr I 
Des ich uß gf allen dk[k ecstuinb; A M'. 

150 und. k»rt i^kib hME^ TiMi MsierrUinhi -'^ 
Eisetra: floi istd^r has^/itti gatn-Vn '^ 
Wan*» schon • vor-^warendf Wjolf^rtteifi • • ^^ 

SomaAt s' -der giwiUfc aontoub/'und ttiöd, 
Daß si i»t me,/ vrtd s' viw -^Äa, ^nd ;- ^ * 

155 Veraöhtwit rga^HePi fründ 'uöd mag, '/ 
Allein ÄrJeAfiaf» hstad ail frag : ^ ' • ' : 



les m^lg', dite TerwaiHltc* -^ uir sier fragen nuf oodüdarna^r weiter^ 
kommen« 



*. . : j't 



BuECHLBiN. 187 

und höber sUgBo von grad zfi grad, 

Obscho&em^land dramb imdergat; 

Wer s* mt hoch halt; dem sößhent i räch, 

160 Was me dni& Tolgt, Htm onch faamacb; 
Kit allein die-jugent ist dcrgetalt, 
Sunder Meh dupoh riehtumb, iser^ gwalt 
YerfSM der wifiest Salomon, - 
David und andei^ffiödst vii darroü« ' 

165 Darumfe je bar bi altm weiten 
WisB alter rtft nitaA vergelten 
IFfid b^^ g^aeht, flänß erwielty 
Den jfo&gfen der jugentmaß sfl gsteit, 
Ghralt nlt ttf gMb den jungw Jaren, 

170 Dwil dick di^ alteta zu eohwach deift' vraren. 
AtheYäsch« RGtuiech, Spartanisch recht 
Nit allein >der jungen regteitung vei^ßhnlecht, 
Sünder 4'jt&igliiig bi inen bev<^et traren 
Bis si kameijt z& älnf und zurenzigen jaren. 

175 Als zwen S<^oflefii' wurdont enschki^eD, ' 
Die Hömep' groß not und'Sdhoiaoh des tragen, 
B*g^ Scipio Africimis viotti rat 
Die hefirti^fimäsdiaftj er weit die that 
lir^r sd^<)h und Isine vetfeer rttohen ; 

180 Dei^ i^enirt thet im sin^metaung brechen, 
Von weg^tt tinerv jügead ttgraiigeud s'iWtig 
Bii^ :^st groß' notnrlt si darzÄ xwadg;' 
Als AmiUiir i Yon Gfürämga starb, 
Sin sun ^am rbt b<Hiptiiiaiisebalt'vna>b, 

185 Die ward dem jflngling ^ abgscblagen. 
Dem ' BaiiBibal/ thet^^man^ ouoh< versag^Ä, 
Peoäsdhi hOQplmandbhaft er mt erwarb - 
Bia mah cftier »ach sim- vater slart). ^ 
Masimteaa' dear^ kbng empülfa>-sibe kind ^ 

190 Dem Gornetto, da i^ be^ogtet stnd, 

i67 «rwölt und «stdlt. - 474 si fehlt — 185 jünglin. 



^ ' ilt>werrm nicht hoch hält. -^: it% Nieht große Gen^Tt der Jugend in die 
^Mid gelegt. 



188 Salat 

Bis si maolicfae alter wlaDgen thaten. 

Hör man, wie*s Salomoos mm ist graten, 

Roboam, als der verachten thet, 

Was im sin alter rat seigt bett 
196 Und Voigt deüjongefi sins geliob: 

Verlor zefaen teil von sinem rfd), 

Die inen erwaiten Jeroboam, 

Davon ein ewige teilung kam. 

Das uß jungem rat sin Ursprung nam. 
200 Demnach volgt Ochotsias bald, 

Ganz jung kam er an küngiicben gwalt, 

Eestiget das volk, volbracht vil sehmaoh; 

Ihm volgt der jünglmg Aohas nachj 

Demnach Mantsses, uf in Amen ; ^^ 

205 Die all sind jung zur regiepung keb; ' 

Ouch zwen Joachim, Sedechias desglioh, 

Durch 81 zerstöret ward das rieb ; 

Ir etlich erstochen, etlich erblendt, 

Ir Volk gefangen, umbraoht und gscdiendt; 
210 Das alls kam von jungen rogiment. 

Dann si allein uf hoffieirt und pracht 

Yertruwtent und in ir eigen macht, 

Durch hitz der jugent all ding verführt. 

Er mAß mit sündrer gnad sin zierte 

219 Der, jung zu regieren wirt erweit, 
Blibt, als er was, sich nit entstellt. 
Was darf darvon vil zeUet werden t 
Nie ist's erschoßen wol uf erden 

In kriegen, fHden und andern enden, 

220 Das regiment uf d'jugent zft wenden. 
Ein rat ist 's herz des gmeinen nutz, 
Drumb von nöten, daß man in erbotzl 
Wann es da feit, so lit*s gar unden. 

Der Senat — beisfs — ist uf d'alten bnnden, 

»3 Jüoglin. — 214 zaert. — 



IM Bog. I^ iS..-^ BM kestigen,. zilciitigen, cflBtlgare. -^.k*^ ^ 
ersprießlich gewesen. — an erbutzen, yerweisen. 






BURGHLBIN. 189* 

226 Die ROmer nantend s' die alten old väter, 

Und ward nit gstellt znr jngent das weiter ; 

öroß auctoritet und glouben für war 

Dem rat, so b*2i6rt mit grawem bar. 

Oott bat's den alten fürsten betten, 
SSO Alt ratsberren si erwelen sott^. 

Als des sind alle gscbriften voL 

Eim jeden, was im gezimpt, stat wol. 
üf dises Yolget nun das drit 

Und bringt's junger rat am meisten mit, 
285 Entspringt u£ im, kan kum sin dran, 

Allwegen tbänd s* mit einander gan. 

Sobald der jung rat den weg erseet, 

Ist scbnell da ambitiositet. 

Das ist eergit, ein laster grim, 
240 Züoht alle laster gar ssÄ im ; 

Scblat ganz nüt uß kein sacb zu. sdiwer. 

Nur daß erfüllt werd ir beger 

Und bangent ir gröste laster an. 

So dann ouch werden t nacher gan, 
245 Hörst, wann man also die jungen narren 

Glicb gscbirret an, setzt s' vor in karren 

Und git inen so ein scböne namen, 

So wenents', si könnenVs sobon aissamen; 

Fahnd an, boch oben inbar traben 
250 Ueber arm lüt uß: «wo sind mine knaben. 

So mir sind gliob an gwalt und praobt ?> 

Fabnd aiU nacbdenken tag \mi naob. 

Wie si baß kument in diß spiL 

Ist etwer vorhanden, der für si wil 
255 Und börent sin gäten lümden und gschrei, 

242 nuD. — 250 Iber, 



»6 das Wetter war nicht yon der Jugcmd abhangig gemacht. — wr für 
sin, Torhehalten sein. — S85 dran sin (darohne sein), enthehren. — 954 Ist 
irgend Jemand da, der es ihnen znvorthnn will und b6ren sie ron ihm guten 
Leumund und Nachrede. — Der Druck gibt et war, ebenso in Y. 265, doch 
wohl um: ein fehler fOr etwftr, ^wer. Dasypedius gibt zwar aueh etwar,^ 
aliguis; Dietionar. lat.-germ. 322 b. 



190 Salat 

Das will iü brechen ir b^rt entzwei ; o t) 

Ersäcbend liet, fttnd, ansobleg, fol sadien, 
Wie ßi iü der weit mumgaem machen 
Mit lügen, verrätsohen und wie man^ trifft; 

260 Möcbt*s gsin ingheim, si g«bent im gift, 
Oder thätend in mit der band ab der weit, 
Wenn si nit fürchtend widergelt 
In summa, da ist keins dings in z'vil, 
Niemant ist in z'lieb in disem spiL 

865 Ist dann ouch etwer vor in dran:: 
«Nun weiß ich, daß ich wol so vi! kan 
Als der!» und: «muß er uns all- regieren? 
Er kan doch nieman nützen noch zieren; 
Wer ist er, was sol er, wo kumpt er hart 

270 Man nimpt der gscblechten' nit me war ! 
Mine vordem band wol eerlicbsF glet)t, 
Wol billicber man mich erhebt!» 
Und wann er nit mit warbeit fiddt, 
Groß lüg und fablen er z'handien nimpt, 

275 Damit er den madi bi der wdt verdacht, 
piß gschlecbt ist bar von Juda bracht) 
Fraticierent, rüment mit rennen und loufen, 
Was sunst nit könd, das went s' erkoufen, 
Stechent und mietent berren und knecht, 

280 Das doch verbietend alle recht 
Erkoufte eer und bettelbrief 
Und gschriben frommkeit acht ich nit tief! 
Aber dise eergitigen acbtent's nit ; 
Nur z6 regieren land und lüt, 

285 Ob's schon solt kosten seel, eer und bldt. 
Ein ganz land bringen zu armüt: 
Da lit in nit ein tropfen an, 
Wann nur ir bgird mag fürgang ban. — 
Item macht jemant ein gedieht, 

t78 koenn. - 98$ dis. — 384 und 388 n an. 



M0 verrltftchen, verklagen, verläamden. — mv widepi^ett, VölJ«^ 
tung. — 276 verdacht part. , verdächtig. — 979 stechen, bestochen.— 



BCSGHLKIN. 191 

290 üa er si nit zum erst infiicht^ 

Bi fttroß r&mt, git in groß lob; 

So weot s' uQsinDig werden drob , 

Lonfcnt, w&ten, toben und schryen, 

Als ob fi* halb toub oder narren syen. 
S95 Es ist nit dran, mir gschiobt da z'kurz, 

leb mdn, kdi litte ouoh ein stürz ! 

Ist jemant im lA loben wert, 

So bat man biliicb mich erklärt^ 

Dann leb bin albir eg vonien dran ; 
300 Dromb ich so vil stich und wunden han. 

Wann dann man stend besetzen will, 

« 

So band si aber nit fürtag's vil, 

Si sehickent und postent mit gaben thAch : 

«Nun heimlicher junger, gang iiin, versuch, 

305 Bringst da& zä. wegen, du m&st wol sehen I 
Ja wol, ich will nit darvon jehen, 
Wie du min an dem end uiüst gnießen ! 
Eum ich dar, da will ich um mich sdiießen 
Und wer mir je kein leid hat than, 

810 Wiäl im's wol trüwlioh werden lanl» 
Stand also bustlen am ergitbret 
Wie ein kind, das gern ein triuklin het. 
In summa, so ist ir art und sit: 
Si günnent nieman keiur eeren nit; 

816 Wirt etwan globt ein gdter gsell 
Er sig arm, rieh, fromm, wie ev well, 
Ean er des rAm nit z'stucken schlan, 
Heukt er im uf 's minst ein «aber» an, 
«Wo das nit, war er wol ein solich man!» 

820 In nid xjßai haß brünend s' so fast, 
Ir herz hat weder rüw noch rast; 

311 hüstlen. — 318 henckt er jms vff nymst. 



SOS so haben sie abermals nicht viel Feiertage, Ruhe. — soi heimlich, 
verscbwiegen , vertraut. — aoe j e hen, sagen. — soz welchen Nutzen du schließ- 
licji Ton mir Mbßn sollst. — «o bustlen (bosseln), schnitzeln, kleinliche Ar- 
l>eit thun. 



192 Salat 

Ir krankheit ist zu heilen nit. 

Wann in schon gelingt^ so volgt erst mit, 

Daß man zu pcatick begiriger wirt. 

3S5 (Kein meßer ist, das scher|^r sohirt). 
Si thünd glich als ein freßiger hund, 
Der's alls frißt, was in s' mul im kund, 
Und grüwet stets, wo me har kum. ' 

Was disen wirt, nit dankent s* drum, 

380 Lügent nur stets, daß si höher an stad 
Eument und uf den obersten grad ; 
Sehent drumb nit an Gott noch dVelt, 
Eer, laster, schand, nit gfar und gelt, 
Old wie s' ir sach zA gang mögend bringen, 

386 Schlanf s in d'schanz, dmm in mag glingen. 
Ir regierung wirt ghaßt von allen gierten, 
Allein geliebt bi bösen verkerten. 
Die scbrift gibt's uns also z Verstau, 
Daß eergit thA diß eigenschaft han: 

840 Ein schädliche pestiJenz ußgleit, 
Zerstörerin alier heOigkeit, 
ScbafiTt diebstal, mort, zuckung und roub, 
Krieg, todschleg, simony (mir gloub!) 
Gibt und mAt, Ungerechtigkeit 

845 Fürdert, betrug und all boßheit. 
Zerstört einigkeit, frid und eid, 
Falsch kundschaft bricht dem recht sin bscheid; 
Grützget ir diener mit großer pin, 
Dann si allein wend gsehen sin 

350 Und muß ü* rüm Tor allen gan, 

Gricht und recht thünd s' zrucken schlan, 
Ein brunn und Ursprünge aller stlnd. 

330 nun. — 333 durmb , nach. — 



894 pratick - practik, Bänke, Kniffe. — su scheren, schneiden. - 
8t8 grüwen, zu geriuwen, bekümmert sein? so daß es hieße: den HnsQ 
reut gleichsam zum Voraus jeder Bißen, den er noch nicht hat; mhd. germ- 
w e n heißt auch klagen , also vom Thier etwa knurren. Vielleicht ist i^ 
besser zu lesen: guenet, ist lüstern, lauert (Stalder I, 490) oder grnnnot 
(Schmeller U, 112) murrt, knurrt. — sm zuckung, Baub. 



BUHGHLBIN. 19S 

Des Paulus gibt klar verkünd, 

AugustiD, Ambrosius, alle schritt 
355 Fitzt s* uß, für '8 allerverderblicbst gitt ; 

Ein subtil übel, heimlicher tod 

Stifterin betrugs und aller not; 

Olichsnende red, das gift im herzen 

Sin grund ist nüt dann truren und schmerzen 
360 Und u&atz schwer durch stetigs ringen. 

Wan s' dann ir bgird nit zVegen bringen 

Mit eeren, so süchent s' ander fOnd ; 

Wie einer den tempel Diane entztint, 

Der so kostlich was, v^brennt wolt han, 
365 Daß sin nam onch durch all weit wurd gan. 

Diß laster yerf&rt gar mengen man; 

Kriegen hat ouch uß diser lesterung 

Entpfangen sin allererste urspiimg; 

Diß schützlich thier ist gwon und bsit: 
370 In regierung lidt es kein gsellen nit, 

Drumb Romulus schlug sin brüder z'tod, 

Eeiser Julius bracht ganz Rom in not. 

Dem eergitigisten Absolon 

Mocht sin Tater David kum ftirkon^ 
375 Daß er in nit ertodt und zertrent : 

Thet alls begird zum regiment. 

Athalia tödt all künglichen stamen. 

Daß si mocht bhalten regierenden namen ; 
I Hieroboam betet drumb abgött an^ 

! 380 Abimelech ließ drumb z*todt erschlan 

Sibenzig sine brfider, die eelich gboren, 

Hatt* im das rieh allein erkoren. 

Durch eergit Aman an galgen kam, 

Achitophel am strick sin end ouch nam ; 
385 Joab volbracht zwei mörderstuck 

AUein uß dises lasters truck; 

365 woelit. 



36ft usfitzen, mit der Ruthe schlagen. — seoufsatz, Last. — s«o bsit, 
gesittet, geartet, beschaffen. — »77 Reg. II, 11. 

Baechtold, Hans Salat. 13 



L 



194 



Salat 



Vil Kömer als ouch Leatuius , 
Stabilio und öabinius. 
Getheium, Gaprionem desglicb 

890 Gar mengen gwaitigen^ mächtig und 
Hat eergit bracht an galgen und stric 
Ouch sunst in schantiich verderben dia 
Wie dann Jugurta ouch beschehen. 
Vil ufriiren bat man deßhalb gsehen 

895 In der wdste bi *n kindem Jacob, 
Wann si anhangtend ergits tob:- 
In summa band all gnon schändlich em 
WöU je hiemit geworben hend. 
Der tüfel erkand's ouch so verrächt, 

400 Daß er den herren hiemit versüdit, 
Ob er in dadurch möcht bringen z'fal; 
Die Schrift ist des vol überal, 
Daß schädlicher ding nie zä ist gstand 
In verderbung allen stenden und landet^-- 

405 Darumb, wo eergit wonung bat. 
Da lid man s' nit, jag die von stat, 
Sust wirt man genzlich schaoh und mat^ ^ 

Wann man nun also mit jungem rat 
Versehen, des ding uf eergit stat, 

410 So Voigt daruf gar ein schwerer butz, 
Von recht genempt der eigennutz, 
Der eergit allweg hanget an 
Und mag ir keins an*6 ander stan, 
Sind ganz stark in einandem gmischt. 

415 Eigennutz gar ein schädlich monstrum ist, 
Nämlich wo dasselbig trucket fllr, 
und gmeiner nutz gstellt hinder d* tür , 
Ist aber ein fürdrung zä verderben, 
Mit dem ist erst kein eer zu erwerben. 



390 pracht. 



»98 welche je damit umgegangen sind. — «o butz, Popanz. Das Sprli^li 
wort sagt: ceigennutz ein böser butz.» Vgl. Grimm D. Wb. H, ftg^ 
418 Ihrer keins mag ohne das andre bestehen. — «it aber, wiedenun. ^^ 



BUEGHLBIN. 195 

■ 

480 Ein rat sol sin s'gmeinen nutzes herz, 

Als dann ghört ist vorharwerts; 

Wann dann das herz ist krank und schwach, 

Wie kent's wol stan umb der glider sach? 

Dann ein hus, uf schwache sül gestellt, 
425 Wann man die sQl darunder feilt, 

Mag je das hus sich nit enthalten: 

Also der gmein nutz wirt zerspalten, 

Wenn sin herz ist getheilt in vil. 

Ein jeder theil im selbs wol will 
430 Und hand des armen maus halb verrächt. 

Die allen band's gar hoch versucht, 

All ding verwagt und gschlagen in d' schanz. 

Daß nur der gmein nutz hübe ganz, 

Ir gröste sorg war daruf gsetzt, 
435 On den all sachen gar verschetzt; 

Erschrocken grimm ding trachtend s' drum an, 

Willig in tod thatent s' ouch gan, 

Klagtent nit ir sünen old ftünden sterben 

Wenn sich der gmein nutz dadurch thet werben; 
440 Für den zft sterben si b'geret hand, 

On den zö leben ward geacht ein schand. 

Und wer nit lebt eim andern zu heil. 

Den achtent si ein fulen theil. 

Wie das Vallensis gar klarlich bschribt, 
445 Ouch Cicero ganz lustlich tribt 

Dnd vil auctores überall: 

Wann der gmein nutz sig kon zd fall, 

Hab bald daruf ein endschaffc gnon 

All polici, die rieh zergan; 
^450 Wann jeder nur sin sach erhflb. 

So werd ein commun ein roubergrüb. 

Dann also ist eigner nutz besit: 

Keins andern Schadens acht er nit, 

433 nun. — 436 a n fehlt. — US endgscbaflt. 



<si Vgl.T. 221. — 439-80 Ein jeder Theil wiU nur sich selbut wohl und küm- 
mert sich am den annen Mann nicht; verrdchen, sich xmi nichts kümmern. 

13* 



i 



196 Salat 

Wann nur sin ftbuog ufrecht stat, 
455 Obschon all ^velt sust undergat; 

Verbunst und ufsatz bruoht er vil. 

Ist jemant, dem's etwan bas gan will^ 

So louft er und wert mit allen f ieren, 

Von großem verbunst faht in an frieren» 
MO Als heig er den ritten uf sim kragen. 

Ohört er etwan von eim muti sagen 

Und sig vorbanden etwas in teil, 

Da ist im seel und leben feil, 

Wie er sin hend zum erst drin wasch, (c) 

465 Den besten, fllndel zft im nasch. 

Ist ienen ein armer werkender man, 

Der lidt not oder muß hunger han, 

Hat doch noch etwan ein ligend gAt, 

Daruß sine kind er neren thüt: 
470 Eigenützig juckt dar, erbtlt sich fri. 

Wie im sin mangel anglegen si, 

Licht im uf sin gut, zücht im*s flux ab, 

Hilft im mit den kinden an bettelstab. 

£om, win, fleisch, salz hat er als vil; 
475 Ee er's den armen recht gen wil. 

Er sulzt ee umhar jar und tag, 

Stellt uf ein türe, wie er mag, 

und m&ßt der gmein man freßen herd, 

Nur daß eigennutz gefürdert werd. 
480 Wann dann die narung grat uf erden^ 

So will er toub und unsinnig werden; 

Man sing^ man sag, pfiff oder biet, 

So seit er stets, das gut gelt nüt. 

Der win Schlacht ab, all ding sind wolfeil, 
485 Er erhankte sich, rüw in nit das seil. 

Vemimpt er dann, daß etwar im stat 

454 nan. - 48S statt biet lüt. Yrgl. y. 748. 



46« ufsatz, Hinterlist. — 4«o ritt, Fieber. — m muti, Schweiz, mutcdv 
mutis, Maucke («meuchel»), heimlicher Vorrath, verborgener Schatz, SM^ 
n, 228. Schmeller ü, 548. — 465 fand, Ertrag, Geldbetrag ete. SchmeUerf, 
684; n eschen, naschen, erhaschen. — 476 sülzen eigentl. stocken, g^f^' 
nen ; umhersulzen hier so yiel als unthätig d. h. ohne zu helfen umhergelieD. 



BUECHLBIN. 197 

Und empter beßer nutzung grat, 

So gat er winden, rangen und tröjen, 

Wie er könd andre anschleg säjen 

490 Und mög sin sach ouch höher bringen, 
Und wonn's gut war zu sinen dingen 
Daß er mee, dann ein andrer empfleng; 
So wölt er, daß ein land undergieng, 
In summa, die übel sind nit zu erzellen> 

495 So sich von eignem nutz darstellen; 
und dient zu verderbung und unraat. 
Wann ftlrkund eigennutzes saat. 

Nun hörend zfi, was demnach kundl 
Wann vorgemelte ding han grund 

^00 Und kumend z' gang, als ob anzogen, 
Denen kompt dann uf dem f&ß nachflogen 
Heimlicher nid gar grüner perden, 
Zerstörlicher nid kum funden mag werden; 
Dann wann nun d' Jugend gat in gwalt, 

605 Darin ir selbs fliruß wol gfallt 
Und rit sich wie ein roß in zoum: 
Dann bliiet zur stund der eergitboum 
Und bringt sin frücht den eignen nutz, 
Dann folgt der heimlich nid mit trutz, 

510 Da grusamers thier der verderbung an 
Ja kumerlich man finden kan. 
Wie der ein böse sünd mag sin. 
Laß ich ston, dann ich kein prediger bin. 
Und wie der alte schlang, unser vind, 

515 Sin gift ußgUßt z& einer jeden sünd, 

Erschüt hierzu sin glider am grösten (c ij.) 

Ja pestilenzisch gift zum hosten; 

Und wird dabi hie har gedingt, 

Was heimlich niden offenlichs Schadens bringt, 

514 alle. — 513 zur eynr yede. — 517 pestilenUich. 

488 rasgen, sich hin und her bewegen, ebenso träjen. — 496 nnrät^ 
^*i»gel, Rathlosigkeit, Unheil. — soa grüen oft bildlich gebraucht (gr&niu 
^8te) Lexer I, 1098. — sn kumerlich, kaum. — su der schlang, die 
-Schlange. — sie erschütten, schütteln. — sis dingen, verhandeln. 



L 



198 Salat 

5S0 Und 80 ein schandliche krankheit ist 
Mit aller tirany vermischt. 
Das liecbt macht finster sinen gedank, 
Ander lüt gsundheit madiit dise krank, 
Sins nächsten wolfart bringt im leid, 

585 Im torrt sin herz bi gr&ner weid, 
Sins nächsten frisch leben ist sin tod, 
Ander lüt hinfart bringt im not. 
Er frißt sich selbs on anderlaß, 
Sin wirken hat nit zil noch maß 

580 Und wann all andre laster ^nd ab. 
So henkt diß nach bis uf das grab ; 
Dann wie sin nächster an wolfart tr&t, 
So me dis haß und niden blftt 
Sin herz ist kalt, sin zung voll gift 

585 AUweg in unr&w, uf unfal stiift. 
Rostig sin zend, sin gmüt voll galten, 
TAr, mager, herdfarb, ganz übel gfaiten. 
Sin spis sind schlangen, wäst und kat 
Allein wan*s andern übel gat, 

540 Dann lacht das schantlich tütelswunder, 
Aller boßheit vol, füraß und bsunder, 
Dem dann hangent tück und laster an, 
Me dann man melden und zeigen kan. 
Diß thier erkenn bi disen stucken: 

545 Ein jeden frommen wil's nndertruckeU) 
Ein tröwents angsicbt es stets treit, 
Geli^ on fhrb, krume gsiobt serspreity 
Im grißgrament zent, sin lä&en bleich. 
Ob etwan äne wort sind weich, 

550 Merk wol! so kument s' mit zitrender stimm, 
Daß man den schalk mt merk von im; 

53i wolfar. — 546 troewenis am gsicbt. 



8iT 



._ hiafahrt^ Tod, hier seliger Tod. - sa^-sx Wenn aUe ^^^^ 
abatehea, so hängt ihn dieses eine nach bis an'sCrrah. -^ »m \xü^^i ^f^ 
lien. — SM zend, ZUhne. — 687 herdfarb. erdfarbig, — 64« Bin d«*«"* 
Angesicht trägt es stets. — 64t geli, Gelbheit (vom Neid). 



BUBGHLBIN. 199 

So leif s ouoh alle ding übel uß, 

Ein tQfel war eim Wäger im husi 

All sin sach stat zu verrätery 
555 Und groß verbunst im wonet by. — 

Als do der nidig und gitig knab 

Hattend ein gab gewunnen ab 

Eim forsten, doch mit dem gebot, 

Daß einer under in heischen sott, 
560 Dem andern werden noch einest so vil, 

Hiemit verhönt er in das spiel; 

Der gitig mocht sölohs ganz nit ertiden, 

So was es wider art dem niden. 

Je z*letst der nidig heischen mäüt; 
565 Nur damit er sim schalk sin bgeren büßt, 

Hiesch er^ daß man ein oug im näm 

Damit sin gspan um beid ougen kam. 

So sobantlich ist des nidigen art, (c üj) 

Sin leben allweg grimm und hart; 
570 Und glich wie rost das isen verderbt, 

Also das nidig gm&t ererbt 

Selbsverderbung, pin und schmerz, 

Glicb wi6 ein sdiwummdurehlöcherts herz. 

Dann ist heimlich nid erst laster und klag, 
575 Vor dem man sich nit h&ten mag. 

Der git vermeintem fründ ein stoß, 

VißT dem biwont, nert gl&t in der schoß 

Und ist kein bdser nid noch gift. 

Dann wann in schin eins ampts der trifft 
580 Und gwalt dem nidigen hanget an, 

So muß land und lüt zA stucken gan. 

Denn wer dem nit nachhengen will. 

Der kompt selbs unvermeint in 's spil, 



668 Wäger, besser, lieber. — 566 Als einst ein Neidiger und ein Geizi- 
ger Ton einem Fürsten eine Gabe gewannen, jedoch mit der Bedingung etc. 
«w daß dem andern noch einmal so viel werde. Acc. Cv int — ms so, eben- 
so. — 867 gspan, Kamerad. — Diese alte Fabel des Avianus findet sich aoeh 
in Bcm&ir's Edelstein (ed. Pfeiffer) p. lt>6 : « von einem ntdigen und einem gi- 
tigen.» 



200 



Salat 



Meng unschuldiger in angst und not, 

585 Dem armen entzuckt sin narung und brot, 
Dem riehen ufsatz in sin eer und^gät; 
Kein ding der weit me schaden th&t 
Und weger, von warem fründ ein wunden, 
Dann heimlich niders flatier, werd fünden. 

590 Hievon sind gar dick Ittt und land 

Gebracht in arm&t, angst, not und schand, 
Dann ab keim liden si bnügen thüt^ 
Vil ist drumb vergoßen br&derüch blUt, 
Verdorben künglich stammen und gschlecht, 

595 Vertruckt regiment, gut, Md und recht, 
üf erd keins dings noch wesens gschont, 
£!ein fromkeit noch wolhandlung blont. 
Durch dises lasters vermögen und kreft 
Ward Christus an stammen des crützes gheft, 

600 Gain sin br&der im blüt drumb touft, 
Joseph von sinen br&dern verkouft; 
Und findst des bericht in aller gschrift, 
Daß diß all andre laster (ttrtrifit. 
Und wo es je hat fürgang gnon, 

605 Müßt all polici zA stucken gon. 
Darumb man's nit sol träjen Ion. 

So dann heimlich nid besitzt ein land, 
FArt er ein gsellen an der band. 
Im gfründ und nächster nachbur ist,, 

610 Von im geborn mit bösem list. 
Der bringt nun bar den bodensatz 
Mit list, tri:^, pracht, böß tück und tratz 
Und ist die letst unselig tat. 
Dadurch dann land und lüt zergat; 

615 Vertruckt gricht, recht, all frommkeit gar, 
Das Ist party, des nemend warl 
Sobald die bi einer burgerschaft ist — 
Hat gseit unser lieber herr Jesus Christ, 

596 gschenDt. — 597 blennt . 



686 entzücken, rauben. — bsö ufsatz, Nachstellung. — ^oeförtfe • 
fen, übertreffen. — eoifurgang nemen, einreißen. — eis party, Partheloß»' 






BUEGHLELV. 201 

Das commun maß fallen und mag nit gstan, 
620 Hat sich allweg also finden lau. (c m.) 

Dann wann obgseite ding erstanden, 

So wirt party stark gnan zA banden, 

Entsprungen u£ eergit, nid und nutz ; 

Darzü setzt man dann mit zorn und trutz, 
6»5 Wütent glioh wie unsinnige thier, 

ünangsehen, was man mit verlier. 

Man zeichnet sich uß mit färben und gschrei, 

Fingerzeigen und zeichen mengerlei. 

Mit kib und bosheit dergestalt, 
6S0 Daß land und lüt drumb z'boden fallt ; 

ündertruckt und zuckt Ordnung, gricht, recht. 

Der sterkst wirt herr, grechtigkeit knecht ; 

Wann dann grechtigkeit von landen wirt gnan, 

Thät's glioh wie in mörderhülen stan. 
635 Dann als zu Rom ir burgerscbaft 

Ward mit ufrüriger party behaft, 

Silla und Mario wider einandem waren, 

Catilina thet Sentorii faren, 

Ouch Gioeroni dem wisen man ; 
640 J. Gesar facht Pompejum an: 

So bald kam Rom in angst und not, 

ünzalioh vil wurdend geschlagen z'tod 

Und unmeßig bürgerlich blüt vergoßen. 

Derglich ist's andern ouch erschoßen, 
645 Dörfent nit von wit bar reden noch schriben. 

So wir unser zit in gedechtnuß hüben: 

Wie JenoWj Meyland, derglich vil stett 

Kein herr gestürmt noch gwonnen hett, 

Wo si nit selhs partyesoh wem gsin, 
650 Ein party im herm zu setzen in; 

Welch parten dann allein uß obgsagten dingen 

Mit gelt zu wegen warend z'bringen, 

Uß dem dann so vil Übels kund. 



6to kiby Streit. — es« Mörderhöhlen. -~- eu fären, nachstellen. — 64o an- 
fechten. — eu erschoßen, bekommen. 






1 



202 Salat 

Ein part, da grechtigkeit wer ir gründe 
655 Das wer ein göttlich» biUich ding, 

M&ßt man nit entsitzen misseling; 

Aber die, so uß git, nid erkooft harkund. 

Die stoßt irn anbang mit andern z'gnmd ; 

Wcrdent stett, land, iüt, gricbt, recht als feil 
<6o üfgrArt und ja schier gschenkt zum teil. 

Glich als da Jugurta sim unrechten pracht 

Bi *n Römern mit gelt ein fUrgang macht, 

Reit wkier von Rom, kart um gen der statt, 

Die er zwiträcbtig gmaehet hatt 
665 Und r&ft : Rom, Rom, du bist feil I 

Wer gelt gibt, bringt dich umb eer und heil I 

Et cetera bi andern communen mee, 

Sind all kon in angst und wee; 

Das dann ist klarer, dann der tag. 
670 Noch man's mit umbstendeu lütren mag : 

Also ouoh die Gebelliner und Gwelfen 

Tbatend in selbs irs glQcks entbriftn, (c y.) 

und ist fiend schedlioher nie entstanden 

Italia und den welschen landen, - 
675 So in gebracht me ao^t und pin, 

Als die rottung 8rwelf und ßebellin. 

So ist in disem lauter das böst. 

Die deiro dann jede party siöh tröst 

Und in verkouft band iQt und land, / 
680 Darvon das gelt schon ingnoa hmi; 

Denen ist die herrschaft im herzen vind, 

Daß si so verrucht und närrisch sind, 

Verkoufend ir seel, eer,lib und göt, 

Machend über ir eigoen Üb die rät. 
685 Wann dann ^l<^r herr ingnipapt das" land, 

So nimpt er die gmaobet rät zur hand, 



6M da müßte man nicht Unglück (misseling) befürchten. — oes rei t, litL 
•^ M» des, davon ^ deßfaalb. — ero dazu mag man'a ^och mit fblgendem er- 
läutecB. ~* •19 thi^n iitk BeLbst un ihr Glück bringeir. ^ 6m binden ihrem 
eigenen Fleisch und Blut eine Rutbe. . . , •^ 



BuRGHLBm. 208 

stricht schaldigs, lidigs^ durch bank enweg, 

ünangseheD, was party man pfleg, 

Der nächst der liebst, niemant z jung noch z*alt ; 
690 Er spricht : wir band di£ lüt kouft und b*zalt 

und Wirt ganz nüt verschont der party, 

Die den herr harin hat zogen ttj ; 

Hat man in kurzen jaren gsehen, 

Daß es in Meyiand warlich bschehen: 
695 Ein herr uf anlaß darin kam, 

Sin part half, daß er d'statt innam. 

Die andern banniten müßtend entrUnnen; 

Da nun an den selben nüt me was z'gn/?ttnnen, 

Lagend s* ir party ouch abzuschinden. 
700 Als si an denen nit moohtend flnden, 

Ir mutwillig bosheit zu erzeigen 

Mit gut, kinden, wiber, was alls ir eigen, — 

Nüt was ußgnomen oder fry — - 

Da zwuDgend s' ouch jetz ir party, 
705 SoUtend inen nai^h allen mutwilligen dingen 

Suren zucker und süßen essidi bringen 

Und was si bübryen köndend erdenken, 

Si wOltend s' leeren partyen anhenken. 

Solchs ist dann der partyen Ion. 
710 Größer narren sind uf nie kon, 

Daün die diß laslors schuldig sind ; 

Was n^n sunst für la&^er zä banden nimpt, 

Hafc etwas schins gwünns oder lust. 

Allein in disem ist's alls umbsust. 
715 Si ftiUend glich mit den andern in strick, 

Ir ft*5ud wert nit ein ongenblick; 

So bald s' erlangend, was begert, 

Sind si mit Ir Widerpart am schwer!. 

Und was diß verderblich laster, party 
780 Für ein erbermlich mißhandlung si: 



<st l.i d i g leidend, unschuldlig ; durch bank enweg^ ehhe Uatersehied 
— «07 baanii, Verbannter. -* 69« wütheteii sie gegen ihre eigene Partei. — 
718 hat irgend einen Schein auf Gewinn oder Annehmlichkeit. . . 



L 



\ 



204 Salat 

Das lert uns die mAter erfarenbeit, 
So allen dingeo gibt gät bescheid, 
Und mag's begrifen ein kindsverstand ; 
Wie vil wir des nahe exempel band. 

785 Nun findt man nienen bi party, 
Daß dero gsin siend über dry, 
Die (wann si gsin) kein land möobt bst 
Wo man dann erst me, denn dri solt h 
Da wurd 's unmüglich sin uf erd, 

780 Daß solch comumn lang bstand han w 
In summa, wo sich party flicht in 
Mag ganz kein ftid noch räw me sin ; 
Sunder alls, so itlrgat und beschicht, 
Was man von einander hört und sid^ty 

735 Wirt alls uf fiendsohaft ußgleit» 
All handlung sich uf unräw treit, 
Und ist baß z'denken weder erzelen, 
Was jamers die partyen feien. 
Drum sollend weren jung und alt, 

740 So bald man merkt partyschen gstalt, 
Daß man s' vom land vertrib mit gwalt» 
Sußt wurd frid, recht, all fründschaft ka^l*' 

In Esopo wirt ein fabel gleit, 
Wie der fuchs zum kranken löwen seit, 

745 Der esel het weder herz noch oren. 
Also sind warlich obgemelte thori^. 
So sich steckend in partysch ungefell ; 
Man sing, sag, biet, th&, was man weU, 
So sind s'. so herz- und orenlos, 

750 Damit ir widerpart werd ein stoß, 
Hand minder verstand dann wilde gens, 
Wend obsich, nidsich, diß und Jens ; 
Ir thün und lan ist alls im trang. 
Damit ir anschlag für sich gang, 

755 Und wan's will kon zA übriger that, 

752 nidlzicli. 



748 legen, uusle^cen. 



BUBGHLEIN. 205 

Dann hilft weder bott, warnung noch rat, 

Verbot bi eid, eer, lib und gfit; 

Farend für in irm tratz und (Ibermdt^ 

Da ist dann erst d*saoh glegen an. 
760 Die glQbt und eid, so man hat than 

Gott voruß, darnach einer oberkeit, 

Die werdet veracht und von in gleit 

Und truckt man für mit gwalt darbi^ 

Als ob kein Gott, kein grechtigkeit si 
765 Und mög man eid nachlan, so oft man well. 

Nein, Gott ist nit ein solcher gselll 

Was man Gott verheißt, soU man leisten 

An €k)tt ist*s glegen am allermeisten; 

Der eid bi sinem namen hat than, 
770 Will er ihn kein andern abnehmen lan 

Der bapst muß dannzmal nebentsich stan. 

Wann aber st&nd des eids Substanz : 

«Ja, also helf mir ein fuchsschwanz ! > 

Oder « also helf mir min urhan I » 
775 Die mt^chtend dann den eid nachlan. 

So man aber schwert, nimpt Got zum zügen, 

Den niemand blenden mag noch trügen. 

Der nüt vergißt in ewigkeit: 

Bricht man sin schwur, bringt ewigs leid 
780 Und wirt's uf erd hie nit gestraft. 

Der Gk)tt, so kein heimlich wacht verschlaft, 

Wirt*s warlich keinem nimmer schenken; 

Was an in gzügt, des wirt er denken ; 

Wie er bi Davids ziten than hett, 
785 Drijärigen hunger er schicken thet. 

Als David mit ernst des nrsach thet frag, 

Von Gott ujfeeheben die plag: 

Fand sich das durch Sauls unbscheidenheit 

169 den. — 799 schnuor. 



T8S was bei seinem Namen bezeugt, geschworen warde, daran wird er 
denken. — rsi u. fif. II. Samuelis il. — tss unbescheidenheit, Ungebühr- 
lichkeit. 



206 Salat 

Der an Oaboaniten Josues eid 

790 Hat broohen^ und d' straf sich nit wurd enden 
Bis man den eidsk^uch mit bt&ß thet wenden. 
M&ßt drum sterben was mansnamen hatt, 
Von Saul geboren, do ward Gott satt. 
Hett Saui erst brechen sin eignen eid, 

795 Wie war man dann kon e& angst und leid, 
So er eins andern so sur maßt erarnen? 
Eidsbruch Sedechie land üch warnen, 
Den Nabucbodonosor bracht z& nöten; 
Saloman ließ Semey ouch tödten. 

800 Diß laster Gott nimmerme nachlat; 
Ob 's schon ein zit lang mdssig stat, 
Wird's doch uf's letst gestraft mit der stund. 
Herr Saul thet mit sim schwur ein pund, 
Daß niemand spis noch trank innäm 

805 Bis er mit dem fiend zu endschaft kam; 
Den schwur sin sun unwüßenlich brach, 
Des kamend s' all in ungemach 
Und müßt das volk zamentlich fQrstan, 
Sunst hett Saul Jonathan tödten lan. 

810 Ja beiden, Juden, all nationen 

Zum höchsten thünd ir eidspflicht schonen, 
Verschribne, geistliche und weltliche recht, 
Land s' nit ungstraft, halt 's gar verschmecht, 
Wo jemand bricht und schwecht sin eid. 

815 Dann — merk man eigenlich uf den bscheid I — 
Bapst, keiser, küng, all regiment 
Allein uf eid und glouben lendt; 
Grechtigkeit, kouf lüt, all handlung gar 
Ja die sacrament — des nement war — 

820 Ist *aUs ersetzt uf eides pflicht. 

Wo er nun dannen gnon und bricht, 

803 Hör Sau]. 



796 erarnen, entgelten. — 797 Reg« II, 25. — 799 Reg.I, 2. — soo nach- 
län, yerzeihen* — «os I. Samuel. 14. — 803 und maßte das gesammte Volk 
dazwischen stehen, ihn beschützen. — si? 1 enden, zielen. 



BUEGHLEIN. 207 

Da ist all ding umbsunst und vergeben, 

Kein grechtigkeit noch ordenlich leben; 

Sunder ward dann der sterker beer, 
826 Ungeachtet witer bscheid und eer 

Dnd m&ßt all ding zä stucken gan, 

Dann das fundament ward dannen than. 

Wo dann der eid also nQt me galt, 

Gwan's ein schützlich, erbermlich gstalt, 
830 Verdarb gricht, recht, regiment, land, Itit, 

Schand, schaden und armüt ward ir büt; 

Hunger, not, angst, Jammer, sampt todschlag 

Nament stark fürgang mit herzlicher klag; 

Und ist zu erzelen müglich nit, 
855 Was eidsverschmäliung elends git 

An seel, eer, lib, wib, kinden und g&t, 

Hie ewig schand, dort helleglüt. 

Welchs alls ein jegUch verstendig man 

Vil baß verstan, dann ich's melden kan, 
840 Was disen dingen me hanget an: 

Drumb ich's dest' kürzer begriffen han. 
Nur vertruwen und hoflfen in eigen macht — 

Wan all weit und jeder den andern veraoht 

Von nöten, daß man's wol betracht; 
845 Senat und Väter dannen stellen, 

Ir authoritet uf d' Jugend feilen. 

Mit fliß, was es bring, betrachten wellen. 

Daruß dann kund das monstrum ergit. 

Was schändlicher handlung daran lit 
850 Nit fürzügan ist an der zit; 

Ob dann fürtrifit der eigennutz. 

Ein landverderblich, grusamer butz, 

Eund er z& gang, hilft me kein trutz. 

heimlicher nid, bistu im land, 

841 dess. — 843 man. — 849 lüt. — 851 ergen nutz. 



8» y ergeben, vergeblich. — 8S4 sondern da wurde der Stärkere Herr. 
— 881 büt, Beute, Lohn, — 86ofürgän, übergehen, außer Acht lassen. — 
Ml für treffen, vorwiegen. — tsj butz, Gespenst. 



L 



208 Salat 

85& Hast ailweg bracht eilend und scband, 

Wo man dich nit zitlich überwand! 
Uß obgmeltem blüst erwüchsen partyen; 

Ob die in Übung und ftlrgang syen, 
' Muß wib und kind hOchsts mört drum schrien I 
860 Wir tröstend uns uf frid und eid; 

Wann uns entfürt wird ir bescbeid, 

Ist nit zu erzelien unser herzleid. 

Darumb nun o all jung und alt, 

Am ersten die oberkeit und gwalt, 
865 Damach die gmeinen, Jüngling und man, 

Legent luter ougenspiegel an! 

Sehent daruf die eerlichen frowen, 

Und wer erfinden kann und schowenl 

Land uns mit höchstem fliß druf wachen, 
870 Ob jetz gemelte laster und Sachen 

Wöltend schlichen in ein Eidgnoschaft;, 

Darvor zu sin mit all unser kraft I 

Dann warlich uns war bas zu vertragen. 

Daß alle fllrsten wider uns lägen, 
875 Dero möchtend wir uns vil bas erweren. 

Drumb land uns höchsten fliß ankeren, 

Daß man die Sachen nit versuml 

gent den verderblich dingen nit rum, 

Tribent s' uß mit rüten, spießen, Stangen 
880 In ansehen, wie *s ander lüten gangen! (d.) 

Nent anstoß an frömbder communen schaden, 

Bi zit thünd üch der bschwerd entladen! 

Dann warlich, wann oberzelte stuck 

Eument in Übung, gang und truck, 
885 Werdent nachglan in unserm land. 

So kumen wir all in laster imd schand. 

859 u n d fehlt. — 864 erbcrkeyt. — 879 raten. — 88J euch. 



857 blAst, Blüthe. — sso mort, hier Ausruf «Wehe». — m« ougen- 
spiegel, Brille. — ssi anstoß, Warnung. — sm in druck kommen, in 
Gewohnheit kommen. — aas nachlan, zulassen. 



BUEGHUEIN. 209 

Dann darfOr sind wir ganz nit quit, 

Was andern gschadt, das nützt ans nit. 

gedenkend trüwlich wib und man, 
890 Wie wurd's uns so herzlich übel gan, 

SoUtend wir kon in ein andre handl 

Wir sind verhaßt me dann kein land 

Allein umb unsem frien stand, 

Und verzeigt bi allen nationen: 
895 Der seit von tugaten, diser von krönen, 

Dem band wir diß, disem das gethan. 

Ein jeder wurd ein ansprach han 

üf uns, sA rupfen, schinden und püten, 

Wirs ist es gangen nie keinen lüten, 
900 Man wurd uns durch die knüttel jagen. 

Wir band gewont fri herrlicher tagen, 

Sind all gsin vogelfri und herren; 

Das wurd zii gröstem zwang sich keren. 

Darumb uns für not, sorg zu han, 
905 Unsers Unglücks fröwte sich jederman. 

Zum uns zii hilf allmechtiger Gott, 

Laß uns nit werden zfi schand und spott! 

Das wir vilicht verdienet band. 

Drum land uns thün stark widerstand 
910 Und ob diser laster eins oder mer 

Hettent bi uns gang und inker: 
• So bruch man gwalt, Vernunft und witz. 

Daß man s* zu stucken schlah und fitz; 

Und in keinswegs nit ufgai\g laß! 
915 Dann wann dero eins findt weg und straß. 

So schlichend die andern flux hernach; 

Drum rüdt man s' uß mit straf und räch, 

Unangsehen, wer b'inen stand I 

Weger ist ein hus, denn ein ganz land 
980 Verderbt, zerstört und undertriben. 



887 davor sind wir durchaus nicht sicher, frei. — sw püten, Beute ma- 
chen. — 89» wirs, schlimmer. — 900 durch Spießruthen jagen. — 00a vogel- 
iri, frei wie der Vogel. — eu ufgang, Aufnahme. 

Baeebtold, Hans Salat. 14 



L 



210 Salat 

Bi zit sich uß dem eilend g^schibenl 
Ich bitt, mengklich wöU denken dran! 
Uns warnt fremd, heimsoh, wib und man, 
Einer in zorn, der ander uß gonst, 

986 Uns warnt himmel, erd, der gierten knost, 
Fründ, flend, natur, das bös und gilt; 
Der herr Sott zeigt uns ouch sin r&t, 
R&jft, stupft, mant^ ih&t vät^lich zeichen, 
Von Sünden uns zu ihm ze weichen. 

980 Drumb^ so wir dise ding übersehen, 
Uns darnach etwas solte bschelien, 
Sprach alle weit, verstendig ilhd schlecht: ^^'^'^ 

Dem unsinnigen, touben volk bschieht recht 1 
Milßtend den spott zum schaden han, 

985 Wurd z*ritter an uns jederman. 
Drumb so man flißig wachen thdt, 
Reich jedes nun im selb zu g&t 
Und ob man möcht finden und erkl&reu, 
Daß gnennte laster vorband^ wären, 

940 In einer Eidgnoschaft wurden brucht: 
wee, so hett wk übel gstruchtl 
Sind si bi uns und lat man s* triben, 
So mögend wir nit me Eidgnoßen bliben; 
Hat man si lan in ftbung kon, 

945 So erbarm's Gott in siner gnaden thron! 
Darf dann nun niemand anders denken, 
Der mantel lat sich nit me henken; 
Wann ir schon werent die wisesten lüt, 
So wurd's doch Gott gstatten nüt. 

960 Der handel, so all weit bracht hat umb, 
Wir sind ouch in derselben sumb, 
Und werdent ein tirten machen lan; 
Ach herr Gott, wie söll's uns ergan! 
Hettent wir enAAt die not und klag, 

955 So wer uns weger der letste tag 

987 ydes. — 945 synr. 



987 reichen, gereichen. — »u struchen, straucheln, zu Fallö komm 



BUEGHLEIN. 211 

Und man uns all eiosmals yergr&b, 

Dann dafi man sölich laster &b! 

Drumb seh man uf gar flißigklich, 

Ein jeder Eidgnoß erinnre sich, 
960 Ob er in disen dingen het schuld; 

Daß er s' kein stund nit uf im duld! 

Dann uns vil weger des todes pin, 

Weder anders, dann Eidgnoßen sini 

Nun mag*s keinswegs bi einander stan, 
965 Man muß warlich eintweders lan, 

Daß man für mit dem andern kumb: 

Jetweders stürzt das ander umb: 

Keiner mag ein Eidgnoß sin hiemit. 

Die laster und bschwerden tolent's nit 
970 Und dissoniert einander so fast, 

Als finstere nacht und sonnenglasl. 

Deßhalb erman ich üch allsamen, 

ErkeDnent loblich harkomen und stamen 

Und was inhalt der Eidgnoschaft namen, 
975 Unser friheit und eramten stand I 

Schland uß all Üppigkeit, laster, schand, 

Ermeßent und haltent eid und pünd. 

Daß wir eidguannten und ewig fründ 

Mögent hüben und bi 'm Vaterland 
980 Werdent bh&t vor Zerstörung, sünd, schand; 

£ument in reeht trüw und einigkeitl 

Obgmelten laster werd widerseit 

Und blib in wesen ein Eidgnoschaft 

Bis zA. end des sechsten alters kraft I — (d ly.) 

985 Verlieh uns das, lieber herr Jesu Christ, 

Wirdiger, lieber Joannes baptist, 

Und der, so üch beid an hat gredt 

Als dich Joannes toufen thet! 

Gdt's werd druß, wer uns übel redt ! 

974 Eydgscham. — 976 Üppigkey. — 987 euch, 



909 tolen, dulden. — 988 wesen, Stand. 

14* 



212 Salat 

990 herr öott, durch din macht und kraft 
Enthalt ein lobliche Eidgnoschaft I 

Joannes Salat zA Lucem. 



Dieses Büchlein kannte man nwr noch aus einem Oitat in Hai- 
lers Bibl, der Schw. Gesch. F, 1^ (Nr. 468). Im Anzeiger für 
Schto. Gesch. 1874 Nr. 4 hielt ich öffentliche Nachfrage undtourde 
am ö. April 1873 von Herrn Dr. A. Göldlin von Ti^enau in Wien 
mit der Anzeige überrascht, dass sich die Schrift Salats a'uf der 
b. b. Hofbibliothek in Wien befinde. Dwrch die freu/ndUche Ver- 
mittlu/ng von Herrn J. Maria Wagner gelangte ich au einer genaiten 
Abschrift. Das Wien&r Exemplar, das bis auf weiteres als Unicum 
betrachtet werden muss , enthält 34 Seiten in 8®, die Seite zu 26 
Zeilen mit der Sign, aij — diij^ mit der Jahrzahl 1337 ^ ohne Druckort 



1 




m i^lpt\ mm ß^h 



von dem zug, fo befchehen von einer loblichen Eidgnofchaft z4 
künigklicher majeftat uß Frankrych in *s Picardy des 1543. jars, 
euch wie der künig den keifer abtriben und Landerfy* gefpist 

hat. 

In der wis wie das fröwlin uß Brittannia. 



Jesu Ghriste reine, 

wir rufend dich trülich an, 

dann du bist der alleine, 

der uns sol byestan; 

d' wil es uf erden so übel gat, 

trüw, liebe, bund und glouben 

keiner zum anderen hat! 

Bi armen und bi riehen 

hat untrtlw überhand, 

künig, keiser, all fürsten deßglichen 

halt keiner sins gloubens stand; 

als sich dann jetz hat sehen lan, 

wie Garolus der fünfte 

dem künig uß Frankrich hat than. 



2,7 ihon. 



* Landrecy. 



214 Salat 

8 Ein vertrag haltend s' gmachet, 
solt wären zehen jar, 
des mencher kriegsman nit glacbet, 
entschloßen den friden gar. 
der keiser hielt in nit ein stund; 
wie der gemacht und brechen, 
ist aller weit jetz kund. 

4 Im driundvierzigsten jare 
rüst sich der keiser uf 

mit großer macht und schare, 
mit sampt Hyspanier huf 
und großem geschütz uf Gäldren hin; 
wenn er das selb land gwinnet, 
so muß es denn an Frankrych sin. 

5 Der handel ward offenbare 
dem ktinig uß Frankenrych, 
Carolus für uf in dare, 

des möcht er versehen sich; 
do ließ er schnell sin botschaft gan 
gen Baden für die Eidgnoßen, 
zeigt inen den handel an; 

6 Und was sin bitt und meinung 
um zehen tusend man, 

nach lut unser vereinung 

allein sin land zu bhan; 

sins Schwagers wolt er warten mit beer, 

den er keinswegs wöll letzen^ 

sunder stellen in gegenweear. 

7 Des ist man ü willen worden, 
erloubot mit einhelligem miit; 

4,7 e s fehlt. — 5,5 gon. — 6,3 nocht lat. — 6,5 Lilieoeron : syns sctiwagers well er 
nit warten her. — 7,2 eimheiigen. 



8,1 Zehnjähriger WaffeDstillstand zu I^izza ,1558 geschlossen. — 8,4 Sie 
beschlossen, den Frieden durchaus zu halten. — 6,5 Franz T. mit KarPs Schwe- 
ster Fleonore yermählt. -~ 6,6 letzen, schädigen. 



J 



Lied vom Zug in die Picardk. 215 

ganz fti nach kiiegschem orden 
sechs- und drißig fendlin g&t 
biacbtent s' um Bartolomey an 
von frommen Schwitzerknaben, 
gar manchen stolzen man. 

8 Also sind wir hinzogen 
meng heid und wite land, 
krumm wie die kreien gflogen, 
bis daß wir vemumm^i band, 

den keiser in Hftnyg5w ligen stark; 
hat uns der kOnig lan f&ren 
in sin land uf sunder mark. 

9 Sind also gen Maria kummen, 
ein flecken in Pickardy; 

do lernt man lermen kennen 
und wachen ouch dorby; 
der Send wolt sich sehen lan, 
zA Landersy in Hänigow 
Do woltent s' ir läger han. 

10 Die hat der kOnig gewunnen, 
vor jaren ouch gnummeo in; 
als er darvon ist kummen 
Seiend s" wider zum keiser hin; 
darüber er s" wider gwunnen hat 
und stat der ganz kriegshandel 
an Landersy der stat. 

11 Die meint der keiser z* gwinnen 
und satzt dran all sin beer; 

die frommen kriegslQt drinnen 
thaten in stark wider weer; 
dem künig band s* züschriben lan, 
wenn er s' mög wider spisen, 
so Sechen s* all weit nit an. 

7,3 noch. -- 8,3 kryeD. — 9,5 loo. — 10,4 fteleDd. 



9,1 Maries im Departement Pas de Galais. 



L. 



*16 Salat 

IS Do man's dem ktlmg thet sagen, 
do ilt er und was nit laß, 
dann im gar vil ist glegen 
am selbigen starken baß: 
diewil er Landersy mag bhan, 
mag er in 's Hänigöw züchen 
und stund all weit doran. 

18 Dorumb ouch Garolus zanet 
und thfit im im herzen wee, 
hat Landersy stark gmanet 
ob er's möcht haben mee 
mit stürmen, gelt, gschütz und ander list; 
noch m&ß er's dem künig laßen 
und wenn's im ein liden ist. 

14 Dorum der künig bschicket 
der Eidgnoßen houptlüt all, 
den handel in entstricket 

und daß es jetz war am sohnall: 
zu Landersy brest spis und win; 
wenn er s' nit bald versähe, 
müstend s' d'stat geben hin. 

15 Mit höchster bitt und begeren, 
man soll im thün bistand, 
daß er s'Landersy mög weren 
und bhalten in siner band; 

er wolle niemant kein schaden thün 
an s'keisers land und lüten, 
im gschreyen ouch nit ein hün; 

16 Sobald er d' stat gespiset hett, 
so wölt er wider darvon, 

das er wol z'wegen bringen wett, 

i3,3 LiL: gmachet. — 14,7 muostend. — 15,1 bgeren. — 15,3 wären. — 16,3 wölt. 



18,1 zanen, zennen, knirschen. — 14,4 daß es jetzt am Losschlagen sei. 
— 14,6 bresten, gebrechen. — 15,7 gschreyen. schreien machen. 



J 



LoED VOM Zug in die Pigardie. 217 

verlieren ouoh nit ein man; 
ouch thiüj er sim zusagen stat, 
sin land und l(lt zu bhalten, 
wie or's versprochen hatt. 

17 Des wurdend im zu willen 
die houptlüt^ als ich sag, 
zugen do hin in stille 

uf Simon und Jude tag, 
zwen hufen stolz und starch von band; 
zd Kamarsy schlfig man 's läger 
ins herren von Wamdame land. 

18 All hufen fflrt man zammen^ 
uf achzig tusend stark; 

die reisigen mit nammen 

die ließend sich uß der mark, 

machtend lermen uf s'keisers läger hin; 

indem ließ der künig fären 

spis und trank in d' stat hinin. 

19 Der keiser was ouch kummen 
von Wamwys zu sinem heer; 
als er das hatt' vemummen, 
do bleib er im leger nit meer ; 
vermeint zu weren spisung der stat, 
noch muß or 's dem kttnig laß^, 
mit gwalt er s' gspiset hat. 

80 Das hat den keiser verdroßen, 
ruckt ab mit siner macht, 
wolt über die frommen Eidgnoßen 
mit schweren und großem bracht; 
zoch über uns uf aller heiigen tag, 
überhöchten uns uf einem berge 
so gegen Ischadtium Eamarsy lag. 

16,5 oneh tbuot ers. Die Verbesserung ist von Lil. — 18.) starcb; 4 Lil. liefend. 



16,s anch halte er seine Zusage fest. — 17,? Vermandois. — 19,i Wam- 
wyß (rar. Wammyß) nach Lil. wohl Quesnoi. — 20,t le Chftteau Cambresis. 






218 Salat 

» Zwo Ordnung thet man stellen 
im witen feld bi 'm gschQtz» 
gsach Karle imd sine gsellen, * 

ducht sie, inen wfir nit nütz 
sich herab zA uns in boden z'lan; 
sie hattend uns emboten, 
Gölten zA uns uf *s morgenbrot kon. 

s> Sie thaten sioh winden und wegen 
an allerseelMitag 
thaten sioh meohtig biegen 
am Samstag und do er lag, 
und zeigten iren hufen dick und breit, 
bi hundert tusend mannen, 
band uns die gfongnen gseit. 

88 Thatend allgmacb zA uns rucken, 
als wöltent s' uns grifen an; 
das gschütz thet in sie jucken, 
bi dem wir theten stan; 
d'Eidgnoßen gaben ein starken scbiaTmutz; 
sie bettend uns gern angriffen^ 
do schmackt inen nit der butz. 

M D^ berg thaten sie schneiten, 
zugen wider hindersich, 
forchtend, man spant in d' saiten> 
so Ion ich's bedunken mich; 
sie betten uns gern ein sohreckbötlin than, 
meinten, wir selten fliehen, 
so wärent s* gwiß nacher kon. 

S6 Am samstag sind s* umzogen, 
si zugend wider und für; 
ir anschleg hat s' «betrogen 
in was vermacht die thür; 

33,4 ston. ~ UjZ zseilen. — 34,7 nocherkon. 



28,1 sich wegen^ sich in Bewegung setzen. — 24,i schneiten durch 
einen Verhau verschanzen. 



Lied vom Zug in die Pigardie. 219 

do das der kOnig hat vernon, 
hat er mit unsern oberen 
ein anschlag zehanden gnon; 

26 Und inen zum höchsten danket 
ir trüw und ghorsamkeit, 
deshalb der keiser schwanket, 
Landersy in wider breit; 
nun wöü er sin schwager bsüchen nit, 
daß sin will sei erstatet^ 
witer wöU er nun ziehen nit. 

87 Und mentags gegen tage 
so soll man rüstig sin, 
der fogel sei im schlage, 
nun wöll er wider do hin 

uf sin gwarsame und eigen land; 
den keiser heig er abtriben, 
Landersy gspist mit gwaltiger band. 

88 Also sind wir ufbrocben 
und zogen uf Gwyssne an 
mit wenig trutz und bocben 
im hufen fln darvon, 

gen Assi in Wamdoma, s^künigs land, 
daselbst hin sind wir kummen 
mit fröuden on alle schand. 

89 Dem künig ist verlangen, 
darumb er krieget hat, 
hat Lützelburg empfangen 
gwunnen oucb land und stat, 
ouch Landersy gespiset mit gwalt; 
man ist im z'willen worden 

in allem, das im gfalt. 

36,6 weU Statt will. — 29,1 verlanget. 



28,1 Verderbte Stelle, nach Lil. etwa : uf Guise an ; 5 besser Cussi, Goucy 
in Isle de France. 



L. 



"^ 



220 Salat 



80 Nun bat man mumsohanz gworfen, 
wie es g&t französisch ist: 

wenn sie unser nit me dorfen, 

so iießend s* uns fuien im mist; 

zA Assy uf sant Otmars tag 

hat man uns urloub geben, 

ist mengs frummen kriegsmans klag. 

81 Des send s' inen nit vergeßen 
ir firummen kriegslüt gar; 

wer dobeim bab trinken und eßen 
der neme nit kriegen warl 
dann d'fürsten und herren band den sit, 
wenn *s unser nit me dörfen 
wunstend s* keim kein pfennig nit 

8k Darbi wend wir 's lan hüben — 
verliehe uns Gott macht und kraft I 
und uns widerumb schiben 
in die lobliche Eidgnoschaft, 
die Gott haltet in siner pflicht. — 
Zft lob den frommen Eidgnoßen 
hat Hans Salat uns das gedieht. 



Von dem vorstehenden Gedichte sind 2 Ausgaben bekcmnt: 
1) Ein htlpsch nüw \ Lied von dem zug so beschä \ hen von ei- 
ner loblichen Eydgnoschafft, \ au Kimigklicher Majestät vss Frank- 
rych, ins Pi \ ca/rdy dess 1543. Ja/rs^ ouch wie der Kvmig den \ 
Keyser abtriben vnnd Landersy gespysst \ hat. In der wyss wk 
das Fröw \ Un vss Brittannia. Darunter ein Holzschnitt^ auf wu- 
chern man im Bintergnmd Bäume und gewaffnete Krieger sieht; 

30,4 müst. 



30,1 mit falffchen Würfeln gespielt. 



Lied vom Zug m die Pigardie. 821 

im Vorder- u/nd Mittdgnmd liegen die ErsMagenen, deren vorder- 
ster einen Schild mit dem Reichsadler neben sich hat. Die Verse 
sind nicht abgesetst, das Ende derselben jeweilen durch \ bezeich- 
net ; fiiflr jede Strophe ein neues Alinea. Das Gedicht beginnt auf 
der Rückseite des Titels u/nd füllt genau 7 Seiten, so dass der 
ganze Druck 4 EU. 8^ unfasst. o. 0. u. J. — Diese Ausgabe, die un- 
aerm Text %u Grund liegt, bandet sich in einem Sarnmelbande, im 
Besitz des Herrn Pfarrer Adolf Sarasin in Raset. Die Lettern stim- 
men ganz mit denjenigen des Berner Druckers Sigfrid Apiarius 
übereiny von welchem im gleichem Bande zahlreiche Stücke vorkom- 
men, mehrere vom Jahre 1563 datirt. Warum Liliencron IV, 236 
Aan/m. diese Ausgabe, die von ihm nicht benutzt wurde, erst iris 
Jahr 1S90 setzen will, weiss ich nicht. 

2) Ein hüpsch Med vom zug, so beschehen von einer Loblichen 
Bydgnoschafft, zu Küniglicher Magiestat in Franckreich, inss Picar- 
dy dess 1343 jars. auch wie der Künig denn Keyser abtriben vnnd 
Landersyn gespyst hat, in der wyss wie das fröwlin auss Brita- 
nia. — Am Ende : Getruckt zu Zürich, bey Rudolff Weyssenbach 1598. 
4 Bll. 8^, mit Titelholzschn. — Weller, Ann. I, p. 37 u. 11, ö02. — 
In der Berliner Bibl. Ye 52öl. Neu gedruckt bei Liliencron IV, 
Nr. 802. 

Die Singweise des vorstehenden Liedes ist das Fräulein von 
Britama: ^Nwn wöü wir aber singen», (bei Liliencron Nr. 180, b). 



L 



III. 



Anhang. 



i . * . 



1 i 



^annast im hüt 
Tribt Übermut, 
Tbiit gar nit gut ; 
Es straf dann d'rAt 
Das unrecbt gät 
Und elend blüt 
Mit scbwert und glüt, 
Das Gott gwüß thAt! 

Uf die fchönen poppen * des „fpnichs von dem krieg zwü- 
fchend den fünf orten und andren orten der Eidgnofchaft" glimpf- 
liche Verantwortung, darin du ouch den andern teil verhören und 

gruntliche warheit verfton wirft. 





aeber leser 11s micb, 
Salz zum Salat heiß ich! 
Ermiß den handel wol! 
Gott weißt, was Yolgen soll. 
Der scbüßt gar wit vom zil, 
Der sin eer Sterken will 
Mit ander lüten scbmach, 
Sin unfal ist im nach. 
Drumb r&m dich nit ze vil, 
Din bochmüt hat ein zil I 
Mt vil rimens kan ich. — 
Gott ist grecht, lüg für dich! 

Anno 1532. 



^ Großhansereien. ^ Poppe eigentl. Schwelger, Großsprecher; «große 
poppen sagen » ist soviel als Großsprecherei. Vrgl. Wackemagel in Pfeiffers 
Germania V, 846; Frisch D, 66. 

Baechtold, Hans Salat. 15 



L 



. l. 



J 




e »ttiv%rtx€^ ^^S%^ ^^^^% %^^^^ ^^^^^" 



Ich hett mich nie versochea, daß jemands u£ unser Eidgao- 
Schaft immermer understanden hette, unsem großen und schwe- 
ren Unfall mit so schmechlichen, uflüpfigen, vortheiligen und 

5 tratzlichen Worten zu beschriben, als aber der Salat von Luoem 
gedören hat, der erst damit hat wellen die fünf ort vereeren ; sam 
das weiß was großer eer sige, die nit on besunderbare große schand 
biderben lüten ufgericht, oder ob ouch die erbarkeit in den 5 
orten an semlichen spätzlen, ufreizen, lesteren biderber orten und 

loufkratzen der kum erst überwalleten wimden lust habe. So ich 
doch vil mer gloub, daß im weder von sinen herren von Lucem, 
noch von den überigen orten ützit bevolhen sige, noch si einiges 
gefallens an semlichem unrat habend. Und ich zwaren hette wol 
mögen schwigen, wo mich nit bedurete die groß schand der erheben 

15 orten, damit si bi allermengklichen in allen denen landen, dahin 
diß schmechlich schriben durch den truck verschickt und gelesen 
Wirt, gelestert und geschendt wurdent ; noch ist der Salat und sin 
gedieht nit wert, daß im von erheben stetten oder statthaften lü- 
ten geantwurtet werde: dennocht wird der spruch hin und wider- 

so getragen und möcht villicht einfalte, biderbe lüt bereden, daß si 
gedächtind, was seellosen, verruchten, schantlichen und nütsöUen- 
den Volks wir wermd. Dem fürzekommen, hab ich mir fürgenom- 
men, kurz ze antwurten, als ein armer, einspenniger gsell, dem 
von niemands nützit bevolchen ist ; hofT aber, so dem Salat gepürt 

25 hat, vortheilig mit den hendlen umbzegon : gepüre mir, die war- 
heit ze sagen, und biderber lüten eer schirmen ; wiewol ich vil 

3 var. inwoner statt immermer. 



4 uflüpfig, sich überhebend; vortheilig, überrortheilend. — esam 

als ob. — T neißwas, ich weiß nicht was. — » spätzle, Spottrede. 

10 überwallt, mit einem Schorf bedeckt (Frisch II, 420), vernarbt. — it fitzid, 
irgend etwas; nützid, nichte. — n seellos, unmenschlich. — ttfürkom- 
i&en, vorbengen. — n einspennig, schlicht. 



L 



lieber {:el)ept yoü uuseris allgeiiieioen . yi^terlgn(]i$ w^^^i .f ^ ,di 
gedieht nie getruckt were. . So ea ^er getruckt ist» will, ich, die 
warlieit sagesw wie eich 4ie ding verloufep, uieman^s tA Ijleb npdi 
zu leid» spnder alleia der warbeit ua4 biderbeQ Uitea, zA gätp. 

5 YjiUicbt hat Salat demrimen^ als ein tütscber po^t, .^jg^b^^ oder 
er bat wellen sprechen wie ein andrer . frigheibbi^^. der ßicVsp^t 
und gai: verscbempt hat. ' .,. . .,, .\! .j 

Welcher ein. hjstorien schriben will, soll ynpartyisch schriben, 
einfaltigklichen und trüwlichep, wie sich d-ie sach zu beicien t^ei- 

10 len verloufen hat. Er sol ouch die warbeit nit anders ßürj^en 

oder verstellen, dann wie es die sach an.iro selbs verxnfÄi.pß^ 

so du Salat das gethan oder aber gar nit geschribenI|^t^est»:^ero 

dir haß angestanden; bettest, ouqh die fronmien y()ß ^tjjjpch und 

. von Bern sampt andren eerlichen stetten, Bjasel, Qolotbujifl^ Scba^iu- 

i5 6en, Sant Gallen, MüUhusen, Biel etc, ungeschinützf uadvi?^^ 
veracht g'laßen ! Dann jetzund lüg^ we ünbiljicb 4^ ine^Q dfD,«P' 
laß des kriega in einer summ erzeilest, ,mMi habe ,Uf|li,.JMg|rJ^ 
und jar verachtet blüthOnd, klotzen, tanrigrotze^ mi ^J^^P' 
nempt, go^tlQß geheißen und. iferedt; einer, der Vt yicji ?Ä,«j^^" 

20 fen Ikabe, sige beßer., dann der hoch von 8U)ep^ saoif f^^pf ^U J^^^ 
Und wohin nun dise unzüchtige, uuerbare wort in, ff;öi^g% 1§^*^ 
gelesen werdent, was soll ein bidenna^, der dis^r^dingep ^*' 
lieh nit berichtet ist, über die eerlichen,steiA gedijpk^^^^^ 
si selbs also.geredt, so ist es ze yil;,hftDd si bespnfieriljei;?^®" 

25 gehest, .die es geredt und si iiit ge^irafl^; ,^^o i9^M<^^ 3'^^ 
Die stett aber habend üch nie veracht, und je u^^f.lpri^Jif'' 
werd gehaltep, band if lil^ und gut jzü.tlcb ^e^et?f;^J»^ ®* 
under üch band sich selbs veracht gemaciit, daß fii ?i^,F? r®" 



ftiTBteu und .t^roeu lMibend,pit(geit i4e|x;in die, Jpe^aff; W 
sodanaenW yiUiqJit c^r.grua^ lyim if^lüjiiHi^. ei;w;a<||?f»!'^ai^ 

rftmand sich, doch gelhs :ttww,etij^., §ta;rke,^otze'^.''^i; tÄ'^I 
\, Aven. jijof)zsnd.!un4,s(j^iepjd päit Jui)el,:^ 'j^9 kl^'fr^l-^'^.^'*''^ 

dan^ de,r Ta)plBgJJot?^, l/^aß Wjel]^d,ir,,dpij,.*f ,flR9f[/^'^ 
w;89}t(dtea^,. d«s , ir tOp ^dwe^ m^9l^^u^,,;jrib^||; Jffl nP^^ 

gnot und gar, ganz nnd gar. — » nngeschmütit, nnbes» f 



Salzzdh Salat. 22t 

' wte im w^Ile, 60 Ist doch das gwüß, daß dn fromm« ol)ert6it in 

. stjetten söKche wort üit gestattet hat, noch si also gmefai g^in, 

■ als sJ /du machist. Gottloß aber heißt einer, der one Gott ist, 

' Gottefif hlt achtet, Wider Gottes warheit flehtet und in einem seel- 

.5 lösen, t^rrüchtön leben veriiarret. Wann man nun vor einem 

' frommen vii von scballtheit redt, beladt er sich der red nüt ; was 

beladent ir ttch dann des worts so hoch , das ttch , wie du onch 

selbs redst» nüt betrifft? Sonst miiß man je von sQnden und 

lästeren tedön, wie es die geschrift vermag. Thdnd ir nit wie die 

io gottloßen, so meint man üch nil ; thftnd ir's aber, so ist der man- 

' gel an Üch I Warum sollte man die warheit xun üwertwillen ver- 

': schwfgen? 

IM saci'amenten halb, r daß einer beßer sige, der mit vich 
t^' dcnafAsn habe, dann der hoch von inen hatte, » wo es möglich 
15 were, daß ein mensch so verrucht wurde, daß er semiichs redte, 
hette er war lieh nie iVist bi den stetten gehept ; diewH tmd si doch 
' nach gettieiner Satzung alle Gotts- und der sacramenten lesterer 
mit deäi Schwert richtend ; daß mich wundert, daß doch din un- 
' fein red durch den truck in alle land ^ol ußgoßen werden, so doch 
so über das alles die frommen von Zürich heiter redend in den lets« 
ten trucltten berichten^ worum die proviand abgeschlagen; dann 
i^o (sprechend si) ist inen doch je in unseren oberkeiten so schant- 
^ Geh zfigeredt worden? Oder wo band si uns doch je einen anzeigt, 
'" den wir nit gestraft habind? üngezfriflet werdent si keinen fln- 
^ (den, äer"8&äi sömlicher lasterlicher schmechungen wider si je ge- 
bracht habe etö. 

Also ist das ouch eben scharpf, daß du schribst, man hab 
^ üch' %eHen abziehen land und lüt, so ir mit dem schwert übericom- 
men und^ gütlich erkouft habind. Deßglichen habe man üch wel- 
le len friügen von ftigheiten und grechtigkeiten wider geschworneu 
puni und eid. Das nun alles grüwUch ze hüren ist, ouch den 
frommeü stetten bi biderben lüten ze schwer, ouch den 5 orten 
sett)s nit gefallen mag, daß du so unbescheiden redst 1 Es habendes 
aber die von Zürich also im erstgemelten bericht verantwortet : 
i5 Wir sind des Sinns und g^üts nie gewesen und Tioch nit, si an iro 
tineMt^m, raohten und srechügkeiUai, ao vU dsro dem göttlichen 



!»■■*** > ■* 



7 sich beladen, sich annehmen. 99 Vrgl. TannfPf» y. tW> u. fL 



es« 



BmiimfiKR 



wort und dem landsfrld«© nit widrig slad; zu l>«lcreiike0, aoeh tuen 
wngMi inträg, hinderimg oder abbruch daran srCt tÜdn; dafifi'wir 
weder irwr eeren, liuideü, lüten, gr^ohtigkeit«ti, libs^ gÄtö »cb 
blfttd, «ondfer alleki Irer fründßohaft tind äaü die fyQüd »teampt 
«dem landsIHdeü an uns gehalteö wurdent, tieg^rtend. Daatite» 
sind ire wort,, darmnb ich jetz meögWioheiri, zfL dem «ß Tömießne, 
unbegrtindte, frefte geschrift kumpt, wül \%tal^ d«- ^ork^tt ^en 
gebeten haben, daß sieh an iro fiiemandß ver^rgc^te^ SMEi'^i^'ttN^m- 
men, Verliehen lüt in rtetten söBoh eohantlioh, eerlofii «iötoeidig, 
lü pttetbrüchig Ittt "öigind, wie diser «ÄVerscbampter s|^eüiier söhtot- 
lich Terlftmbdet. 

Dann das hernach volget, ist nit tnitider (vorbehalt«fl isaeht) 

-erlögen, daß die stbtt ineri »rgenomVöen • bfebmd, die *'o«; Tom 

watwi christenliiäien glouben ze treög^^j . dÄktin vferstat ^r «felat 

15 durch christenlichen glouben alles, das lix^ nawen und' üteo teta- 

metft begriffen ist, so weißt nien^iöh, ^^^ ^^ üb* -die ötettredt, 

das nit ist ; v^tfstat et dann durch obpisttlöhöa gtoiifeöÄ P^W^^en 

etlichen glouben, so ist es eben ^^s^;)»» ^s^ .«^l.^^^^ 1^1^**,^ 
ich mich uf den 
itrward, und also lutet 



drrthm'scMditftdtel,- ^^ ,^ ^r^^t^ ^e^bt 



bäpstlichen glouben, so ist es eben Wiä?, ^wW dab vorig. '*©«fe böBög 
' ich mich uf dei^ '^'*»*^«^' söMdaürtilPÄt . ^^^ .-. ^ .. . 

ward, und also 

^ SSdgöoßeö ^<m den 5 orten m affexi i^^^ t^bim^^MÜ g^^S' 
-keilen, aJten ' brücttin utod gwoti^^^^^^, ^^^ the&^/^8p*^und 

andren tlei^liclimcei^^^^ ^att^n^ü,- afi^ t^^^^^ 
gehept und noöh band, biffiÄn **^ - «^^xigr^u, ^_^ 

Kwerden. Biewit^ Äbe(r arselbö- 
gioub als ein Mge^ unbe^wüngerte 
aber siinit dem, Aß öi dete'^-iröxi 
und iiöi^s^:estamenfe «e tefeen «äS'^j 
Von* htts «nd hbf viar^^iöenj - dem 




*ö kens und versftänds-etWaÄ ise 



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^»•b von Gött'äH«öi«iniriw''^'' 






lesfeB) htOren ■und däirvon -ze *««ift^ 
bringt, und da83eiÜe;^o aft dei«^ 

rauben. - - ungerecht, '"'«'KefeH^^'-^*« " Äafehen. '-'^"^^^^f, \ ' 



m UJiea, i^^iwiKls weren oooh verbieten eto» So ver? . reiobend 
der.flclridlüteawori Dises und aadare ndttol dw s^ibidU^tea taat^^nd 
iß nie-^woUfn aimemea und die atett bebend es aUee g^&tikUehen 
eBgW<^omen als die yor nit wUlfiQS gewesen» jeowids von emem 

» gloqben %Q' triogas. Wie gedarst« dudeim redep, die .stett habend 
Qcli welleoa vom ohristenUoheo gloubeii tringen ? Hie ^ebe alle weit 
z& i}pd ^vtbeile darum« ob man dieb nit habßtin einem offentli- 
<^a ialsQh fiindenl Lieber l^at, sag mir.ani we^ tringend die 
iä^forbe )üt.¥om cfarif^anlicben gleubeo^ 4io alle» die nüws und 

10 attS' teslament lesend und aa Ctottes safagongen one gefalJeiKp und 
willens, dann an des bapsts glouben habend, tümeody bJU^nd» Ter- 
tribeqd» .dew das oAw und filt testaqjent gelesen werde, u^geveobt? 
Ni}Bi 1%, wer, sieb biUioher zw«^gs,.,und gewaljts bel^i^to. Ja, 
wer Bit weiüjl:, wie es um die hendel stat, mag. dinen gescbxiiften 

15 g|o#ieii I , ^ . . . , 

Jet( daim ypjgt in 4inem gediobt «und als, wir ni^ woUtend 
v(ni:«n§er9^.gloubfn ,i^, woU^d.ffi uns hwgefs tOdt ban^i etc. 
So f^er jetfsund, ougensQbinli(^; dargeUien ist, daJß ü/ob niem^ds 
hai wellen Yoni^gloubeq trpigea,- sp if^erkt m^, pucb w^U daß 

9«fipLQ liQb üwers g^iib^ia baU> nitr bat wellen Jbuugers tiidt^. 
WjSün i^ ma reobfe wärist mit der, ^^ ufobgaogen, und je het- 
tis^ ^eUen ein biatonen besph^iban, «so, sqlUilst war^iob un^ trüw- 
lieb #f^K ba« oueb unser i^aqben, da^^t wir zäi. absoiblabung 
derj^yiwd yer^rsaidiet aifid; uqd;So.,dijL:dea, entw^ers ui^ un- 

^^ wgj^n^H^.ied^'ibübeffy Abfi^s^bw best^ m will iQb> tb;än; damit 
ouQb idie tfffmwßn» statt. d^r sebwif^n^.siäred. iind spbmfeh enliladen 
werdept jniilMmde]>.laQ4<)n»: da. maÄ dapni.ftlrgjjbfe man habe von 

: desi glois0)eilB iW^te^n. i^t .und iW^Sk W^bi vnd.jdu^d,. j^.c^- kind in 
m^teiiläi^ ' oijtt- ab^bkehen der pr^Yfand w^üm umbrii^gen». das nun 

aoi^e^h^hwer ze.h^pen.i^ .I)i€(r^qb ab|^]r,hat,^^.al^a.y^|aiifen, 

wie berMoh tviü^iv.idas aUpSikurz ,uß, Wveraptw^tungen und 

rjgete6citeni«ifis«la^Wufler ßMi:M4ql^,;ge;ui^ , . 

lil .{ßfei fjjpnwuen stett.aJiMJ iange,i?iit.scjiwer)i^ gejtre^gt wqrden, 

:idbiQ^hri»lm^,M deui kv^zlen, .|i»i(*^;in ;n»p^affip,gme^^^ und 

*fi/8<mäecliQb ge^ohrften, . k^t^er^pftapr^t W^^c.«?»* pffe^fiicj3,9A und 

i^YÄrirV wiJit^ Öei-gaiae i>aMtiJi iii 'Buffingert Hfet -Geiek. fll ^ m. — 
u taxAeA^^.Dli^sperreii. -r- ,« wede?,, welche ypn, beiden* — w Yel» Tanng. 
V. 62 — 68. \ ' • 



ui^ 



Btifxmäte^ 



«rot '«(■ mMeä,' ttt ma «MmAiMi M«b Sit etSl'ztig ^ (M^^üä- 
g«4iräg0& b6tte, 'Wo ioi» fift ifelMr^Sttoi d«fiitatei «Aoi^iäääVcir- 
jitr«to Ii$d' ttOd' ab 'Vreriod; 4]8fl ida&'fN) tm mtf r<hr«tt'wffi^n''^ 

6 achWge; ttckjhi Irer Ifo bewerte, Ädt rf im 45IW.'1m^ i/tJh SSoöflbh 
Tjß&esohribeh und gelructt. ' ' "' '''" * ' 

Domden' leftend bicfa 'aber so vif bidärbier Ititdn Sta dilä i^m, 
detfi ein l)«4efat gvmäoftt' tinä etü ewi^r l&nd&MS^h n^M^rw^M 

'. und 'tmd^ anderen' in demselben iieSter abg^edt''tibd b^tio£6ii, 

10 otich' Yott b«rd<Jti theit^Q wtffi^tUöh' äta^etioyiÜ«lQ, -i^ tikid 'std;' 
ze htilten, zdgseit'und'gelopt'n^enVdaft kein ttt^ des' Mäfoi 

- gloäb«in teöhietf nodi starafön;'doeb-iatt^ diä' steH'lii aüef^ ii^'thin- 

'"daten, "Ordnungen imjd - anfeecbtmgeh, cnich Mstigieii, äo ä'^ftitftroea 
Itften gSttHeBs woi^s bälbdi ^getfaön, lieliIJen;''d&E otl(^ Ofe »(ili^t- 

15 Heben, eerenverietzlicben 'schmacbtrort nnn faiafor libgei^ettt titiÜ'tdie' 
•freUeii tehenäer ih Iflr, «er ün» pt 'iiert^nM?dh"'^eiträtt'-T«'«fden 
ßbnfend,- m'it nlee werten, "-«rie •danti"dÄ' ' b&ÖÄteft» tiÄlknlfeftens 
i^eririag. Demtiacb alstmltt «ü Baden ftfe -a&g fcft^fiföö;' '^Ürdf'^n 

'dien'boteö von'Schwytz rn näaÜBÜ" id*' S dt^'^bbttÜ, 'Ötf zögt^'»' 
«o^heiter zö^^t. "daß 'die-fe^»«: ÜKfe ve^j^i^rif d4Öi''»'iäWfltf*<'^ 

also schicken tmaMnöicIieii-göttScHs' virottB' tidftei" ifläö^'^tt^ 

daß sf, -dib stett, ieiti'gftl 'geÄtten ^r.x uwjjAtttei Yi«yÄi -'tiAlß*?''' 

' äieruf Ifet oücb ze Ökaeii <iin^1iös\^£l^r^6e*''-iSifcÖÖ^'f 

' den Btetteri^ben,' darin 'heiteb V^ ^ •^«••«tfoftübft^dl«'^ 

*5 «kel, fw'kndfftdeif'begrMlfetf. jöti. S?'''^^'*'^! a»i#fe^^ 

■ daß 'd d«mn tfo=hand öflfen föhWH- < ^^^^'^^^«^ Sw» Ä^"^ 

■ rföiäa!en, m prloViaiid"mrd ftilfett^*^''*ülö'Ä& 'f^^J^<lS^lWir 

" ad^üdscI&ft-Wff ß'ideri -wia^v, »^*kis^-ott)>^üf fl%#iäte'i^,'** 
3(rioubenö- •tißgangtnj--aiiß% 4fe^L ^HtÄ^'r W**^ 1l 
'gflM"^Mden'g^Pn-ifea6d6-^^f*^UHi-^tt«ii4''f^!^^^ 
Ml ^eF Ät gehalten; '^Mg^'^SQ^^lifeH '^1^, '^ J«ÖÖ^^ 















•no"? 



' - > . 






^r. 



II ,»' 



X' 



Salz, sum SiüuiT. 383 

^ten und yerbot wider der stetten^ :begr(Uidt9n, uraltoo waren 
glouben o^d aft uadertractii^Qg . dessülbea. gjoubens wd. evaitgeii- 
scher. w^rbeit bi inen verdacht f^iOi Qbw altes Yerdiea^ hertiklioben 
aaläi und g&i gestraft^ daräebteti gefeciit und von iiH> bi» uiid 

ahmi^ erbenxd^lich in*a eilend yertrieben^ Demnach b|J)ind si erst 
die stett so gar veracht, denen so unmensdilidie^ uncbristiwltche, 
üppigß scbmacb-, schand« und Scheltwort zflgeldt, daß es ntt allein 
aU^n erba,reti oT&a ae boren, ^oi^der ou^b ungezwiflet der sonnen 
ze ttbers^binen^ billicb.ein grüwel ist; und nämlich so habet n^an 

10 die stet stotigs und on underlaß geschelmet, kätzeretj-diebet, b^£-, 
wiebtet scbantlicb eerk)£ lüt und sonst mit anderen e^verletzlicben 
nami^n, ja schänden übergoßen, daß &i alle k& und märhen'gbigt; 
ZOrieber. die von Zug verraten imd zu Cappel kftlber gemacht» die 
ejtUch m die.,kükemben» die si in den baretten getragen .und sich 

15 dsMQjt wider 4ßu. Is^s^iden verzeimet, binden wellend. Deißgli-. 
ob^ sind dero v<»i Zürich undertbanen von atlicben in bUspren 
i^.iff ^emfeld frefeniich und mit gewaflSaeter band angeloufen, 
de9 ,glouben$^ halb g^ecbtfertigrt, gebocht, «getratzt^ blütruqs ge- 
m^t uifd Über . an^otneo f riden darnidergßschlagen und der- 

u.j^ ifp(:^aatlicb mit inen gehandlet,. daß oucb die armen ice thi^r, 
.(O^b^igen s^ bi ia^n. nit meie sicher gewesen sind, 

1. Biß #Ues. ba^^ zit in christenlicher 

'^gmAtijg^eit gedoldet^ allw^ der beßeruQg. verbofft und ^i-die 
;|ll?iff,oir|jn^a4^r5i fr^^|li^ er^(icht, puchÄi^ tagen upd andersphj^^o 

«fif^^fJ3|g^nß^^ieher; yjeryplgpI)g!e^ ires gloubens g^tigklicben abzisstain; 
jjescMjL^prs quQb. die fl^fl^, 4PAtwil^, eichender ^nd . scbxQeher «aph 

-r;g[fPße|,fr,eß.b!^cJ;^ q^afen^Ä^jUbi eer,un4 gut,, upd daniit d(?m 
,^^tn4^J^d^ Qfu^h.sßbi^ldi^exrfllicbt^^ mit, dei; erbietung, 

.d^ .Mll^d rWd^^<|^^W tr*,wUob,an,,iöe]i^ hallten, wQllind* Sö- 

a«tjjclj^^^tifj9h jf^9s^9bönrbat:?4t.oao ^plsj^tatt finden piögßn, daß, 

..,f^diij.^sc^aj^tlic^^ .sft|ffl(^cljfij;. strafen w?ütlen und ob .si-.scbw .et- 
!')i?*4>8SÄfefft*tM^^:^^ ?a riagi%., bescbehen ;, . .d^^ 4em üjjel 

. .;^^j^i^c^?ijc}jit^u,,y;ei^^r^ — rii^mJLrlje, >Roß. — 

u Statt YerZjeiDLet'^Czüverzii^ißren^. zieren, sich auszeichnen) hat 'der Ab- 
«i^«JJcS?fe?leö Pfö^ia^^^^ i89,- aiw i^^lfchem öte^Stkle 

genommen ist, ußgezeichnet. Yrgl. auch Archiv f. schw. Ref.-Greseh. H, 
*lli;,ilkd0Ol(*S|Wamq|^l;aiifi<*s^A*>O»vdiQ.^^ i»4eji;.kft^. prten. 

— 18 b Idtruns machen, blutrünstig schlagen. — ti Ref. Gesch. jllly, .^,. -^ 



234 BULUNSEB . 

nieneo gUcljet ist. . Deßglichen sind si ütoruf 1!«^ ^«J»"et . si 

. welUnd alle die in iro gebieten, so des ev^ngeÜ»«»®'^ giwö^ si- 
gend. nach irem gefallen strafen. . üfld.ist das aJws em.mvt dem 
Müßiscben Überfall verböseret, dann al? die stett.pm 6a»pt de- 
fiae^ von öiaris und Appenzell, den .POntereo rettung.ures la^ds 
schiektend und zizugead, hat si bedunken «»1^«*^.» ^ ^ J*^ ^**" 
wend sieh irer widerwertigkeit und.unfftlls, als die W>otü<>^. una 
ernstliche vermanung der geschwornen pünide0< vedec. des Pttnte- 
rea noch den 9t^tten zflgezogon. siad- 

10 Durch weüche ursaoh ein statt Zürich bewegt i? wü^ was. 
^mUch schand, ftefel, wütwill, upd unrecht mit der haad ze rä- 
chen upd. ward aber darin von anderen etetten «Iso yü gehand- 

. let, daij die abstrjckung der provi^d fllrgenowme^ ward; «üewil 
doch die sohidlüt des den sl^tten eiu spruch ^^ ^'^^^^ ^d ,sigel 

iB geben hattend. DeßgUche» meflgklicbw. U¥^^, '^'^^^ ®^'. waro 
wÄger und rii^ger, ouch , unscbuldigen .lüteO ^^ »ften.,tsagUcher , 
die proviand abpchlaben, danft.ejp verderbl^cl?«»« ^fodskrieg fmho- 
ben; doß sich weh die Züricher gütliph w^«^ v '^'' ft^i*^* 
bereit warwd, alle mittel ze vei^üob^p , .ge *^^ *"^°* l*pds- 

», krieg in pffpe zerwürfnuU keinewd;. g^tw }\ß0^^^ ^m^.ßio- 
mit der zit erfinden, d^ mm d^ß neoiit upd billig- ^4* ^'M'^ 

' "^i '"h*^^ Tl ^'' "^ - "^f '«straft, und m '^^t^^^- 
wjderumb möchte kommen m filte, . i>^^^ ^. .^^tec^«. fr'?*^^^ 

■ .cbafl und einigkeit... Und uß der.xy^ÄS'^*^'- ^ 
»»:dia proviand,. Mer kouf .uj^d manUf *^^^'**^ ^^^ s «rHJ^ - 
gescWagen. . .. . ., , ''^^ : ^^^ ^^^U^ ^'^. ..^ 

. ( DariMJ.fnun eip jeder biderina.!! • ; • * '- . '-■ J\^^esS 

. Jich.mtt.sampt -anderen sji6Üm-xx^^^\'f^l^r-.M4^Pl^^^^ 

die proyian(^,Ijab^Qd,.abgeschIae;e^ *^^i»ew.piÄti|?|U^ Wi^^y^^^röS. 

M bin uptl mU eit*Bm;.w^tsprw5lj.;p,/-'**<^«idei; ,aaj:»<\,]P(iii Wr-^ 

gewötiget. sind. . . Es ver stat ou^ -^*'. ^^fA^ mi^, .ßCl^^ütSB 

^ haml. das, kind (als.joaDL . sjji;J*'*^*ö8fkUfilpi. ^«A- M 

.sopder^grgßer.^e), kri^ Wd .£j2^^tQ| K^^^l*:^;, 

,si es jut;hab,ea(^ darnmb aP8rf>ae_\*VV^f^efteÄ ^ B^j""' 

,w.in}t hunge?«not5 pn chri^tepli^]^«^*^- .^aß'.sV^jew^' 




' I > 



Salz zum Salat. $35 

ren , daß ir die biderben lüt nit trungind von dem göttlichen wort ; 
sonder das nttw und alt testament frig wurde gelesen von mengk- 
iichem ; nämlich daß man das möcht ungefecht lesen und unge- 
straft Von allem dem reden, das grund hat im ntiwen und alten 
5 testament. Das habend Ir nun nit geweDen , wie sich das im drit- 
ten schidartikel erflndt ; darumb lüg , wo wir je haben wellen den 
andren vom waren, begründten christenlichen glouben tringen, oder 
wer ftidens und nit fHdens begert habel 

Beseche man, was doch gehandlet sig glich im abscWahen 
10 dei* proViand uf den schidtagen ze Bremgarten ! Ermeße man 
doch lim gottswillen , wie trtiwlich man üch entgegen gieng f Alle 
die mittel, so da gestellt wurdent, namend die stett trüwlich und 
früntlich an. Man versprach Och, daß man üch nienen tringen 
Welle Von öweren frigheiten ; ptint und landsfriden wollte taari tfüw- 
i5 lieh an (ich halten ; die meß und alle anderen ceremonien wollte 
man' üch nit abstricken noch febtbün; tich kein predicanten uf- 
trecheh, tich nienen von Üvverem glouben tringen; därzü wölte 
" mati üch unib gottswillen und allgmelnen fridens willen, um 
gmeirier Eidgholschäft Wblfärt willen alle söhmachred und an- 
10 der ansprachen Vei^feichen und vergeberi ; darzü den markt wi- 
"'''detiimb uflhM^; allein dajß, wo Werfen biderblüt under üch wermd, 
äik titiwis und ältö testament leseü und äarvon frig, doch öhri- 
ßtenlich'und' recht' reden wöltend, daß dte söHchs urigefecbSt und 
' uiige^aft Vori tidh nach Vermög des landfridens und zösag ze Ba- 
«i^deti ^et&atf, irig möctitind sin. Aber daran ist es gestanden, daß 
ir's nie habend gewell en, sonder allweg geredt: ir 'wöllind' die 
' NlWei"en häch^'öwereth g'efalWn strafeh; ir nchtind; 'ir halJind ouch 
'^'^'W^i£ä 4ft"te(sta'metit' uriA habend abei^ 'des fürschläg^ vom nü- 
-W^'-üM Ältttf tfetaiäeht, fri^ zö lesen, irtt geMenl ''J^a; in lauem 
Ä^^cttcßö; 'dö iöÄ' alterriretetf söW gftts gehofft Uabeü,smd' jfe len- 
' '^^ als däfe man^Hlltbraiiden von 

*^ijÖM»en','WW'*ttett talt'ünm^nschlieheti; 'xingehöVten' ^'chand- 
-^-'i-ehöti Ob'ei^eft tirid (efeittlat dtertini ge^tsheti was , wlderumb l)e- 
- gtiidÄ. '^ IteiÄ daß taön iih anheng^nden bericW Äe ' tätingrotzen , 
Ä aie'klö ein ^üiWiHsdb' üHd parth^riscli zeicheti tntt dem landMden 



der ganze folgende Passus wörtl.; ib. III, 68; Archiv i ^^' Öesöti. It, ilÖ.'- 



ist ' BtÄJi7C6BIt ' ' 

meret ütid «rioüpt: Bäpäö etHöh frotntrr bidOTblüt' zd "tuiMTi^ al- 



i*' . ^ 



' Mn nm d^s Willen, daS %\ IKe ' schicf&rtfkeY uncler -sfcH ' seibs uß- 
getlieSt tind gättoen bäiidvia ^ngeüsdBaft unä ad däsf^lt^eii 

5 ge!«W)rteft; ÄÖdft als urfib verrättefry ersfiöht und jätamerli'ih'''tä)ep 

|JI68 veröobukiöti ' ^emflirteret ; geschwigön' das,^ Wenn fniii''Voii 

d#A stefttidti bat wellefn' reden,' daß sl gmeinliob Iüthei^i^b# Jtcitben 

TOd böbön g^söholtfen riöfl. '• c . ...j : 

U»d Biitnal deuü die eerlfcheti stett Bö gat* ' ufigepüt^st; und 

u ußgetieht «tttd ; über daß dl all6s fridens und billicben erbosten 

' habend und doch kein vorgeben ntitzlt bescboßeii hat, sichjt jetz Vikmi 
ibc^iklfcb, daß dm clag uF dfe stett, daß si namtiöh il^^rdcihten 
nie' geständig nnd' das reöht Mg ' abgeschlagen hatlnd', ein* iTal- 
4öhÄ lintröwe^^ klag ' ist ;■ zudem daß dieöe klag durch 'jie ätatt 

1« Zürich in Iro ußschribeh also verleit ist! r Wir *stnd' inen uiiii>^isa- 
diöü, das göttlich wort belangend,, uiid die mit dete tändsfraäen 

' entscih^den ,' rebhtens zft gestatten nit l^chuldig, wie oüch cler lai^ls- 
friden üf kein recht veranlaßet noch verdingt, oüch nit' dann be- 
seheided ist, so den jemands tiberfflcrie, daß man ÜemselW erst 

SO mit recht beziehen sollt; sonder erwist heiter, wie e^' dc^ gldu- 
bens und der schmachwörten halb und andrer d{ngeü hailj gehal- 
ten und nit erst darumb gerechtet Werden sott. ' Wj» 'akör^'um 
Sachen, so rilit dem landsfiriden nit vertfaäcllget'sind, odäi'irö tir- 
bab uß Oottöis wort und unseren ehristänlichen Ordnungen ; refor- 

46 mation und zölasstingen nit händ, zfi'thöii ist, dariiml) ^eWendt 
wir denen, die uns nit vermeiütend , des 2e ^rlaßeh, ^üMIicben g>e- 
bortiohen reöhtenä lut der |{)ünten nit vor sin. Deß -wir utis^ltiüch 
hiemit begeben und frigwiHig erbotten haben wiöHdhd. tJifrf das 
ailes ist d^r stottert veräntwurten. IWis söltest du ouch "kiügigt 

40 haben ub9 nit frig berüs geredt , ' ir habind recht abgerttft' ' und 
darzA nie miögen kommen. Bartiit ttrell^n wir jertz dan ein^m ^aäen 
öhriötenlichen leser heim setzen, ze nrteilen, wer jo6b Ü dtäi^m 
krieg nrsttchig sig, und damit döm Salat sin dichten vbm^todaß 
des kriegs verantwurtet habön. . • ^ 



. i -' 



t meeren, abstimmen. — s Ref. Gesch. III, 80. — 6 ers&cht, inqui- 
rirt. — T keib, eigeutl. Aas, Schweiz. National fluch wort. Die Stelle wörü. in 
der Ref. Gesch. Iir, 6. — a vorgeben^ Nachgibigkeit. — i» ußgepaUt 
und ußge rieht, yerschlmpft und verlistert. 



Salz zu¥ Salat. 387 

,Nui^ l^om^pd.wir oa den ußaiug. ^oji ,m ^ip schlBcbtea, da 
tDeDgklich oucb . Aiß uatrUw uqd licbtfi^ge apüren oadß 1 r Ü))er 
ßölioh ^ er^st gexnelJt axiräfen uoyd s^biet^a des . laodsüridQOS , . atcb 
über aile^ vori^ebeQ» ao u£. den . sdaidt^g^n 9&e Bremg^len besehe- 
5 ben ist, üt>er aUes^ da^ maa Qeb so tr^wUcb X)ai4:ieenit6n isi ynd 
euch gel^eten bat, oucb über erstgemelt zimlif)b>; trilUeb, :e€irMGh 
V^d ^j^ffich rectitbot; sipd w ileate uaveraed^ea und zum er- 
sten ufgebrocben und in die empter ge&dleo^ da du g^pß^n^ jid)el 
tribet, ,d$^ß üc)i eiA kleiqa bQfli armer, weerkiser lüten' und unbe- 
ip waf eter . purei? , gewicbea ist; glieb wie dich oucb» ü)[)epw<irtJfiti do 
du über die JRüß ge^en anhßhst die Schlacht ze Gapp^, . die uf 
mitwucben den xi. octobris im 1581. jar iescbejobea, ze besobriben. 
. östlich haJje sich geöamlet ejn gewaltige macht dero , Ton Zürich . 
ze Capp^ W^ großem pracht UAd babind sich ^a. in, ein ¥orthel 
15 gestellt und da bew^t mit gschütz^ muiwtion und rnoßgräben». ijes- 
giicih niemands gesehen, b^* Oemn^Qb habind ir den absagtoief 
^gje^ndt,. daruf angrifife^ und . richtig . in die flucht geschlagen; da 
' liabind i^ 9iit 6^0^^^» ff^^b^ff®^ drin, daß die.flgend.gmpen habind 
wie die sQhwin; dann, die Züricher ISOO. man .verloren habind, 18 
ÄQ große , stuck und baggen one zaJL , . - 
■ .,i\, i5ie,spll,tist du.\iuparthyisch.gc^ bfiben;^ so. hast alle 

mifi'UF götf^^lW« ^W' ^^^ gj^tacst du fljrgeben» eiagrpßa macht 
\^er,2tferic,bern zä Gfi^Pijejl.versapiletrf so dir doch. wol anders befeant 
^i^jtt Dj^e i^:^riQher .bab^pd.me;glQi^)ßn wellen, da<^ eipigi^r augj,C*er 
*^M.^y®^t i !^W ^i? ^^# w;iUen§ ^^w-end, ein.S[idgnftsch^ptze tren^^i 
j(daw.f]viQi5t b?>ttepyd ^^ Cicb wol.vpr dw abscWahep djer.proyiand 
^: flh!er?fj^ep,.d^8rfch^|eri^ ^t;i^.d(eri.ban4 gebe« ui^d, 4eft; yor$trjelch 
' , belj^ften) r^ ^isq ,iia^.e«|i(il s^^idep, mit J(rew seiifd?n scbwerÄch wÄjlen 
'lglqji|)ep^ ,4^^ J?6onder,s >♦ ; .di^ Kidguosqh^ft ^wurdind 

io^l^ei^]^,.. ^eßl^alb bfi^fj^e^hi^p i^t,. d^ß k ä^h mt^j^e^m^^kmit 
\'.f^^^ ^W^(^hy^. 5W^g,zet,Zug. bewiüet 

',;,)j^ei^/ grerA^^ gWf(t6,9^üaget und K^M. gewesen sipd;..daiigögen 
.1^^ ^W^^i^ffi fj^ndlin. .von, ?Ori^ .pjiti vi 

stuck büchsen und etlichen hagg^,]g^jC^BPi^ fe<«9°^!i^v Am 
85 mitwuchen sind ir heruß von Zug uf Gappel zu, das von Zug ein 

" therlzumäex. -t-^^SVC.!! überwQrten, mit Porten .uJ)eptre4bQn.^ 



2AS BuLUNGim 

halbe oül gelpgeiv xmt beerskrait mit lUlea. fOof inneren, oach 
Eschentbaleren übeo: da3 einig fendlin von Zürich uüzqgeo, ee und 
die p^er uß der statt ZOricb, dia yw Gjappel aiuierÜMÜb mil ge- 
legen, je kommen sige* Des ir alles mee danp «e vil bm(M g^ 

6 wesen, insonders von deo^ (wie er dann yerjadi) d^ yiertbeil uf 
volgenden fritag nsicb der soblacht am Albus ufgeh^dct ^ur4<yi(i; 
die pannor aber und 9 stuck büchsen mit etlichen haggiea ski 
uß der statt Zürich erst nach den 10 ußgezog^n, nit recht vei^tiaDlet 
noch gerüst: dann was sollt man von so witer landscb^ ümert 

10 einem tag und einer nacht zA wegen bracht habem? daß al^ oi^ 
nen der halb theil lüten zu der paner nie kam, der darzü verordnet 
was, noch trang die not, diewil ir so grimmend Uends und un- 
versehen uf land und lüt^ gut und blöt trungend, daß si irem 
la^d und biderben lüten zd Gappel und in dem Frigen Impt ze 

15 rettung iltend. 

DarzwtLschen habend u* üwer abi^ag grad nach i^^ ^^ 

. gen Gappel gesandt, domalen der Züricher nit über 1200 man 
versamlet gewesen, welches die schön, groß macht ist» darvioadu 
so richlich sehribst und purist, sam ir unser horrsdiafl und adel 

80 in der Eidgnosohaft sigend. Die sind ouoh nienen in solchem Tor- 
theil gestanden, wie du fÜrgibst; dann die 2;it hat es nit zögelaßen, 
daß si siclf dermaßen gerüsten kontend ; kein graben band si nie 
ufgeworfeijL, kein munition verfellen oder verschlaben nie gebept, 
si sind hinder keinem graben, sonder allein an dem reinli ob. dem 

H sennhus nebend dem büchwäldli, das zur linggen gelegen, bi ^^ 
geschütz gestanden. Ja, si habeod das mooß und den. llüügrahen, 
der inen wider üch bette mögen erschießlich sin, hinder. inen aeruck 
und nit bevor gebept und vorhar gegen tteh nützit danft ^^^' 
matten und weiden, darin das kio^ter Gappel stat. 

so ^ Do hat sich nun ilents uf den absag, ee . und dar bot, dar 
gebracht, recht widerumb zÄ üch kommen weire, das doch öö6 
brucht, — ja ilents hat sich vor den einen üwer erster hof «ß;^'" 
Schönenbül von Goldisbrunnen herfür an dem Ifekberg geW^J 
und hat da dannen richtig gewellen durch, die straß, »att» 

w weiden die Züricher, die ir er^stlich gebet thatend,. apto^ft^»^ 



19 puren, bfiren, erheben; hier Aaf hebens machen. — «• ^^'°* n üOu.ff- 
durch einen Verhau rersperrt oäßT gedeckt gehabt, -p w Ref« Gesch. W» 



Salz zum Salat. 2Si9 

ist üch toit flem gs<3httt2 erwert, daß frunden durch dasnü^güt duroh- 
lüflnd und zur fechten in' die Hagemveid under das sennhus zenechst 
mi die Zörichelf kamend, dannen ir ouch ernstlich geschoßen und ge- 
trungen habend. Zürich hat Üch aber widerum mit irem geschtitz und 

5 widerstrit vertriben, daß ir wider durch den Geißacker unden durch 
dem kloster zö göloufen sind. Dannen habend üwer etlich mit 
haggeh Ab' dem thor geschoßen, biis man si abermals mit dem gschütz 
vertriben hat. Dannenthin habend ir Och nebend uf zur linken bi 
sant Marxen capellen gwnacht; da ir von etlichen schützen der 

10 ZüHcheren vom wald herab empfangen sind. Indem sind ouch 
die Öweren paner mit iren zeichen and fendlinen, ein schöner, 
gwkltiger, woJgerüster, starker ztig uß dem Schönenbül herflir- 
tr^urigeö, der ist ünden durch das Bidenlos under dem closter bi 
Lennat *hinuf, hinder sarit Marxen durch den Hofacker und Malen- 

15 stein uf den bühel vor Ebertschwil hinder das bfichwäldli, das 
defa Züricheren zur linken was, gezogen. Und hat sich das alles 
tlerzogeti bis nach den zweien, daß sich das klein hüfli der Züricher 
gegen üw^r starken kraft gestellt und gewert und von einet in 
und zö. üch geschoßen hat. Indem ist ouch die Züricher panner 

20 herzflgezogen doch mit fast wenig lüten, daß aller und aller ouch 
noch umb die drü nit viel über die 2000 warend; dann der weg 
von Zürich beruß eben fer und uß der maßen ruch, des hohen 
bergs Albis halben. So was der mertheil ab der landschaft die 
nacht Idurch zogen, iltend und warend müd, öd und ungeßen ge- 

«5 loufen, erfagend am bei^ und die schon herüber geilten warend 
ze nütf worden; das recht gschütz aber was noch uf der straß 
Und mocht nit nach schnelle und notturft gefertiget werden. 

Dömalen habend üwer etlich ein stuck gezogen in das wäldli 
am Kalchofen und damit nebend deüi bdchwäldli binden über das 

*o moß den Zürichern in ireü hufen geschoßen; die man aber mit 
Irtderschießen schnell vertriben hat. Do habend sieb üwere, die 
tapftfrehV redlichen knecht (dann ir sunst nit all zum lustigisten 
gewesen wurend, was ir doch jetz dann rAmend) in das biichwäldli 
hertn gelaßen und habend erstlich wellen dem weg nach durch 

« das iEscher beruß brechen, hat man üch gewaltigklichen erwert. 
Demnach nebend uns bi dem schiterhufen in der Gappelmatt hat 

M oed, schwach. — - ss Ref. Gesch. III, 123. 



L 






340 BULUNGER 

man üch aber erwert. Do habend ir üch axi^ebept uo^^^ ^^ 
moß am andren und binderen theil des w&lds ze nebten- D^ . 
sich nun alles bis umb die vier vorzogen, dsti^ ouch u^^ m^^^^ 
vermeint, nit me fÖglioh sin, also spat witer cuize^x^if en D» ^^^ ^^ 

6 wie ernstlich geredt ward : Trüwen, lieben SidgiioiäeOy sind ÜW«r 
alten eeren und lobs ingedenk, übersehend d&s 6T>il nitl J^ wü£^°^^ i 
woran es üch stat, ja, daß es uf der waei^ stat I Grifei^^ ^ ^ 1 
hinacht nit an mit heeres kraft, sohlahenil ^wir si binscht nit, ^ I 
und si sich g'samlind und gerüstind: so w^ erdend si sich der nsM 1 

10 Sterken, daß si uns morn allen ze schwer^ ^^erdendl Über all^ I 
das was man dennooht nit so mutig, daß man des abends noch 1 
geschlagen bette und villicht die schanz tibepseben wo nit b^ 1 
sonderbar personen, die man wol kennt, so emstlicb getrungen I 
hettind; und so dem also ist ouch üwep anscblag nie anders g^ \ 

15 Wesen, dann daß ir etwan ein kleins völkli ergretscben und damit I 
die forcht in uns bringen wölltend. Was hast du Ä-wellen von so 1 
großer Züricher macht ze schriben, so ticli doch ntltzid liebers 
gewesen^ dann daß si so klein gsin ist? 

Es erkanntend's ouch die redlichen Zttr* h r die niit der 

so panner hernach kamend selbs, daß ire tnacbt con tiwer gno* 
klein und nüt ze schetzen was; daß ouolx di l^tatt selbs, vo^ 
dero du so hoch inher prächtist, nit ftij» ^* Darumb ward 

geratschlagt, daß man widerumb wollte Ul>er a Müligra*^®^ rieben 
und das läger über nacht grad da nel:> a^ dem MtüacbbAt 

25 schlaheo, damit man den graben bevoi* h 4. nd m&n sif^ ^^ 
recht besamlen und rüsten möchte; dann • Wes beer Aer ^^" 
richer noch nit vil über die 3000 ffestei-fet^^^^^ TAitixux z^ ^^ 
und man anhüb, über den graben ztihen -^ soW3to«a^o^^ 

wald anhabend, sich in die fart ze t-tlsten^^^ ^^e> ^^^^®^ ^ &e 
so des gwar wurdend : ließend si den lei»u> ^^>^d ^^^ s\cb ^^' 
panner ernstlich hernach ze manen und ft^i liu>^ 0, di^ «c«te^^ 

bi drü- oder vierhundert, ouch vil Es^r^vf ^^ ^»^^tx drüff^^ ^' 

12 die sehanz übersehen, den VortHeil y^K^^sSßti^ ^^^ 

gretschen, eigentl. durch Nachgehen erwisel^ ^^ßer i^^< ^^^^f '/J^/W 
spreizen, dann entkräften, erschöpfen; Grimm t^""^ * ^on ^ ^^ ksM^" 
mit Fragezeichen) eine abgeleitete Bedeutuncr i--,^J ^^li TlfT^ -«-^^^"^^ ^-Ij.)»- 



Bedeutung i^j. ^»i. IlC* ^T\pr 
ten, brachten, sich brüsten. *^^ei* \^ 



kann ergretzet nur erwischt bedeuten. Vg| ^ ^^e, \^ J^^' 
ihten, sich brüsten. * ^^«li 



Sal^ zum Salat. 241 

unden am mo£ uß dem wald in die unseren, die noch hievor 
enet dem graben am wald stAndent. Do ließend sich dieselben 
unseren gegen (Ich mutig und beschach damit der recht und letst 
angriff nach den 4 mit ernstlichem schießen, schlahen, weren, ouch 

5 werfen der steinen; dann wiewol die unseren nach dem anschlag 
über den graben trungend^ etlich aber zd dem angriff widerkartend 
und deshalb zerströwt und verwirrt warend, sind doch die, so vor 
am wald stündent, üch dermaßen widerstanden, daß ir zeruck 
widerumb hindersich gen wald zA wichend. Darumb dann ouch 

10 die unseren, so da oben bi dem Escher am wald ständent, den 
angriff nach dem moß trungend. Dardurch beschach, daß dem 
üweren mächtigen hufen der weg uß dem wald geöffnet ward, daß 
si beruß in die unseren besitz fallen mochtend; und ouch die an- 
deren, die üweren, unden am moß widerum gesterkt uf die unse- 

isren trungend und da z& beider sit strittend, bis die unseren let- 
sten, die hinder den zeichen kein not littend und sich zum theil 
ouch vor tiber den graben (wie obgemelt) gemacht, die flucht na- 
mend. Daruf ir ein so ernstlich nahermanen gehept, daß man 
ouch daran hat spüren mögen, was ir der sach selbs vertruwet; 

w und habend tiwer etlich, die vornaher nie daran geweilen, erst da- 
ruf mannlich uf die unseren trungen, da sich die ersten ouch der- 
maßen gewert, daß alle die üweren, so darbi gewesen und die 
warheit reden wellend, bezügend, daß si sich wie die frommen 
redlichen gewert habend. Doch könnend wir nit absin, daß üch 

w der sig nit dapferlich verlanget sige ; das ist aber nit, wie du dar- 
von geschriben, sam üch die* Züricher nie kein widerweer gethan, 
das ouch üwerm sig wenig lobs gebracht bette. 

Darum solltest unparthygisch, wie's ergangen ist, darvon ge- 
schriben haben, oder aber gar nütl Es ist aber kein volk so un- 

»0 überwintlich nie gsin, das nit etwan die schand der flucht uf sich 
geladen hab. Wie dick wurdent die herrlichen Römer von Hanni- 
balen gejagt I So ist es üch selbs nit nüw, als die sölichen unfal 
zum theil zu Galleran, zu Bigoggen, oft im Meyland und inson- 
ders zu Pavy im tiergarten und im waßer erfaren band. Deß- 

85 glichen ouch empfunden verlurst der werinen, zeichen und schwere 



18 besitz, besits, bei Seite, in die Seite; « und besitz in die Zürcher 
ilelend » Ref. Gesch. III, 128. Kesslers Sabbata im Wörterverzeichniß. 
Baectitold, Hans Salat. 16 



242 BULUNGBR 

gfangenpchaft, in dero üwer gar nach als vil gewesen und gea 
Pavy hinin uf den platz gefertiget, als aller Züricher macht jeiz 
gewesen, die an dise Cappeler schlacht kommen ist. Darumb mAß 
man die unfdU nit so verechtlich und hoch wannen, gedenken, was 

5 uns ouch etwan widerfaren sig xaxd noch widerfaren möchte, und 
zimlich mit warheit darth&n, was sich gebürt, nit was unser an- 
fechtung darreicht. 

Also hand ir die rechten stuck büchsen nit am strit in der 
weere gewunnen, sonder uf der straß vilmee ufgelesen, als die in 

10 sömlicher il und durch so ruchen weg nit hand mögen zu dem strit 
gebracht werden. Habend ir dann 1500 man uf der walstatt tod 
funden, so muß der mertheil der üweren gewesen sin; dann die 
bestelten und verordneten, die todten lichnam ze begraben» hand 
kein sömliche zal funden. Ja, nit mee dann 403 (yar. 512) man 

15 gezelt. Ir redend aber, ir habend wenig lüten verloren, so muß 
je din recbnung umb vil feien. Darumb wäre nodi hOt bi tag 
g&t, du bettest dir nie fürgenommen ze schriben, so were ouch die 
wunden nit ernüweret; es wurde ee vergeßen und brächte me 
r&wen, ja, wenn du und' dincsgUchen nit vil lieber rAmptind, die 

90 wol alsbald am minsten gethan habendi Aber hiemit ban ich 
dennocht dir wellen zu gutem der warheit und zu rettung biderber 
lüten eer also kurz antwurten; will damit niemands veraeht noch 
verkleinert haben; diewil ich gloub, daß alle eerbarkeit glich in 
den 5 orten des sigs und sölicher eeren wol manglen möchtend, 

59 angesehen, daß sömlich glück von Gott und in d'lenge nit allweg 
allen Volkeren glückselig gsin sind. 

Ze end der schlacht vervolgest du erst mit schantlichen Wor- 
ten den frommen man und trüwen diener Gottes Huldrichen Zwingli, 
den du nempst einen böswicbter und verfArer der frommen gmeind. 

so Und ist aber sömlich din schriben nützid anders, dann ein üppigs 
nidigs, verlogens Uäpper; dann den menschen, der frommkeit lert, 
tugenden pflanzet, die laster und lasterhaften strafet und haßet, 
erbarlich und züchtigklich lebt, mag niemands billicherwis einen 
böswichten schelten ; und erkennend aber alle frommen, denen wa- 

85 res und rechts gefallt, Huldrichen Zwingli einen sömlichen men- 
schen gewesen sin. Darumb ist din red nützid anders, dann ein 

4 wannen, eigentl. in der Wanne schwingen, mit etwas prahlen. — 
81 klapp er, Gekläff. 



Salz ztJM Salat. 24 S 

Ms, onmöchtigs zureden. Und Jesus Christus ward ouoh ein ver- 
fiirer des volks gescholten, Hellas ein ufrArer geheißen, Jeremias 
ein yerräter und die apostel selbs gotteslesterer genempt; si Wa- 
rend's aber darumb nit! Dann der ist ein verfürer, der ab dem 

5 Ifaren, rechten weg in irthumb abfüret. Wie nur ein Oott imd 
ein rechter gloub ist, also ist nur ein rechter weg, welcher uß 
dem wort öottos im nüwen und alten testament verfaßet, erlernet 
Wirt. Kewil Zwinglin all sin ler uf nüw und alt testament be- 
grundt hat und sich allwegen erboten, wer in damit beßers under- 

10 richten möge, dem wolle er volgen : so ist er ouch nit ein rer- 
filrer gsin. Es sige dann saoh, daß die heilig, göttlich geschrift, 
damit er sin ler befestnet, verflre, das doch nit möglich, ouch 
nit christenlich zA denken ist. DarzAredt Christus selbs Joannis 
am 10.: Ich bindiethür; welicher nun andersohwo hinin stigt und 

15 öSt zur thür hinin gat, ist ein dieb und mörder ? Dannenhar hat 
euch Zwingli einig zu Christo und in Christum sine schäfli gefftrt 
und si sunst abgewendt von allen creaturen und mittlen, damit si 
nit dieben und mörder genempt wurdind. Mit was glirapf kaust 
du in dann ein verfürer nennen? Oder ist dir der ein verf&rer, der 

«0 aBein zu Gott durch Christum fürt? Sich also, schampst du dich 
keiner söhandt 

Darbi ist ouch das, daß du uf den frommen man und uf die 
predige der warheit gern wolltist allen unglimpf des kriegs trä- 
chen; da thii dich nur nebendsich, dann vor hat mengklich ghört, 

« wer den anlaß zum krieg geben hab ! Nit die predig der warheit, 
nit der Zwingli, sonder die unerbaren, mutwilligen, freflen hand- 
lungen von denen bevor gnügsam beschriben ist; dahin ich ouch 
den leser wisen. Gibst du dann der profland die schuld, so ermiß 
darneben, uß was ursach die profland abgeschlagen sige ; so wirst 

30 du one zwlföl finden, daß der gmein spruch war ist: niemands 
wird von jemands andrem, dann von im selbs geschediget! Was 
will man dann die schuld uf andre trächent Deß sind wir ouch 
nit ab, daß die predig der warheit nit ouch ire rüche habe, dann 
si lert, daß der gewalt das schwert nit vergebens trage, frilich 

«5 zur räch des bösen, daß schand, laster, uhrat, frefel und alles un- 
reöht gestraft werd; daß wittwen und weisen geschirmbt, daß den 

— ...> ' . ' 



u traben, ziehen, schieben. 

16^ 



L 



244 BcLLoieER 

undertniokten geholfen und alles güts trüwlioh ufgerioht werde. 
Ist nun das, so man's ernstlich tribt, tüfelsüchtig und ufrArisch 
geprediget, so müßend doch die h(k3hsten und liebsten propheten 
Gottes, Samuel, Helias, Isaias, Jeremias, Ezechiel und andre euch 
s tüfelsüchtig schriger gewesen sin; das aber nit wider einen men- 
schen g^edt, sonder Gfott gelestret were, welcher durch sine hei- 
ligen Prophet^ und apostlen geredt hat. Zwingli hat nie uf un- 
schuldig blüt getrungen. Ja, hette er den pension^i und dem 
krieg nit also ernstlich und dapferlich gewert, so hette er ouch 

10 friiich minder haßes und uüsatzes gehept. 

Daß du ouch in dinem lied hmzu setzest, Zwingli hab^s nit 
lenger mögen triben, laßend wir eins unbesinnten klappermanns 
wort sin. Wir wißend aber^ was Gott geredt hat: Himmel und 
erden werdent verenderet, min wort aber blibt in d'ewigkeit! Die- 

15 wil dann Zwingiis 1er gegründt ist im wort Gottes, so wirt si 
ouch vil länger beharren^ dann der ungloübigen weit lieb sig. Die 
gschrift sagt vom erschlagnen Abel, er sige im glouben verschieden 
und durch den glouben rede und lebe er nodi hüt bi tag (Hebr. 1 1). 
Und Zwingli lebt und ist noch überig in sinem glouben und in 

so sinen geschriften, die durch alle weit getragen werdent, imd m^^k- 
lieh weißt, wie und was er geschriben, gelert, gloubt und prediget 
hat. Darumb du gnot nüt schaffist mit dinem unr&wigen, bitteren 
und erdichtem schriben : Zwingli habe im mtseßen, wenn ein gmeind 
des inne werde, daß er si verfftrt, wurde er müßen stoben; dann 

$5 nit allein die gmeind Zürich, sonder alle Völker in tütschen und 
weltschen landen wüßend, was er giert und gibt im die heilig 
gschrift kundschaft, daß er die warheit giert und si nit verfiürt 
habe, darvon ouch vor geredt ist. Hast du aber sine b&cher ge- 
lesen, so 'weißt du wol, daß er keiner fromkeit widerstrebt; hast 

90 du si dann nit gelesen^ so ist das je ein öde schalkbeit in dir, daß 
du schelten gedarst, da du nit weißt, was es ist. 

Doch volget grad hernach in dinem gedieht ußlegung des, so 
du sprichst: er habe im erweit, von eins frommen kriegsmanns 
handen sterben. * Daruß man wol ermeßen mag, was du fromkeit 

35 nempst: rouben, brennen, tödten inad ander verrächte thaten thün; 
dann das sind unser ziten kriegslüten werk, die du fromm nempst 



11 Vgl. Lied vom Zwingli Str. 8. — n ili.* Str* 4. — «s ib. Str. l>. 



Salz zuh Salat. 



245 



So hat warlioh der Zwingli «ömlicher firomkeit sin leben lang ernst- 
lich widerstrebt, ist aber sin höchste eer; wie im oucb das kein 
sefaand ist, daß er mit, oudi under tsinen sohäflinen und durch 
siner s(±ilfiinon willen gestorben ist. Glich wie Josias und Ma- 

5 chabeiis, die frommen ftkrsten, bi den iren tod und lebendig bli- 
bend; euch Isaias, der prophet, in alle gfar der belägerung und 
krieg's sich mit Ezechia und Jeremia mit allem volk begab. 

Daß du ouch mit etwas besonderbarer hoflichkeit (das dir 
eben anstat wie einer suw der bendel) beschribst, wie er von dem 

10 henker gerichtet sige, ist nit so grusam in uns, die wir wüßend, 
daß Jesus Gristus und der heilig Petrus von henkeren gecrütziget, 
Johannes der toöfer, Jacobus und Paulus von inen enthouptet, 
Polycarpus verbrennt und andere martyrer von inen zerstucket 
sind. Es redt aber darzü Petrus der apostel: niemands aber under 

15 ücb lide als ein mörder oder dieb oder ttbelthäter oder frömds gut 
begirig (da ist es groß und schantlich, vom richter gericht werden) ; 
lidet er aber (spricht Petrus witer) als ein Christ, so scheme er 
sich nit, er prise aber öott in der sach, dann es ist an der zit, 
daß die straf anhebe an dem hus Gottes. So er aber am ersten 

20 an uns anfacht, was ends will es denn mit denen nemen, die dem 
evangelio Gottes nit gloubend? etc. 

Demnach daß du rftmpst, ir habind den Zwingli nach keiser- 
Kehem rechten geurtheilt und verbrennt, daran man wol erkennen 
möge, was lerers er gewesen sige, söUtist herzÄ gesetzt haben: 

^5 wir habend in tod uf der waldstatt fanden und mit dem todtnen 
liöhnam habend wir wider alles menschlich ouch keiserlich recht 
(das da heißt, die todten cörpel nit umbherslilchen, ufstellen, ver- 
spotten noch enteeren, sonder begraben) unseren mä.twillen ge- 
triben; des wir kein empfelch ghept hattend von der oberkeit und 

30 daran nie kein gefallen gehcpt hat unsere selbs erbarkeit. Allein 
habend disen und andren mütwillen besonderbare personm gethan, 
und also bettest du geredt, wie sich die sach an iro selbs verloufen 
hat, bettest ouch dlnen herren minder ungllmpfs bi allen denen 
tritrocbön, da din gschrift gelesen wh't^ da man vermeint, es habe 

:85 sich ein stätlicbe oberkeit darüber ze urtheilen gesetzt ^ das si docdi 



n Vgl. Lied vom Zwingli Str. 10. ■— n sülhen, besudeln; ufstellen, 
nachstellen/ — = 84 iiftrohen r. afträheB. : , ' ■ / 



L_ 



A' W MUajMAt^t» 



I 



nit gethan hat; man ouch mt vil findt» daß man sQüobeu m&t- 
willen mit todten licbnamen getriben, daim mit dem houpl (äce- 
ronis mtd mit dem houpt Jobannis des töufers, welches diedimen 
herumb zugend und schmäohtind, 8am der aUerheiligist m^ißch 

9 Ooit nie lieb gsin were. Das red ich nun nit darmnb, daß ißh si 
beid einandren vergliche, sonder wenn die 1er soll uß dem end und 
tod g^ecbnet werden, so maß doch die ebristemlich ler, die dod^ die 
allerwarhaftigiet ist, ein falsche, irrige 1er sin; diewil doch Chri- 
stus selbs, Johannes, Stefanus und Paulus, ouoh gar nach alle 

10 boten als rerf&rer von diser zit mit tod abgefertiget sind. Darum 

redst du, was du wilt, nit was du solltist 1 €k>tt verzieh uns unser sünd ? 

Dann andere sohmachwort, die du nit one besond^bare intter- 

keit über den frommen man mit großem gespött sch&ttist» em- 

pfelhen wir euch Gott, der je und je die sinen mit eilend uß diser 

15 zit berfLfb und der weit iren lust an den irommen ze b&ßen ver- 
beugt hat. Dann also stat es gesdiriben von den heiligen Pro- 
pheten Öottes (Hebr. 11): die anderen aher sind ußgespa(nn«n.imd 
habend kein erlösung begert, uf daß si das befier leben erlai^ltin^^ 
die anderen aber sind verspottet worden und mit rüten lißg'e- 

30 schlagen, darzü in band und gfanknuß gworfen; si sind v«iSStei- 
niget, zerhowen, versdcht, mit dem ßchwert gerieht; si sind. Jiwruixx— 
gezogen mit mangel, trübsal, angst und not^ deren doob die weit; 
nit wert was etc. Und darbi laßeaid wir es oucb bübea ,soid wel- 
lend damit den fporamen man aner person halb und b^vcir eu:^ 

25 statt Zürich verantwurtet haben, damit BOÄn^nitÄü» d^. firömbd^ 
gedenke, was lerers oder gloubens si habend; sitmal.maDido«b 
iro lerer so unmenashlich nach gescheohnem tod twnb^ngeii §ig^ 
Hier fügt sich villicht ouch, das ze .rier»ntv«urtm, <Wi . da i 
anfiing dines spruohs Gott anrufst wider die,/ e» öott* slneb^ife^ 

80 und wirJigMi sierament verachtend; sam die^ alött^^^**^^^ goUlr"" 
J^tesrtich, verröoht lüt agend; das aber i^x y^. ^^^ ^^ v^^em^ 
den; einigeu Gott in der beüigwa drifaltig^^^^^ M ^W^^^' '' 
den rufend si am, i als den eSnigen^ ewig^j^^ .^ ' 

meßnen Gott, als den g&tigen, . gerecjbt^itx ^* 

au herzigen Gott, der sin. kraft und gite utit ^V 

10 boten, Zwölfboten, Apostel. — i? üXSst> 
vor, tor aU6ni. ' 



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Salz zum Salat. 247 

theil geoffenbaret habe, zum theü mit der mensohwerdung sines 
geliebten suns, unsers herren Jesu Gturisti; und uf disen grund 
setzend si all ir vertruwen und giouben und religion. Dann diewil 
si gloubend, daß der Gott einig, unsichtbar, ewig und unb&cbriben 

5 und allmächtig ist, so wüüend si euch, daß er nit mag nooh kann 
verbildet werden. Dann wem sölt der unsichtbar allmächtig glich 
sin? Und so si gloubend, daß der Gott nun einig und allein allmächtig 
ist, 80 betend si in euch allein an, si r&fend in allein an; dann 
den man anrftft, in den selben man vertruwt : der muß euch allent- 

10 halben zegegen und allmächtig sin. Das ist allein Gott; darumb 
rufend si die seelen der abgestorbnen, die unbschriben und crea- 
turen sind, nit an, sonders allein Gott; dann das man von für- 
spredien fUrwirft, gloubend si, daß si nur einen mittler vor Gott 
habend und einen ftirsprechen Jesum Christum, den gerechten. I. 

15 Tim. 2., Joan. 2., Hehr. 7. Nun rieht man erst die bildnuß uf, 
wenn man etwas zdvor trost zu dem hat, den man verbilden will. 
Nun aber vertröstend steh die stett allein Gottes, den kann man nit 
verbilden; darumb richtend si den creaturen keine bilder uf und 
die, so ufgericht sind, thünd si mit zucht ab darumb, daß si wider 

to Gottes gepot und von Gott abfürend. Damit werdent aber die 
seligen in himlen nit geschmecht. Damit aber werdent si ge- 
schmecht, wenn man inen zuleite, daß si mit dem tufel gmein 
hettind; der tüfel begert, daß im göttliche eer beschäche; göttlich 
eer ist, angebetet, angerüft und vereeret werden. Wann nun sem- 

H lichs die seligen begertind, so w^ind si nit heilig; si sind aber 
eins mit dem willen Gottes und Gott will sin eer keinem andren 
geben, er will allein angerüft, angdsetet und vereeret sin. Darumb 
könnend des die heiligen nit begeren, aber vil mee, daß wir allein 
an Gott hafitind durch sinen sun, unseren herren Jesum Christum. 

«0 Also schmechend noch schend^d die stett weder Gott noch sine 
heiligen, sonder si haltend uf inen, was von inen nach vermög der 
warheit ze halten ist. Der vererung halb vermeinend si, Gott 
noch sine ußerwelten im ewigen leben keiner libliohen dingen not- 
turftig sin, noch vil mmder die götzen, die ougen habend imd nit 

85 sehend, oren und nit hörend, müier und nit eßend; darumb opfe- 
rend si denen weder gold noch silber, kleidung noch spis, sonder 
den armen ; dann man langist euch im Bei Daniels erlernet, daß 
die götzenopfer von götzen, pfaffen und anwälten verschlempt wer- 



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dind, wie ouch Bairuch am 6« capitot stat. J«i, dti Sa\^t, hai^t doch, 
die armen gUizm «elbs verspottet und vernfltet, daß man Wbl 'dicht» 
daß du nüt druf baet Jetz nempet du si dte gselleti mit ^dtem. 
guldioen haar, bald r&mpst du, «wenn holzhovren dapferkeil sin 'SoU» 
80 w^ ich wiber, die ködnend's wol!»' Idt dmnn gbtzen schitea 
nützid anders dann hcdz sohiten, worumb tödt man die götzen- 
Stürmer? worumb iiempt man uns dann kUteer*^ so Irir öftt dftüix 
holz Bchltend? sind dann alle holzhower ImtzerT Sloh alfio, S^ 
wUßend ir nit, womit ir umbgond 1 ■ 

Der sacramenten halben haltend die stett liooh und w^^^ ^^^ 
inen, ja von denen, die von Gott hie sind, und so vil dero ^f' 
da begerend si, dal^ man si in denen eeren und wirden bäM ^^ 
man des grund und berioht in Gotts wort Ändt daß Dian ^' ^ 
gstalt und form halte, wie si geordnet ßind vmd nit ir&tn^^^ ^ 
koufmanschatz mit inen tribe; daß man si oneh ntt irf ^ A 
wie si die mensohen verkert, brache, nöcti tnüßend siö ^^^^^ x <^ 
Verächter der heiligen sacramenten gescholtexi ^Verden' sc'*^^. 
allwegen wol anders Erfinden möß. — aöco ^ 

Jetz dann kerend wir widerumb zft. der^ Vi' t rte^' ^ .^^^^ 



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«st anhebst an die Berner gefraten, cßo <j^j v»rtetO^ < 

zum faOßhstea veraeht," noch ßohmeo'hlfcftier' - vepi v» t ^^^ Ao^'' kC^ 



d>® ^xif^ L^^' 



löblichen statt, dero duMt gliche (diö vjviq»» , «x»- v*" ws- 
allettt tütöolwin laod flndst; Bot» ist je Un^j - J^- ^.Ji^^ ^%ip^' 
tigkeiti miltibeit, dapferkeit, sig und 'ster^ _*^ Ai^Xl "^^st«^" 
weißt mengklioh,' wie ei mit kleinei* Ttitt<5»-. i- 



^^*^VV^: ^' "^ 



Eyburg und ouch Oesterrioh erlegt, vvrie si -^ ^^ ^^^^^ ^ '^ 
künig Rudolfen abgetrieben, wie si dem v^, ^^ ^^^ -^^ß^oJiroI *? 



Burgund ein besond^bare stützen und 



^nd^iTjf^ 



nach, wie si, alles mutwilligen Adels ^^b^j^o ^ ^& ^<^^^ fiööP^ 
vü lands gewunneh habend, als manche >^C^^^^^^ V^^"^^ "^^^ 




Ir Sterke utid maoöheit hand^ a In vil 

da 0öch die 8 oi*t M ^Inen warend, 

stritea wider försteti und'hötren urigl *<5^' . - ' '^^ 

alw^ sigbaft, fa* eer gar schön g^pfIä.nÄ ^^r ^^^^ 



iö 



'51 



iwid««» den heraög Garli von Bürgutid v*^ 

* et 



sYernäten, geringschätMii. Vgl . ; Taixi^ 
[olz spalten. 






etid^ 



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Salz suk Salat. 24Ö 

Stettin und ortm bJlf gar ae nUti gemaobt habend, je daß iro nam 
und eer nie so schoieebiieh gehaltep nooh veracht gewesen, als 
mm in dinem gedicbt flndt und denocbt alles mit lügen, ja mit 
oflnen lügen bezieret. 

s Dann wie du scbrib^ als der Betz, der allgemach harzdge- 
tapet, ze Yilmftringen gelegen, vernommen habe, wie die Luoerner 
ze Boßwil lägind, sige er gen Bremgarten hinin geflohen, da er 
vermeint, sioher ze Qin; sige ouch da u%ebrochen und sige am 
andren tbeil der Rüß uf der Züridier land herufgezogen, die Züri- 

10 eher ze sAchen; indem sigend ouch die Lueerner, als si vernommen, 
daß in den Empteren iüa fSgend mer, . ufgebrochen, die panner 
heim gesandt und gen Baar zä gezogen: ist dooh in allen diseo 
Worten nit ein warheit. Dann die Berner sind uf mittwuehen uß- 
zogen, als die Züricher mit irem paner sind ußzogen; und als si iür 

15 Lenzl)urg sind uß kommen, band si uf ttch getrungen, sind üch 
uf das üwor, daran ai keiq tbeil gebept, üwerthalb unverhindert 
gezogen» daß ir, ee und si uf Bremgarten zä zugend, von Boß- 
wil uf Muri gewichen sind ; wie und was, das wüßeud ir wol, dann 
du nit vergebens gerimpt.hast; «Do ruoktend si gen Muri bar, 

20 daß inen das far dest gleguer war.» Und was aber dasselb far 
nit vor (ich gegen den figend, sonder binder üoh, und als die 
Berner uf Bremgarten von Wölben und Vilmäringen nit hindersich 
gewju^en, wie du fürgibst und anders wüßend, die die gelegen- 
l^eit des orts wüßend: ist die panner und das gschütz nie gen 

25 JBremgarten hinin in die statt, ouch nit uß den Empi»ren kommen, 
darumb du nun groß lüg spotti$t, wie si enet der Rüß uf der 
Züricher land z(^en; und legend aber die Züricher selba mit ir 
panner, gschütz und züg grad enet Bremgarten Z& Zufik»n und 
da herum. Mcundes, am meotag fr&, wie man des sonntagts ze 

30 abend ÖXc Bremgarten kommen^ brach man uf : Zürich für Otteübaoh 
uf Zug, und Bern für Merischwanden u^Lacern zd; daß abermals 
meng^icb an der zit^. ai^ or^und andren ]umstenden wol merken 
mag, ob Uwer saoh dom^l^ so trostlich gstanden. sige, wie du 
iQrgi)>s|;. . Do vprmalen ni^ajoids in,<£mpterea.was> dann mir ein 

55.](leixt;s bU^. armer, weerji^ser pureiji: do wf^. es gät von« Hitzkiloh 



b Vgl. Tanngr. v. ^40 n. ff. — i« ib. v. !R52 u. f. — m gelegeülfeit, 
Lage. 



250 BOLUNGRR 

berab zA booben ; do aber widerstand kam, do was es wSger worden; 
dann daß zt Merisohwanden uf üwerem ei^eo erdrich tu lerer 
büijeren und schüren stundend (wie du redst) oucb niemands da- 
beimen was, dann sant Jürgen wurm und die gselien im gokünen 
5 baar: was der mangel an ücb, daß ir nit bi inen bliben warend, 
oder villicbt die widerweer den selben gselien bevolcben hattind, 
die aber sich selbs nit schirmen mochtend. 

Nit vil minder spöttlich ist oucb das^ daß du fürgibst, wie 
hie dißhalb der Rüß ze Ottenbach die 5 ort obsich zogen sigind 

10 und da die find, nämlich die Züricher, die sich mit 7 panneren 
und 9 fendlinen gesterkt, abermals gesucht und doch nienen fan- 
den habend. Dann nie kein panner nie dar kommen ist, onet allein 
die einig blüttig Zürich-panuer, die an der schlacht zu Cappel 
gewesen ist ; sonst sind etliche fendli herzüzogen, und habend sich 

15 alle uf Bremgarten , Zuflkon, Oberwil und Lunkhofen gelaßen, 
darumb ir nidsich und nid obsich söUtend zogen sin, wenn ir si 
mit ernst hettind wellen soeben. Oder weißt du ouch von dem 
unghür im Islenberg ze sagen, das die frow gesehen und gen 
Ottenbach herin geloufen kam und seit, wie das holz voll finden 

so wer und nüt dann lüt und lüt da werind? da aber nach niemand 
war, daruf man dennocht ein schnellen abscheid machet und etlich 
ftimeme mit großer forcht redind, daß uns botz diß und Jens 
sehend! Was habend wir hieniden than? worum band wir unseren 
vortheil und ein gwunnen spil von banden geben? Das möß maß 

86 dir dennocht sagen, daß du nit meinst, man verstand dich nit und 
sige all üwer ding nüt dann gwünn gsin. 

Andere und die unzalbare stuck, sitmals ßi doch öffentlich 
erdicht sind, mag ich nun nit verantwurten; als daß der Bär den 
Lucemer stürm über die Rüß zu den Züricheren geflohen sige, 

90 dann anders weißt mengklich. Item daß ir üch selbs ze nutz das 
dorf Baar verlaßen habind, das doch dem niepen glich sieht, das 
denen von Baar begegnet, ouch si selbs sich nie keins nutzes ge- 
rÜÄipt; Waö wilt du dann der i4^rtefn, '^ä all^ weit ^ol anders 
weißt? Dießgliöhen ist ouch das nit wtfr, dÄß wir toandienieljirfzen 

8{^ man ani sobarmtttzen verloren. Ich äoht, tifWft söharmütAn wäre 
nit groß, da it über die Abren in fllr Baar hinuß wiohind Tind ^ 

'■»■ m .i^.i i . L . . * 1 J I ' . i * . , . .. ' 

13 blüttig, nackt, kahl, einzeln. 



Salz zum Salat. 35:1 

aUett züg d^o von Züriob und Bern vil tagen» Bamlicb bi 14, uf 
öwerem ^drich \\gm ließend» im^iogelou&ii« die ir doch yorfain» 
aU ir die klein madbit zäGappel wußtend, eben schneU und frisch 
.warend. 

5 Und der schlacht halben am Zugerberg, verjehen wir frig, 

daß si übersehen ist in vil weg; und so man villicht gehorsamer 
und minder roubs begirig gewesen, so wer es üeh nit also ver- 
langt. Dann wie die schlacht ze Cappel durch besonderbarer per- 
sonen anschlag beschehen , also ouch dise ; zu dem, daß man sich 

10 in tiwer gebirg hinin gelaßen, des man nit kündig was, und üch 
nach üwerer begird und wünsch gezogen, da ir mit einem lands- 
kundigen man me schaffen möchtind, dann wir mit SO mannen 
und allem geschütz, des doch nit meo was, dann du ouch gezelt 
hast, xi stuck. JDa soll man aber ouch die warheit sagen: der 

isiinsern, dero du 8000 zelst, ist nit ganz SOOO gsin, von den 
panneren und rechten züg beruf gesandt. Die habend ouch die 
wirdige mütter Gottes nit gschmecht noch gschendt ; band si glich 
iren schimpf mit dem götzen zö iSinsidlen getriben, so ist doch 
die selb nit unsere frow , sonder ein steininer oder hölziner stock. 

20 Desglichen mariglend wir nit 800 mannen , die du der umkomm- 
neii zelst, darumb muß aber üwer anzal da gewesen sin. Aber 
du müßt nur von großen dingen nach diner wis reden» nämlich 
wie ir all redlich gsellen gsin, da üch niemands wider ist, dann 
daß die an der schlacht gsin, redlich, dapfer man gewesen. Mich 

85 wundert aber, welche üwere krapfeneßer gsin und was verwisens 
ir e^anderen gethan , isind ir allsambt so redlich gsin ? Ist dan 
nit am Grüt und uf Schney ten oder FQrschwanden ein ort , oder 
ißet man an eim und schlecht man am andreü? Du magst es am 
allerbesten wüßen, als der du ort und din lüt all kennst und es 

30 alles so frig nemen kannst', muß ich 'dir abermals sagen und diöh 
mähen, daß ir dennocht ei^kennend , daß ir menschen sind. 



i 



:v.i; /: Qidruf Uig$ti iQgst'ida.4ooh. 6Q vi^bosoh^id^nliatb von.delsjen, 

j. ßO'Hdfeiijbwmen söUtioid ejreJöhl$geA babep ,vo4 d^m wto^turiöp^.daß 

rieh dir; ioHi.imtwjArt^a.mQg*; Panadu 18 eet^e^t^dA uito^i^HidßQJi 

jb öinöP lmBköi»iBW ißt etQ. Darbi mm merken kun^i.wji^ du oiich 

die erschlagnen zeit hast , frilich 18 für einen etc. Witer machst 



..' •. 



i 



452 BOLLINGBR 

du ouch eben grämpig üweren mg gen Horgen, da es doch nie- 
nen ateo ttbel ergangen iBt und ir abermals inueii worden warbd, 
daß ein kleines hüfli am Hirzel wtr, da wolitend ir «bemale ein 
manheit begangen haben , die ir aber vorhin gegen der rciefaten 

^ macht und da man recht uf der Abern und zu Dann Tersamlet, 
ouch üwer begert und ir aber üch ingrflbend und verschiffend 
in das gebirg wie murmelthier. Da vergißest ouch des , daß üwer 
ein ganze ville , die mit wägen und roßen herab gen H(»'gen ze 
plünderen kamend, von IS mannen erschreckt, einanderen in der 

10 holen gaßen überranntend und fluhend, sam 1500 man strits an 
si geraten werlnd. Ateo sind ir ouch domals forchtsame men- 
Bchwi gsin und ist üwer pracht z'ntiti worden. 

Wer nun anfangs des fridens begiriger gewesen , ir oder wir, 
und wie sich die saehen warlioh verlaufen, Weißt man Wol tind 

15 bedarf dines blümens und färwens gnot nüt ; das alt sprüchwt«^ 
ist : aDes zft siner zit ! Gott sieht und weißt das end 1 

Demnach gerätst du aber über die Berner und v^gißest aber 
des, das üch itü Eigen widerfaren ist, da weißt du wol, daß ir 
etlichs vogts tnangletend, den üch mit sampt etlichen andiien der 

.^0 Bär zerzart; da kannst du aber fin überfaren und des und and* 
rer dingen, die man wol weiß, nienen gedenken. 

Ze end dines Spruchs, den man wol umkeren und lätz stel- 
len möchte, wo man uf ietlichs antworten wollte, hast dö erst 
den alierhüpschischten spruch hinzögestellt, der uf das allerböchst 

.«5 ein eerliehe statt und landschaft Zürich veracht und tüfelßuch- 
tenklich widerum zA nüwem krieg hetzest, ja tratzest und oßbü- 
test. Der ist also; 

Hie tannast! 

Die von Zürich fliehend fast, 

;8o Mad kann si weder erriten noch ergon, 

Si mögend nit ftof köidräckli bston. 
Zürich,' die uralt, loblich statt hat sich von jewrften har 
linder keisirn, küngen und fürsten wol gehdlten , daß si- ouch her- 
nach mft'großefa fri^heiten begäbet, frlg worden und ser wol in 

ijödem Himtechwtf riet gehalten worden tet Insondwrö hat si iro 



' ' . ■ ■■.-.' « 1 'i < . • 



1 grerapig, zu Grempe , Krampe , also f keck aufgeschlagen, stblar, Sfich 
.greriipi^ machen, sich brüsten. ' ■ ^ ' i 



j 



Salz zra Salat. 25ft 

starke und trüw graf RAdolfeu von Hab^purg erwisjt, ate er von 
dem mächtigen berren von Regfosperg gar naoh z'niXii gemacbet. 
Do habeml si dem Habspurg^ hilf getbon, til starker, uaüber- 
wiadlicher sebloßeren zerbroehen , den berren von Regensper g er- 

5 legt, überwunden und uf gnad ufgenommen , und damit den Habs- 
pmrger also erbebt, daß er nit uniang nach disen gescbechnen 
dingen , als er mit sampt denen von Zürich Basd belageret , z& 
Römischem künig erweit, damit im ouoh das hus Oesterrich zA- 
gestelitward (wie die croniken belügend); daß alles rieh, das hus 

10 Oesterrich, insonders Habspurg nit wenig lobs, eer und pris der 
statt Zürich rerjach und noch schuldig ist. Die statt hat sich 
ouch künig Albrecbten belägerung entsagt. Ein fromme gmeind 
ZUridi hat allen mutwilligen gwait uß irer statt vertriben, ire^ 
pratiken wunderbarlicb gebrochen, die mordnaeht mit eerlicbem 

15 sig überwunden , ouch den undankbaren Habspurger mit allem 
adel , pracht und anhang zerknistet. Dameben die großen schlach- 
ten ze Grinow und Dätwyl mit wenig lüten wider große züg z'roß 
und z'f&ß gethan, gesiget und dannen mee panneren, roubs und 
zeichen gebracht ^ ouch mee eeren erlanget, dann si noch in x 

20 ßtriten , die nit größer , denn der zu CapQpl gewesen , verlieren 
mögend. Darumb du dich in din herz hinin Schemen söltest, daß 
du ein sömliche alte, wolgeacbtete statt, das obrist ort in der 
Eidgnoschaft , umb eins einigen Unfalls willen so schmächlichen 
söUiist halten I Hat man doch gar vergeßen der großen trüw , 

25 liebe und guttat, die ein statt Zürich der Eidgnoschafl bewisen 
hat, daß si ire eer, lib, leben, g&t und blöt so dick zä, iro ge- 
setzt hat? Daß um des ersten punts willen im 13S1. jar mit den 
4 Waldstetten gemacht, dann si nach denen die eltisten Eidgno- 
ßen sind, iro statt zum drittenmal mit beereskraft belageret ward ; 

io daß si in einen viljärigen krieg wider das rieh» wider das hu&^ 
Oesterrich , alle siett und wider allen adel umb der 4 orten und 
der ptoten willen, kommen fet, daß si Karolumy dem 4.,diß na- 
mens, keiser und Behemiischen künig: mit sampt allem ri^h pmb 
der 4 orten willen übergeben, und Luzem, .üri, Schwytz.und 

«5 Üaderwald^ lieber gebept , dann alle zrüsag i^d yerfa^iß^ogea 
des keisers und ganzen richs ? Hat man doch vergeßen der gro- 
ßen dapferkeit, mannheit und großmütigkeit, die Zürich einer Eid- 
gnoschafl; bewisen hat im Eschenthal, Turgöw« SunigÖw, ze,l/V"alz-^ 



254 BOLLINORR 

hAt, in den Burgtmdiselidn kriegen^ item zä Byraiß iai Schwaben- 
krieg, in den Meylendiecben kriegen und insonders zA Gallenm 
und ze Marien, da ei sich so trflwlioh und eerlidi gebalten, daß 
etlich der 5 orten, die dero von Zürich vast fro, vtermeinteDd, 
5 soliohe trüw in ire herzen ze sohriben und niemermer ze vergeßen. 
Jetzuod iat 9i alles vergeßen, jetzuod werdeml ßi'unob eiaes 
Unfalls willen verachtet, sam si nie kein tröw, noch eer nie be- 
gangen, noch erzeigt habend; jetzund m&ßend si die allerflüchti- 
gesten genempt werden; jetzund sollend si nit ttlnf k&idräckli be- 
10 ston mögen und werdend dermaß veracht, daß es ze erbarmen 
ist und menchen redlichen ZOricber dahin bringen sollte, das er 
sunst nit gesinnet. Aber all ding habend ir zil> darüber man 
gar nit kommen wirt. Darum so gib ich dir, lieber Salat, disen 
Spruch um den dinen: 
15 Lieber dannast 

Hut dich vasti 
Hat Gott Zürich also gethon, 
Daß er ouch din nit verschon; 
Zürich ist der eeren ein cron, 
20 DW Gott nit ewig wirt verlon : 

Das glück wirt gwüßlich widerkou, 
Daß jedem werd sin bschulter Ion ! 
Dann Übermut 
Der thet nie gut ! 
25 Hiemit will ich dir, lieber Salat, din unbegründt rimen und 
danten verantwortet haben für din und min person, und sunst für 
niemandsl Dann diewil din gedieht in alle land ußkommen ist, so 
was je von nöten, daß^ bi den biderbwi lüten, zÄ denen din ge- 
schrift kumpt, den loblichen stetten ir glimpf ouch dargethan und 
30 die warheit angezeigt werde, damit niemands verböseret, ze Un- 
gunst bewegt, oder ouch zft abfall (wie dann den einfaltigen gern 
widerfart) verursacht werde. 

Hab damit vorgüt, dann ich dineh jetemalen verschonet hab, 

von wegen der handlung selbs des Vaterlands und daß ich lieber 

35 gewellen, du bettest nie ein büchstaben gescbriben, und daß man der 

und andrer b&cblin, sprUcben, liederen abstünde. Da hast aber 



86 Unter den andern Büchlehi ist Jdtiaon Fabers Trostlyftchfeiii gemeint' 



Salz zum Sault. 2SS- 

die vorred gehept, darumb gepürt mir ze antwurtea und die naobred 
ze thftnl Biit, daß alle frommen leser und liebbaber der einigkeit 
min Bchriben im besten verston wellend, dann es im allerbesten 
beschechen isti 

Aller liebl\abender\ evangelischer warl\eit 

e o 

ernstlich rufei\ zu Gott. 

Im thon, wiewol ich bin ein alter gris. 

1 heiiger Gott, erbarm dich doch, 
Daß din volk lidet zwang und hoch! 
Verzieh uns unser schulden. 
Daß wir din wort so ring band g'acht 
Und nit hingleit den stolzen praoht. 
Daß wir dir möchtend hulden! 

s Du hast uns gstraft, euch hingenon 
Huldrichen Zwingli, den frommen man; 
Doch hast in gnon zu diner hat 
Mit im vil eeren biderblüt, 
Die all den tod entsaßend nüt 
Und d'warheitb'zQgt mit irem blfit. 

s Damit hast du d'straf laßen stan, 
Din hus zum ersten wellen schlau 
Nach dinem alten Sitten; 
Drum war es jetz um uns ze thiin. 
Wo wir nit findend gnad und sön 
Mit trungenlichen bitten, 

4 Drum rufend wir, o starker Gott, 
Stell ab die großen schand und spott, 
Die din wort jetz maß liden ! 



« 



das ebenfalls den Vorgang bei Gappel entstellte und yon BuUinger im gleichen 
Jahre in einer besondem Schrift abgefertigt wurde. Hess, Bollinger p. 125 ; 
Pestalozzi, BuUinger p. 88 u. f. 

1^ hoch, Hohn. — i^ pracht^ Hoffart. 



Sunst ndt&'-din beilfe-greehtigMt' '" ' 
Die »des aiAnatk iHkd itl|i[Hgk«b - ^t-.i'. 
Mit schirfrftta-'aot»rerfa'zeiBidimdea.:'"<; 

5 Herr gib den dinen £eduld.iuid„l?'at^ti|d, 
Erheb dia heilge, .^tärke Ijaotf , ,, . >, 
Bia unser Gott iu trllwen! >.,,.,■ 
Dem bOseh weicb sia stejnip.ii^. 
Nimm yoa uns alle r^ch mid ecbioei^ 
.Tbä unser herz ernUyi-ep; ,. ;, ., . i 

e Daß wir dicb waren, einig:eQ Gott 
Jetz und in aller unser not 
Dich recht und war erkennind, 
. ■ r ; , Ifeti IpawA;' dlneä liabätea -Bon-; \ ■' '■ *'■■"■ >■■; "^i'*'*^ 

■■■. Dm «iiu^:ea,''earigafr-gBBdAitbtr(Hi) ■ ''^"■'■'.' '^.^'i *'^"' 
>. ■..■.AUeäpim gM■8tWel»eeribdI^V..■-H A '-.iv \;..s,\ küV \f. 

VM-gebeps eereod.si.niiob.niit ^ip^^t^pa^i^Wg^ SM4!}rii4*- 

Dem Salat. 

I . ' u Du hast nns |;«d dm^wieDabbtkAchto'," - '^ '>-^'' '"'"'- 
-: ■ ■ ■■■ 'Dnita bftQ'teh dich' wellefl'vri^r "fefiöheii'^ ')t''h-riV'.' 
■"■' ' ■' 'l' "Dna g:ü)',dtr 'hie den iSim^eltagj^ ^^'._ ;.^ ', j^' \," '^'.',^1,^/^ 
,. ,\ "'[^ '..liaijRich^'dpF eiflrii BÜfliBn,',ff^'^i ■■/'., r-.Mir.i->i.,!ii;ii:^i' 

'»,Vms."»rtcU-iMiit we)l«t> "'■'■" ' ' '~'" •'■'■■'1' ■■'if'''iii^ "'■■! ^ 5^" 



der Berchtoldatf^, in ^er^ Schweif .,-■!„, ii !„ k n;j:il ii — .-ndf. .us ! 

iöie richtigere Wmaarileiimpf,(;jVaK^i^!in^SffiypV#lP(^^^ 
Welti in^ der ijTgttTia^ Jajirg,,^6?/M )|pr^pfjje(sbf^ep\^^ 

8tehl'j>,.224:,^.fürertwe,iterhin;^ l"''>,en..fWi P?« ^)^pnt,.,^^f;^%„^t|BifljSlrf 



Salz mu Salat. 3S 

5 So dieneDd s' dir sfi dim Salat, 

Das salz hie fOr das Ol stat; 

Damit so hast eine ganze traoht. 

Ein andermal dich baß betracht 

Und laß din üppig schriben sin, 
10 So redt dir niemands also drin, 

und mach nit also har uf har I 

Diß hab von mir zum guten jarl 

Darbi will ich's jetz laßen bliben. 

Gott wöU all ding zum besten schibenl 



Buütngers* Salz zum Salat (S, oben p, 12 u. IS, Anm, 
weder eine ^ grobe* noch nbeissende» Anttüort auf den Tanngrotz 
cmJ das Lied vom Zwingli (der T&el ist das piquanteste an 
Schrift), sondern eine ruhige, durchaus sachliche Darlegung 
Ursachen und des Verlaufs vom zweiten Kappelerkrieg, eine . 

il — 12 fehlen in der Zürcher Hs. und im Ms. Georg ; ergänzt aus Rollenbutz 



deutet also das Wort ein nn jenem Tage übliefa geTresenes Geschenk. } 
in folgenden SteUen: Im Zürcher Taschenbuch 1859 p. 185 ist in der I 
geschichte Gollin's die Rede davon, daß seine Taufpathin seinen Eltei 
jährlich ein Andenken an die Taufe schickte. Dieß Geschenklein he 
den Gundeldingern (Kt. Luzem) «die Osteren», bei den Zürchörn der Zi 
tag. — Ein Zürcher Mandat von 1650 verbietet, «daß dej^glichen Mtzit 
zum gütjahr noch under dem schyn der würgeten (Stalder II, 459), zi] 
tags, stuheten, kindbettinen oder einichem fürwand verehrt werden so 
die Etymologie des Wortes zimpfel anbetri0t, scheint es eher eine nai 
weiterang von zipfel, welches auch «närrische Person» bedeutet; Zii 
ben ist Aberglauben, Zipfelreue, irische Reue; zip fein heißt unent 
^i^erg^hen oder zugreiftm, trippeln, tappen; zimpeln sich zieren, 
ifeberden (Schmeller IV, 268), daher zimpferlich. Alles das deutet ^ 
i^trrisidie, alte Bräuche, welche an jenem Tage stattfanden; dann ai 
scberiAiafte Geschenke. — / 

6 so, aber. — u haar auf haar machen, Händel stttten, zi 
llBlzen. — 14 Bchii eil, wenden, lenken. 

•*^" '•'HiMrich Büllinget geb. 1504 iü Brei» garten , IS'JS - 29- Lehr 
tekÄH^WÜHulö MOap^el, 1*29 — 8^1 Mn^r in Bremgarten,' wurde 16 
Ifi Hachfolger In Zöiieh und öpätei* Antistes, starb 1578. 

Ba«ehtold, Hans Salat. 17 



258 

logie Zmnglis und zugleich eine Rechffertigtmg der Städte Bem und \ 
ZWrichy kommt handschriftlich öftere vor. Diese Antwort BulUngerSy 
schnell hingeworfen, wie fast alle seine Schriften, ist namentUck \ 
wichtig durch die eingehende ScMachtbeschreibung, die um so werthr 
voller ist, als BuUinger das Terrain von Kappet at^s genaueste 

h^ftytkt. Jiele^St^llfn^flu^^^^^^ ^^^^^TMttnrT"^ 

dhroitik ithrgegakgin. '^ vij mrsfemntl^iMSffiipe MaiW m 
Text in Sammelband Ms. A 123 der Zürcher Stadtbibliothek, mn 
grössten Theil von Rudolf Güder 1S41 — 46 zusammengeschrieben. 
Mitunter Mmdm '^i^h Leäartm'eiaer) m^Qanaän iSiMeBhieKBs. der 
Lum^^ StadmbL M: iü (X.^^töa-^97}fy ^g^OiriebeniSSS.o^ä» 
rieh Mathffs, 'b0igBiopm\wmfd9ml Ideä widßprußh fekknui^iisr 
lefaien äs, ' Das LiBd ßkUingersi' 'kß'beilgirB0t^,giänff limMSsr- 
än(Urungi¥^ mtd ßmett^nmgm '-M^ du ' 1946 ^im Wmäi, ^säirudd» A- 
'Wn^bu^'^^ee th^nmSiijEiiii^'W^ auA 

M M. Watdsm^fifßb^h^'^dmi disu^^ 

Liedern der' üf^^hnten DitMm* nnd* mMmmtr^itiJiMtocBß^^ 
'MiB4dh^^p/'8T:r\ i-'i.-''- ^■'■'■.•■: •■/;r-'-".^ ^Mfl- naßf. ->iA 

Ueiw üÜiBs SadhWöhe veirgleieke B.EgU} 4kScMaxM. v&nßap- 

pel,'i873, ■ ., ^ "^ ■ ! - -- .1 ' '^^ :-v 'K..-' " - :-[,^; 

Andere Prob^ &ks dem damaUgen Li\ßdaifbrie0 ö^i iGrünäätu, 
Mitlaus MlamiSEi pi 47v . • :•• i:! -* • << ^-'i -uuaMu. xiov iUuWv; 

■" ., . \ ■. . .- .•.,.■ • '■■—:' '^•■■\^ ':• ..1 M','"*: !'./ .:\ I -tr ,!].!:'• 

.:V ' "■■ ■''-' /• -'•••'■ '•• ■ 1i^;: iiijfl. n^t-F' ,:vi >--bi nv ij'^ ^^rt\ln '^^'>' 
■'.1 i: ; vi.; U . ■.. ■? • i.t'i i. '-i-''^ . •: • ^ '1= >Jv;n'lJi '/ :iir ^ili) >iii':lyj üjI .:,. 

-/^\''vivi :;jJ'>7/ »u:- r/'fi')'»-^ i'/rrr ri'iit» ^I'ß rtv^H m^fr bnii ?i;w muiüd 









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^«^«ö w^r '^^« Gottes barmh^. . '^*' '^'^ ^«^<*« ^' 

^tö^^.*«°^*-« - i>esor^e? ^*d St° "'!, "" ^'^ ' 
DartS ^ ®^ "^^ *^ ' 



t6Ö Bauat ■' 

Stthuld tm8«rer ersteh Atün st&ddtt'ffie mad det «i^^äieh^^ 
fltr&ft Mit der vetg«&mg, daß alle' vei^gne aii>^däki''ii6iyiB 
gar lichtlich tmd bdd ent6<^chend, und gftäi t^ ged«ebtü<a&'k^. 
Nim ist Je ein (Somüb, versamlntag, ttttntbäß uncl v«rstMlt(^lft''iii 
zAtragen tmd bekamen, ^tber sorghuft tind aogstil^^l)i'#)lrffilä 
in -Wesen enthiaReii. So damf' und gar l^mHi dvt ta-splttig^l'lä- ! 
ftmg, 'jjaaetoun^, • ifaeruft^''irn4 tifbdi^'der'tiid^öÄMft'iyaffllfe 
durch gelert, Verstöndi^ mtmw und wie die ^Har'^ p^diäiba 
winden geseglet hat : tonkt m!«h Udch irü'mitHla^ fBHfftgM'WMt 
vergeßung «figelaßm 'Sin «Ai&alttio^' ohd-jn' We^ ti&'ü^'Vfl^ 
daohter Eidgnoschaft, eo dann schädlicher (als obstat) nie"^^«ilil 
danri jetz, irem fal und Zerstörung ' gttrlieU^ geiäeFtÄe'M^alten. 
Deßhatt) feh verWeint, daß vor lang uad'^ etwatt^gifetSHicM/^ 
lert; Verständige, gesehrift liebend« tiieiiner "wfit^M ^is;%^nii 
8Ü' handeä gnan and der federtbeffWithatteiia, dai»K"iÜlJ'aafiffli 
gön ganz gÄt- änd gferedhtaÄ ttw» liotih^ttrattod^^ irtäfeif # 
kumen hatte langeri m(^b, iV^Jehe'!* doöli'nit'fliltei^^l^.^'S! 
flüdtii. Datutn'ntm so hän ich [daW -dann Wöl Att'ferÖß&r'{lfe8 
Unverstand äbgenöBBiiien und v^tmerüt \k^rdt»'^kg',"''aafc^'fffl^ 
eins^ö Schweren dings understÄttd««», 'so gaip ök'^KrtÜ'toöf^i 
scitwer siü wnrdfals an sfeble<*tei'i-'ung^lf(4tter,''tooft''äfo#'ei 
nät, der schrifteö nogeoieter leir'diß'fedhv«feri^"ÄtWK''{Wä(^«Ä 
vü sch'irerer, als'iob -ntigöscbiökter) öfr mb t<fg«liatiri/'8ft*eSlte 
alle tiöd jedel' verlotteriö Igdiandlit«^ ^ötietf, al«ilii"teia'iiaia|''ae 
^fen'ui^ubönä,' üß 'Atüo. daün-äH <Ä%tti^te/»äiid''*rtls'i^iöiB 
uWr tod siwrtrtcht enfei^rüüggn; bWeffead' efa '^tto 0^ 
gnbscliJift tiid 'ihöüiidöb Uwet 'lÄMjhe t^ifiheit;' tfaSb* gtell^ff 
(waiin 'kl trf' de«' "Wameil- W jare und te^, •duc8'«ff«%i 
acht V«)l irilt ihiiMtem' ^örein' 'tin^lijfa^, ^öB' ^ihUWot^'^^'^fi^- 
dit sehndt'^ gafageti;' in gschrift und «ft einer ofeW^to 
Doch "danSt ''QWer''hociifi%i^efridig wi6faeft''W#^ 
bitt, söUchs von mir als dero gdtwiuigem, armen •«faff'^&if 
neu LÜcöitKir M Wfetefi'theÄWtfig'lfrOtitUgh^än^' dfifl^itlfeM 
es öüfeti'WAjJfirtj' •^esöbecheir« uÄd'-nii^ '«<!!htttti,"%ls'WttSii'fliÖ 
nt)r;'>iÜ(irei^''VeMeßafeJ- Üeri^, tSä flte'iMäa«t§nfifea"aö«ie«» 
g&ati'ioder pim Üate ; -Waiiti- te-h-.:in.^;^^jiet,li!(a^^ji 4iüeh# 
cM erVÖi^^ **!nnörreötHctier;''irtiilfii«i6^ M"%rtitä 
ftirf'drtöö) di^e'mäi ö6liribmi]gf «jd"^ hbhd^ö' |ndÄÄn'^#r''tl 



•f Äst« --^ ^^^^^ 














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4 



















^HH& ^•iV^ ^^'^mäte ^r^^ »*.• Awwßn v^»-.Ä«i#^^ 



Ar,rüafun^il4f, 'W^ «md l^VMÜen Gottes 
Mtell.a>tfa«.fitfhugottt^> b^S^^>ö«*«>* «Wrtiß«fr«*l^^^ 



Uile)^fal46«& 




Wi«n? -* »^ ^*^**^ 



teilt« uai«iil itttad iiali?i Mi di^^j^JJ*«*<^*<»SaDirtsä^liAjeiriat«^:^^*8'«*^ 







^ "'^'-ilöv bau aetd.8l£W.:^^f^ 



^Of^' ,,,! ,ä4 



>^«?-_5> 



•«i«fcJi.i^ i.'- ^"^^ »'i«r taaan« „Miimd mix 

oehhnfal danffÜDäteimiaoa. ! D««tuiIJii>diai.J»»le«l/ilanii;« 

isOvdaiiBjJ^al &iIK]U;4IU<KluilBr<ui!di'dKt>l>°'><n>J«t!lUia«> 
tem, aller gesoIileoJiten und Völkern grosobloliten. 



fSOAT / 






BÜß- (-TT. .w«l«bAQ<. n«t . höpßchaiti,; ötttj, . 1» stt^ZL^^ 1 • ^ « X- ^ 
ii^eirs etil mogi dnna. wider. filr qxj««» ^WS/sli*|*cbaB»-^u* 

j^i^m,.6eili9QQ ftim «"Bell. ,tti* te« • ^^'*''*^*'- **** 
tfM*in9PH.<»e^ weit, iaH« i»*H*ltetl , -u»^wl^"*®^ ^ ^^^^ 

h.}mi«i,- .vsk\g\mM stow pmifeß^^^™, ^®^Vj(dttÄ 

.«ndi,i?lr:.sim ofurmg «ÄeiftusflicViti . .^ ***^^ gMeli f«^Ä)iÄt^^^^ 
BiiBhM^iÄt, ,VöP ;iFMiM;n.4iia od«r «.liSEoW ^**^^ * ^ *^o£«pd«:::^^^^i^ 

lergiibw lupdign«}. i|»d> swfti.i^ati^^l^^^**^*** 

ffisftoiipDgidwidtegßttftlteii-g^^l^^'**'*^ '»^ 




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und ze setzen groß.glwfen, ^^j^ '^"*^*iÄ>i-i»t;,^„,ljj ^^g. 











^^md-i 




litte glö}öbfe*fiAlModi.tti|^;^^*flfe ***ftwonßÄiweÄi 

gms tfOSmgdtdMt. I Witt »^^* " '*»e4clMcaidB,MrtnaBff^J/^«^'^**' 



IhUi; 4Ae-i«df(&i isti ler. 




keorkiiiHitaii£.iiilar %b 






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MBcuapcM mit < i©bTi«as- . iswüg^r i b«te<Atwo#wÄ^, di»^ 

'•»« tlei3ij6si;^.aaatienat>akad 'te^ii9gpe»di<vrii^'aiii4iä 

"Wwv- (^alajcdie'iÄöiDear>ifundfi*f'?s iocrli. '•**** Dte"hi8<fei 
Zfeft;^Ai£Hilsi:eif-^tfen'if)(lax'bsi]fe^f:iä6isiaMrizi des- leAadsf'f' 

«fa^' «rtffik -: ftUseK^in^bd .UsrßhtuÜB'/ dapii tjOslüträ!; Hctwi 
^it>^JtÄst(.t fiKAaejevldlieB /izdiJriiBdääruas'i Unii^i^ii^ 
itwtiixixa <it«ia.srladl!:;.b0gr£tnen7oddz> w^iß*»*! ^s^»'"^"*» 
düasi tBiQ^^axKuJ oIDdruint. isitaebunUi an < »lrsa<kfar-i Dabfis 

£l^4!^hHfrirxuBai>w««.sl^ed'idTe fl^*^*^"*l*?*^*^'irft. 



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lüteit daran zd iveuÄea, daß Ä© N»« 









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umb daß oueK ^*^*i W '^^- ^^^Z^ 
m oder dein *^ *t,.^.*^^ ^^ büJhs ^* 



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_eit lesens anstan. ^"^^^'^^^ 
^t*»^«! des ga,ein.u ^^^^ 



JWW -STi?"* *«*'««*«- ^VteivMaS*** . r'.J.^ 
*»««^^T*'°«*' tot 4„rt, 4„h«A.i<» /» ,■» 

''*«'«liftaf^"^'"* '"""'**''* otMeOKBtoo* «IS* ^ . 
'**"'«a8^ . ";^' ' *=tt«oJK« M™»,..,«o. Bl-.-«r«l»' 
*'fc' "«»iSAWwr^ ' ** '*«* «lag "rniiswe«**! Mtta 1» 

Mfenü*»! Tf.,ri, •*»*«*'' 'ä<*l'***Sl"'«*ilOvi»i»t> !«8r 

^SWIl.dSaL,^^'^^'*'*'-" s*«i* •■>ll«'*iri ^ biShirt , 
»iWiaS^ .*■ »"*"' ■HBWil'aiB-'Msae&riBWn» lal 

?^2«' 'sott Aftin atiHs, I tax »ii«h :who ' i^i«* « mrt 
Jws^MBa -«Tiae« aweVBS^tsiit,» düön-'aterbB'se 

tiD^J*1^,v niy a(/;.iit/ -',i, mJois Jiri r(-uro .:tß*' f/ 
'iutii l,ni/ ,ijÄ7^iijj ^.,i'^;it)i ihjd-iti <i(f' r-. or> ,,'jt' 





JerridU der puneim von Kegeri \ini^'cra\~irt''\.'^ !i-*«»BSf^ 
D.mll iah d-m »»J ■»!"« .W>lilechton W"*^t<r<!^^w^ 
UM- imgelerler) jä hilf koa, dem Xeser mrf<^ Mi'*«/^-«^^ 
UHOgÄ'inlife'hitmlollgtat TOiv» »o« W1>*>''^V^>*^^ 
oht der pmltlBil IM« mtlWs^tieiajjjj^ -^Ä*** rfS^*'^"" 

pl,i* diq; ^nMÜDfitei^, noti^r^ncli -*****^ ' 
«llts, llil,>M>»,diB« kW^iuiiJ,^'*****^» 

gsaWiBSflwUsniWl'i«?)«««!, : ajip i«b ^^ '»'s« "^M\ 
lit maa ff«t ,^ii wfiptoi. fWi«^ . ^^=V ^"•**l>» f?^' ' 
MVH. vn^ym. :»etw. «ftw^SB* - .fai' '*^ ' ««"««»»lisai B 
,,[IW.i(irt,«io.,w«|iig»Wle»l»»lta„ ■**» «»«Ollli il j 

>t:M groft»:«)»*-"»» im i»»jr^' "i'*»»' «"iteom,^" 

,iiJ,dMli,:Wli,f»ii,,s«toB|i..,»^^*'' P«M»orHeruo- JT",^^ 
MrtsiamiBigW'PPWM.iaaao. fT""**"* «itMU*,,^. ."*»''^«l, 

Btf..^,. kW,«**»,««™ ?,■**"»»> w<w^.^r^'*«**4 

Ml,i:„.>,B«i|i9I,:.dM,isoH.;;r_ «»UÄsn J.!OM_. stoa;,fl 
«iwtiytr- ™d,ii»ohg|«,4io^~** B!tiBar«.,eti„,^„,^ 

S.in ist Eia hejdU C^^^*^^,, ^ JJSl^>^, V*-* 
1 «m !A,tm«.,lpMx.t, ^ *»r -a«r .„mW«»« J ^ t^rS^-* 



naß bald han; Übersicht er 
senteqz und meinungeD, suade 

-flij ü'is "Ah^ ''s\\'j iviil'^-^-d ii');»i\*'> L • * ->>^* 



►\ « 



•g^wie^et; gfepis«, ' mticlS 
'Ubti'^st%teÄrfrfigfeHöhr;#^^ 

.^öl*mi Of ^ibsii^rWaclis^itt. , i^röxi.^ -1: i 

-«^»anni^McÄüierid, '^daa- V^W %i\x^ 
3#te8aft:^ufidxi*v^iniÄÄI Qi^trt^tö^ii "Uz 



272 Salat ' 

Bs hat die > mmfispreolMnlirtKy bannhsESBigkoit/ unswots' gAtigen 
liemi €h)ttfl8 und vttere vcm ewig \mr nie «logen Üdea^ Mn fbmeo one 
grund irren. Dcorum oodi Pkulus zu boden gscblagea ^tMNsbiB sttr^ 
ken ifero wegen, der aber unreidit . was «ü der sacb tindA. de&balb 
oueb aliweg sin nfierwelt Tolk (die wir etiaiien jMt sind) yörgiwaniet 
aller zukünftigen übeioi denen wflflen 2e begegnn», und-bibittrohfllb 
afaflOebtig zA werden, maders' darnach 'wQfi^ 'se: rtobftem BeeOget 
aUe gschirift und ' propheten. Soi dann ^dhS'deni Juden,' dieiidkMäi nur 
ein figur imeer gsin, hfgqhflehen^, wie yii: nrinder >bat nnser lieber 
berr i^saa Grietos, der unaso -boebi and Irtlwer mit '«kvendibitteren 
sterben und lide&.erkouft, weUenJaßetibaiaovngeniJametgaiir, ja noch 
yil minder irre gan, als sch uns schwere ttbd begegaeteadr 'ilmveiv 
aeobenlich, die. uns. also * sttttzling betteiMl mögen abscdivedben und 
TerCÜren f Darum neniend. War kura die^ meimongeos • wie > mit! jmttrea, 
qla&eEi werten* hat ^ uns selbs an:toigt^ daS^^ta unsjate die;recht* 
g^ul%en im glonben hoob dmrttobten, anfechten und lumbailjittiQnDen 
understan wurd, und go warnet^ : uns itov abM zfil; taAten^ ^ ioläjiUi^* so 
uf den rechten weg kon wbrend 1 .: *m,. / '..''; j. 

Dana als die junger gicngend zuaoiv baren Je^u^' iä «ifriageibift: 
Herr, sag unsi, was ist das ^cbto diner asAkianft iunä das lendä der 
wdtt antwurt inen derihem: l&gend, dliß . ücb daüh Kdemand veorfbnm 
werdi DanDijeswerdeiid vilinminemnameh^onvfiagend: iobr vbki «(ki* 
stus, denen volgend niinach (als so er sprSch^ . dalB' iri danmmU: and 
das blibei!id)J -Danh si werdend yü iverftosn ütad bs* fr" jt etaieiid 
bl^en krieg und .ufrdar, lägend;, daiß ir »darum nit betrAfit: ^werdend, 
noch ttoh fOrchtmd, denn idJse diiig mAüend aiso togta&i^Eaiiat aber 
dennoch dt am end; wanneswürt uMteiiini^ skrii erhdben «inf* vaOt 
wider das ander, etai' rioh wider das aader^'Und; würt pestüenz, 
bunger, eii)]fiem gan durdh die stetig oudi eijschrocbneinüds gi^itfi« sel- 
igen werden am bimel, und -difl würt sin >ein anfan^ der /GohmcrznL 
Si werdend'üch («r meint die gtöubigea) gobanim.'tfüipnaikiHndüaii 
tödten, und ir werdend von alle^ weit ^eHiaibtHurab iminesf^snaiDeDS 
willen, und aiir t& geaXigkan&i Denn>weFdent' tO geaoheiik,^ ein an* 
dem hingeben, und haßen der brüder den bräider in iod^ codi dar 
Tater dtti anii und arbditod «ieh dte kinder iadia altem, ^ und brin- 
gend s' zum tod ;< verrätery w^ ouchTon den eitern, br&derovIrQD^ 
dien und erkantetk Dann* werdend harfWkoni TiL iblBob ipitephatan^ 
werdeod Yit TerfftreU; 'Wann! die boafaeit hat -dann überhloidiiiid 



g^^^*«ten '-öd *„h, di^, .Mb^i^Äto«* y- 

*»»«.XBtol'- "°'"^"^" »«"■"<&, iie^&t,, OB*« 



a^^ifi^ bürdend, so es g»sit:.mHol«, ,di« X^ 
"Md^ne- i««üt,.,:i,edOMnd.ttf^ilUi.lraH»Ci zit luto*,!.«*''!«« 






Wip*. ,,^tt,rt ssfcaar. totsten. ^it.,(»oU.maii dar am Inüna^ ^ 
a»^lbt»t»o,,etot±M d«Bi,jiiiiesb tag<Ma: «Is4 ..anaitem^»^ ; 
ö^afoiMMi l«iitet iaitBr..dMrVw»it^;Bo lauati . nuri^skiüdÖIVj 
«nrttx« //ti*d0-j -sj^Q^ j^ mitiatileaj äae jetK> -war .Bwgen^'^, 
■KBäi iwäo'.'lei^Dstilxcii „der ( tectu^iw^nüKi »"«^ imafaUllBnd- ' ' 

^adi:ter'f3px-i^>t iliftr/ es-iTfeMJdead. vTOi imiiiten ^hmiinelfcrfti i -- 
doE wibiii-<yilnjfials(B±ifair,.'5*5Qpfaetfin).eül!'UH<i. : daataü-nbeodiepti! '- -^s 
HMs-taHirnt^gctzii> djej.teeanaiid räa I j>I7n<iJjäetJ'iiier..''4Hiit «aar 
mAr^idaJßaen-K.^'t} ziaaä-..-^ir;ij. ads'riuii7iell9teiiilig:Binj//eui!idtirf >^iä 
lastemcßBii'tbaaerc/WÄtrmea&ediaHt gapectadö* rreHrdUd^Jen/^deaa. 

mit Uesobizfioeruii T',-/.<Ji-uf n'.b -lohM-Ki -;■>(' (.i-^^i.'if L/u/ ,,-j.,__ 

;h«Iari.iaa£rntI»a«»Äri/iwnrfoJlaa//^ri-at«riMfTBdfi' oii»*ät, «ßj^^^ 

Baecbtold, Hans Sa.iat. -■ 



174 



Salat 



ben gfSirt und sbg^zx^gm werdMid, den wir dennatiial vetid ffili&dcheii- 
hundert jar ItDg gb» hand, nlt den man eans^t nfi ^iem Ixrffc bar 
trait. Deß hand wir oodi gtikg, datiffi sdlfir Cli^sto ixttd skietiapo*- 
stlöQ u»d erangdlsten nit gloubea -geb^, word^nd wir'tttis deültfllf^ 
W6U iiQglüubigen vergfüdbea, die dtß all utnbstoi&i^id^ wie mtwgldiok 
weißt. Dawr uns d«r baimheraig öott evrigkiiicäü 4>ewat)e I » 



V. 



■-'r- 



1" 



I« 



Fön masoiffung' vUer framer, fferecUer ctzs^b^^ so azd wi§^ Jarm 
har, und w^8 ni gesagt hand, oueh..f»avrtstn Gottiinen slh t^ 

Es hat unser gütiger, ewi^r vater uh» ouoti niö WiBlote Mök 
gan one bsuüdfer frmn, gerecht, goltsföro-htig-, ' ©erbar eetenltft -m*i 
und wib, als grundveste des gloubens, ja ebeti unsers' altfeü' rföu-' 
bens bruehs und ceremonien, darin wir sttid i-.«^ • ^„„ i_. — ^j,. j 
« , * j .. ^ i«k^ K««.w -w "nd das wir biltend 

uß kraft der werten unsere heben herrü Jesu '<*.*.«-,*i • ^ « ,* ■ 

heiKg geist, den Qch der vater wurt ^m<^^^ii^^'^f'^\ «^ 
wort üch leren alle ding uhd üch erinüern ulW S^el"" d^Sri^K ^ 
geseit bau. Und so dann kund der g:ei^- ^er warfeS^' Ha S Tl 
senden 'wllrd und vom vato- tißgat, iJSr '^vtlr*. Iif « **^^/^'^ ^^ 
und er -Wüi-t üch leren alle warheitf' Er ferki^it^Vir ^'^^ ^^ ^ 

diser Versprechung üfad halttrag, diewil aJs w f tatu ^^^^^'^^ ^ 
öttinst punot darvon ze nüt würt, hand xi^Va 'Q-ofttS, jti'nit'äer 

evangelisten, iw nachkummen und Än^tex. % ^^ Gri^to • dfie 'iä'^ostel, 
man und wK) stracks und grkd in kraff « *^ keistlfcli Ttmd' lÄ 
öohicklen hMligen gefetö der schnür ^^ ^^s Versprocbnöö ' ööd '^ 
ünsem aSten glouben gflirtand braei^^ .^^tl rifthWg • feisliar "'hi ^Ö^ 
luteren gloubens (diAwil es alte nüt g^^ ^^*^*** "atnb Win^ - irs^rfeöhiS«ti^ 
gnad und geist der wissagung ineix 55^' ^* ^^^ ^^* ^^"^ ^**' ^S*^^ ^ 
flilschen propheten ir pracht und fkls<^^^^^^^^^' ^^'^ Sel)öii, ^ gm 
gan, sunder alWeg 2Ü Erkennen ^e|i_ ^tkgk^et^ ^^ '^tÄ&^TÜlrä^ tStt- 
ötraf ; alti ouöh ob vierhundert Ä-ls^si^ ^^t^eW ^^^^^& ze^^S^ aäf 
verdurbend und zft schandänwui^jj^ "'^^t^ilfe V(j9^^^^i^"tLi-'<!MiM-^ 
Heliam. Also die fromen propheto>ki. "^^^ ^\»- v'^*^ ^^6fe^«^«*s^ 
eben wil) mit' höchstetö fliß gemaüt "^«i^ «lt <ö '^^^*äiö.^jfe•'ws^ 
Ären «e lani ' Dann' vnf der lötai^^ ^^ti ^^ ^d^ ^ V«*Ä.'>5ss^m-^ 



^ an gsin; uns 'Ingeteßen und 'dai*|*^ 
fblgung, trftbsal/ angst Und not IJ^ 



^tt 



';^y^p)iä>p 









i'^'S'WjS^c 



Alf '^^. 

B« tal SSiB «m trom«, \VS»t, •''^/ /'' ^ f/ifi 
na aö NiBKvpaui, gwempt T4»*o4»»' -A V» . ^ j^ ,^. 



'•»Ob. «n. aer gtwtoaa tqv a»6t 



'OB fcHBfligaa dlDg». d«o We «to ** *" <«" ,/,<> > ^ 
w,e der Tureg,»n4 »m rtot aisll miaWl» . ,l[ft' W/J^J 
«'erden, spricht et; aber dar^ou viMl ?'* l) 4/ ^ 
««ret und das mgUoh opter (das ist to «>«'U '^4 A 
dM-trupkt- dl» .sa„,a««f, die n,e,Botew ^«^V^-iC 
mäßig trübaal .„nrt d«m«li Migat «her *,<**„/ l^V 
nie me gsin. Ouob wie die ■»argken (er V»l v>« V 
an '''^°''f TUrek;,) die Wlolien. ir Zierden, » / 
WJe-eiMUgkelt etq. solanfc4ie<i und iu,rstiSreo *^ J 
»W«. wie BS dann jets üriderj gat, gemeWei, J^: 
^. ^'^*i^ ein Uel^Q, Erowpie, eereahafte, tugeo^ V 
ä^ ^"^ *Va' jaren in tlitsohem. laad, am Ujn »*.^ 
awoti, jren gjouben (jetz der unserj und gottgl»^'' ' 
«asd künftiger dingen ghaii, und gar olar : 14, i»' 
»^"•it .und npsl^un^ über das oristenblüt, von vfeS^ 
^*?fi tyr^nni^otien fUpÄten , ouoh giti^kiait der prel^ 
eristeniiob vololi würfe faileu in die liend. und gw 
teeren, das sind die Ti^rggen, wo die denn umb ui 
. J.aaellim, ein ajrt in Galabria, ein Uooligelertei 
man, «jrfallt njit .prophetiscshen geist, gfar nach g 
«Pd :die zÄkanftigen ding nit imrerstendi^er, dann { 
kUndt vor, zit iij" und .sv Jareu ,bi Urbano dem 
SW , Qlar .aunzpgren dis tröbsal wor der letsten ead 
- daß undear Gi^roio, .dem keiser, sömlioii endcristüoi 
örist ,kqi3 soll. . 

.,. Zu. d^er :»»t kßisers .Guqradi ist bi. leben gsinC 
nit^ minder scOpinbai: in^iebensherligkeit, dann ou- 
Wjiss^glang-, we^ober vü von den lotsten i weiten eL 
bat, «ana swmäß eben jetagem kandel und «Uend 
Ssbwedien hat disem eilenden leben »ebora 
apdSohtigeste irowen, von fflratan ^™«°'j^^',' 

JV,. ali .sl de, .»as ir* *ips*«dens '"»^'' »>°'^*^* 
tSder heiHSW ..PBC«,, ;en,paang darnach das 



276 SUxAT / 

saerameat des libs^ and blAta Cristi» 'yerechiMsdarBEQb iü titoserm 
altefi cristengleüben mit vHi seiciien und (mimldefi m .letKtna.ilBd jdter-^ 
bens. . Wekdie gmr.mit ganz^veivtMdig^r'iiii^iDfimigf hafe^io^ 
der :aiid6nD^di8:Btraf uhd plRg'tibet Rom! und womm^da»ib$dt4eobm^ 
Und witecv' es vrerd ' gen -ete gsiämr ImmaQ'* dnrobl dmi^ fuA^ Aßß 
bßtTti, Tferd tdemimdttbersffiohcäa^ sooder iikt Battepr ireph^Blaimfi (a)s 
von wegen "u&Bersliiid) tOdleii die güDglitig and -J«iQgk£rot^n^'^e 
aheii mit denjaogen ; und di^ jcoristenlieh'küeb fWetd angffifoQbten un,d 
gesdhIagQä ais^ ein ^ttwb und Btäck* irübsil Jioii, > deifgUcb >i^r* Bi« 
me gsecben und derthafi tnrtuixi ingefÜiij dbs tsi benslkb M^^rKit'BKdirM^ 
mnbihill!; damit 'dafi^sobiiEEi Petrinit erttd&k. ^ Datüber ««^bi^t/^iner : 
wo der herr Petro nit erschint, wirt Pejjmö.izwiflettl;» : ': i-r'* .• 

■' Nit^minder hat oucü X^nceoiurite'Clallus; ordinijs predioa^^ 
gar eigenifoh an offnen, prctdieiir u&diQuafeleni ^seit ^on'ji^igßt tri^ 
aeiigfceit und inrung und/wÄi^dfln aiten-dealglouben^v .yw«J:cterr€ul- 
düi weit hariunz'ut jfitidge isebe^' gtobe, ^obe, iitt^ta^lige» ^-ß^ 
actebeo'-vap-'büfldert-jaren.' •■. 'i •• . \' \::'-:i'^-''> .'"'-'i M"i> j' . 

- Afino' 1425 ist in. aohkung 'gäm ^/Rddfs eiil'igö4,i.Ö'omiv gOtt- 
seUgtir man^ ]?ait> : naonfm iAJpA?«bjinti .dei^' jfi lydpmr^^m^Titiffp^ ü^T 
sins alters und da fürhin gar mit lutt)muvi.u6g)et}ruokteui!iFo;^j^|i:^t 
asig^etgtunksr ijetag äiend:^ So dann^.fuiiddn übdtiu/iifrpB^tiQ;^ vor 
zweujsrg' jaren disetl meinupgcAnDo iSOO omd idttruisdbiBrriiij^ftUiC- 
zeohen^ bdüdeiirb^undf IS idder SOuWrerdtiLdtjiUßgttitß^ rdlai'.lträql^i^jdier 
tir&baeligkeit' uinid der lubmiittome '1da:^^rtmm(i^#^ idjj») .x^miemi, ÜB 
weitdetidnaHimtHfllbeä krüflhen vviihralung'UiadHifrarprfltov ^^baßi^- 

liebst« irdn* dienern; ou^ gJotibbtfiiQbSg^'^tieQtiicibe» Iftti und wiißir 
-iftiseitö^ :^r£&rubgen^ >welDbd>.b()S^g60b)e^t(^ im HS^m^W^m^y,^ 
toikg wflrt-.gehaiteöi und igaribdeh: ftüei-^ilJglj iftilWö wiUfj^iipd .wi 
gehfonBet,! ibis Iditö' giaem rolk di^on .plogfioöntl^igtn^^ ^ 

-ui^dbn LÄÄtonai i bagfcn- (nh ttböl taö wöa^i^kv/TOlcbß) YftÄü.wegc^ /Iq^^ sgflr 
-den aier pii«rtiaoJ ider job«teibi«wdi;ifQlte jiftti/igRftijriaqi^f a^Bj^ri^S^ 
diatidänauin^^aAsA^oUieitTi«^ b(#urjt> i^^upjIr^Qifidgz^l^^ 
gäo6(Nr ariwHtsäligkettrigeplag^iW^ ji<)q}a[ iYittö^fmi}t]^TiT4ifeh€«^ 

aft uäd hadd dar pöoblöottwrjir^iafrtHigl^j^ dWialffife^PaiDt^dkiöT' 
.mgnfiefeTiund*-jBiii'(pdttrv[döBai Gtotttigtet^^-^ü^teb^ uip„4iei4t,l.ff'W* 
äafehenijuxidß gsobicbtfiaDDtisedbttij )itad7} id9fiU'/^#ll ) eryiiYjpiri M^QP^d^^Pi^^ 
.(Ms£tf';zit:<gbbdEeni9m'T)9|tc.^jU)tdLis^^ ^mhi^^QlkjG^^iQi^Sg^j g^ci^ii 



«»d «...!. **«»«»igt liindljmgTO Man*««. ,v 
A.^«^' öatam ist dbst«i./t»s uSrämaV«* 




falsche" „^'T"'"*"*" «'»^ boDgersta, »>*' 



-««er« ireft^? ^'^^^ *"" »»™'">> ■"•Bde.dmtt \.' . ' /, 

aar inJ^,» !J ''°^**- Ute. TWB Bind ftindan. woiä«'',/'' ^ 
Si-t^S*^^ dt« heiligten Kr.l>9, in em«r gar .üto. ä"*^! ^*^ 
^^' *""' ■'™l>">'<»B.i«ll««rB. ■■■■.■■ c-'^ 4 

/!«« ist hil..,.iBOO ua<t 18. j«r ein sax- »eku» 0»" > 

«aa •■nndBrIielir grusame fcnn, rf: Ra-ccoi. iu I»'"*,^ 
HjerzBa.; welchs ^baii hat ein mSasohen Üb, ein a^J^ * 
Qoupt,..fcaök:e*, ifTenfairw, OB« ougMi und uf ctom hoaP* ^ 
äander 'bituöt ■ lipt biftohstÄfceo uf die ■ formi 7X5,0»»'' 
m4bn, idt-l rofc »unen über den buoh al>, ]£eiii arm, ^*^ 
4epeelbig-ezi! I OQ^^l «is öin ftstermus, «ad die 6chim be^ 
*fen,.'ffteriBOhfer unförm. UBd-ffr«ßi ; sia raotrtör fiißi als 
ttfih* Aü'idetn.'brtuvr. ein heiter, oug:, der. iing^ eeljeatei 
*lö euö'viöoö, daran' eiü eiawöii aie ein- roubvogfel : d 
MttW^iöng' ■ E(!t- .fllreictb «te «in mansch, auoder widar 
^*feöll«^f(ife g-E^ait -htlnd die' gierten mit laiagr'Sr aßi«p 
ret 'aber; tsiaa ' ■ 'j»deD recht wirstftndigre» iieeoiifc «i> 
dütnuß , .iKimrKoh. der ■ straf Übels und -eilends, 
ö(eöd der »reit, aÄS die g-eiMIichen, regrenten an 
Wnrd; Döß'ictt nun den velT^riffeoliohste'n .erraiid 
ItMn *■« groBttm g.gtBlt Ist d(s gwttbaiäis^, iTTusu» 
nun ganz ^*sia recilte g-stalt nie hat; dann daß f 






8alat 



ß, grusam truren und sehrecVien ob irer gstalt e 
1 das tuDkel, isengrew bimd, gebtSrnt hG\s^\-'^^t__ 
der wdt isifts, grdb», bi'tichlgs verstaoÖfe et^VvJ^*^^ 
, git 8«y tuntel. daß «ich kem recHt \uter' wei* ^^ 
mit ufgeWaaner, böser, &eht5röt«*i. \.^mi^' kv\^^>^>i»5^^ ^ 
t hat wöder schfrm, hilf öoSh ^»^ f ^ T^T^'^V^'^^^^^ 
üstatt der armeftr vergrlfte^vv* ^^^'"^ ^^^ ^^" 
äas recht vertOnkl«t' hmcter's j^^;jS^"S» ^iet ti 
iMtaben am beraeil 7XV Cso ^v^lH^ VT^ fi^d^rtntfeid. 
geschrift dÄS herz uud' leb^^ . - ^oti drtfetj' s 

her« B<5bw»rlic* ObergNfV^l^l^^*® ^nserg 'g\cÄiY>«; 
rtdi dri sprachen, als niau jet« ' ^^***'**^t, - «r^t, 
im gloub«! <lahar "itniseti«) ^^^ ®^^,'*Nv^i^ 
a: daß die -weit- Von 
fromkeit, geredrtigkelt , 
i hermößioditiseh gei^alt 
1, umneötschlicfr; '^"öö^tl^ -1^°"**^ 

man und wib, so' getn^itjr ^f**^******* 
weit. Am *bcbten • f^j^ . ^^^ i»i allen 
, listig und fllrwiWg i^ ^H?L^ ,^'^S'-f "Voff/i 

cell 80bup¥>ech!t: bewegtiti^ .^ ^*^™^' <J^äg- v^aä 
ii landV ein k«Ötö; ■ vlfe^iS^^*^**'*^» 'ÖÜ^^ÄHÖ' 

neehsten ; einen *»tibl^^ ,^ ^'^^ ' '*n ^ ' tf e**' i 
* jbdet- dteim atidern aü- . *^ '^lA'vveiaJ; ^^özü 

nrm folgtet die dri i,*^^^® 'öia.ti 'g'^feU-efa' 




irapt. 




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fi rflrt Äri ^1 «ml- iii^. «^*»«^-»"- • . ^^V^ 
(f gstält iiit 'MridÖrtlhtita .' .' 







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1 um! ur: ^«^in^6htr«Mr''v^^^>^^^^ 



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widerfeiR^s^. ,V:«IU '«ttiiti-^ii ^""^it^^ 



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^' 'ti?o#* '««tter,''daß 

fä»b werderid I ' 'Ü^q , 

't üfaöi-4naeiia|fi}' #1«, . •*!^'^ ' 






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., : Daiuk ha*.\ou(Äv Äoetor Sc^fi&tiao** , ^■ 
ücinio .sölcUer. ding anaug üiau '«it "»i^ ^*\s, 
- : Uad ija si\TniBft so la^^ad gar ^'i troO*^ 
sfendiger -reol-, mnA bixixgrterttsc \0t. w *' , 
Mr (ub»r jdi». otg?rtit4ten) tttr und S»» a''^«' , 
?W, recbteö züttLÜn jars \uaA zVts so c\bx, ^ 
decsaoh darvon igescbribea, unAgwu-n^ituti 
veCiKjlait»er»s v©r .ougQU gegs^nwürtig ußÄ not 
liQh-_.al>fcai -t^es. gipubens, ,&i\acb: \er yindpro'^ 
triBS, ^httiwere,,,vmt«*\, »Bgst, jaoM, ctog» 

diget, wn», 1,5^^. jiai- Ms ia ii»a '"^S- vui>i 

^t^n gfäfüt* t^ ,. i ^ ,,■ ,1 ■ 

!>-.,,, Itpm !>4,pip.oUiioy ,,j(aHB 0ra9oluili. = e» 
OiTnqLvta) ^tXr» , »J(* ej;w>efa» >» "ä*" *'''' 

AheCies, .rw»i-1, ,«i»,,yei-J«and\Bpe, B»r. •>«"» 
IJeb^ aV». ^an,i mit .*»(»."■«(« «"«^ ^Sf' 

w»d„«,r8tmm.«..^»..e^2S^art s^w* 




• ^ . 

• . ' • • ••. , 



• 989 

spriogt und k«la andcep gTr»lt, w^d^ irdi»* ~w.k u „• . 

oder wößenheit: kttnftigep diagöix. , . *^^ ^**** nuUtf <*.: M«n«»j 

Item «i «gend.oBcb, all <i«Bk »Vo*Ä»e 
und es wrepdemd vü falseh and . qut« »» 

würt Biemett gbört («1$ donsoot^r me^"^**^' *'^*^ ' •*^^. 
evanpely und owsteogUKub *Pat-.l,^/(^ _*WQ» *st)wd»ft,<j»s^,^l^r^ 

hearra har/nrkt» soll, Mnd.maiEi: vt^a. ^"^ ^^ '^^^immtit^A.yvmi 
irr gm werdj Bttrtders. ghöot, <j^^ ' ^^^ ^ »^l^wi «Kngwi ,Mw[ md 
gtaubenfcÄ «an, etc., tbüad also 4iaB^^^**^^'*'^»rn««i,iiitt.yaÄ 
Dannflo,siDd«aohgain,Toir<ji^ " '*^*»bd UbecMdtej-cK&hiiB. ,,^ 
ob: d«n XK, sobarftWtt 8»s»^ ^^^^^ „f^.^'^ '**(«> ■'i««m hi'iiibö^' 
ren gwftrt und gar grusam sohwer . *"°8^®«» «o -Btlich lob., il^M.jei' 
teil, apbeit. anget »od j«meo^»l,^^^&enßen mit großfer „Ab aiaoh. 
und vott «wrfaug hw «^toeht^.r!^??*'' ^ß»ertl* 'Mnd,dnr<a*w Isind 
weg» «halten,, deo: wolfi«a. ,^i,j^ .^l**''»»«^ «io«b,„dersafich.«l^ 

eben bat: diß g-chteaht.Cer^^;^;^«^ ' ^tn. G^''^'''^' 
Qifc vergan, bi^.allei diBe dlüg^^^J^^ofeobte- «»b8,^oid 

gbto^U.n«to.,batt^^ «tfc.uodnrartu ^Mudcdiü. bstaibS 

,.. vOwch ■■vfr.BBnd...aUöts. '■ ' '•,'.,,.,. ■«-*" uaianirniBB: 

ööndigkHfeb.vdbik^^^^jaaft.'tfttdett.rwet^.^^iT 

bjetabd .4Wia ■ana-Tarfi '^»otoi^'-wiäaiuniv/daß ™*'^^*°^«*^«S«1^ 
eraiiTroniiIg/niHll.i.^^*««(Wmift1niinfe ^^,^4^ *T' "^"^«'»^«»»nßfelMirtK 

era*woml.TO«g,ifd«iB^Z^^»^>h»™i.ibfe4dheehir^!? wad-äaiWirib, dkt. 
B«ep uBdiliAiÖbrtltBii^ -»»aaii ,d|*A r.«ft*,nrtBS^ •^«««f'^Kstaiüsm?; 

(namllcb nach de,xi^ ***l*«a, *ll*t ^bu ^^LT'^'' '''^^^'^ -^^ 
schon reformiert u^?^^v. jar) so wOrt 017^ m- *^^'***'"°°*'"^*"^ 
durch vil jare m^^ ^ Widerbracht und ^irT \^' «***t*iöiklWii ^ 
- ergezung und tro^t ^^'^ alsdanu under JZ ?? ^^ ^^^"^ ^^ w«ren 
ren zöstan werd. ^.JU^^ betr^en Wn* ^*/«^ ^^«1« «d, fröud, 

Dabi doch ztt öiet.jj. l>l,b^^ laß; ^^r es üb ^ ' '^''^ ^"^^ °'^- 

' *3^ß die ppophecyen^nuV'^''*'''"''"^*^' 

nit stracks also uf " 



die 



VoHWOfttE. J81 

jio* nnd tag gebunden, im «nxetgt, situl, sunder wir tötlicben dte 
ftrderen oder hindern mögen durch unser hendel, th&n und lan ; als 
dö dep tnropbet J<)«ras hait veiQcMt der statt Nlni^e uß muntticher 
dmpfetoli€k)ttes irver(ierbutt|^;,wdob ab^ mit ir emstliobeti bit, söm* 
IMif prophecy gar von in0n a«f nemen, von Oott erwurbend, des euch 
J^GtMs-'sidiib^idlag&t im 2?& der uAwarheit genießen werd. 

1- Darum ^Bo glichirDl tat und jiur mit Uaine«! angezeigt» wann un* 
aer^'^lteid :^h enden wdrt, daß doch kein xüversiobt bis unser Sün- 
den, sehand ui»d> bosnet -ead und bäß wnrt kon, dann der herr uns 
dabin ü*ibea und gieitig Bmahen würt; darom mögend wir uns wol 
fürderen* oder verlängern z&' der strat oder ir ufhörung mK abstan 
▼on lästern eto* 

t : Diewil <.wir oueh wüßeod, Gott gar ein gr^ wolgeßillen han, 
satnpt Valien einen uSerwetten ab dem Sünder, der sieh bekert, und 
da& er geredt bat, Witinder sun desmöoscben istnit kon, die seien 
zä'iT'^es'^bf sonder selig' z& machen, und daß er nit well den tod 
deH «underli^ &qiQder da£ er sich be&ere und lebe. 

:i;>l>^Qiid]isO!dafiia öuchibiebi verstanden, diö arbeitsetigfaelt und eilend 
noohi mtiefidifaefbeii, iwir.lünlerend denn uns ^Ibsdarzfi: weißt dann 
mcoigldiobv I daßiunscA! bairmberzig^ /Oott; herr und vater wil und 
mag umb alle ding erbeten und alle übel uföeheben abgebeten 
WK*(fek' i^iflmn sin aJicikecbtigheit'ua^ gwalt nit > gemindert oder in 
at^ftng'ken: >sid der/ilitJosue^ die infhieos des gstirns ;eü fainder- 
hfli^tänv daneri^dev j^unnen äwbn.rtaglenge enthielt, stillstände am hi^- 
nä»& .d)üUii;Heti0^. da: der .'regen 'imiderzrKgenr ward '8 V^ jetr. Item 
dunükttn^; Eaeehist Aber i das albfeühdig^ sitis Moens, >des -wideruor dih 
^elaßeni^iKi-^egiinot. i Daiann iwirMbii' unserer frouDen fordern, uns 
viril ^IneiüKUikdeDwiäea,! ii^vi^anhflüto,' tttglich: imd steisaü beten (als 
uiäoiteoniidfiitlDiei^TStiUbB:.^^ ^äe-und^rlaß) blibe» sMv 

Itenl, tmdr^flüer zeidhcni defi>jpateir".nbsferi>nit 'vnn.<imst thäni, söiiehal-» 
teaBKl[iiiticuou0l9(ßir[9ltidkj:<^an' und ihieilt, ,m»Eiipti illem,'i«da8iuns;-nute 
Qujk nbiltiilrf(ig!iiM*«> .'ull'^rA r,\\, j-i,-!,/ ,,> {•: , .v/. ' •'■•.[. ;i-M;(i ryM^'/r 

-iHmTj n*<-i*ijifiii!ri"V l-nn rvvTtil n"*';ii''!';(i n-,i!«. :>«vj: liiu ^jairvori' 



282 Sai^ . 

Substanz und kurster begt^fff der reekten, itHPrim hist»H\'l0ffmii 
und tebens den ft&m&n, äel^m Btdgm^am bru&d&r NMavAtn/ii^uHm 
der Flüe, laMhnan in Undencülden ^b Sem wald, daruss bsgriUä, 
ob fnan' su&t'iüediBr eehrift naeh ler hätte, umern alten^ ttim f*«ßj^ 
ten, tcaren, iinffemö^ten cristenglöubm Und der nüto^mngloubiuiet 
erdkht fableny traizwngen und endcrmtMiidie hendel sik. 

Diewil dann, als meD^Hich ^eißt, gaf nach in dergatteen HA- 
sehen nafiöri und sunders e^ner Eidgnoschaft dis nüwe sect tiß^e^ 
flößen, deßhalb g^ar bi vileri v!l ding im ^löuben dest Hnger' gekbfii- 
tet und in groß liechtvertigbeit deßhalb ' (lieider) ton j' so äanö in 
uns Eidgnoßen des fromen, seligen, lieben brfider Glausen' itrtn teft 
wenig; gedacht, riüt \n geschriften noch croniken sutidefs Verfttßt, 
dann daß bi dön üßlendigen cronikschrlbei-ii sin mer, ' däriti 'bl nttii 
gedacht^ wOrf: ist warfich ein böse liinlftßigkfeifötc:'' - »''''••' i''' - 

(D»8 Weitere wörtlich in die Vorrede zur Legende vom Br. ül.liufee- 
nommen. Siehe oben p. 1S9,44— i40,i6. Darauf fblj:tfeiii sürfimanfe'eHer' ^eliöf'- 
bllek tber daä LebeA \lei» Bt. Ol., dA6 «)rii^<^ wled^btti <^5Hi8^ f)»<dagiS<ftid;ßi' 
ca*pftel<d&r^(Legiecu}6 ahsrgp^ng^ni' iSiO« p; .i68,s6'^taCl»m JKadoittfün^t^^'i^ 
«ti^es y^wprfc m Archiv f,.sGb>r..,RBf. <Ufsch^jp.,pjvip^.jff,^/ge4r^ck^)jt,,i.p.L. 

Anfoff^^ , der ^ pe^phribufig uifid wqrurn Gott di§e . aefit, fiffd arbeitseU^': . 

,, ,:^\;v^ ;;:,/,!.. /&?f/'t^^ 

Als nun . Jdiftj lenigj wfebftit. , u»4i> fUF)vtt?nböH jlef . , .^Igiefst^tigl^ 
unaec» wIgftiiy|gAUgWi*. bi|ipü^Jf^(dai» F^to^ blö- 

4igkeiti*it!i8eh*ifth^P,.»ftt»r«. o«i3h ^ijönböswiSiff RftWWffMtWT ,lw?bftä 
«od ffistaeMtiKi^jin Jmsß^^^^sh zft .jim ,frien ,;wilteft^ »A^^yf^lm^ 4^fiijg^ 
oj^ör,,,böR( ^4'ihfttr^l^iVTO...,wfftp8i bv^irtliiftcig^i^., ^gu?*J^r|^ jmo^ 

«hön.igüttofe uijtfl ügUbjMij //uftd /ftU«^ «M «lit JIDfi')?Wgft^TO«e%ii#0/i^ 
feom^i . : üebImteöUjIieF. ; iVMer> gjpgen^eipew t jki«4Wfti lipaero'thÄBüte^i'l firfl 
octoriörikg!,!! «fiobringj^Ä utwJ/b($baHi^a)bjii4perifcwH/todi,ffp[a4Wi #^ 

ePMdftnni sBifcfiduBfeh (dfcll•fito^üet0a.lilmd.^gför fcWHebiriJ'lift/jflDjijiößBrtt 
db8^i0.iB(Jhflftft;»a fluten, . ictrtQm. voll, [ispnft^jnde^-infio^ WiWaÄdlwÄ m 
min^i Igebotfiit^ uj}4ibe8Qblrntepild//nWi eis^l^tob ti)9diitt|^ii4iiiJ'fi<^wil 
Wj^üQhiig^aldflm fT^öf Jiäi^8iöer^?W;5.,id^en-^d,e!f|gfipiftij«;frti^ ulto 
Ööjiuii'örJaHt iiöfct Möp?el.)fuad iifirftQfetßn.-',&)iiwQ?4ei3ö{ iTfe?^^ 9rni4a» 



Vorworte. 888 

und herbsten und üwer brot eten in ersettigung und wonen in 
ftwer eitlen ona forobt 1 leb gib friden in üwer gioeipden,. ir werdend 
schlaf, nnd er würt nit sia, der üob dariiß . erschrecke. I leb nim 
T9n-itob die bSsen thieF und .da3 sobwert würt > nijb gan durqh .üwer 
la&dnmrehen; ir werdend vertilgen UwttreYJnd .uikd si werdead valton 
vor üeh;;ü»;er fünf scbkobend hundert» und bon4ert uß üob verfol- 
gend X ** der frömbden l kb wird üeb. be^cl^wwieix M'od^ machen 
wachsen, ir werdend gemeeret und ich bestäte min vereinung mit 
üch etc., gar liepliöh ist der teil,. So ir aber mich nit hörend, mme 
g|&bot.nit.thiind, sunder verachtend raine gsatz etc., so wird ich üch 
tbüu.dise ding: ich wird üob schnelligkUch heimsuchen mit durstig- 
keit und bitz, die do gescbende üwer ougen und verzere üwere seien; 
vergeben werdend ir sSjen üwer frücht, dann si werdend von vienden 
undertriben etc. Item er welle wider si sin, ir viend werden^ si feilen, 
si werdend gevangen» fliechen. so niemand si jage. Si werdend ge- 
schlagen^ n^it sibenfalter plag, inen werd ein isener himel und erin 
ertrioh^, ijiamlich daß men kein ftucht werd und si vergeben arbeitend. 
Er : well ioeo ^oden wilde tbier, ßi und ir yich ze freßen. Item pe- 
stil^Dz', ihöwerö, hunger, daß si werdend eßen ire eigen fcinder ; ver- 
derbuüg, 6de und wfistlaßung irer Wndem und ir Überblibuen kriegs- 
lüt dermaß zu schlau mit forcht, daß si ein ruschend, fliegend loub 
werdend flien und fürchten als ein seh wert des viends, und der pla- 
gfeü' o'n zal Vil und' mengerTei.* Öo si sich aber' limbkefenä und bit- 
tend um verzichung irer siind und bosheit, welle er (der herr) indenk 
6!b^ Öiö^r 'getüp!, getatl tö¥t Abraham, Isaac und Jacob. 
'•'^ ÖKcb^ alöi6,' diewil' unsere frotoen atten ha^d gelept in-dem willen; 
^fkllett^, ^Aoten tind getieiß Öottes, hat inen ouch der heirulle din^ 
eif^att^^ Äa^ äfnetfi zflisftg'en,' dir- dann • niemerto^ ftl^n wOrt, Da 
öÖMi 4>itf 'gtäöiiifer o!»{stenhelt, ißo' ift httpscher rftwen, frideö undi einige 
k^Iti'WÄ^,'^bit ist ijit'^k^nät,''^lS'WÄ5f'g!i!mddle targefloßeä :(ünd ate 
<Wch^>^inö^ 'Ö^effenHöheö Rötti^y dprüdhwkt'waB, daß dt^ statt' niemer 
iiflÄdef^öicfer'Vof''Äöhädboj>Kifitatt iso sSin dör all^ftöchötöri tind .g^öß^ 
f^ ötilk'fäÄdf'^aW'Wirvdwii' dann dil^^^^ öaob*:riefldcbli€toer afcfc 
iftft''8ol'ghaft"«^äi*eiid''ftl> t<ügefetörnö), Münder 'ßifeh 'darunder^ bBgöbe» 
lA ilM^i6iBUrA\ sfltideri, ngi^afid^n eto./ d^rtdaß,' di6 sOlcHs^glichenlkünk' 
jb^/VörbftäddnJigitnf'Äid äiklimg' dwi'Wettc'idiimft'f dfen ' aörh- ÖöiteÄnüf 
^S gi^^t^ üttd' >äai^t;i 4er iibs; ^^ituUerlei i^agcin >tttkd sti^f^ni) wfei 
(jb^tv h^i^diScht^^d^rgliötien ouc6 kiätn ^jemee (dne '4m J9te»iflufrieai 



S84 ^ ^BiOAM / 

ziten Noe) gsin. Darzü dann ouOhl die vaticiniert zit und endcrist- 
lieh alter uf uns leider voa unser sünd und bosheit wegeq hargeruckt 
und gfürdert. 

übd *& isömUifeem • eilend und' ai*be1teellg1teSl'- siöd ^tefer^nden 
«ffi6bVc!i4W!(tet»i*iünch uüd pläflfenf;: deto utsprurigj-Vesetf ifilÄ üf^ 
rürlsch 1er iöh 'nun ^zeHen WÜ, äIs ich -dann- ih'd^vöi^ia'aiteo^fa 
hftB, küttJ ohd-aMn, W Biei^zfl dJenlfcb. ' • « . t. ^.! ii: ; > 

Umb daii dann die uachvolgend Substanz der beschribung desteir 
lutrer stau und nit hiemit vom weg und der schnür geßirt werd' 
ouch, wie zum teil, worum und mit wem si zu disem sectischen an- 
fang; und umbstörang des alten waren cristehgloubens gsfä-niaeij 
und kon smd, und daß si m den merteil und namlich den iQriiem- 
sten punoten und artiklen gar wenig oder gar nieüuen xjoncordiertiioofi 
emhellig gsm smd, oder ems worden, wie dick si docI;i yersamlanffen 
gmacht band, bis uf diß zit, als si dann ouch selbs uf.einancirea trp- 
eben und truckt band, als im 26, jar brief und truck uf eim grang- 
nen zu TBaaea funden: darinn vermerkt, wie Capitp zd Straisbürg 
truckt Wt uf Oecolampaa uqd Zwinglin; ouch wie verfuriscH si all- 




daß ouch darnach die göttlich allmeclitigteif in den bimlfin,j die wi^dfig 
mütter unseVa Herrn i'esu, die rein jungkfrow lifaria und alle'ö^tffes uJS- 
erweiten nit sicher vor inea gsin, sunder band die allkli,ch gescninäclit 
und gelästert, und inen ganz nüt entgangen oder über worden, das si 
nit habend angekert, wie man nun hören würt, wie si smd koa bis 
m die letst unsinmgkeit und wutung: — smd solche sectfurer anfenarer 
und.meister erstlich jeder sampt siner opinibh, pieinungen und feect 

sunders (so vil von nöten) nechst nachvolgends begriffen' und ,gstellt 

A ' u • •V'!^ -u ■ ■'• 11-' 1. ■ i: •■ ' "* '*"y^ ^'i 1^' i'-^ jKth'lj. ato.r 
domit mengklich ewigklich sechen mog und merken bi iren discor- 

dieren und uneinhelligkeiteii, daß ir ding wider öott, nit ÜU 'ijem 

heiligen.. geist, sunder itel eridcristlich pläst,' erhebung, liiter 'hoffart 

und bubentant gsin ist. 

'.' ■ i'" ".A oluvr^'.i'.: ';■ i'W;- •, Jf' •♦•.!' "••/• l:,' '.!« Ij '.'";/' il-,*-rni 



.' '.!• 



Warum dies beschribv/ng zuo handen gnan ist, 
.So deno oh g«r dar gbört, irie CristuS' und die,,i«"opbet|en,:oucb 
&^ d^, uffsEt.Cris^.viJ froBwr, aodKobtiger . iQt hajtd ^ar Uit^r.cter 
i^Bd, SQ: hei,tar, ja,!Ou.Gb etwau zit.und teg gewiiesflgtit, als.bettesd si 
sQmlichs erst nach der that besebribea und.daß^so.grpß jaip^ MUd 
eilend werde den cristglöubigen menschen an d'haod wachsen ; so dann 
ouch darbi, daß gedachte cristeö wider zu rüw, ftid und einigkeit 
komen sollend UDci dpa, *hen. muh\dis€ .»ituodwp^ end der well ge- 
8ehe<;hen werden, luter ußgetruckt; hat mich verursacht, diß min 
schriben zQ banden ze nenien imd on das. hätte ich' es erspart, daß 
von sömlichem end der weit' doch Cristus nüE halj gwüßes wellen 
anzeigen, kein propbet, kein rechfglöubiger des wellen ein rechter 
terroinum ijiachen, dann allein etlichjetz des riüwen unglbubens, band 
gwOß darvon reden törfen, als wüßen si es, sich damit harÜlrgetaii 
filr Cristum und all pi;opheten, ■ Bann aber Cristus. sprach: so da 
würä nochen das eud der weit und wurdend, die zeichen koi:|, als ob- 
stat,/ und dabi nenjendeiti anzefl^ bini fig^Dbouni, Daijn so da 
schießend sine' estli und die bletler harflirlnfckend. so wUßei^d' ir, daß 
^ '.suraer Qochet., ^sb wann ir spehea wendend dise ^ dyig , alle 
jaBen- die so jetz yörbanden sind, me^nt' er), so wiißend,.däß die zö- 
^lin^.'.des berrn und end* der weit ist- in den Üaren !! itein'so Wrt 
uljgeleit ,ein clarer sprüeli Ejie : ' die weit soll staü,n^cb Crlstl^ankunft 
pna igebiy't. ir" jar,' aber die,' zit .werde nit g^ erf^lt, rfänn ,0,ott 
weirde .ileii zum epd (jiqb unser stünden iind"dio zit gekürzt umb der 
,ußerjv"eltei;i" willeq.,"' ',' ' '" ' '" '' ' ' ' " '. ^ ' ^ [ ',' 
; , ' "ÖaiTim njin "so i^pr minst.günkl:' von den werten Cri^t'i '^ft zer- 
gan' oder" underweg«^ 'bjüiei *' ifatschen 

p^röpbeten harzö.geruckt,'^'äie adbosfieit 

g^llrdert li'änd.,z6'lcpnp so'^i nunc^tili-- 

oen. i/Dahn zi^un^er zit'die Jr sÖn'aep 

ubiing, le^ti^ ä'aß za gjouben, •väter'nit 

jiiiijßn)£\w£(r, siner' Worten, ni^ii er uß ,der 

"arci'gieng: die weifwer'lt äil.ifi'^er^ 

gangen. Aber uf uns ist ko „ les iiöweh 

nngloubens, so berürt hat die seien, dero ein groß anzal (leider) 
darin verderpt. Daruf nun wieder zu erwarten ist der zit, nach in- 



280 .Salat 

halt des wort 6h)tts» daß da werd« 6in birt und. äin soha&tall) d»reh 
die ganz weit, und das eFangely werde gepredi^ alles rki)f n im 
umbkreis der erden zä gezügknuß alier Völkern, damaob werd koa 
das end der weit etc. Umh daß maa daiiii mir selben'^ bedcht 
werd, wie gar vil hirten .und mei^erlei scbafstall ed mimm Ä\m 
ist diß beschribung ychi oö^ten gfiia* . ^n .. 

Von aftfängarn der Vtüw^n aeet und vfßs si dari^^ ^^mßml^t hoL 

Nun nmb- das jar der mmdern gal seöhs öder xvn biat -sidli e^ 
hept Lucifer wnd gesproobea In siiiem berzön: Ich wil 'rtgen in W^ 
mel und tlber die gestfrn Gtottes' erböchen mfn^n «itss^l Icfe «Öl'isitzMi 
im berg des testänlents, in den ^ten des ^ittnaöhtlaüäs, jcäl^wiltll« 
stigeh überMtehöehe der walken, will glich' werden dem allerob^slJöö f 

Disem Lucil^r glich ii^t gsfn ein AugustinörtaUndi, gefQam)t'lfa^ 
tinus Lüter, öucb ein weltlicher priester löit^nemen Ofriob Zwto^ 
dero histori nachvolgen wtifrt, did do sind gsin an^g^er ünd'älx^r difi 
Übels undmißgloubens alles; die band ssfigtich dorn Lucifer^ sIcH ^\^ 
erhept in boflbrt, nfz&stigen über die bimel, Inen seJbs «?ft slellea 
einen hochen, ewigen still, r&m und namen. Handrerwöt^feii üttf 
geschü!t5en und In ir^n Schriften heiter ian tißgan, dftß' dUs 'evang«^ 
listen, apostel 'und alle göttliche scArlber geirrt 'habend an ölllöheö 
orten. Item sich Wiser geschetzt, dann David, Salomon, aB projihfetöti, 
jo otich wiser , dann Oott selbs; dann öldeö'^ater at etHchen ört«i 
geschulten in sinen werchen, und dem «un «in g:*eiß lind fiott m 
etlichen und vil orten corrigieren^ züchtigen uöd beßern w^i«i;''döfl 
beigen geist aber gar verjagen und hindertriben, ind^n daß- si' toöö 
verworfen allconöilia, bäpst und Väter, die vl€fr lerer; «Jiei^'als^'uih 
ntite; und allein habend si den geist Gtottes ^ etc. ^Denn i>s '^t ^ 
melter Zwingli sich, als er noch studens was Bfeisili», ^twÄ^ge^fe 
sinen schftlgesellen gar tippigklioh merken fern und gerMit; sf mftlteöÄ 
gsechen, erW^ll sin selbs noch ein ewigenf Äfemfen maöfi^.'^Ist oü<* 
das gär bi-vil dlögen känd und offenbar wotvieai, WM ^iflto%emEefc 
wol höreti, 6i fr 'öcta^iben und nttwe ^sect' Allein üb«) hkÄk^, iHSia ööd 
eergtts wlUen fllrgenoimen han, und wellen» göeehen sin (daöä^üäi-iiBete 
dfeer ßie€ftita^,-äer eergit*'and^öm tii m^ngita mW *ät kAtzeryöfi t*^ 
gebracht in der cristenlichen kilcben). Difl 'erk^öttehd^'Si %ielri«^(Jiiö^ 
däßWgit'sIg $r pHööipal, do si *ä Wdöt^ Mtfpk^n iind^ami iren 



^ 



I 



VORWOIOTE. 887 

widerfeehteirn gesohriben, in iren elpisUen aozögea: 6i, ir wkterwer^ 
tigen gfengecid allein ia irem widerfecbten uiBb,i daß m inen selbe 
ein- imt($tüohen namea machen wUlten. Hand übel relrstandidn Pafdlum, 
do er iBpHcht: ich sag Qeh allen, ir sollend nit me wttßem, dann zfi 
^vttßen not ist; eunder aw^ wüßen soll sin bi nftcbtem, das ist onß 
vermeßcnheit. Und ir sond nit ersöeben boche ding^ äünder alliregea 
me betrachten die ding, die vor Gott geboten. — So dann si, ge- 
dachter nüwen sect houptsächer, vil dialogos gemacht wider die hoch- 
g'elerten doctores Mumer, Faber, Ecken und ir mitbaften, gar un- 
möntsehliche spött und tratz in si geriebt: da zugend s' mßn aber für 
des, so si an inen selbs wüßtend, nämlich doctor Eggen, wie er gern 
wi oardinftlat ghabea hatte etc. Dargegen ouch deui Lateiro wide* 
rumb angezeigt) .daß er nach einem cardinalat geworben, bewise sich 
$elbs in siner sebribung de captivitate Babiloo&ca, da er sich benennt 
uf des bapsts säen gsin sin. Item peosion voa im gnan baa und vil 
göttbatv als oueh die Luldrscben Qin lied gemaeht, gsuogenund aUemt- 
balben lan u£gan> daßLuter wol cardmal und bisehof, so «rg weit bätt, 
worden war; dann eretlieh zit selbs an bäpsüicben hof gsin, Keb^ 
gebept und yil g&ttat da dannen easpfangen, deßhalb erftlUt der 
Spruch im psalmen: der min bnot ißt, würt uf imch treten eto.. Iteoi 
domals hat Luter ouch den ablaß für gerecht und gut bewiUrt ' und 
bsohriben, eben ssm jar vor disem handel, bekennt ; sieh des und 
sobript selbs daruf also: Aber es rüwet mich über d'maß., daß ich 
die b&cbli vom ^laß bau lan ußgan, wiann ich bieQgjsur selben zit 
mit nöweß groißen «ber^loubens an der römiscben tlrai^y etc. Da 
vindt sich, da&er ein • erzschaUc lang gsia ist. Eintweders so bat 
er zur selben zit, als er dem Rom» stula^abengig wiüS) gwüßt, dem 
ablaß ein unreebtfertig sacda sin, hat die doch für gerecht lau ußgen, 
umb ddß ^ der lügnitet eins cardinals. begert^ . daß die in^ wurd« 
Oder, nun ^ so im < das cai:<dipal8t abgeschlagen» smer eergit nit statt 
fundefi, so wider tribt er .und schribt wider all^ ^bM; deWt ober 
in vor fflr gerecht erk^euitt jet? umb .nid usKl haß wi(Iao umbatoßien 
und vevnttten wil (weleher) oh o^ gliobw^ j^ßbracbt, c^ppoobt für 
iHßh selbs gfeeht .imd nit-izüiveraüten i^t)i aUeia-z& rpioh sineree^ei^ 
abgangs und hat) wie jetz hevtec vei?mepkt, aJd ^a tbmemen dafuf 
gericht, daß er sioh « selbs ih(Qchi^ g^acbt jaaaohte^ dann der b^pst,. , all 
cardinal, ja dapn öott.selbsi . ,■; i:i . . 

. It^ÜMSo schrei ZwiagU und iU)t- si^h aut>aUer; m^Lcbt wsder. And^ 



288 Salat 

ream von Carolstatt, so der erst sacramentstfirmer was» bis er ia 
ußtreib, da nam er eben die selb geschrift und sturmpt mit dero 
allein, daß im der ewig namen würd etc. Da band die hellbränd 
ir stül mit Lucifero stellen wellen, als obghört. Aber wie dann witer 
stat im text: du würst abgezogen z& der bell^ in die tüfe und ab- 
grund des sees etc. das dann ouch disen bouptsächern etlichen ge- 
schechen, den andern vorbanden und (ob Gott gunnt) nit me wit ist, 
ouch zA beschecben. 

XI. 
Anzeügy tcas und wer ein käizer aige, 

und ob dann icb etwan in minem schriben dis nüwen unglou- 
bens houptsächer kätzer nenn, hab ich in geschriften ußgangen und 
in abscheiden also fanden. Damit man dann baricht werd, wer ein 
kätzer Uüd daß eben diß dieselben siend, ^o Hat es disen grund. 
Item lüt, so gar vom glouben fallend und sagend, das evangely 8% 
nit Gotts wort, die Juden habend den reohtefi glouben und nit wir, 
und fallend deßbalb mit verlougung Cristi zum Türgken , Jud^ 
oder and«!rm unglouben, diß siod nit, noch sond kätzer genempt wer- 
den ; sonder oShe vind Gottes, Mamalucken od^ verlöugner Cristi. 
Aber die^ so \A der herd, kilchen und gmeihd Gristi sind und bli- 
bend und da weilend die besten sin, ein sohin f&rdnd, als weti^ 
s' ee steirbeniy datm «in puncten vdn Gotes wort M\m udd stürmen 
ian, sich deßhaQ) absündersod, als habend siiaUeim und, yerstanddöd 
das gtMüch wort, sehrietid, lermend, schnerzend üimI bochehd an (smr 
len, bögend und meisternd das evangelium tif ir thon und Js^ßfmit 
gwalt, taid das gfttiMch wort dergstait nit nui^^^lbertretend:, iSUiitd^ 
Terk^r^d^'Sj-legetkd^s l&lsohUeh liß und «^siüieltdndiiaileLläiöiiSo' ti95^^ 
meiüüng haltend uiod"^aimdnlend^ weUemt'sjbb^'nit >lati]^jibiiy i^h 
^trAfi^r fit'ecid uf irein ^thoü stas^k' tttr; g9lixzIvoi«bo|ift iisM- \iii^^^ 
mit BüW^i' opIoiQnett vookI leoren^ eto^ iu&d'%älelad^ 4d> ijiid6b*i>Üt 
mit^ gwidit iaoeb- tmckon etc: : - ilasJ «fad ihsreticü, ^Mtzejr. üiDafub 
böi^abümimi'deiL ibaadei^'imd aoht»* n;dr. 4as:\nieiiiändfifLU:^lQl)ölV'^si^^ 
dil^ &iaeter> etwan^^äteoiäareml^ odeir .liabetiiieiimad!:4fikrdfü4^'H>di^ ii^- 
r€^'daiiab;i*suild«r ieiineß0tidi^^ndLePwidge0d,noti nit'>^v^ dto'ibüweiD 
üligl^b60s^.£&n3r,' ibeia mit> diffezkiiübgeiBeitenaisIriiihwi '!0icht«di 
IDbuüDlitetiyiteer ^ir f^hter^ nam, würtiMrnaoh'^iT^ter g^iiit^j^Mde- 
WotM '>midh) dei&ihiertsK nit ^eblracbi^: wit^J tWoaieU» äbsri^ixi' 8«' 



» .'>.*, 



Vorworte. 289 

Schriften si also genempt funden, han ich s' kätzer bliben lan und 
euch also genempt. Das woi*t kätzer iät grusam in unsern oren, 
umb daß man ein kätzer (ja uncristenliöher werken^) verbrennt; 
die ußiegung ist aber nit so ruch an disen lüten, als jetz ghört. 

. XII. • 

Zeichen tmd anaeüg der immgen, dass ouch dero vü und 
mengerleiy ouch dass dis secien gelb gwüsst hand sich irren und 
die fromen einfältigen mit falsch veffil&refn. 

, JQiaß aja^r di& qQw s^ctiacdiao et^^mmster ßampt all. ireo bisten- 
dera mit betrüg und list umbgangien, die writ mit falscber 1er uod 
tbat kl irrung gfikt» daß si bSs b(>Qm und ÜBtlscbi propheten gain 
UQ4 noob 6ind; ist lutor, jliteiter luxd dar t^ merken, abzemmen und 
an .t9£ !2A briBgeB« JE^stUcb uß 4ei» muod der warbeit» unserem 
herrtt; (Üato^i ateörgöspi^hen vom g&ten und bösen boum .etcj. und 
uß. iren ;fclipbten .werdeirf ir %\ bdceoaen*; Ist niemand verborgen, 
WtJrt puch bernfwb etariiflb augezeigt, was tlbels> edleuds, jamers, 
anglet, lioleu uod not VQU disar ußw<^zK secteD^.uud iren anbengern 
und; >bißteK34^a erstanden und voilbra^bt . ist und ^ar k^in gäts an 
keinem oct, . euöder itel bös frü<dit. Item was voa ßatt und feinem 
beigen gaiid; gepfleaizt, - ist gierecht^ gut^ einmüodig, ooueordiert und : 
,Qim setlbs .gar nit widerw*eirtig. Dargegen bat naan gaecben uud sioht 
tJigUobi , wtirt öueh . bamaoh. gemelt, daß dis nttwian seoter me 
meinjuuQfgen band« dann tro aig,. und gar in wenig artiklem con- 
«ordisrend ustd vergUobeDid; ja ouoh bi meu selbe so iijd;)est0ndi^, 
daß si bt)t . leios^ glioh mom, in aeät tagen» in einem nianot und kurz 
das widerspil und ir 4rfgdn. widerftcbtung zu banden aem^nd; als 
ZwiogU. sunfangademLoiteir schreib imd in ermant» daß er ^%& wort 
ßotliKitt der warbeit lertie und darum nieinands perSon ansehe, sun- 
idor mit großen fiiß und aii^eit die gescbrifi; im gnmd betrachtete 
und ecwige^ nit über za. gaiw dann wie diet nun ki^ftigklich bi v 
jaren hargebl&it hätte». uf das: er, Zwingli, vil witer vom seil gfal- 
len> daoD Luter:. Item ir vilfaltig ungloubenund taü% als i das oueb 
berTidoctor Egg in sineim sobriben. meldt (würt im. 25. jar. ghört) 
da er die itlten ort gor trülioh warnt vor.den ntlw:en sectiachmund under 
anderm mit disen werten : Sechend an, bitt ich; die sect dlser kätzsern, 

Baechtold. Hans Saiat. 19 



290 Salat 

ir zerteilung, wie si wankend, stamlend, zwiflend, stoßend, zittrend, 
erstunend, unsicher, unriwig, unfridiich sind ; wie under inen in kur- 
zen ziten so vil underscheid und meinungen worden irer sect, als 
bildstürmer etc. und daß si in die letsten verzwiflung gfallen, nüt 
geschücht ab keiner irrung me inzüfiSren. Item sodann band euch 
etlich offenlich gepredyej, Gristus habe nit am crütz, sunder wie der min- 
der sant Jacob gelitten. Man würt ouoh jetz hernach in der secter 
cronick me und vil ir widerspännigen artiklen und vilfaltigen unglou- 
ben hören, alles zeichen irer irrung. Sodann ouch , daß si under- 
gelegen und iigend mit wort und waffen, krieg, 'wo man je aö si 
kon ; ouch ir groß sorg, forcht, angst und unrftwe, so bi inen in 
Übung ist tag und nacht allenthalben. Deßgliohen ir großer pracht, 
ufblasen, erheben und hoffart, das wider fVom cristen- und unsern 
glouben ist; als ouch Zwingli sich nüt recht nennen kond, sunder 
mit vil namen sich hat lau ußrüfen, als Ürich (das dann sin rechter 
nam was) Ulrich, Huldrich; Zwingli, Zingli, Zinli etc; alles bewist 
mit sinem eignen ußsenden. Also ouch ein groß zeichen irs uöglofl- 
bens und wider cristenbruch und glouben, ' daß si so hoch und on 
end die alt^löubigen und iren anhang verschmachtend, tratztööä, 
spätzletend, ranztend und verachtend mit dichten, dialagen, on^al bübM, 
lieder, trück und Schriften {^a denn Sant Hieronimüs schript/ilaß«s 
^g der kätzer letste entßchüttüng ; so sf sechend, ii* din^ kefn gög 
han mög^n, ftichend s* dann äti, gift uügießen mit soMBfflgefli* 
gen und so si iicb Seöhßnd übWtrandeü'"6in, tretend si zöftobrÄ* 
und soheltüng etc.), als ouch den fütif orten 'iaitllKeröaiöeü' 
ßchalkfeöit, Wirt hernach ghbrt: Item so Behiibtod'fei Sölbfe,'däü' 
sig ein eitiiggw^ß zeichen einis ftilschen «sölb lodffeidien',^ nit^öü^eott 
^rweiteti' pfbfheteö, sö sili'feach mit Voüistftt* wü', -siö fijfr^g'itind'tiS- 
ööhrien'nit tutid odef '^rfftfit] feund^^ tsmbftert' ünd'äffc'n(Mf>ti^ltft,'tf8 
^er h«jirr öfelbÄ g^pcbc^n^ Hab^dir dfes'Mrdrit zeifebeft, m^^'p- 
phet' ötwafe 'dirMfericüht im nkm^en 4&s ^herm, unti'^'dä&"*it'tööi, 
^öctet aäs(>'m!^atr.86'hftt döröött nit durch in gei<ediS/''ÄÄi(iifs Ä 
der prophet uß erblasung sins gmfits = i3rÄa:cht, 'däPööi 'fCörtftt'd^ß 
* nit ! (Randglosse : Zwingli prophecyt, das unser gschütz wurd sich 
umbkeren und in uns gen.) Also dis nüwen propheten könnend 
in irem ftirgeben weder schwümmen noch waten. Item so schribend 
si selbs also : alle, die uß dem evangelio und geschrift stelend und 
ußhar zwackend, was inen allein anmutig ist, die schrift halbierend 



Vorworte. 291 

und nur ein teil daruß verfechtend, über das ander hinschwaderend 
und Qberhüpfend, als sig Gott nit an sinem wort glich vil gelegen : 
die heißend billich evaugelici, ja ironice, oder evangelisch kfttzer etc. 
Da haud wir si mit ir eignen röten ze schlaohen, da ist Davids ur- 
tel über si selbs, dann si das me denn jemand getriben und bsun- 
der der Zwingli; hand alle gschrift uf iren thon und tant zogen, 
zwungen und bogen, nlit anders in geschriften gesucht, daruß gnan 
und brucht, dann was zu irrung dient und also die sohrift halbiert 
mit tiberhupfung des gegenteils und erlütrung desselbigen etc. und 
so die sprüch der lerer und gschriften si fürdert und inen dienlich 
was, die zugend s' an, unangsechen, wes si war und hieltend's hoch. 
So dann aber die selben sprüch und Schriften wider si und inen zu- 
wider anzogen werend, dann wottend s' die, noch ire auctores gar 
nit annemen, ja weder sechen noch hören. Das alles ofifenliche zei- 
oben sind der irrenden. Item si band sich des selb bekent meng- 
mal in iren heimlichen epistien und schriben, so si zamen tatend, 
als ouoh einer der secter 7A Lauen in Braband mit verscbwigung sins 
namens (als diser secter art was) im 18. jar dem Zingli gen Zü- 
rich (also nampt er Zwinglin) schreib, da im end der epistel also 
st&nd : diß ort Leu^n und gar nach ganz Braband ist gnüg sicher 
,^or der pestilenz, aber wir (er meipt Luters anbang) arbeitend an 
veiixnr andern pestilenz^ $0 vil schädlicher sin würt, wie das ein schäd- 
Jiclje pestilenz ist uzid , schädliche sucht. Item so hat ein andrer, ge- 
.oa^t Mateus Gnidius, ein gar soharpfe warnung gscbriben an doctor 
•7;Jb^oman MurQftr, daß er si<ph.der nüwen sect nit widersetzen sott, 
,jimd under anderqx vom ablaß «^Isq: 0, iokk wett, dfiß der ablaß nie 
'g«|n wäre, dapa diß $iad Ursachen, so uns.gfOirt hand in diß übel 
Qnd supersti^ion (4^3 was rPPophetisi^t mit Gaipba)! Dann es istLu- 
,ißfs ^p&ng. gfiini undi' di^. port a\m iobruchs widar den abiaß als 
4Uaii h(km wOrtr Also .bat j^an si an me^gepi ort r^prehßjadieren 
Jfppqep.pnä mogön SK^h^Jk sm iw. bßr?^n, wie,.fiir un(} i;ür ghört 
eVf(^ft,.|d^jaan\ljich m^ d^r .ußsLriohang d^/r ti^afi^r werdend dis^ 
r jirpuiigep .zejobw bas gejHJrt, 

«.•■.•., J .i' • . . •-. .' ■ ! ' ^ ■ 






1)11 J ■! i. • 



19* 



292 Salat 



xm. 



Betrug, Uat^ gschwindigkeit und speckli, so dis nüwen aeder uf die 
fallen bunden, damit si gelert und ungdert disem fulen spil inge- 

wicklet hand. 

Jesus unser herr sprach selbs: so die falschen propheten kon, 
die werdend so subtil ding bandlen, daß ouch die ußerwelten, so es 
muglich war, verfört wurdend, und die kinder diser weit sind wiser 
in ir art, dann die kinder des Hechts. Nun was und ist es leider 
dahin kon (als mengklich weißt), daß es übel stat um die cristenlich 
kilch mitvil unübung und mißbrüch, deßhalb sich ouch im 1522. 
jar Adrianus der 6. des namens und 231. bapst durch sin legacion, 
gen N&renberg uf den richstag geschickt, fri bekennt und sich oucb 
darin begab, wie der römisch stül verruckt und einer guten refor- 
mation bedörft und notturftig wäre. Item im 21. jar, als der hoch- 
gelert man doctor Erasmus von Rotterodam durch den bischof Can- 
tuarien uß Engelland anzogen als luterisch, deß sich Erasmus hoch 
entschuldigt und schreib im under andern Worten also : Es ist nie- 
mand unkund, dann daß die kilch einer starken arzny notwendig 
gsin von wegen irs valls in vil Unsitten und krankheit. Aber dar- 
neben wil es dahin kon (er meint durch Luters pratik), daß die 
vermeint hilf und arzny erst scherpft die kraft des siechtages, me 
dann si den ußtribe. Sodann hat sölichs ROm. keis. ht. und kün. 
maj. botscheften mentags post Johannis baptiste im 26. jar ouch 
clagswis anzogen vor der 12 orten ratsboten, daß diß ufrören uild 
Seelen merteils uß römischen mißbrüchen kemend etc. So bald da 
der nidig, eergitig Luter, ouch Zwingli disen ingang ftmdend uüd 
vermarktend, sömliohs von mengklichen und sunders den gwaltigen 
und gierten geredt und tractiert werden: hat sich Luter in disen 
teckmantel gewunden, sinem anfang damit gar groß hilf und zügang 
funden und gemacht und insunders bi den gelerten und allergeler- 
testen; bat hierin tan, als daist rechter bruch und art: so man ein 
waßer abgraben wil, facht man nit an bi dem rechten ftirt und 
waßer, sunder fer davon und an dem end, da man das waßer ver- 
meint hinzubringen. Also der tüfelsch fuchs stallt sich fer von der 
sach und fürt sins wütenden fümemens und fleug zu ußerst an 
mit einem subem, fromen schin und gstalt, überzog sin zuckenden 
wolf gar und wol mit einer schafhut, gieng suberlich dahar und 



VOHWORTB, 293 

rürt die miCbrUcb so. Hielt dea schalk so heimlich, daß in tii»- 
mand spüren kond, dann etlich wenig, so er&tlioh mit im bar gTa- 
ren. Deiäh&Ib er allein z& ußrUtung dßs mi&bruchs in der kilcben 
(vfio er es fUrgab) gar vil und merteils der glerteo und aller ge- 
iertesten zA im brecht, daß die im concordierteDd und etliche bü- 
cber ußgan ließend, dero si Kicb etwan all, etwan vil underecbri- 
bend, als meinende, das zA sin ein i-emedjum und bell des gloubens 
und zfl gilt dem selbigen (wie jetz obghört von Erasmo). Damit 
bracht er an sich die hoch verstond igen. Hiemit hatt' er aber nit 
gnüg, sunder fleug an ftlror grifen und das kind mit dem bad (als 
man seit) ußschütten. Da fand er folg und bistaud bi sius glichen 
«ergitigen, hoffertigen, rflmbegirrgen müncben und pfafTen. Aber 
wiewol da die hoohgelerton und verstendigen wider merteils von 
im fleiend, gebrucht er sich des lists, und so si vor In etlichen uß- 
gangnen, truekten bfiehlinen bi im mit namen gslanden uf siner 
siten und party, sin vermerkt wareod und sieh des begeben : wann 
er dann nun etwan ein schweren handel und artikel anzufechten hatt', 
ließ er die aber mit im aogan und in smem ußsehriben zd im stel- 
len, so si doch nit allein kein gunst noch rat darzü geben, sunder 
nit, ein wort darpon wüßtend. So dann die minder geierton wantend, 
.^asraum und sios glichen mit Lutero daran sin, namend si mit 
jjißn an, was dargebraclit uad uf d' bah tan ward. DeiJ sich Eras- 
roup gar hoch beclagt und entschuldigt, als obstat ; ouch in der 
«pistel an die 12 ort dcp EiJgnpscbaft zfl Baden uf der disputatz, 
.w.üj-t hernach, ghörtim 26., jar. Also hat Luterus die gierten be- 
trogen ^ und on ir-wtißen und gunst sine'm fllrnemen angeheft. Dem- 
s)fisp bi d^n leienire glichen eergiti^en und die do wottehd gsechen 
.^Rjfilirtepd ^'>ber ein andern schirmstreich, ' als nämlich mit höchen, 
.g^ljpp^eq, .tujikieo, blinden anzögen und argum'enten, und so si et- 
,17^ .^vottepd ,lqn ußgan, (Jas ^ediciertend s'- lind sehrthend s' zft et- 

'^^i. eiip., 
^^^l^^si^leh 
:nit hätte 
t^P^ odw, 
fnps,:ft4 Ü; 
,fcen;lflii, a 



1 



294 Salat 

^lert sin ; als do Ülen spiegeis entworfen kunst kein uneelicber se- 
oben mocht, wollt niemand uneelich sin, dann der narr etc. 

So schwigend vil der gierten und wottend diu nit widerfechten, 
vermeintend villicht den wortkrieg zi ersparen und daß die sach 
in maß so verfürisch angienge, daß si sich selb bald umstoßen 
wurde und müßte das aber verseßen und zö bösem geraten; als 
euch bi Husen und andern durch sölchs beschechen ist. 

Dis ntkw secter sumptend sich aber gar keinswegs, schrüwend 
stets, schribend und tractiertend vor und gegen ires glichen, da 
dannen ouch zu den unverstendigen ; zugend an propheten, Paulum, 
evangelisten, geschriften, bullend, sehultend, schnerztend, rümtend 
und flatiertend die iren, speckli in 's mul etc. und dann die leien 
irs anhangs bschirmtend si, (als man hören würt), daß ouch etwan 
die gierten der alten party ntit reden torfend. Solchs was glich, 
als so jemand eim blinden lang von farwen seit, wiß für schwara 
angibt. Er gloubt's, dwil kein andrer sechender nit widerspricht 
Also diewil die gierten den sectern nit mit aller macht widerstiÜn- 
dend (und dann ouch schwigen bi wilen in Sachen geacht würt als 
mithaben), raößt der ungelert gmein man wänen, die secter gäbend 
warheit für. Dergestalt und sölchsgelichen band des tüfels hetz- 
Kund Luter und Zwingli etc. die spur und stand funden und damit 
so wit geftiren ; als man dann in ir und irer mithaftien historien hö- 
ren Würt, so nun hernach volgend. 



1 • 



XIV, 

Htsiori der teetmeistenn und arrfmger der XXIV. und aller gru- 
samsten .^cisma tmd spaUung . im waren,,, rechten cri^tengloub^ny so 
von Pekra her. bis vf dis ait je gmn^. dooh]nur zum Jmr^ten 
i^berioufen als eii} ussmg bdeker,\ dieniUdii. 

So dama nach änfang Lutri gar unzalich vil sms glichen licht- 
vertig, v^rrücAti seellos i schandöi- und welthegirig, üppig, -gottlos, 
gelert totintjh und pfäffon «ich demselben» Luter und siner unleer an- 
hengig gmacbt, die dann ouch gar* vil und mengerlei sect, nüwrun- 
gen, optriionen und verfiirung in söhrift imd truck ußgan ließen^; 
alle land ' und sundörs tütsche natiön am grösten und bösten- damit 
befleckt uüd verwü^t, dero ouch hinder vilen oberkeiten die flimem- 
lichsten bftbrien und Schriften noch als zu einer ewigen gedechtnuß 
ligend funden werdend, so hieher nit von nöten, ouch zu bschriben 



Vorworte. 295 

kum niuglich, unfonnlich und allein ganz abschüche, verdrüßige 
verlengerungen briogen wurdend: — darum bierin allein anzogen und 
begriffen erstlich Luterus; demnach die fürnemlichsten und grösten 
sectfQrer, so ouch hochs, ewigs namens begert und sunder secten an- 
gezettelt baben, ouch dero tant und unmüßig bfibry und irrig fabel- 
werch, nur allein der grösten und hosten stucken erfaßt, uß all irem 
schriben gezogen und harin gestellt, blos als vergichten, so man uß 
bösvertiger, ganz schantlicher, malefltzischer lüten bekerung und 
naißtat list, als wirdig urtel und andre liechtvertigke.it oder über- 
grusam, unerhört bosheiten überhupft und ußlat etc. ; und dann 
ouch zä.letst Zwingiis handlung, wie und was er damit z'wegen 
bracht, ouch sine vilfaltigen verendrungen, jetz deßglich einanders 
gruntlich angezogen als ein fundament alls tibels und bosheit, ku- 
mers, lidens, angst und plag, so deßhalb einer loblichen Eidgnoschaft 
zugestanden und ouch andrer sins glichen, in irrung im mithälig und 
anbäBgig. 

XV. 

Was die schtceresten reizmigen sind zuo irrung und fall auo 
komen in der heiigen, cristenlichen glauben, 

"Wie dann oiich- in den prognosticaoionen und göttlichen gschrif- 
ten an raengem ort anzogen, daß, so die hirten^ regenten, priester 
\md geistlicher stand ergerlicher und- verrÄchtUcher lebe und handle, 
dann die schaf und leien : davon kume und ein ursach sig eins aller- 
schweristen falls, irrung, unrüw und zwispaltung der cristenlichen 
kilchen und gloubens ; äai^on Luter itü bflicbli Von guten werken ouch 
i also schreib, daß so ougenschinltcher war, allen den geistlichen 
j^ stand und statt verruchter und sündiger ^in, dann der leien und 
weltlichen, daruß von höt^n Voigt e, die «risten sampt iren dingen 
verderben und zu nüt werden mißen. üjad ; ©lüch in der ußiegung 
über Methodum am 3, oapitel olütrlich anzeigt, würt daß die hin- 
nemung des gmeinea opfere (das ist abstellung der meß, so dann 
leider zA diser unser zit in Äbung), davon gar ril und von je wei- 
ten har gewissagt ist, werde verursacht äü kunaea mit vier \aslern 
und Sünden; nämlich das erst von wegen der euteerung und.scbm*^- 
chung des hoch würdigen saciraments, des froUcbaams msws bftTm 
Jesu Gristi, das dann ist ein allergröste, schwerste sUud, nn\^ d\^ swvt 
Tomas ußleit. Für das ander von wesren der tiranxrs u^^ ^^S^- 



296 

rechtigkeit der fürstlichen und weltlichen obern, als kund ist in vie- 
len flguren des alten testament, daß umb der sünd willen der für- 
sten und obern Gott der herr hat gstraft ein ganze gmein, als durch 
Pharoonen, David, Roboam, Senacherib, Nabuchodonosor, Antiochus 
etc. Zum dritten von wegen des gits der prelaten, da sant Hiltgart 
in ir ofFenbarung von nechst genempter zwei Sünden wegen redt 
mit dergstalt werten : von wegen tiranny der fürsten und gits der 
prelaten würt die kilch geschlagen als ein wittwe etc. Das vierde 
ist ursach, die vilfeltig sünd der leien und böser cristen. Darum 
der gloub dann so hert gepiniget durch die ußlendisohen und nach- 
pürischen Türggen. So dann die prophecy anzeigt, dis Sünden un- 
sem fall, Zerstörungen, kumer, liden, angst, not und hinnemuDg 
des gmeinen opfers zA uns fürdern und uf uns bringen : ist zu 
b'sorgen und leider lutmär gnäg, dis alles mit einandern zu un- 
ser zit in Übung und all sünd und laster im schwank, bruch und 
trib sin (das ich doch hie fürgon, mich nit strafens und prediens an- 
nemen wil). Darin denn ouch die räch und straf Grottes uns huf- 
fech und grusam heimsucht, wie dann ein zit lang gewäret und 
man des ends noch kein kundschaft hat. 



Nach der von Johann Salat selbst geschriebenen Chromk, Ms, im Besitze 
von Herrn Professor J, PL Segesser in Luzern, Auf dem zweiten Vorsetzblatte 
steht geschrieben : Hanc partem Cronicorum autJientice sie congestonim et propria 
manu conscriptorum per fide dignissimum J>. Joannem Salatum, CancellaricB Lu- 
cemensis Juratum Notarium a. D, Jodoco Trottman, CoUegiatce Lucemensis Ec- 
clesicB Provisore et Pedello, nobilis atque admodum R, D, 2>, Wendelinus Gebi- 
storff Sacerdos Lucemm jure optimo possidet ab octava Junii Ä. R, et H.ißiß. 



Zusätze und Verbesserungen. 



p. 4 Z. 8. V. 0. 1 5 3 2 statt 15SS. 

p. 10 Z. 10 V. 0. wildere statt mildere. 

p. 14 Anm. 1. Fernere Gebetsparodien in Schades' Satiren II, 270—274: Paro- 
die des Benedicite, Gratias, Paternoster, Ave, der X Gebote; ib. 114 Evan- 
gelium secundum Pasquillura; Hoffmann v. Fallersleben, in dulci jubilo 
p. 100 : Die trunkene Mette. Hieher gehört auch Niclaus Manuels Brief an 
seine Herren zu Bern über die Passion des Weines, bei Grüneisen p. SJ9i, 
in Wackernagels Lesebuch III. Theil, Sp. 269. 

t>. 16 Anm. 1. Weitere Handschriften von Salats Chronik in der Vadianischen 
Bibl. in St. Gallen, Einsiedeln, Zug, Frauenfeld, in den Sammlungendes 
hist. Vereins der V Orte (vrgl. Archiv f. Schw. Bef.-Gesch. HI, 21. Nr. 155); 
das Original der St. Urbaner Hs. im Besitz des Herrn Prof. Segesser in 
Luzern. 

p. 18 Z. 12 V. u. 1539 statt 1538. 

p. 22 Z. 16. V. 0. Die Bemerkung: Schließlich bittet er um Mittheilung etc. 
die eine gar äu monströse Zumuthung wäre, ist dahin zu modificiren, daß 
Salat alle ihm früher anvertrauten Staatsgeheimniße bei sich zu behalten 
' verspricht. Vrgl. p. 74. 

p. 25 Z* 6 V. u. Niclasens V. Wyle zehnte Translation herausgeg. v. Heinrich 
Kurz. 

p. 37 Z. 11 V. 0. sin rechtshandel statt sie r. 

p. 40 Anm. 4. lieber diese Waldenser Ketzer vrgl. Fetscherin in den Abhand- 
lungen des hist Vereins v. Bern U, 835 ; Fetscherin*s histor. Zeitung 1854 
p. 31; Becueil diplom. de Fribourg V, 444 u. ff.; Studer im Berner Archiv 
VI, 570 u. ff.; Eidgen. Abschied zu Baden v. 27. März 1531 im Archiv f. 
Ref.-Gesch. II p. 166; Rochholz, Bruder Claus p. 212 u. f. 

p. 44. Zu sinnist eg vrgl. Birlingers Alemannia I, 151. 

p. 45 Z. 7. V. 0. unz gar in boden gehört besser hinter erfror Z. 8. 

p. 46 Z. 10 V. u. das Semicolon zu streichen. 

p. 61 Z. 8 V. u. ob der bibel am linggen bein, bibel = fibel, fibula, der 
Röhrenknochen. 

p. 80 Z. 8 V. o. feyse — feuse wohl zu feutsch, Hündin, feutsche, altes 
Weib, Hexe ; Staider I, 367. 

p. 82 Z. 6 V. u. mir statt nur. 



298 

p. 84 Z. 5 T. u. wib statt wyl d. h. wenn ein Weib solches sagt, erkläre ich 

dasselbe für eine Kindsverderberin und Hexe, 
p. 90 T. 34 nach gelitten das Komma za streichen und yersc hm echt (ahd. 

farsmähida) als Substantiv zu nehmen, 
p. 91 Y. 58 nach wegen das Komma zu streichen, 
p. 94 y. 149 1 i b statt leib. 
p. 95 y. 189 schüzlich statt scheuzlich; y. 196 ouch statt auch; Anm. zq 

y. 185 grunzten statt grunzen (grinnen praet. zu grlnen). 
p. 110. Als Antwort auf die Gedichte yom Krieg und Zwingli kann folgen- 
des bei Liliencron IV, N. 482 gedruckte Lied angesehen werden: 
tEin nüw lied von dem thüren beiden Huldrichen Zwinglin. Im ton: 
Wiewol ich bin ein alter gris. 0. 0. u. J. (1581). 
Auf. In Gottes namen heb ich an 

Und singen von dem thüren man etc.» 
u. Nr. 488, das im nämlichen Ton geht. 

p. 118 Anm*. Murner, Kirchendieb- und Ketzerkalender (ed. Götzinger) p. 42: 
tZwingli ein stolzer figenfreßer in der heiligen gschrift, ein giger des hl. 
euangelions unde ein lutenschlaher des alt«n und nuwen testamenfs.» 

p. 121 u. ff. Triumphus Herculis Helvetici. Als der Druck dieses Stückes 
schon vollendet war, fand mein unermüdlicher Freund, Herr von Liebenau, 
die Originalhandschr. des St. ürbaner Cod. im Besitze von Herrn Prof. 
Segesser in Luzern. Dieselbe, von Renwart Cysat jun. 1592 geschrieben, 
gibt eine Anzahl beträchtlicher Varianten, die mir Herr v. Liebenau mit 
einer Beschreibung der interessanten Hs. zugestellt hat. 

Foliant v. 493 Bli. Außen trägt er den Titel: AD N« 18. CRONICA 
HRN. lOANN SALATH. K. 

Inhalt: 

1) Fol. 1— 4S6,b. Chronik von Salat mit allen Vorworten, «Renuardus 
Cysatus iunior scripsit 1592, Coep. 29. Mai.» 

2) Fol. 487—442. Hercules Helvet. Ueberschrift: «Voigt hamach ein 
kurtzwilig gedieht über disen Handel von vorgemeltem authore vU- 
gangen vnd ist zÄ merken, das vnder dem Namen Hetcüles Vlrict 
Zwingli, der Ertzkätzer sol verstandeii werden.» 

8) Fol. 448-446: Notizen aus zttroherischeii Akifen über den ittinger 
' Hander (Bütiinger). .' 

4) Fol. 447—448. Notizen aus «örcherischen Akten libfer die St;' Gaflischen 

und Rheinthäliächen Händel (Bailinger). ' ' 

5) Fol. 448, b— 461. «Luggarner Handel v. 1584V (v. R. Cysat junior). 

6) Fol. 461, b. Bericht, wie sich KÖntg Framclscns I. zA ^rankrych in disen 
dingen verhalten (v. R. Cysat sen.). 

7) Fol. 462—412. «Denkwürdige Üistori , Wie es den Closterfrawen de» 
Closters S. Cathrinenthals by Dießenhofen, Predigerordens ergangen 
1529—1581.» (Auszug aus der b«^kannteft, im Arch. für Schw. Ref. 
Geach. III, 100 u. ff. herausgegebenen Klosterchronik, y. R. Cysat 
jutiior.) 



J 



299 

8) Fol. 47S. «Substanzlicher bericht, wie sich der Franzos in disem krieg 
gegen den Eydgnoßen ghalten anno 1531» (v. R. Cysal junior. Hier 
ist eine Notiz über die Ermordung Heinrich IV. von 1610 beigefügt und 
zwar von späterer Hand, doch zeigt der Inhalt, dai^ dieses Gapitel nicht 
lange nach der Thronbesteigung Heinrich IV. geschrieben ist.) 
9j Fol. 474. «Von der Truckey zu Lucern» (v. R. Cysat sen.). 
10) Fol. 478. Notizen über die Eroberung des Waadtlandes durch Bern 
und die Stellung der kalh. Ort-e zu Savoyen v. R. Cysat sen. 

41) Fol. 475,b — 476. «Appendix, so dient z& der Luthrischen puren rffrür 
A° 1525» (V. R. Cysat jun.). 

42) Fol. 477—484. «Solothurner Histori» (v. 1588) v. R. G. sen. 
48) Register. 

Varianten des Mscr. Segesser: v. 3 kessler statt keller. — v. Sg'bra- 
tes mehr dann. — v. 18 schier statt thier. — v. 62 vor mir statt 
von miner. — v. 74 Pringelend. — v. 75 für und ouch vilerlei gru- 
samer wer. — v. 108 gfangner statt gfangen. — v. 108 jehen statt 
sehen. — v. 129 har statt gar. — v. 188 ußgespitzt. — v, 137 wan- 
delstäck. — v. 156 Denn du. — v. 158 Hier änderte ich meine Vor- 
lage: den roß zorn stillschweigend in groß zorn. Das Original gibt: 
Dz r9ß zorn. Mir unverständlich und kaum euphemistisch für gotls 
zorn. — V. 181 min statt ein. — v, 186 liebs herli. — (Die var. 200 
auf p. 127 soll erhalt geben st. erhall.) — v. 251 Bekleidet. — v. 262 
daruß st. daruf. — v. 264 trügend. — v. 272 köstlicher acht. — 
V. 281 selzamst, — v. 291 leyb (leiben, übrig lassen, schonen) nüt 
St. laß bliben nüt. — v. 296 man statt mit. — v. 299— 300 gschrift — 
vergrift. — v. 881 Valerius. — v. 334 Noch statt doch. — v. 883 Im 
Orig. steht wirklich die bei Bullinger vorkommende schwache Form 
bsouft. — V. 887 grusamlichen. — v. 890 was st. war. — v. 898 ne- 
bel statt schwebcl. — 416 glag. — v. 448 schuf st. schief. — v. 451 
Darinn. — v. 457 Räntcnd statt rittend, — v. 459 tröwwort. — 
V. 488 gesprungen. — v. 494 hartran'g st. antrang. 

p. 186. Haller Bibl, der Schweiz. Gesch. II, Nr. 1676 schreibt auch ein frühere» 
Gedicht gegen Zwingli in Renwart Cysats observationes notabiles ad con- 
futandas haereticorum opiniones, betitelt: «Ein spruch wider den meineiden^ 
treulosen, abgefallenen pfaffen und weltverführer Ulrich Zwingli» 1526, 
ohne weitere Anhaltspunkte dem Salat zu. 

Anf.: Maria, ein mÄtter der Christenheit, 
Wie ist es mir so trüwlich leid etc. 
(Ms. 881 in Einsiedeln.) Nach Th. v. Liebenau rührt diese Satire 
entschieden von einem Geistlichen her. Gegen die Autorschaft spricht auch, 
wie im Gesch. Fr. XXIII, 114 mit Recht bemerkt ist, die Anonymität, der 
sich Salat nie bediente. — 
p, 175,82 Schwaden (der alte Druck gibt schaden), bedeutet giftige Aus- 
därapfung. 
Herr J. M. Wagner in Wien hatte die Freundlichkeit, eine Collation 



800 

der AushäD(|:cbogen mit dem Originaldruck vom cBfichlein» vorzunehmen. Die 
£rgebniße sind folgende: 

p. 175,80 von ßt. vom. — p. 176,« in st. des ergänzten nf; i« und st. pun 

— p. 177,85 köntend s' st. küntend s\ — p. 180,5 je st. nie; t enp fangen 
st. empfangen; is mengkliehem st. mengklich ein. — p. 181,8 hattend st. 
hatten; 4 in gutem st. im guten; 6 laß ich nun dise; t5 trutz st. crutz. 

— p. 186, V. ISS gwälteu st. gwalten. — p. 194 v. sm mangen st. mengen. 

— p. 195, V. 4SI ersucht st. versucht; v, 4S4 was st. war. — p. 197, v. 49» 
hand st. han; v. su der Druck gibt das emendirte alt st. alle. — p. 200, 
V. 695 nach gät das Komma zu streichen; v. 005 policy st. polici. — p. SOS, 
V. 710 sind nf erd nie kon. — p. 20ö, v. 78e hett st. thet; in der ersten var. 
1. 769 st. 169. — p. 209, v. »09 Drumb st. Drum. — p. 210, v. 988 solt's st. 
fiöli's; var. 987 1. yedes st. yd es. 

p. 283,15. Statt verzeimet ist vielleicht verzeinct anzunehmen; zu zein, 
Stäbehen von Metall, Draht (also mit metallenen Verzierungen, hier Küh- 
kämmen, versehen). 
p. 257* Wenig bekannt (auch von Kurz übersehen) scheinen die folgenden 
Verse Fisch arts zu BuUingers Bildniß, abgiedr. im Anzeiger des germa- 
nischen Museums 1856, Sp. 163 u. fT. : 

Eigentliche Gonterfahtung Heinrichen BuUingers, Dienerf 

der Kirchen ZÜ Zürich. - .., 

Wiewol groß Alter, und graw Haar, | Seijxd an» jm setti$ ftnsehlich 

zwar: | ist doch fümcmlich hoch zdhalten { Das Alter» .m denset^ea Alten, j 

Die jhr graw Haar also erlangen, jiDa» sie« mit. Ehfenid.armil. praiige%j 

< Und sdkhe gräwe han bekommen |>Ia QDttesidieooißt,. mit natz jmÜ,Jmi^ 

men { Dcs^Votteclandts,. und Christi, gmein« (MFü^war^ die.hoah.KÜ W^rm 

'sein. I (jrl6ichwie'>HBrr Builinger. gethon,i. | .Det- fiinfflizig Jm^ on npdß^lpi.l 

Nun in ' des iHerreoi Wefaiberg hie |.Anbftitr:Qiit> )elQaftdarm:>^iß>it^nid jnCiHäji 

Das er diß iab lümt cben^eich \ Dasifiib&Ad: iii&df9efibtz^gisl)[if)a^«r^ß}i^j 

- (iMnü -er 'geboren- w&rd älifeier l-kttifar taiweoAitifiUttfflitiRdwfe Tieft ;)4:Ia 

welcher t»yt er:.all' sein''L6iDen^t:Hai' amdET das Firedig^vi^t l^dge^bcs^iliDp^ 

^ mitigbdientigar nBanoher Jlirek: liUadi nicht aili^n>!da$sjQ};b} z&^ffih).^ (^ 

• >cr niBB^viertzig» ibTtversich^i-'t' Des ZmngUns stf&t^iidÄS.lYptekirJjft^cJ^tÖiJ 

> Sönded der^gM^tz^n/i^andtachnfft audiv { I^aon^hoihftti^ai^nde^Hßhijglll^^^cJ^^ 

Bremg^rtetiseihüieb .¥>atlei;laTidt^( |>]DäIfüßi^asi[Ba|)ijt«mbi'Jai$t y^««^t{!-| 

' > ^p{>eiiiea ler oncb > 'tt&dieir#ieifi[^ » Jhi büß diehbäfiBtisäh »»ilibseüGhdie^^/ßAJ 

— andl^e Ort lonoh «noch «ideL mchr^ | Dacälilmündtli^h^'^un! d»iiK^H )mphriiU|jd^ 
•l^ri^'l Jkl 'seinf^Kkmist |gestmgenMi<>uch:y[| Über .dadiSK^hri^eibiPdilii^lär^ßfi^ 

^' < ) t&mihi I Das iiiim'seini^ugiinditttxdvftcstantiit^ I i%ür(l'£rembikli Wol^r^ <^> 

bekti3idl;<» D^naii4tio'si^)eiB'war Ghitistiich QHhi inl d^saiialktn^liMift QqU^s 

1. W()rti| l'jßa mAnt T^cht-xoa seili^iBneheto iWißtf^l) Di<]^his^.4)Uigbiiml'ifr^ 




DaÄoc.unö halt bey^gsttu^iett (Lehr ;|,üii.d:.tiie»ö tiahr^...luß,J^^fib§y[yi,,. .^^j.j 
Gedruckt zä Straßburg Durch Bernh. Jobin Formschneider. Jmwk^JiSUi' 



301 
p. 259 Z. 11 Y. u. wohl zu lesen trüwer, yerlesner statt rüwe rerlesner» 



Ich konnte mich nicht dazu entschließen, den Uebersetzungen Salatsaus 
den Briefen des Erasmus und Hieronymus, unreifen Erstlingsversuchen (1580)^ 
einen Platz unter dessen Schriften einzuräumen. Zur Begründung dieses ür- 
theils folge hier der erste Brief, der ohne das Original kaum yerständlich ist. 

(Mscr. allemand 238 Bl. 46, a.) 

Mn Epistel Ereumi von redlicJikeit der lernung zuo etlichem einem frund. *) 

So ich dich gar nit zwiflet, in etwas unglcüplicher brunst der Schriften 
brünoenden ( N. wirst nit geoffenbart fründ), hab ich gm«5int, nit ermauung not 
sin; sunder des, welchs du ingaogen wärest des wegs jez gef&rt, ald als mit 
eiffl zeiger, hab ich geurteilt, das mins ampts sin, nämlich, daß ich dir, als 
einem mentschen, jez nit vilmalen vereiugotesten (copulatissimo), aber ouch 
lustbarlichsten die fdßtrit anzeigte, mit welchen ich von kiiid uf ingangen wäre» 
Welch, so du's mit glicher sorg annemest, als ich ouch dir si gseit han, ver- 
trüw ich in zukünftig, daß es nit mich warnende noch dich vergichten gerüwe» 
Darum die erst sorg sige, daß du dir erwellest ein praeceptorera, welchen 
6in giertesten (quam eruditissimum); dann es mag nit gsin, daß der etlichen 
recht underwise, der selbs ununderwlsl sig, durch den du ouch ungschickt 
^rst (quem simulatque nactus erisl), tii allweg, daß du werdest, daß er eins 
Vaters in dich und du eins suns begirde umwechslende in im tftjest: zu wel- 
chem uns fürwar dise erlich ursach uns (I) sol zAmanen, daß wir nit minder 
schuldig sind denen, von welchen wir Ursachen der dinge recht zd leben, dann 
TOn denen wir anfang zft leben genumen band: so dise wandelbar wolwellung 
so vil hat der cleinzitigen Verwandlung zA lernen, daß du vergebens han bist 
den gebieter der Schriften, dannen du heigest an im ouch einen fründ. Dem- 
iiach, daß du dich im gebest ganz uftnerklich und emsig, wann mit großer be- 
8b»itung verfallend nit niemer (nonnunquam) die vernunft der lernenden, aber 
dmsickeit und mit ira meßigung verharret, und mit derglichen Übungen in 
a^htung* samlet er ein größeren hnfen. So in allen dingen nftt schädlkhers 
der ersatigung (satietate ctim omnibus in rebus, tum in literis nihil periculo- 
sius), so fürnemlieh in den geschriften, darum ist ufzAlösen etwan dick die 
stät stritung der lemungen zä undermischen mit kurzwilungen, aber friliche 
(liberales), aber wirdig der Schriften und von denen nit fast abschüchend^ 
fcirwar, denen mitten der lemunge ist zdzemisclien etliche ewige lustung (vo- 
Inptas), tnet als ein spil sdhezind der lemung, dann für ein arbeit* Wann nüt 
mag nberlang gschechen, das den Abenden nit mit etwas wollust enthalte. 
Und ottch die beste lere bald, ald zum ersten. Es ist ein ußerste unsjni (ex- 
tremsß est dementisB), leren^ die z& entlemen werind, welchs die arzt gwon sind 
in arznyung des magens (Bl. 47) zd verbieten, dasselbig schez dir in den ver- 

*) Opus epistolarura D. Erasmi Boterodami. ßasileiB MDXXXIX p. 367. 
Erasmus Gtiristiano Lubecensi s. d. ^Gam te incredibili qaodam ardore literarum flagrare 
minime dubitarem Christiane non vulgaris amice (1), hortatore nihil opus esse putavi, sed 
ejus quam ingressus esses via3 duce modo ac tanquam indice, id quod mei offlcii ess^ 
judicavl" etc. * 



302 

nanften zu bhalten. H&t dich, wann du mit schedlicher ald vile der spis be- 
deckst die yernanft, und wird von beden gclezt (offenditur). Es ist nüz im 
anfang, du vernemist, nit wie vil, aber wie gut, aber jetz nim ein ursach, mit 
welcher du magst nit allein rechtist, sunder ouch lichtlichst zA leren. Wann 
das ist gwon in eim künstlichen mentschen fürzestan (prsstare), ursach 
der kunst, das er z& letst des werchs so rechtist und bcquemlichst und ouh 
liechtlichst werde usgmacht vollkommen. Den tag solltu teilen alls in die werch, 
welchs wir ouch von Plinio und von bapst Pio dem andern, den furbündigsten 
mannen aller gedechtniß geschechen sin, glesen band. Anfencklich, das das 
houpt ist, den lesenden preeceptorcm, nit jez uf merkend allein, sunder gitick- 
licb uf losen, bis nit bniügig, flißlich nachzAvolgen den wisen lerer; sonder 
vermein etwan ouch für zA faren! Alle fümemlichste gedieht der gedechtniß 
(omnia illius dicta memorise, praecipua etiam literis mandabis) enipfil ouch den 
gschriften, den aller trüwisten buteren der stimen, welchen du wlderum also 
zii yertruwen (den sinnen) dich hAtest, als diser spotwirdiger richer bi Se- 
neca, der sin grünt also ingf&rt hat, daß er sich gloubt zu bhalten, was ein 
jeder der knechte gedcchte. Du soll dir selb ouch nit z&laßen, daß du wise 
b&cher habest und du siest unglert. Daß die ghörten dir nit wider entschü- 
chend, so retractier si bi dir selbs old mit anderen. Solt ouch an der hörung 
nit bnilgig sin, sunder gedenk zii geben etlichen teil der zit der schwigenden 
gedechtnuß, welchs der heiig Aurelius so im gmiit, so in der Vernunft, an- 
fangs mitfürende gschriben hat und als ein stürmende ringung der verstendnußen 
die ädern des gmüls, so erzeigt^ so erweckt, so meret. Und nit so du etwas 
zwiflest z& erfaren, noch erl uteri z& werden (castigari) so du etwas irrst, du dich 
Schemist! Du sollt fliechen necbtlich tichtungen (lucubrakiones) und unzitige 
lernungen, wann si löschend uß die gedechtnuß und lezend schnellicklich die 
mügenheit (valetudinem). Die morgenrötin ist ein fründin der gedichten (an- 
rora musis amica), gschicktiich den lernungen. Nach dem mal so spil, old 
wandle, old fabulier fröliche ding I was ist, das under disen und den lernungen 
mag sin ein stat? Du nim din spis nit nach dinem wollust, sunder wie fil 
zu der vergn&glickeit gndg isti Um das nachtmal wandle enwenig; nach dem 
mal aber also ; um den schlaf so lis etwas ußerforschends old wirdigs der ge- 
dächtnuß von dem der schlaf, betrachtende, getruckt werd; das, so du wider 
vom schlaf erwachst, wider sAch von dir selber! Dise meinung Plinii hange 
all wegen an dinem gm&t, daß man alle zit verliere, die man den lemungen 
nit mitteilt. Betracht, nüt filüchtigers sin der Jugend (cogita juventa nihil esse 
fugacius), welch, so si hinflügt, nimmermer widerkunt. Aber jez fach ich an 
sin ein ermaner und nit den versprochnen zeigen Du süßister fründ 1^. volg 
nach diser maß (hanc formam), old ob du magst ein beßcre. Leb woll 

(BI. 48, a.) 

Welchs do sig die gstalt der widertfrung old recapHuU$rung der lesungm. 

Es ist etlicher erste old einige sorg gar noch bald zd der lemung der 
Worten, welchs ich fürwar nit lob (wann es ist so großer arbeit, so noch keiner 
frucht); wann wohin langt es zii geben unverstentliche wort nach art des 
Siticiisen? etc. (Auch aus Erasmus?) 



303 

(Bl. BO, a.) 

Mn Epistd sant Iherommi, so er hat geschriben zuo Paulino, darin das fümem' 
liehst argument, dass er ratet Paulino zuo lemimg der heiligen gschriften. *) 

Brüder Ambrosius mir dine gäblin bringende, bracht ouch dine süßesten 
Schriften, welche von anfang unser fründschaft die truw jetz eins bewärten 
gloubens und alter fründschaft jetz wider ernüwerung harfür brachtend etc. 



*). Sanctor. patr. opascula selecta tom XI, p. 166. 



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abbecläwen 278 
abenürti 65 
absin 241 
abstricken 280 ' ' 
abtädigei» 280 
acbteB(»75 
äferung 151 

ätti 14, 15* ' ■ ''•■' 

ald 110 • ' ^ 
allmend 55 ' : ' • 
alt entbor stf^lteiil i'dS 
alwel41 

angster 47 ' ' '* 

angstlüs 12* ' ' 
anmuten 77 "'^ .-- 
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arbeiten 164 ^ -■ '<'■'• * ' 
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bache 117 '•' ^ 

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bankart 47 ' • ' ' ** 
bannit 203 '|^^' ' ' 
beckelhube 87 ^ '' * ' 
bedöi^en'löi '• ' 
began sich 121 ' 
begrifen 122 
beielzedel 17 ' 
beit 92, 98 - ' ' 
beiten 181 
beladen s. 216 



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bereichen 178 

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beschriben 92 

besitz 241 

betreten 98 *" 

bibel ei^ 

bevor 246 

bidmen 61, 12? ' 

bimesser 59 

bis imp. zÄ Wetseki !S66^- 

blangen 85 

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blütruns madh'en '"SfS* ''- 

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hoch 100, 25» • l ■ - 

bochen 178 '•' ''^^"' '^ 

bögg 125 "- ^' '" ' 

bosnet 28i'" "^ ^'•'^■ 

boten 246. ''" •^' .•.• 'v 

boura 47 "^ ^f '^^ 

brachten 177^' '^•"^■^ 

bran z. brennen 'llff''- 

brattelenmatt 12$ ' ' 

bresten 216 

briegjga <Heuleriri) 85' 

brochet 49 ^ 

brütschli 128 

bsalen 76, 144 



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ifsrt i§ä ■" ' • ^•^•'• 

bsouft'162> ':"•-:--.• 
bÄbentant ^4 ' ' '-'■ 
bug 179 ^'^'- i-n •>r>- 
bunt 68. ^'^ :r)ilsfsv 
b'Bs19eh il&!et^^rm'49l 
hüm^ -ätfd'lii^lcfn ifSl 
butz (Popanz) 1^1 '" ' 
bnlz (Butzfeny'2l8^-^'l ' ^' 
eapse 129 '^'-^ ^'^''^-""^ 
chrismen 80' • «'^^ '^^'' '• 
cüstfry 46 ^'^ ^''• 

Chor spanneif -iftj^^'ild'* 
dank 130 ^'' ^'-*' 

danteil'''f»4--i'"" n'^i-^^-p.^ir 

darafter-'f^'''"'^'*'^^-''^' 
däw^^iW^ '^f'*' ^^'^'^'^ 
demmen 148 '-^ ^^^■' 
dick 78 '^^ ^'»'J^V»'- 

dingen 197 *'^ -^^f^"' 
di%B%i«'l8«i»'T^ fl'jish'/: 
druck, in druck koiüiben 

eini^'44e^f*89 -•''^^•^'^''^'■• 
einbinden^W-^^'«"'^^'"^'J' 
einraündig^' -^^^•"' 
eUenden 264 '' -''=^' 
empfelch 245' '' '" •^•* 
enent,'enet 68, lÖ"^-' "' 
entchrist44 * 

enthelfen 202'' 



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805 



entschüttung 290 

entsitzen 156 

entweris 42 

entzücken 200 

eräfern 264 

erarnen 179, 206 

erben und rächen 46 

erblasnng 290 

erbutzen 188 

ergetzen 110 

ergretschen 240 

erin 283 

erkücken 157 

erkranken (?) 276 

erschießen 90, 188, 201 

erschütten 84, 197 

erstunen 289 

ersuchen 236 

erziehen 112 

etwer, etwar 133, 189, 269 

fallen, vom seil 289 

faren 201 

faß 132 s. vaß 

fendel 196 ^ 

feysc 80, 297 

flÄ 64 

flocknen 62 

firen 79 

frigassen (frica^ser) 279 

irigheitsbüb ^^28 

frucht und bug^ 179 

Mg 121 

fuglent 14 . ' 

funst 54 

funtelen (mmjkvwidelo) : 

-.271; • . I; .:: 

fürgan 149, 207 

fQrgang nemen^* ^Opi 

fQrkommen 287 ; 

fürrucken ii78 

farsin 179 ; . , . . •„ 

für sin 189 ' c \| 

fürtrefiöp apo, 2W7 * . . 

sad, gaden iiß 

gächlich 90 .^ , , 

gaben 98 

Baechtold , Hans Salat. 



gail 98, 126 

gawertscher 38 

gegne 153 

geheimd 74 

gelegenheit 249 

geli 198 

gell 133 

gensenhor 122 

geschieren s. 110 

gesiebt 149 

geschopfd 182 

gfar 121 

ghien 39, 233 

gichtig (geständig) 79 

gifter 65 

gilge 147 

gilte 58 

gimmel 59 

glänz (adj. heiter) 66 

gleitig 281 

glichsnend 151 

gliropf 254 

gnaden 152 

gnieß 100 ■ 

gnot und gar 228 

gote 30 

göti 30 , ^ 

gouch 298 

grätten 240 

greinen. 106 

grempig, s. g. machen 252 

gremplerin"66 

grendel 42 

grind 28 

grinen 95, 134 

gründen 271 

grün 197 

grüwen 192 , 

gsp^n .199 , . . 

gschreiejp 2J6. 

gschwy 53 

güdfementag ^^^, Febr.) AS 

gugenfÄr 127 .. \j .r ..f 

gwiößne 18Q,.^ . . . 

liaar ufha<^mjaieh(^Q 25/7 

haller 79'^' 



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hamascht und wer 75 

heiltum 129 

heimlich 158 

heiter 65 

hßinwert 182 

helmli abnemen 131 

herd 61, 6^ 80 

herdfarb 198 

herwüschen 134 

heu sehen 79 

hienoth 158 

hinfart 198 

hocken 81 

hochzitlich 129 

hol 127 

hostig 58 

hund (centenarius) 89 

hüpsche zinstag (lo. Febr.) 

89 
hupschlich 116 
hüppenbdb i20 
hurd 115 
hftreclit 127 
hurst 122 
ienem 91 ' 

infäschen 122 
inrisen 278 
irte 101 
itel 56, 124 
Jagen, durch di^ Knüttel 

209 
jehen 191 

ioch 144 .... 
Joder St. 92 

Johannes im vaß 118» .119 
häzern 30 
kaiatz 20 

s'kalt 57, 88 ..:. 
karren für ^'jnoß stelle^ 
77, 271,. . .^. r. .. ■> 
keib 236 ... ,. , , 
keibenschin^er i4. 
kestigen 154, 138 < 
kib 201 \l', 

kibig 102 .^(. 
kilbi 20 

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klamme 128 
kläpper 242 
klappermann 24.4, 
knobel triben i4ä^ 
kommenlich 9Q, lo4 . 

köpf 64 , ; \, ; 

krapfeneßer ,^51^ 
kralten 127 ,;. , ,, 
krauen 127 % 
kriese 84 

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wichtig thuD) '80 

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kugel schlai^fn 66 

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milchjar UV'"' '•'-' ^'"''■■"V ; eben) 210 <^^ a'^üxUirio^ 
minestra 128 '"'•;/'^' '.'t^^^® ^®*^'^ '''^ Jioijü7/:(D2 
, mißeling 202 ^ '^* '• ' rreyement 70 ^•''^ soilßynlj^ 
»mithälig 29hi''- '.J ' ''; '^'f i^chtage 129 ^^'^ suuy;fi'j? 
mornades 61 ^'' ' '^' Ti^ngfertig 85-'* flüdmfif s 
liiorl 208 ''• ' '"' '■ 'pingf&g 177 ^i- i^i-^vniht 

mÄen 98 ' ^ ' ' " ; " '? ifingwichtig 140 "^i' feo I f 093 

Aiummschaöz wf6n^'2iKr| ^itt 196 •'^^^ ('^.ii'?^) fj^t*-^ 
Äiuti 196 ■•'' •'■'' - '"•'"roden (bewej^ tfliljiuKb« 
müjitig 47^*-' ':;■■''' '■*'''|to«AaiMbl-tKttüü.) .Kij<T.,e 

nachian '208^ - ' ""| tunen 185 tl ^a^r^ 

iiachtselde lül ■'"/'' "'' 1 j-üs 55 TO ^üibk 

nästel (Band) öf ; ; •'' | rüwe, ze r. köÄQßfcüliiyla 
naue 61 '"^ ^' ' '^ »alut 65 ^^2 ,1^ -^^j^ia^i? 

kiikamm,kfikambil6,^4i1'iieißwas 227 - ' " ' "'j eälisleib 49 i^^ 0? 

kümmerlich* f?7;;i97;' 1 niß 108 ,, "^' • " '^'^^m 227 ^82 JS:S ahjijqs 

künde 125 ' \ ''''/'" Ijiöiyen 85'^^ ^- '"'^ ' •"■'Ikant 12*^0^^ (dit^/y WsJ/iq? 

laden 45, 

landen 108 .., .hl..«.« ««. ^^v-x«. «w - - 

laster und leid;88 ' "Toed 289, ^k ''''"■'''■•'■' (schanz überselÄöfc 245ßiJe 

läz 54, läz^ pfeltßu 25^ ' old 66 1/^ ;.''" '''^^chanz verkartÄi^ äöniiJt 

legen 204 ' '" l'/, / y 'J ort 59 _;;"" ' "' '' "''](,«cheren 192 <-'^'- ii^ibu'iiö 

leiben 299 

lekerisch 84 

lenden 168/;äö6''' "'""j peen (poena) 7^. " : ' .:. "I^ßchiffrig 



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25 ' \ '''•;"ljiö»ren85':^ ^'- ^''-^ ' •-'Ikant 12*^0^ (di./, üohJ/.qp. 
'' "'■'''' 'fii&diiterf^''^' ''•"^^''■^^'fiäntikilwi 56 lat 1^4^ 

j/ißi'"-' ^■'' '■;;'" linüti, z6 n! mac&eÄ' 25»'^ «att 182 nS ni.O ti,}. 

108 .., ^''- jWtzid 227 ' '■• ' ~ * ''•--^' «chal 88 »'♦•! üt^'bi^tg 

leid;88 • "1:oed 289, 2^^ ^'''" '"''^ •'■' Wanz überselÄöfc 245ßiJe 
,0\sn 25^ " old 66 1/^ .'" '''^^chanz verkartÄ^ äöniiJä 

' ^ ^V. ' ''■ 1 Ol** ö9 -/' " ' ' '' "''löcheren 192 <-»^^' ii^ibuiiö 
. .;/' '■'•; 'j ougenspiega"2(»' V'''^;;'{'Oschewlich 16*rL^ j^nilstüJa 
4/' ■ ' ' • parteckensack ^p^itiisit ifhschiben 115, SOT nojhlüe 
>^^T lii:.. .■,/ pg^^ ^^^^^^ 7^^ ■•'.• . I..'" |gchiffrig 71 0«]1 n'^slüfe 



.fr; 1 J ' r I 



letzen 110, ^1^' ^ ' 'i pfitz 124 

leutsch 117 ■ ' ' ' • pfitzen 185. 

lidig 208, /';''"''■'*' :pläst^ufw4in^'Ö^'''^" 
\\^\r.r^ fti " ^ ^ ' ^ ' pliuweu 58 ^' > ' ' '■"•■'- 

''' '.poppen 225 ''- -^ -•'-'•'-'-' 

'l'pracht t2^, «SU ^■-f-Ji'ti^ 

prächten 240* ' '^ ' -Mir 



lidlon 81 
liien 112 



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lumde 189, 1Ö9 ' 
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schiten 248 '^''* ^Ä3""Ty'^«t 
schlang (mas<£y^9T{^>''^'iß* 

Schlegel Mäch^^e^ll««^ 

laä^to'liy/) n.i\toriiiiiid 

schlipfung 265 l'-^- l'^^i 
schluce (oa?ich<iii) «^^^^ 



lustren }p [ , '" ' ' ' " ' proceß 12!*' -' ---.^ 'iLii' Lchlunen 185 '^"^ xininujl 
lutensterri lf8 ' ' ^ - i nur^ii '2äÖ^^ ' '^^ " ' -'^' ? «..hmütM 



lutenstern lf8 
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püten 209 

pyfel 177 

rangenfll9' ^ ;''i. 

ranzen (Frisch rf;*«6)*^9& »- 






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raten c. gen. 78 



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schmutzen uiifichüAM 

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schmützwort 232 • ■ ^ n ^ >'' 

schnaU 216 ^^^ '^^^^^'^ 
schnarwenOft* ^^1^=?^ "n>- 
schneiten 21Ä- ^ '^»^ ^^' ^^^ 
schnerzen 288, 29iH(trrtkeh 

schrien (Urtheiis(ÜclMiQ>JKr 



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vßrbil^eia,247 
verbünoig m r , 



yerdaclit 190 
Verdruß 181 



i'iberlegen 260 y... |. 



verfellen und ver^chla&eitf 



288 



schupfen 78 - c\l i, , ; . tittoubhösli 38, ^^ _ , 

schürpfen, s. seh. Jfaij44,Lträchen (Thräiien^>?7ß . .^ 

flcMUeu.8>?'.i*S.,..t ^'.^i^^U^age 12^ ..,;, ,,. 

«chützlich 95 .- ■ . v: ; , , , trähen 243, 28^ ^ ^ .. , ., 

Schwaden 175, 29^.^. f r,/,lträjen 197 

«chwalme 68 *: ;,, „f,,,.,,.Lträm 45 . , 

schwänz 122 »y-jt r,t.f;;„.,i|ftratzen 11, 290.. ^: ...■.,<».,j, — «? — ^-f ..,. 

achweihen 62 6^ ^itv.n.jrltratzlich 51 jj,\;,._,.Ußputzeri'28B 

achwiger 54 --| .;;,:::itrenimel 91 ^.,, ^^ [ußrichten ?3^ ^ .. 

aeellos 227 M|.i v-nw^-ri trösten 88 ,. Ußspannen 246,. 

aegel (seigel) 148 bui'^ul^?^MrM^^>^..iv4^^ If : 

iielzamliC^ ^^....m ;r,[.oi trumm 51, 65 ,. , ,. J ^stendig 78 ^ 

«emUch (söngi*){«8(rtfe| tüfelsüchtig 244 ^, , Ußtaj^e 55, 62 . 

aezlig 58 .:u ...... töfgründige (^h5t.),2^ ? ußtreten fOi ., .; 

sichtig 67 M. ... jfcrungenlich,?j^5.,,j .. .3 ützid 227 

fiiechtajfcß^Ävl .1 . : , ,r: tarnen 28i^.. . .^ ,, . J irecht 

smnistäg 44, 297 tm ;h- J *ißen 122 ^ < ^«««"T 

so 181 (,, .li...iiJtwär62 

Spätzle 227, 267 T'jIt fr J Aber 287 

Spätzlen (verb) 290h: r jj^rJ überf&ren 44, 48-^ , ., 

stat 161 Oü JY/i..[i!:iJ|übergen, die^lj^mat 85 

stat thün 217 i- 1 t ' J übgBhüp^fRpp^ ,^70 . ^ 

stechen 190 SP h ,fj "**'"""' 

Strauß a66l-j:rrM[,j nuM^^ 

StrimaJl4&jj-i;5/{'!')7 \ir-ji 

struchen 210 ükI :. v, ,} 

Stützung 27?;:] m .;// .i 

süichen W^ z\j ,,.,|;,| 

sülzen 196 t: oiM-fiifi 

sündflil^?ggifh iji^.i.jir] 

ta^erweis 60 'r-i^ ir.jifr 

tagwolw.(164^,,,,, ;...: i 

*wpiro^j«9il-^ ^-,-.i,i 

tanngrotzen (verb) )403,. { 

tant 291 ;:rs: vvimnj.'Mj 

lemmen 78 f-.jji , o^juiii-, 

terminieren 127 <•{ 

toggi 680:0 T'MM.\'iMa;r)=; 
tolen 211 1,1:: ..i.;:,(s^ 
törpeltanz ^j, ..,.j.ih' 
torteche 18|;v, , .. 

toub 41, 44, 50 L'ii- ii 
1Sfllbe•44i^':■';tjl ;• n -i-'^' 



n ■' 



« '. I .-. -^ 






':<ir 



.. .■ vergibt 57,Ö9r; ^^ • 



übernieeren 4ß;. ', , o |^ ^j vergaben. 2^6 , ^ \ " 
Übersturz 188 '.^/'. , j ;vergiel?en 207' ^ .' 

überwallt 227 
überworlg^.,2^,7 ,, . 

ufgang 209, 
uf lüpfig 227 
ufnung 260 



»'. 



I / 






verhau 127 
verjehen 251 . . ] . 
verkehren. ,434, '. 
verkomme^ !^0 ^ j , 
verlangen 241 -' 



'. r 



ufsa^ d9,8, , 196, , 200 , \ \ . ! vern&gen 58 



ufschlag 104 ,. 
ufstellon 245 ,v <. 
uftrehen ^35, 24^ 
uf wischen l^^v- ... 
umhersulzen 19& ! 






• .',. I 



i'i» 



.• r 



vernüten 184, 2^^ ; . 
verrätschen 190 \ , 
verrßren ig^ ,, j, . , ^ 
verr&chen 105.» - 
verschätzen 151 , ., > . 



unbescheidenhQi^',20i5 ,,..| j verschinen ,3,7^ ä'70 ..;. . 



**s? 



'^.'fll'l 



verschlagen s.; 185 
verschieden 44 ^_ 
verschmechd ^6^238 ' 
ungeschmützii;^g8, , . ^ j verschriben (engl^tftshyjf^^ 
u^g^ftÖ^t- 230. ., . . ,, . Beicht hörwi) ^% . ,;, 



undertriben 288, r ,, , 

ungeniet 260 ,.; c ,, . /,,.j 
ungeschepf 277 - . , , . ^ 






unbändig 266 
unmiltsame ».S7& : r 

unrat 197 . j~ . • 



verschwinen I44 
, I versuchen, 2^,.; 
, ' verwisen 128 



' > ' 



SOS 



verzeimen 288, 800 

verr 281 

visiere (Finsterniss) 268 

YOgelfrei 209 

vorgeben 236 

vortheiüg 227 

ivächerig 146 

wandelsack (?) 125, S99 

wannen 242 

war 128 

wart 94, 267 

wasen 86 

wat 128 

watz, mir ist w. 126 



weere 78 
wegen 218 
weger 199 
weidgang 141 
|werch 88, 68 
werchen 4 
wesen 211 
wideräfem 184, 168 
widerschwall 108 
wienachtkftchen 286 
wolfmanat 88 
wül 188 
zanen 184, 216 
zend 198 



zennen 116 
zennerii 79 
zennföchsi 94 
zepfen s. 186 
zergengen 179 
zerknisten 117^ 288 
zigerklotz 118 
zimpeltag, zimpfeitag 25$ 

287 
zom, groß zom 126, 29^ 
Zuckung 192 
zügeben, den hörnern 177 
zubelen-krieg 84 



Druck von B. Schwendimano in Solothuro. 



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